Samsung Galaxy Nexus und iPhone 4S im Vergleich

Mittlerweile ist das Galaxy Nexus ein paar Tage in Deutschland erhältlich und nach unserem ausführlichen Testbericht, wollen wir das neue Google-Smartphone mit dem iPhone 4S vergleichen. Dafür haben wir die Kamera der beiden Geräte genauer unter die Lupe genommen und zahlreiche Funktionen auf beiden Smartphones getestet.

Dazu zuerst eine Vergleichstabelle mit den reinen technischen Daten:

Galaxy Nexus iPhone 4S
Display: 4,65″ HD Super-AMOLED Display, 1280 * 720 Pixel, 316 ppi 3,5″ Retina Display (LCD) 960 * 640 Pixel, 326 ppi
Gewicht: 135 Gramm 140 Gramm
Prozessor: 1,2 GHz Dual Core-Prozessor 800 MHz Dual Core-Prozessor
Speicher: 16 GB Speicher, 1 GB Arbeitsspeicher (RAM) 16 GB / 32 GB / 64 GB, 512 MB Arbeitsspeicher (RAM)
Kamera: 5 MP Kamera mit ständig aktivem Autofokus, LED Blitz / Videolicht, 1,3 MP Frontkamera, Video Aufnahmen in 1080p 8 MP Kamera mit Autofokus, LED Blitz, 0,3 Megapixel Frontkamera, Video Aufnahmen in 1080p mit Bildstabilisierung

Von den technischen Daten scheint das Galaxy Nexus – bis auf die Kamera – dem iPhone 4S überlegen zu sein. Doch wie inzwischen jeder wissen sollte, macht auch die Software einen erheblichen Teil moderner Smartphones aus. Dazu haben wir ein Vergleichsvideo mit verschiedenen Funktionen erstellt und auch die Videoaufnahme der beiden Smartphones miteinander verglichen.

In unserem Vergleichsvideo haben wir die Neustart-Geschwindigkeit (Bootzeit) miteinander verglichen, die Kamerageschwindigkeit, die Spracherkennung zum Schreiben von Texten, die Browser-Geschwindigkeit und wir haben dasselbe Spiel auf beiden Handys angespielt. Im großen und ganzen gibt es zwischen beiden in den wichtigsten Bereichen keine großen Unterschiede. Hauptsächlich die Spracherkennung funktioniert beim iPhone merklich besser als bei der Google-Variante.

Vergleich: Apple iPhone 4S vs. Samsung Galaxy Nexus (deutsch)

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Als nächstes haben wir die Videoaufnahme beider Geräte verglichen. Wir haben drei Szenen jeweils mit beiden Handys gleichzeitig gefilmt. Unser erstes Video zeigt eine Stadtszene, das zweite Pferde und das dritte Filmchen einen Bach. Die Farben des Galaxy Nexus wirken natürlicher und satter. Beim iPhone 4S fällt die Bildstabilisierung auf – die Videos ruckeln merklich weniger und wirken ruhiger.


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Natürlich haben wir auch die Fotoqualität miteinander verglichen. Dafür wurden mehrere Vergleichsfotos mit dem jeweiligen Gerät erstellt. Auf den ersten Blick fällt sofort die verschiedene Farbgebung auf. Das iPhone 4S hat einen wärmeren Farbton als das Galaxy Nexus, welches die Farben etwas kälter darstellt.

Links: iPhone 4S - Rechts: Galaxy Nexus

Unter genauer Betrachtung kann schnell erkannt werden, dass das iPhone 4S einen Vorteil gegenüber der Kamera des Galaxy Nexus hat. Die Fotos sind schärfer und haben ein geringeres Bildrauschen. Der Ausschnitt vom Galaxy Nexus wirkt im vergleichsweise verwaschen.

Links: iPhone 4S - Rechts: Galaxy Nexus

Bei diesem Beispiel kann sehr gut der Farbunterschied zwischen den Geräten erkannt werden. Außerdem sieht man das die Tiefenschärfe beim iPhone 4S besser wiedergegeben wird, welches durch die kleinere Blende des Objektives bewerkstelligt wird.

