Android Wear – das mobile Betriebssystem für Wearables

Google präsentierte im März 2014 mit Android Wear ein neues Betriebssystem, das für mobile Endgeräte geschrieben wurde. Dabei sprechen wir aber nicht von Smartphones oder Tablets, sondern von Wearables in Form von Smartwaches, Fitnessbändern oder Brillen.

Dabei kann Android Wear – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – noch nicht komplett autark genutzt werden, sondern fungiert immer als “Companion”-Device (begleitendes Gerät) für Smartphones/Tablets.

Android Wear – Ersteinrichtung & Einsatzgebiete

Geräte mit Android Wear-Betriebssystem müssen vor Nutzung immer mit dem dem Hauptgerät, also einem Smartphone oder Tablet, per Bluetooth gekoppelt werden. Um dies durchführen zu können, muss das entsprechende Smartphone mindestens Android 4.3 Jelly Bean vorweisen. Im Umkehrschluss ist eine Nutzung mit Apples iOS oder Windows Phone ausgeschlossen.

Nach erfolgter Kopplung können nun zum Beispiel auf einer Smartwatch Benachrichtungen empfangen werden, beziehungsweise kann mit Anwendungen des Smartphones/Tablets interagiert werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt kommt Android Wear nur auf Smartwatches wie der LG G Watch (Testbericht) oder Samsung Gear Live (Testbericht) zum Einsatz. Weitere Einsatzgebiete könnten in Zukunft bei Fitnessarmbändern oder digitalen Brillen (Google Glass) gesehen werden.

Funktionsweise von Android Wear

Android Wear zeigt in erster Linie Benachrichtigungen des gekoppelten Gerätes an. In diesem Fall kann es sich um Benachrichtigungen von Google Now, Wetterdaten oder auch GMail-Nachrichten handeln. Zudem können Musikplayer gesteuert werden ohne das Hauptgerät aus der Tasche holen zu müssen. Smartwatches mit Android Wear können auch als verlängerter Arm eures Smartphones angesehen werden.

Im Falle eines Nachrichteneingangs wird dem Nutzer aber nicht der komplette Inhalt einer Nachricht gezeigt, sondern lediglich ein Auszug. So kann der User bereits anhand der Überschrift und ersten Zeilen entscheiden, ob die betreffende Nachricht wichtig oder unwichtig ist. In einigen Apps ist es bereits möglich auf eine Nachricht zu antworten, in diesem Fall per Spracheingabe, da die meisten Displays der Smartwatches zu klein zum Tippen sind.

Android-WearEin großer Vorteil von Android Wear besteht darin, dass nicht spezielle Apps geschrieben werden müssen, sondern vorhandene Anwendungen lediglich angepasst werden müssen. Sofern eine Anwendung Nachrichten auf ein Smartphone pusht, kann diese Anwendung mittels geringem Mehraufwand für Android Wear fit gemacht werden.

Kinderleichte Bedienung!

Die Bedienung auf einer Smartwatch mit Android Wear funktioniert auf zwei Arten. In der Hauptsache werden Aktionen durch Toucheingaben oder Wischgesten auf dem Display vorgenommen, durch eingebaute Mikrofone in den Uhren ist es aber auch möglich Spracheingaben durchzuführen. Eingehende Nachrichten können mit einem Wisch von linken zum rechten Displayrand gelöscht/entfernt werden, mittels eines Wisches von rechts nach links werden detaillierte Informationen aufgerufen.

Hierüber ist es auch möglich auf eingehende Nachrichten zu antworten, diese weiterzuleiten oder zu archivieren.

