Enkel Trick per Telefon – das steckt dahinter und so schützt man sich

Enkel Trick per Telefon – das steckt dahinter und so schützt man sich – „Rate mal, wer hier spricht“ – so oder ähnlich beginnen oft Telefonate mit älteren Menschen, die darauf abzielen, Geld zu erbeuten. Ältere Mitmenschen werden dabei angerufen und der Anrufer gibt sich also Verwandter aus, der in eine Notlage geraten ist. Dabei wird die Situation oft dramatisch geschildert und es es ist immer dringend – Geld wird sofort gebraucht und wenn sich der Angerufene dagegen ausspricht, wird der moralische Druck oft erhöht. Auch vor angeblichen Krankheiten und Corona schrecken die Betrüger dabei nicht zurück. Daher nennt man solche Methoden auch gerne Schockanrufe, weil mit einem Unglücksfall geschockt wird um dann Geld zu bekommen.

Beispielsweise schreibt die Polizei Thüringen zu solchen Vorgehensweise:

Zum wiederholten Male erhalten in Thüringen gegenwärtig überwiegend ältere Menschen sogenannte Schockanrufe. Gestern wurden der Polizei aus insgesamt 13 Anrufe in Erfurt und 14 in Südthüringen gemeldet. Heute wurden bereits 16 Schockanrufe im Bereich Mittelthüringen bei der Polizei gemeldet.

In einem Fall hat sich ein Anrufer bei einer über 80-jährigen Dame gemeldet und als Polizist ausgegeben. Ihr Sohn sei bei Rot über eine Ampel gefahren, wodurch er einen Verkehrsunfall verursachte und in dessen Folge eine Fahrradfahrerin tödlich verunglückte. Der Anrufer forderte einen fünfstelligen Betrag als Kaution. Wie sich herausstellte, hatte der Sohn keinen Unfall. In diesem Fall hat eine Angehörige Anzeige bei der Polizei erstattet. Zur Geldübergabe kam es nicht.

Bereits vergangene Woche kam es in Nordthüringen zu betrügerischen Anrufen. Den Opfern wurde ein fünfstelliger Bargeldgewinn in Aussicht gestellt. Dem Geldboten solle man 1000 Euro zahlen, um den Gewinn dann auch zu erhalten. Bislang kam es noch nie zu einer Gewinnauszahlung, die 1000 Euro wären die Opfer aber los.

Ziel ist es immer, das Geld überweise oder übergeben wird. In der Regel werden dabei Prepaid Karten und andere Methoden genutzt, um den Empfänger des Geldes zu verschleiern, wenn das Geld also einmal gesendet wurde, ist es in der Regel unwiederbringlich weg. Auf diese Weise kommen Betrüger leider immer wieder an hohe Summen.

Die Opfer werden oft aus dem Telefonbuch herausgesucht. Festnetz-Nummern deuten oft auf ältere Personen hin und wenn der Vorname dann noch etwas älter klingt (Erna, Klara, Hedwig, Josef, Alfred, Herrmann usw.) dann wird ein Anruf versucht. Klingt die angerufene Person zu jung, wird dann auch gleich wieder aufgelegt.

So schützt man sich gegen den Enkel-Trick

Generell gibt es leider keine absoluten Schutz gegen diesen Trick, da die Betrüger meistens sehr flexibel agieren und sich auf Probleme einstellen. Leider hilft es auch nicht, bekannte Spam-Nummern zu blockieren, denn oft werden immer wieder neuen Rufnummern genutzt. Dennoch gibt es einige Punkte, mit denen man es zumindest erschwert, auf diese Weise ausgenutzt zu werden.

Bei Polizei-Beratung schreibt man dazu:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.
  • Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.
  • Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.
  • Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.
  • Bewahren Sie Ihre Wertsachen, z.B. höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.

Video: neue Maschen beim Enkel-Trick

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