Gewinnspiele als Popup im Browser-Fenster – lieber die Finger weg

Gewinnspiele als Popup im Browser-Fenster – lieber die Finger weg – Immer wieder melden Internetnutzer, dass sich in Ihrem Browser ein Fenster ohne Zustimmung öffnet. Solche Fenster, die sich ungefragt öffnen, nennt man Pop-Ups. In diesen Pop-Ups werden häufig Gewinne angeboten, Gewinnspiele beworben oder vermeintliche Umfragen zur Kundenzufriedenheit durchgeführt. Die Anzeige nutzt meist Namen großer Konzerne wie Microsoft*, Google, Apple*, Deutsche Telekom* AG und andere. Diese Firmen stecken jedoch nicht wirklich dahinter. Die Namen nur verwendet, um die Anzeige seriös erscheinen zu lassen.

Microsoft* selbst warnt von solchen Popups und schreibt dazu:

Aktuell tritt es vermehrt auf, dass beim Starten oder der Nutzung von Apps auf Windows 10 bösartige Werbebanner aufgerufen werden, die Betrugs-Webseiten im Standard-Browser öffnen. Diese Webseiten versprechen entweder Gewinne in einem Gewinnspiel oder drohen damit, dass der PC mit Viren verseucht sei. Beides ist Unsinn. 

Es handelt sich nicht um lokale Schadsoftware auf dem PC! Demzufolge ist es nicht notwendig, irgendwelche Tools zum Scannen zu installieren oder gar das System neu zu installieren.

Solange man die Fenster einfach schließt, ohne eventuelle Fragen zum Starten von Scans oder zum Abholen von Gewinnen zu bestätigen, ist die Sache folgenlos. Die Apps binden Werbebanner über externe Werbenetzwerke ein. Über diese werden offenbar neben normalen Werbeanzeigen auch immer wieder betrügerische Banner ausgeliefert. Offenbar haben die Betreiber dieser Werbenetzwerke ihre Auslieferungen weiterhin nicht im Griff. Auch im Webbrowser tauchen immer mal wieder solche Dinge auf. Dort lassen sie sich immerhin durch den Einsatz eines Adblockers blockieren.

Der eigene Rechner ist also nicht infiziert oder gehackt, möglicherweise aber die Seite, die man gerade im Browser aufgerufen hat.

Keine persönlichen Daten angeben

Meist soll man in den Gewinnspielen einige Fragen beantworten, um den Preis zu bekommen. Die Daten, die man in den Gewinnspielen über sich Preis gibt, werden verbotener Weise gesammelt. Allerdings gibt es keine Erkenntnisse zu der Frage, ob die jeweiligen Datensammler auch hinter den Pop-up-Seiten stehen. Aufgrund der Unschuldsvermutung müssen wir davon ausgehen, dass dies nicht so ist. Dennoch profitieren die Direktmarketingunternehmen von der Aktion. Ignorieren Sie diese Gewinnspiele und geben Sie auf keinen Fall persönliche Daten an. Hinter den Gewinnspielen stecken dubiose Geschäftemacher, die sie zu Gewinnspielen von Datenhändlern locken.  Diese möchten Ihre persönlichen Daten einsammeln und an andere dritte Unternehmen verkaufen. Bei diesen Gewinnspielen steht im Kleingedruckten zum Beispiel, dass Ihre Daten an maximal 14 Partner/ Sponsoren weitergegeben werden. Diese können Sie auch abwählen. Allerdings verringert sich dadurch Ihre angebliche Gewinnchance. Sollten Sie alle Sponsoren abwählen, können Sie bei einigen Anbietern am Gewinnspiel nicht mehr teilnehmen. Bei den meisten Gewinnspielen sollen Sie Ihren Namen, E-Mail, Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer hinterlegen, um am Ende den Gewinn bekommen zu können. Ob tatsächlich ein Gewinn ausgelost wird ist fraglich. Aber jedenfalls werden Sie sehr viel Werbung bekommen. Durch die eben genannten Daten hat das dritte Unternehmen, welches Ihre Daten bekommt, nämlich einen qualitativ hochwertigen Datensatz. Sie können also Werbung per E-Mail, Post, SMS und Werbeanrufe bekommen.

Einige Internetseiten dieser Gewinnspiele arbeiten auch mit gefälschten Kommentaren anderer angeblicher Nutzer. Diese sind von der Optik her an Facebook angelehnt. In den Kommentaren diskutieren die vermeintlichen Nutzer darüber, ob man wirklich gewonnen hat. Viele Nutzer bestätigen, dann das sie den Gewinn wirklich erhalten hätten. Diese Kommentare sind jedoch nicht echt und sollen das Gewinnspiel seriös wirken lassen.

Wer erst nach dem Abschließen des Gewinnspiels merkt, dass es ein Fehler war, da er viel Werbung bekommt, hat die Möglichkeit die Werbeerlaubnis zu widerrufen. Dafür müssen Sie jedoch wissen, bei welchem der vielen Anbieter sie Ihre Daten hinterlassen haben. Das ist im Nachhinein nicht immer ganz einfach herauszufinden, da die Werbung zu Gewinnspieler verschiedener Anbieter führt.

Immer wieder auftauchende Pop-Ups machen surfen zur Qual

Besonders nervig werden die Pop-Ups, wenn sie sich nicht mehr schließen lassen oder sich immer wieder über die eigentliche Seite legen. So wird das normale Surfen auf manchen Internetseiten unmöglich gemacht. Häufig funktioniert bei Android*-Smartphones* auch der zurück-Button nicht mehr, sodass Sie die eigentlich besuchte Webseite gar nicht mehr aufsuchen können, sondern von vorn beginnen müssen. Auf Android*-Handys könnte es hilfreich sein, wenn Sie in diesem Fall entweder den Cache löschen oder im Notfall alle Browserdaten löschen. Browser haben auch Einstellungen, die das auftauchen von Pop-Ups verhindern sollen. Aktivieren sie diese am besten. Es ist jedoch fraglich, ob diese Maßnahme auch gegen die schädlichen Pop-Ups hilft. Einige Pop-Ups werden von JavaScript aktiviert. Deaktivieren Sie also dieses Programm für Ihren Browser. Seiten, die nur mit JavaScript funktionieren und die Sie brauchen, können Sie im Nachhinein wieder zulassen. Manche Pop-Ups werden jedoch auch durch installierte Apps hervorgerufen. Diese öffnen sich auch, wenn sie nicht im Internet gesurft haben.

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