Android 5.0 Lollipop – alles rund um Googles Lutscher

Google kündigte zur hauseigenen Entwicklerkonferenz im Juni 2014 die neuste Android*-Iteration “Android* 5.0 Lollipop” an. Zum damaligen Zeitpunkt war die finale Bezeichnung noch nicht bekannt, so dass wochenlang nur über “Android* L” gesprochen wurde.

Dennoch gab uns Google einen Ausblick auf die neuste Firmware. So beinhaltet Lollipop über 5500 neue Programmierschnittstellen und führte Material Design ein. Die endgültige Vorstellung und Enthüllung des Namens wurde am 15. Oktober 2014 vollzogen, Google präsentierte Android 5.0 Lollipop.

In diesem Guide zeigen wir euch was die neuste Google-Firmware zu leisten vermag und zeigen euch die Unterschiede zu vorherigen Android-Versionen.

Einführung in Lollipop –  Material Design

Mit Android 5.0 Lollipop führte Google Material Design ein, das als Farb- und Formsprache der neusten Android-Firmware verstanden werden kann. Google möchte den Nutzern dabei eine Oberfläche an die Hand geben, die noch intuitiver zu verstehen und bedienen ist. Dabei nutzt Google ein sehr flaches Design und stattet verschiedene Dienste mit bunten, teils knalligen Farben aus. Anspruch ist es möglichst alle Anwendungen einer einheitlichen Bedienung zu unterwerfen.

Google arbeitet dabei nicht nur mit vielen Farben, sondern fügt Elementen Licht- und Schatteneffekte hinzu, um sie so für den Nutzer noch “haptischer” zu machen. Zum jetzigen Zeitpunkt können mit GMail, Google Kalender oder auch der Google Suche erste Anwendungen genutzt werden, die mit dem Material Design versehen wurden. Bei einem Blick auf diese Anwendungen erkennt man das immer wiederkehrende Boxen- und Kartenstapel-Layout

Im Weiteren ist zu beachten, dass Google das Material Design plattform-übergreifend anbieten wird. So werden nicht nur mobile Anwendungen mit der neuen Designsprache versehen, auch Web-Anwendungen wie G-Drive oder Google Maps erhalten das neue Aussehen.

Material Design im Video

Neue Funktionen & Schnittstellen

Neben der reinen Optik ist Android 5.0 Lollipop vor allem unter der Haube angepasst worden. So wurden laut Google über 5000 neue Programmierschnittstellen implementiert, die es vor allem Entwicklern ermöglicht eigene Ideen umzusetzen. Hier lässt sich zum Beispiel das neue “Material Design” von Android Lollipop durch Dritthersteller nach Wunsch anpassen, um so eine Abgrenzung zu den diversen Konkurrenten zu schaffen. 

Erweitere Benachrichtigungen

Unter Android 5.0 Lollipop besteht erstmals die Möglichkeit alle eingehenden Benachrichtigungen noch detaillierter zu verwalten. So ist es den Einstellungen, Unterkategorie “Ton & Benachrichtigungen”, in “App-Benachrichtigungen” möglich zu definieren welche Apps zukünftig Nachrichten an mein Smartphone* oder Tablet senden dürfen. Über den Wahlschalter lassen sich so unerwünschte Nachrichten von Anwendungen blockieren

Unter anderem wäre es denkbar sich keine Mitteilungen mehr von den Spielen wie Asphalt 8: Airborne oder Dead Trigger 2 zustellen zu lassen. Dies führt im Umkehrschluss dazu, dass eure Benachrichtigungszentrale aufgeräumter ist und weniger “Spam” enthält.

Unter dem Punkt “Ton & Benachrichtigungen” ist es weiterhin möglich Nachrichteninhalte für den Lockscreen zu sperren. So können zum Beispiel sensible Daten nicht von Dritten eingesehen werden.

android-5.0-unterbrechungen

(Lockscreen-Sperre* einrichten)

android-5.0-app-benachrichtigungen(App-Benachrichtigungen blockieren)

Unterbrechungen

Im Bereich Unterbrechungen, ebenfalls unter “Ton & Benachrichtigungen” in den Einstellungen zu finden, kann der Nutzer festlegen ob und durch welche Benachrichtigungen er unterbrochen werden möchte. Hier gibt es die Punkte “Keine”, “Wichtig” und “Alle”. 

Bei den Punkten “Keine” & “Wichtig” ist es möglich zu bestimmen für welchen Zeitraum (unbegrenzt, 2 Stunden etc.) die entsprechenden Notifications angezeigt/nicht angezeigt werden sollen. Der User kann zum Beispiel festlegen innerhalb der nächsten zwei Stunden keine Benachrichtigungen erhalten zu wollen. Genauso wäre es möglich zu definieren, dass man in den nächsten vier Stunden nur Benachrichtigungen von Kontakten erhalten möchte.