Links: iPhone 4S - Rechts: Galaxy Nexus

Auch bei diesem Ausschnitt kann gut erkannt werden, dass das iPhone 4S einen Vorsprung gegen über dem Galaxy Nexus hat. Die Bilder vom iPhone 4S wirken detaillierter und schärfer. Dagegen verschwimmen beim Galaxy Nexus etwas die Details im Bild und es ist eine leichte Unschärfe zu erkennen.

Links: iPhone 4S - Rechts: Galaxy Nexus

Im Endeffekt sind beide Smartphones sehr ähnlich in ihrer Leistung und Software-Qualität, weshalb man bedenkenlos zu beiden Handys greifen kann. Entscheidend wird wohl nur die eigene Einstellung zu den Firmenphilosophien sein. Will man ein offenes System mit etwas weniger Apps, sollte man das Nexus nehmen. Wenn man ein von Apple kontrolliertes System haben möchte, welches dafür eine größere App-Auswahl anbietet, sollte man zum iPhone 4S greifen.

Wenn ihr weitere Vergleiche wünscht, schreibt einfach ein Kommentar. Wir werden es dann nachreichen.

Zu guter Letzt wollen wir euch noch ein paar Impressionen des Galaxy Nexus und des iPhone 4S präsentieren. So kann man sehr gut die äußeren Unterschiede zwischen ihnen erkennen.

Verzögerung bei Ivy Bridge-Prozessoren – Auswirkungen auf neue iMac-Modelle

In den vergangen Monaten wurde immer wieder der Ivy-Bridge-Prozessor als zukünftiger Bestandteil neuer iMacs genannt und genau dieser Chip könnte sich um Monate verzögern. Intel soll angeblich seine Kunden darüber informiert haben, dass die Desktop-Version vom neuen Prozessor voraussichtlich erst im zweiten Quartal 2012 erscheinen wird. Dadurch wird sich die Veröffentlichung der neuen iMac-Modelle weiter nach hinten verschieben.

Als Quelle dient die Webseite Xbit Labs, welche von den Hinweisen an die Kunden erfahren haben will. Zudem konnte die Seite auch die angepasste Roadmap von Intel in die Finger bekommen. Dort ist zusehen, dass die neuen Core-i5- und -i7-Prozessoren zunächst im zweiten Quartal 2012 veröffentlicht werden und erst später die günstigeren Core-i3-Prozessoren folgen.

Der neue Ivy-Bridge-Prozessor wird mit einer neuen 22-Nanometer-Fertigungsmethode hergestellt und erhöht unter anderem die Leistung der Grafikchips. Dadurch könnte theoretisch ein Display mit 4K-Auflösung ermöglicht werden. Außerdem arbeitet der Prozessor energiesparender und könnte eine höhere Akkulaufzeit gewährleisten.

via

Siri auf dem iPhone 4 – Jailbreak-Entwickler warnen vor H1Siri

In der vergangenen Nacht hat das CD-Team die erste funktionierende Portierung von Siri namens H1Siri über das XSellize Forum veröffentlicht. Mit diesem Tweak kann angeblich die komplette Funktionalität von dem Sprachassistenten auf einem iPhone 4 oder iPod touch 4G verwendet werden. Über Twitter haben zahlreiche Anwender bestätigt, dass die Erweiterung manchmal funktioniert, wenn der Server erreichbar ist. Aktuell scheint aber keine Netzwerkverbindung möglich zu sein. Die Entwickler sollen aber schon an dem Problem arbeiten und die zusätzlichen Ressourcen hinzufügen.