Über den Ausruf „OK Google“ wird der Google-eigene Sprachasisstent gestartet, der im Anschluss Befehle des Nutzers entgegen nimmt. Der Nutzer kann sich nun via Google Maps an eine bestimmte Örtlichkeit navigieren lassen oder Notizen per Spracheingabe speichern. Die hier aufgeführten Funktionen gehören zur Grundausstattung jeder Android Wear-Smartwatch.

android wear heart rateEinige Uhren besitzen weiterhin Extra-Features wie Herzfrequenzmesser, UV-Sensor oder Schrittzähler. So lassen sich nicht nur die zurückgelegten Schritte aufzeichnen und mittels einer App auswerten, eine Pulskontrolle ist mittels des eingebauten Herzfrequenzmessers möglich.

Android Wear 5.0 – die nächste Evolution

Mit Android Wear 5.0 wird das Betriebssystem auf die nächste Stufe gehoben und mit zahlreichen Verbesserungen versehen. Unter anderem wird es möglich sein Watchfaces (Ziffernblätter) persönlicher und individueller zu gestalten, das Abrufen von detaillierten Informationen zu Akku- und Speicherstand ist möglich, sowie die Implementierung eines umfangreicheren Einstellungsmenü.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist es nur möglich über die Smartwatch selbst Informationen zum Akkustatus abzurufen. In naher Zukunft wird dies auch über das „Muttergerät“ möglich sein, in dessem Zug auch die Speicherbelegung des jeweiligen Gerätes gecheckt werden kann. Auch die Einstellungen für die Helligskeitsregulierung werden angepasst. Mittels eines Theater- und Sonnenlichtmodus kann die Helligkeit der Uhr auf die jeweiligen, äußeren Umstände angepasst werden.

Android Wear 5.0.1 – das neue Update ist eingetroffen!

Wie oben bereits geschrieben sollte es unter Android Wear 5.0 viel Neues geben. Das Update ist nun eingetroffen und wurde durch Google als Android Wear 5.0.1 ausgerollt. Dabei ist die neuste Iteration unter 5.0.1 nicht nur ein kleines Kosmetik-Feature, sondern bringt einige nützliche Neuerungen mit sich.

Unter anderem wurde ein Kino- und Sonnenlichtmodus implementiert, die es zum einen ermöglichen das Display komplett abzudunkeln und Benachrichtigungen stumm zu schalten (Kino-Modus), auf der anderen Seite wird das Display für wenigen Sekunden auf die maximale Helligkeitsstufe geregelt, um es so besser ablesen zu können (Sonnenlicht-Modus)

Im Weiteren können nun Benachrichtigungen besser behandelt werden und es stehen unzählige Watchfaces von Drittherstellern zur Verfügung. Dadurch kann die Android Wear-Smartwatch noch individueller gestaltet werden. Über die dazugehörige Companion-App können nun zudem Batterie- und Speicherstatistiken abgerufen werden.

Im Gesamteindruck ist das Update eine konsequente Weiterentwicklung und macht die Smartwatches noch besser in ihrer Verwendung.

Diese Hersteller setzen auf Android Wear

Zum jetzigen Zeitpunkt setzen LG Electronics, Samsung, Motorola, Sony und ASUS auf die Verwendung von Android Wear. So wurden im Rahmen der Google I/O 2014 die LG G Watch und Samsung Gear Live offiziell präsentiert und kehrten wenige Wochen später im Google Play Store ein. Mittlerweile ist mit der Moto 360 (Link zum Kaufangebot) von Motorola eine weitere Smartwatch mit Android Wear im Handel erhältlich.

Ein weiterer Schwung an Android Wear-Smartwatches wurde im Rahmen der IFA 2014 vorgestellt. Unter anderem präsentierte Sony die Smartwatch 3, LG die G Watch R und ASUS die ZenWatch. Besonders die beiden letztgenannten Uhren stellen aufgrund ihres Design eine Besonderheit dar. Während LG die erste, wirklich runde Smartwatch präsentierte, setzt ASUS bei der ZenWatch auf ein edles Designstück.

Alle hier aufgeführten Uhren sind mittlerweile in diversen Shops vorbestellbar bzw. seit einigen Wochen käuflich erwerbbar.

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