Cybercrime Lagebild: auch 2020 wieder mehr Fälle

Cybercrime Lagebild: auch 2020 wieder mehr Fälle – Das Bundeskriminalamt (BKA) hat das Bundeslagebild Cybercrime 2020 vorgestellt und damit einen Überblick über die erfasste Bedrohungslage im Internet gegeben. Im Bericht fasst man dabei die Entwicklungen und auch die Zahlen aus dem vergangenen Jahr zusammen und wenig überraschend ist die Zahl der gemeldeten Vorfälle in diesem Bereich weiter angestiegen.

Die Details als Zusammenfassung:

  • Die Anzahl erfasster Cyberstraftaten (Cybercrime im engeren Sinne; CCieS) ist in den letzten Jahren stetig angestiegen; so auch 2020 um 7,92 % (2020: 108.474; 2019: 100.514).
  • Die Aufklärungsquote lag mit 32,6 % weiterhin auf niedrigem Niveau. Nur rund ein Drittel der angezeigten Straftaten wurde aufgeklärt.
  • Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen stieg dagegen um 9,5 % auf 24.717 (2019: 22.574).
  • Im Phänomenbereich Cybercrime ist von einem überdurchschnittlich großen Dunkelfeld auszugehen, da Straftaten hier besonders häufig nicht angezeigt werden.
  • Kriminalität verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum: 320.323 Delikte wurden 2020 unter Nutzung des Internets als Tatmittel begangen (+8,7 %; 2019: 294.665).

Dabei muss man allerdings davon ausgehen, dass nur ein Bruchteil der Probleme wirklich auch bei Polizei und BKA ankommen, viele Virenattacken im privaten Bereich werden gar nicht gemeldet, sondern einfach per Backup oder Neuinstallation beseitigt. Wie ein in 2020 veröffentlichter Forschungsbericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausführt, waren etwa zwei Drittel der im Zeitraum 2018-2019 befragten Unternehmen (65 %) bereits von mindestens einem Cyber-Angriff betroffen, von denen lediglich 11,9 % Anzeige erstatten. Die 108.000 Fälle dürften daher nur die Spitze des Eisbergs sein.

Zahl der gemeldeten Cybercrime Fälle – Quelle: BKA

Die Aufklärungsrate von solchen Angriffen und Vorfällen liegt dabei vergleichsweise niedrig und ist 2019 und 2020 auf nur noch 32 Prozent abgesunken. Nur etwa jeder dritte Vorfall kann also wirklich aufgeklärt werden. Insgesamt konnten in 2020 zwar mehr CyberCrime Fälle aufgeklärt werden (+2901), aber gleichzeitig stiegt auch die Zahl der Fälle insgesamt weiter an, so dass die Rate der Aufklärung der Fälle weiter auf einen eher niedrigen Niveau verharrt. Das BKA spricht hier von einer „zunehmende Professionalisierung der Täter und steigende Fähigkeiten der Schadsoftware zur Verschleierung vor Sicherheitsmechanismen“ – die Aufklärung wird also auch technisch immer anspruchsvoller.

Fall- und Aufklärungszahlen – Quelle: BKA
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