Wichtiger Hinweis:
Zu bedenken ist, dass der bekannte Jailbreak-Entwickler Chpwn die Anwender davor warnt diese Erweiterung zu nutzen. Denn allem Anschein nach werden nicht nur die Sprachbefehle an den Proxy-Server vom CD-Team übermittelt, sondern auch persönliche Daten wie E-Mails, Nachrichten, Kontakte und vieles mehr. Aus diesem Grund würde ich davon abraten den Tweak zu installieren. Außerdem müsst ihr bedenken, dass ihr mit H1Siri urheberrechtsgeschützte Software auf eurem Gerät installiert. Zudem soll die Videoaufnahme nach der Installation bei vereinzelten Benutzern nicht mehr funktioniere. Das Problem kann nur durch eine Wiederherstellung behoben werden.

Anleitung zur Installation von H1Siri:

Vorausetzungen:

  • iPhone 4 oder iPod touch 4G
  • iOS 5 oder 5.0.1 muss installiert sein
  • Euer Gerät muss einen Jailbreak besitzen

Wenn ihr das Risiko auf euch nehmen wollt, müsst ihr als erstes die Quelle „http://www.iphone3gsystem.fr/cydia“ in Cydia hinzufügen. Daraufhin erscheint erstmal eine Quellenwarnung. In der installierten Quelle sucht ihr daraufhin nach „H1Siri“ und könnt die Erweiterung auf euer Gerät installieren. Die Installation sollte einige Zeit dauern, da die Erweiterung ungefähr 109 MB groß ist.

Nach der erfolgreichen Installation müsst ihr euer Gerät mit Hilfe von RedSn0w neu starten (tethered Boot). Daraufhin könnt ihr Siri in den Einstellungen aktivieren. Durch längeres drücken des Homebuttons wird Siri aktiviert, ihr werdet aber die Meldung bekommen, dass keine Verbindung mit dem Netzwerk existiert. Nach mehrmaligen Versuchen sollen einzelne Sprachbefehle durchgeführt werden können, aber zur Zeit scheint der Server nicht mehr erreichbar zu sein.

Video vom CD-Team (Tweak funktioniert):

CD-TEAM put the Siri On the iPhone 4

Video von iDownloadBlog (Tweak funktioniert nicht):

Hinweis: AppDated ist nicht verantwortlich für eventuellen Datenverlust oder Absturz des Systems. Die Nutzung des Dienstes ist auf eigene Gefahr.

via blog4i

Plant Apple eine neue Serverfarm in Oregon?

Bereits Anfang des Jahres eröffnete Apple ein neues Datenzentrum in North Carolina, um ihren Cloud-Dienst mit genügend Ressourcen zu versorgen. Mittlerweile steht eine weitere Serverfarm auf der Tagesordnung und soll angeblich im US-Bundesstaat Oregon entstehen. Durch die Einführung von iTunes Match benötigt Apple zusätzliche Kapazitäten, die momentan von anderen Anbieten zur Verfügung gestellt werden. Eine weitere Serverfarm würde die Abhängigkeit an diese Anbieter vermindern.

Von diesen Plänen will die örtliche Nachrichtenseite Oregonlive, über Kontakte aus dem Umfeld von Apple, erfahren haben. Diesen Informationen zufolge soll ein Angebot über 65 Hektar Land in Prineville dem Konzern aus Cupertino vorliegen. Bis Ende dieses Jahres muss Apple sich entscheiden, ob die Location ihren Ansprüchen gerecht wird.

Passen würde die Auswahl des Standortes definitiv, denn bereits zahlreiche andere Unternehmen wie Amazon, Facebook und Google haben ihre Datenzentren in dieser Region errichtet. Zudem vermindert das milde Klima und die niedrigen Strompreise in Oregon den Unterhalt für diese Serverfarm. Außerdem gewährt der Bundesstaat jede Menge Steuervergünstigungen, welche die Entscheidung vereinfachten sollten.