Alternativ kann auch die Laustärkewippe für die Punkte “Keine”, “Wichtig” und “Alle” zur Auswahl genutzt werden.

android-5.0-app-benachrichtigungen1(Unterbrechungen verwalten)

Multitasking

Im Bereich des Multitasking hat sich nicht nur optisch was getan, auch “unter der Haube” wurde einigen Anpassungen vorgenommen. Das Multitaskingsystem kann über das Quadrat der Navigationsleiste aufgerufen werden und eröffnet dem Nutzer eine komplett neue Ansicht.

Ebenfalls in Kartenstapeloptik designt ist es hier möglich im Hintergrund laufende Programme nach links oder rechts herauszustreichen und zu löschen. Alternativ kann der X-Button an der oberen, rechten Ecke verwendet werden. Leider ist es hier aber nicht möglich alle Anwendungen auf einmal zu löschen.

Im Weiteren sind nach einem Neustart des Systems alle im Multitasking-Menü hinterlegten Apps erhalten, so dass diese sofort wieder genutzt werden können. In früheren Android-Versionen war dies nicht möglich.

Audio-Ausgabe über microUSB

Unter Android 5.0 wird es erstmals möglich sein über den vorhanden microUSB-Anschluss professionelles Audio-Equipment anzuschließen. So ist es denkbar, sofern es durch die entsprechenden Geräte auch unterstützt wird, Mikrofone, Lautsprecher und sonstiges Zubehör anzuschließen. Ähnliches ist bereist von Apples iOS bekannt.
In Zukunft könnte es also möglich sein, dass Hersteller auf den 3.5mm Klinkenanschluss verzichten und ihren Kopfhörern einen microUSB-Anschluss spendieren. Interessant dürfte dieses Feature vor allem mit dem wechselseitig nutzbaren USB 3.1 Typ-C Anschluss sein.

Weiterhin wurde unter Lollipop die Latenzzeit der Audioausgabe verringert und es besteht die Möglichkeit der nativen Audioausgabe für 5.1- und 7.1- Soundsysteme.

Multiuser-Funktion

Manche kennen diese Funktion bereits von Tablets, unter Lollipop wird diese Funktion auch auf Android-Smartphones einkehren: die Multiuser-Funktion. Mit Android 5.0 ist es möglich mehrere Benutzer-Accounts anzulegen, so dass das Gerät von mehreren Personen genutzt werden kann. Dabei kann jeder Benutzer seine Homescreens selbst gestalten. Der Administrator besitzt zudem die Möglichkeit bestimmte Inhalte für Nutzer zu begrenzen oder Inhalte freizugeben.

RAW-Unterstützung der Kamera

Profifotographen arbeiten bei ihren DSLR vorwiegend mit dem RAW-Format (Rohdatenformart). Dabei handelt es sich um ein Bildformat, welches im Rohzustand auf dem Speichermedium geschrieben wird. Man könnte auch sagen, dass das RAW-Format das “Negativ” des digitalen Zeitalters ist. In diesem Format stehen dem Nutzer mehr Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung ohne dass die Bildqualität darunter leidet.

Zum bisherigen Zeitpunkt können nur wenige Smartphone*-Kameras mit diesem Format umgehen. So gibt es im Android-Bereich lediglich das OnePlus One (Testbericht), das bis dato mit dem RAW-Format umgehen kann.

Performance & Akku

Durch die Verwendung von Android Runtime (ART) ist es unter Android 5.0 Lollipop erstmals möglich 64bit-Prozessoren zum Einsatz zu bringen und damit einhergehend auch mehr Performance aus den Geräten zu kitzeln. ART unterstützt dabei nicht nur auf ARM-basierende SoC, sondern auch x86-Chipsätze. Durch ART werden Apps jetzt noch schneller geöffnet und laufen ruckelfreier. Im Weiteren ist die Speicherverwaltung optimiert worden.

Android Runtime war bereits auf Android 4.4 KitKat zu Testzwecken implementiert, kommt nun aber erst auf Lollipop von Grund auf zum Einsatz und löst die alte Dalvik-Engine ab.

Project Volta

Mit Android 5.0 bringt Google Project Volta auf die Geräte. Dabei handelt es sich um einen Energiespar-Mechanismus , der Smartphones & Tbalets länger durch den Tag begleiten soll. Google gibt dabei eine Steigerung der Akkulaufzeien von bis zu 36 Prozent bei gleichbleibender Akkukapazität an.

Unter anderem erkennen Geräte mit Android 5.0 Lollipop, ob eine Datenverbindung besteht und organisiert Datenabfragen von unwichtigen Anwendungen in einer gebündelten Anfrage. So greift nicht mehr jede App einzeln auf die Datenverbindung/den Prozessor zu, was infolge zu einer Akkuschonung führt.

 

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