Navi vs. App – mit welchem System kommt man besser ans Ziel?

Navi vs. App – mit welchem System kommt man besser ans Ziel?inzwischen haben viele Autonutzer neben dem gewöhnlichen Navigationsgerät eine weitere Möglichkeit schnell und bequem an den Zielort zu gelangen und das nur mithilfe vom eigenen Handy und der entsprechenden Anwendung. Aber welches der beiden Konkurrenten – Navi oder App – schaffen es besser? Auf diese Frage gibt die Stiftung Warentest nun eine Antwort, welche die Leser aus dem folgenden Bericht erfahren können. 

Wettbewerbsziel und -regel

Der Sinn des vorliegenden Test, also der Vergleich von unterschiedlichen Navigationsgeräten und Apps, besteht darin, mehrere Faktoren zu testen. Dazu gehören unter anderen das zuverlässige Gelangen ans Ziel, schnelle und korrekte Berechnung der Routen, zeitnahe Staumeldungen und Umfahroptionen etc. Darüber hinaus werden solche Faktoren wie Vielseitigkeit des Systems, Handhabung und Verarbeitung miteinberechnet und beeinflussen somit das Endergebnis. Die Geräte bzw. Apps, die sich in diesem Test am stärksten zeigen sollten, werden als solche präsentiert.

Vielfahrer vs Normalfahrer

Als eine weitere wichtige Kategorie spielt die Unterscheidung zwischen einem Vielfahrer und dem Normalfahrer. Bei dem ersteren handelt es sich um diejenigen, die oft und viel unterwegs sind. In diesem Fall empfiehlt neben den Testergebnissen auch die Redaktion von Stiftung Warentest Navigationsgeräte. Hierbei sind Faktoren wie ein großes Display, auf welchem man die Routenführung besser erkennen kann, als auf gewöhnlichen Handys, sowie eine Funktionalität ohne Mobilfunk von großer Bedeutung. Zusätzlich werden mit einem Navi Internetdaten gespart, die bei der Appnutzung sehr schnell verbraucht worden wären und das Telefonieren wird durch den Gebrauch von Navi und ein frei zur Verfügung stehendes Smartphone ermöglicht. Wer jedoch gelegentlich das Auto nutzt, kann mit den Apps sparen, denn ein Navigationsgerät kostet in der Regel zwischen 160 Euro und 380 Euro. Zwar werden bei dem Kauf eines Tomtom Navi-Gerätes zusätzliche Anweundungen verkauft, die sich auf 20 Euro im Jahr belaufen, jedoch kann man auch die kostenlosen Programme wie Google Maps, Waze oder HERE WeGo auf das Handy holen. Zu den Vorteilen solcher Softwares gehören Flexibilität beim Gebrauch und Schnelligkeit, bei welcher lange Routen schneller ausgerechnet werden, als auf den Navigationsgeräten. Dabei muss man jedoch auf den enormen Datenverbrauch achten, falls die Karten nicht auf dem Handy gespeichert werden, wobei bei Waze und Apple Karten die Daten immer anfallen. So verbraucht Apple Navi-Programm 10 MB pro ungefähr 12 km, Google Maps braucht für dieselbe Strecke 8 MB bei einem Android- und 6 MB bei dem iOS-System. Alle anderen Kaufapps bleiben dabei unter einem Megabyte.

Verkehrsmeldungen und Blitzerwarner

Ebenso wichtig wie der Umgang mit den Systemen, sind die Optionen der Verkehrsmeldungen und Blitzerwarner, die sich in Abhängigkeit zu dem jeweiligen Gerät bzw. der jeweiligen App unterscheiden. So ist zum Beispiel Google Maps gut für Navigation, gibt jedoch keine Blitzwarnungen an und verbraucht viele Internetdaten im Gegensatz zu der Tomtom App Go Mobile. Unterschiedliche Anwendungen, unter anderem Google Maps und der Navi-Gerät Tomtom Go 6200 übermitteln die Verkehrsmeldungen dabei am schnellsten und sparen tatsächlich viel Zeit dadurch. Schlechter hingegen sind Apps ALK Copilot, NNG iGo, Andorid Version von Waze und Here WeGo – diese zeigen die Stauinfos mit weniger Präzision an. Was die Blitzerwarner betrifft, so dürfen die Leser an dieser Stelle daran erinnert werden, dass diese nur unter bestimmten Umständen zugelassen sind. Erfüllt man diese nicht, droht dem Fahrer, abhängig von der Situation, 75 Euro Bußgeld und ein Punkt, der in Flensburg registriert wird. Damit das nicht passiert, muss man auf folgende Faktoren achten:

  • Blitzerwarner nicht während der Fahrt nutzen: schaltet man das Navi-Gerät vor der Fahrt an, um sich über verschiedene Blitzer zu informieren, wird man dadurch nicht bestraft, denn diese Praxis ist erlaubt
  • Warnungen im Radio sind erlaubt: Informationen zu den Blitzern aus dem Radio und nicht aus dem Navi-Gerät bzw. Navi-App zu empfangen, ist ebenso nicht untersagt und diese Methode kann man sowohl vor als auch während der Fahrt nutzen
  • Navi-System an den Beifahrer geben: sollte der Beifahrer einen Navigator mit der Blitzerwarner-Option nutzen, wird der Fahrer nicht geahndet. Achtung! Das Navi-System darf jedoch nicht an die Windschutzscheibe angebracht werden
  • Blitzerwarner deaktivieren: im Zweifelsfall sollte der Nutzer die Warnfunktion ausschalten, denn diese bleibt auf einigen Geräten beim Anschalten automatisch aktiviert, zum Beispiel auf Tomtom und Waze

Auf private Daten achten!

Darüber hinaus sollte man auf die Informationen achten, die von den benutzen Systemen weitergegeben werden. So haben diese in einigen Fällen nichts mit der tatsächlichen Arbeit des Programms zu tun. Im Falle von NNG iGo, Waze und Tomtom Go Mobile betrifft es vor allem die private Identifikationsnummer des Handys. Google Maps und Garmin plaudern den Namen des Mobilfunkanbieters aus.

Endresultat

Was zeigt nun das Ergebnis des durchgeführten Tests? Die führenden Marken Tomtom und Garmin gewinnen den Wettbewerb gegen die Anwendungen, wobei die letzteren nicht allzu weit entfernt sind. Der ultimative Sieger ist Tomtom Go 6200 für 380 Euro. Auf den zweiten, dritten und vierten Plätzen findet man Garmin DriveSmart 61 für 220 Euro, Tomtom Go Essential 6 für 269 Euro und Garmin DriveSmart 5 für 159 Euro, der jedoch die Routen etwas langsamer berechnet. Gleich hinter dem letzteren befindet sich schon die erste App Tomtom Go Mobile, für die man 20 Euro im Jahr zahlen muss. Google Maps verdient dabei den zweiten und Waze den dritten Platz. Was die weiteren Ergebnisse von Apps und Navigationsgeräten betrifft, so können die Leser diese in der Februar Ausgabe der Stiftung Warentest genauer einsehen.

Video: Navi oder Handy auf dem Fahrrad?

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