Die anfallenden Datenmengen werden in nächster Zukunft noch weiter in die Höhe schießen und Apple wird vermutlich noch andere Datenzentren auf die Beine stellen, um nicht weiter abhängig von Drittanbietern zu sein.

via Schimanke

Mangel an 2TB Festplatten verzögert Lieferzeiten beim iMac

Wie bereits bei der Verkündung der Quartalszahlen im Oktober mitgeteilt wurde, beeinflusst auch die Flutkatastrophe in Thailand die Verfügbarkeit von großen Speichermedien bei Apple. Die ersten Anzeichen sind auch bei uns in Deutschland sichtbar, denn die iMac-Modelle mit einer 2TB Festplatte benötigen nicht mehr eine Lieferzeit von bisherigen 3 bis 5 Werktagen, sondern wurden auf 5 bis 7 Wochen erhöht. Die kleineren Festplatten und SSD-Speichermedien sind momentan davon noch nicht betroffen, könnten aber in naher Zukunft auch Verzögerungen verursachen. Denn zahlreiche Fertigungsstätten mussten aufgrund der Überschwemmung stillgelegt werden.

Komischerweise sind die 2 TB Festplatten der Mac Pro-Modelle nicht von den Lieferverzögerungen betroffen und treten im Moment nur bei den iMac Modellen auf. In den kommenden Wochen werden wir erfahren, ob sich die Auswirkungen auch auf andere Apple-Produkte verbreiten.

via

 

 

 

Apple Store Grand Central Terminal öffnet kommenden Freitag

Erstmalig wurde spekuliert, dass der fünfte Apple Retail Store in Manhatten pünktlich zum Black Friday 2011 in der letzten Woche eröffnet wird. Dieser Termin hat sich nicht bewahrheitet und konnte aufgrund zusätzlicher Bauarbeiten nicht eingehalten werden. Nach kurzer Zeit folgte die offizielle Bestätigung aus Cupertino, dass der neue Store am kommenden Freitag, den 09. Dezember 2011, eröffnet wird. Diese Meldung wurde mit Hilfe von insgesamt 58 einzelnen 27-Zoll Apple Displays, welche am Eingang des künftigen Stores angebracht sind, verkündet.

Schon vor der eigentlichen Eröffnung sorgt der neue Retail Store für Unruhe. Denn andere Geschäfte sollen sich über die Mietvergünstigungen beschwert haben, die Apple von der zuständigen Metropolitan Transportation Authority (MTA) bekommen haben soll. Die normalen Mieten im Grand Central Terminal können bis zu 200 US-Dollar je Quadratfuß (1 Quadratfuß ≈ 0,09 Quadratmeter) betragen und eine Beteiligung der Vermieter am Umsatz mit sich ziehen.

Laut New York Post konnte Apple aber zwei besondere Vereinbarungen mit der MTA treffen. Unter anderem entfällt die Beteiligung am Umsatz des Stores und das Unternehmen aus Cupertino muss im ersten Jahr nur etwa 800.000 US-Dollar Miete zahlen. Auf den Quadratmeter gerechnet, muss Apple dadurch nur einen Drittel von dem bezahlen, was andere Läden entrichten müssen.

Nichtsdestoweniger soll die MTA mit den Verhandlungen hochzufrieden sein, denn die Einnahmen im Vergleich zum Vormieter konnten dennoch verdreifacht werden. Außerdem bringt der neue Apple Store zahlreiche neue Besucher in das Grand Central Terminal und wird auch den Umsatz der anderen Geschäfte erhöhen.

via Twitter und MacRumors

Batterieprobleme auch mit iOS 5.1 Beta 1 weiterhin vorhanden

Anfang dieser Woche wurde die erste Beta-Version von iOS 5.1 an die Entwickler freigegeben. Unter anderem sollte dieses Update die Batterieprobleme des iPhone 4S vollständig beheben. Entgegen der Erwartungen mussten erste Benutzer berichten, dass die Akku-Probleme immer noch existieren. Dies wurde auch von Michael Morgen, Analyst bei ABI Research, bestätigt und hat ArsTechnica mitgeteilt, dass die Probleme weiterhin bestehen. Betroffen sind sowohl ältere iPhone-Generationen, die das neue Betriebssystem über ein Update aufgespielt haben, sowieso das aktuelle iPhone 4S.

