Staatstrojaner: AVAST will keinen Unterschied zu normalen Trojanern machen

Staatstrojaner: AVAST will keinen Unterschied zu normalen Trojanern machen – Der Bundestag hat in der letzten Woche die Befugnisse der Sicherheitsbehörden in verschiedener Hinsicht erweitert. Unter anderem dürfen die Verfassungsschutzorgane im Bund un dauf Ländereben zukünftig auch dann die Computer von Bürger infiltrieren, wenn noch gar kein Tatverdacht vorliegt. Der sogenannte Staatstrojaner darf zukünftig auch präventiv eingesetzt werden und nicht nur zur Aufklärung von Straftaten.

Die Sicherheitsexperten von AVAST haben dazu mittlerweile erklärt, dass die Sicherheitslösungen wie Virenscanner auch auf den Staatstrojaner reagieren werden. AVAST macht daher keinen Unterschied zwischen einem staatlichen Angriffsprogramm und einem privaten Trojaner. Wird ein Angreifer erkannt, wird es so gut es geht unschädlich gemacht, unabhängig davon ob der Staat der Hacker ist oder ein normaler Verbrecher.

Das komplette Statement im Original:

„Das Dilemma des Staatstrojaners ist exemplarisch für das digitale Zeitalter, da die datenschützende Kryptographie die Möglichkeit der Behörden, auf entschlüsselte Kommunikation zuzugreifen, einschränkt. Die Regierung greift dann zu Lösungen, die die Sicherheit und Privatsphäre für uns alle verringern, indem sie versuchen, die Verschlüsselung zu schwächen, Schwachstellen auszunutzen oder Unternehmen anweisen, ihnen Zugriff zu gewähren. Oder sie greifen auf den Markt für dubiose Werkzeuge zurück, und wie wir schon am Beispiel von FinSpy gesehen haben, können solche Tools schnell in die falschen Hände geraten. Dann können sie weltweit nicht nur zur Terrorismusbekämpfung oder zur Ergreifung von Pädophilen eingesetzt werden, sondern zum Beispiel zur Überwachung der Kommunikation von Journalisten. Wir haben uns dem Schutz der digitalen Privatsphäre unserer Nutzer verschrieben, und der Staatstrojaner ist technisch gesehen ein Trojaner wie jeder andere, der versucht, den Nutzer ohne sein Wissen auszuspionieren. Für eine Antivirensoftware spielt es keine Rolle, ob eine Regierung sie zur potenziellen Vereitelung von Straftaten einsetzt, ein Regime sie nutzt, um kritische Staatsgegner zu verfolgen, oder Cyberkriminelle sie nutzen, um persönliche Daten abzugreifen. Jeder Trojaner, jede Spyware und Stalkerware wird durch moderne Technologien wie maschinelles Lernen automatisch als unerwünschte Malware auf einem Computer oder Smartphone erkannt, blockiert und unseren Nutzern gemeldet.“

Ähnlich hatten sich bereits andere Firmen geäußert, generell wird also auch der Staatstrojaner von den Anti-Viren Systemen erkannt. Unklar ist, wie stark die Sicherheitsbehörden zukünftig auf die Firmen Einfluss ausüben werden um solche Erkennungen dann doch eventuell zu unterbinden oder zumindest zu erschweren.

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