Stiftung Warentest: Handyreparaturen „nur für wagemutige Bastler“

Stiftung Warentest: Handyreparaturen „nur für wagemutige Bastler“ – Die Stiftung Warentest hat sich im aktuellen Heft (Dezember 2020) neben den aktuellen Handys auf den Markt auch die Reparierbarkeit der Modelle angeschaut. Dabei ging es nicht um die Reparatur in der Fachwerkstatt, sondern um den Wechsel von wichtigen Teilen wie Display oder anderen Komponenten durch Laien.

Insgesamt haben die Tester 13 Modelle geprüft und kommen dabei zu einem eher ernüchternden Fazit. Nur ein Gerät ließ sich auch von Laien recht einfach reparieren. Das war das Fairphone 3 (und auch das Fairphone 3+), die direkt auf diese Reparierbarkeit konstruiert wurden. Es reichte bei diesem Gerät ein kleiner Schraubenzieher aus, um das Display zu wechseln. Bei allen anderen Geräte raten die Tester eher ab und empfehlen die Reparaturen „nur für wagemutige Bastler“. Man sollte sich bei den meisten Fällen eher an Fachwerkstätten wenden. Das führt allerdings oft dazu, dass bei einem Defekt gleich zu einem neuen Gerät gegriffen wird und man die Reparatur eher scheut.

Hintergrund für diese Bewertung ist die aktuelle Konstruktion der Geräte, wie man sie bei den meisten Herstellern findet. Das Gehäuse und viele andere Komponenten sind miteinander verklebt und daher nicht mehr einfach zu wechseln. Selbst das Öffnen der Geräte kann da schon ein Problem werden und unter Umständen die Smartphones beschädigen, wenn man kein Fachwerkzeug hat und nicht weiß, wie man ansetzen muss.

Neben dem Fairphone 3 gibt es aber beispielsweise mittlerweile auch das Gigaset GS4, bei dem man die Rückseite recht einfach abnehmen kann. Dieses Gerät war noch nicht im Test, macht eine Reparatur und auch den Akkuwechsel einfacher möglich. Dazu ist dieses Problem mittlerweile auch in der Politik angekommen. Das EU Parlament hat eine Entschließung für ein Recht auf Reparierbarkeit angenommen. Damit könnten Anbieter zukünftig verpflichtet werden, mehr auf die Reparaturfähigkeit von Smartphones zu achten. Welche konkreten Maßnahmen aus dieser neuen Entschließung abgeleitet werden könnten, ist bisher aber leider nicht nicht bekannt.

Schreibe einen Kommentar