Bereits iOS 5.0.1 sollte eigentlich die Akku-Probleme aus der Welt schaffen, konnte aber nur einigen Nutzen helfen. Zahlreiche Benutzer klagen immer noch über massive Probleme mit der Akkulaufzeit. Aus diesem Grund wurde das iPhone 4S von Morgen näher analysiert, um die Ursache des Problems zu finden. Dabei wurden die wichtigsten Bestandteile des Gerätes einem Test unterzogen und der Stromverbrauch konnte separat gemessen werden. Seinen Tests zufolge kann die Hardware als Ursache des Problems ausgeschlossen werden und ein Software-Fix sollte diesen Fehler höchstwahrscheinlich in naher Zukunft ausbessern können.

“We tore down the 4S and tested some of the major components, including the new A5 processor,” Morgan said. “Nothing that we tested was significantly different from theiPhone 4, and power draw was right where we expected it to be.”

Allem Anschein nach liegt das Problem ganz klar in der Software und daher ist zu erwarten, dass Apple die Akkulaufzeit bis zur finalen Version von iOS 5.1 in den Griff bekommt.

Quelle appleinsider.com und via m4gic.net

Zweiter Build von OS X Lion 10.7.3 an die Entwickler verteilt

Bereits vor zweieinhalb Wochen konnten die Entwickler die erste Vorabversion von OS X Lion 10.7.3 genauer unter die Lupen nehmen und ausführlich testen. In der Nacht zum heutigen Samstag wurde die zweite Vorabversion mit der Buildnummer 11D24 für die Entwickler bereitgestellt und kann wie gewohnt im Apple Developer Center heruntergeladen werden.

Im Mittelpunkt dieser Version stehen diesmal der Browser Safari und die Suchfunktion Spotlight. Darüber hinaus soll das Zusammenspiel zwischen iCloud-Dokumenten, iCal, Adressbuch und Mail näher getestet werden. Bekannte Fehler nennt Apple nach vorerst nicht. Ein genauer Veröffentlichungstermin ist momentan auch noch nicht bekannt. Nachdem die Vorgängerversion OS X Lion 10.7.2 bereits Mitte Oktober erschienen ist, dürfte Apple das Update aber erst im neuen Jahr freigeben.

Bildquelle und via

Samsung Galaxy Nexus – Ausführlicher Testbericht [Update: Zusätzliches Video-Review]

Lange mussten wir warten, doch seit Mittwoch Nachmittag konnte man es in Filialen der Firma Media Markt kaufen: Das Samsung Galaxy Nexus. Wir hatten das Glück in einem Media Markt nahe Frankfurt ein Gerät ergattern zu können und haben es einem ausführlichen Test unterzogen. Zu Beginn: Der Lautstärke-Bug wurde in der Deutschland Version bereits gefixt.

Für alle Käufer direkt der Hinweis: Media Markt wollte für das Gerät 629 Euro haben. Erst nach einem Vergleich mit dem Internetpreis (Amazon.de) und etwas Nachdruck bekamen wir das Gerät letztendlich doch für 539 Euro – und damit am ersten Tag des Verkaufs in Deutschland.

Das Review ist in folgende Punkte gegliedert:

  • Technische Daten
  • Der äußere Eindruck
  • Auf einen Blick – Design, Technik und Ice Cream Sandwich
  • Ein Auge auf die Kamera
  • Google erfindet seine Apps neu
  • Video Review (Update: Jetzt Drei Teilig)
  • Gesamteindruck
  • Nachtrag (SMS, Navigation, Massenspeicher)

Technische Daten

Damit alles seine Richtigkeit hat, liste ich hier erstmal die wichtigsten offiziellen technischen Daten der deutschen Version des Galaxy Nexus auf.

Akku: Li-Ion (1750 mAh)
Display: 4,65″ HD Super-AMOLED Display (1280 * 720 Pixel)
Gewicht: 135 Gramm
Datenverbindungen: Bluetooth 3.0, WLAN 802.11 a/b/g/n, Wi-Fi Direct, HSPA+ (bis zu 21 MBit/s), NFC
Prozessor: 1,2 GHz Dual Core-Prozessor
Speicher: 16 GB Speicher, 1 GB Arbeitsspeicher (RAM)
Kamera: 5 MP Kamera mit ständig aktivem Autofokus, LED Blitz / Videolicht, 1,3 MP Frontkamera, Video Aufnahmen in 1080p
Sonstiges: Benachrichtigungs LED, 2 Mikrofone, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Kompass, Annäherungs- und Lichtsensor, Barometer

Der äußere Eindruck

… täuscht zwar gerne, jedoch ist bei dem Galaxy Nexus nicht der Fall. Der erste Eindruck des Gerätes ist wortwörtlich groß. Die gesamte Vorderseite besteht fast nur aus einem Display. Das Handy liegt gut in der Hand, denn es ist ergonomisch geformt und ist fast schon ein Handschmeichler. Die Rückseite ist leicht geriffelt; dies fühlt sich gut an und bietet etwas mehr halt als eine glatte Oberfläche.

Das Smartphone ist mit 4,65″ natürlich recht groß. Es lässt sich aber dennoch gut bedienen, auch wenn man es unter Umständen etwas anders in der Hand halten muss als kleinere Modelle. Menschen mit kleinen Händen sollten das Handy daher vor dem Kauf lieber einmal in die Hand nehmen. Im Normalfall sollte es aber keine Probleme bereiten.

Das Handy hat eine sehr glatte, leicht gebogene Form. Dadurch kann es nicht nur angenehm gehalten werden, sondern hat auch ein ansprechendes Design, welches sich von den meisten anderen Smartphones unterscheidet. Alles wirkt sehr stabil und durchdacht. Auch die Haptik ist gelungen – obwohl das Handy zum Großteil aus Kunststoff besteht, hat man in der Hand kein billiges Gerät und das Material mindert definitiv nicht den guten Eindruck. Besonders die geriffelte Rückseite fühlt sich gut an.

Neben dem Bildschirm hat das Handy folgende Merkmale: Die Kamera mitsamt LED-Blitz, die Lautsprecheröffnung, der Kopfhörer-Anschluss, der Micro-USB-Anschluss, die Höhrer-Lautsprecher, die Lautstärke-Regler, die drei „Docking-Pins“ und der Power Knopf. Alle sind sehr klein sowie unauffällig verbaut und stören daher nicht in der Bedienung. Selbst der Micro-USB Anschluss wirkt durch die Größe des Handys noch winziger als in anderen Modellen.

Das Gewicht von 135 Gramm ist angenehm spürbar. Bei einem Gerät dieser Größe vermutet man etwas mehr Gewicht, jedoch ist es schwer genug um „etwas in der Hand zu halten“ aber leicht genug, um in der Hosentasche nicht zu stören.

Auf einen Blick – Design, Technik und Ice Cream Sandwich

Das Display ist riesig – liefert ein sehr scharfes und deutliches Bild. Dank der hohen Pixelanzahl eignet es sich gut zum lesen von Texten oder Webseiten und ansehen von Bildern oder Videos. Mit 1280 x 720 Pixeln hat es eine ähnlich hohe Auflösung wie viele Computermonitore vor 10 Jahren. Wenn man nun auch noch bedenkt, dass es sich nicht um ein (ordinäres) LC-Display handelt, sondern um ein Super-AMOLED-Display, muss so mancher schon erste Freudentränen unterdrücken. Der Bildschirm ist grandios.

Obwohl das Display nicht die AMOLED+ Technik bietet, sind aufgrund der hohen Pixeldichte von 316 ppi keine einzelnen Pixel oder Subpixel zu erkennen. Das Bild ist stets scharf und die Farben leuchten wesentlich kräftiger als bei normalen LCDs. Da es momentan fast das einzige Modell weltweit mit einem solchen Bildschirm ist, ist dies schon einer der Hauptargumente für das Handy.

Anfangs etwas ungewöhnlich sind jedoch die fehlenden Knöpfe. Diese werden an der Unterseite des Displays angezeigt und bei Bedarf – zum Beispiel wenn ein Video im Vollbildmodus abspielt – auch ausgeblendet. An diese Art der Steuerung muss man sich kurz gewöhnen, aber das dadurch gewachsene Display bietet natürlich einen großen Vorteil gegenüber anderen Handys.

Android wurde komplett überarbeitet und unterscheidet sich grundlegend von den alten Android 2.x Versionen. Grob könnte man sagen es wurde Android mit Tron Legacy und einem Hauch Windows Phone 7 gemischt und das neue Design danach mit viel Benutzerfreundlichkeit serviert. In jede Funktion wurde der neue Stil integriert – die normalen Apps von Drittherstellern wirken dadurch fast altbacken. Android sieht jetzt nicht mehr nur funktionell, sondern wirklich schön aus. Die Farben Grün und Grau der alten Versionen sind jetzt durch Schwarz und Blau ersetzt worden. Als wäre das nicht genug, hat Google sogar eine eigene Schriftart namens Roboto designt.

Die Apps werden jetzt nicht mehr in einer Scroll-Liste dargestellt, sondern auf Seiten angezeigt. Die Widgets sind ebenfalls dorthin verschoben worden. Endlich gehört auch ein gutes Kalender-Widget zur Standardausstattung – dies musste man vorher oft mit Widgets aus dem Market nachbessern.

Das Nexus hat noch eine fast schon in Vergessenheit geratene, technische Besonderheit: Die Benachrichtigungs LED. Diese dient der Information des Nutzers bei neuen SMS, entgangenen Anrufen, neuen Emails… ohne das Display einschalten zu müssen. Obwohl diese LED bereits im ersten Android Handy überhaupt – dem T-Mobile G1 (von HTC) – verbaut war, schien sie in der Zwischenzeit fast in Vergessenheit geraten zu sein. Besonders Samsung hatte konsequent auf die LED verzichtet. Daher ist es umso erfreulicher sie endlich wieder zu haben.Ebenfalls neu ist die Möglichkeit den mobilen Traffic zu überwachen und das Datennetz bei Überschreitung eines monatlichen Limits automatisch zu deaktivieren.

Die LED blinkt bei jeder Benachrichtigung Weiß, es ist aber eine Multicolor LED. Wenn eine App es unterstützt kann man sie somit auch in andere Farben blinken lassen. Die LED befindet sich mittig unter dem Display.

Über Face Unlock wurde im Vorfeld ebenfalls viel berichtet. Diese Sicherheitsfunktion entsperrt das Smartphone nur, wenn die Frontkamera das Gesicht ihres Besitzers erkennt. Sollte ein anderer versuchen das Handy zu entsperren, wird er nicht erkannt und wird zur PIN Eingabe aufgefordert.

In unserem Test hat dies vorbildlich funktioniert. Habe ich mein Gesicht der Frontkamera entgegengestreckt war das Handy in weniger als einer Sekunde entsperrt. Als der liebe Herr Kollege in die Kamera blickte, verweigerte sich das Nexus ihm und verlangte einen PIN. Möglicherweise erkannte das Nexus einen reinen Apple-Fan und wollte sich daher nicht entsperren, oder die Erkennung funktioniert tatsächlich! (Achtung, Ironie).

Mit meinem Facebook-Foto wollte sich die Kamera allerdings nicht entsperren lassen, obwohl ich keine wirklichen Unterschiede zwischen dem Foto und meinem aktuellen Aussehen feststellen konnte. Dies kann zwei Dinge bedeuten: Entweder ist die Erkennung doch gut genug um ein echtes Gesicht von einem Foto unterscheiden zu können oder die Erkennung funktioniert so schlecht, dass sie unter anderen Lichtverhältnissen oder mit anderer Kleidung ihren Besitzer nicht mehr erkennt.

Wir hoffen auf den ersten Fall, aber raten sicherheitshalber lieber davon ab, Face Unlock als Sicherheitssperre zu benutzen. Es ist eine lustige Spielerei, aber bietet scheinbar keine große Sicherheit.

Ein Auge auf die Kamera

Die Kamera ist noch ein Highlight des Handys. Dies liegt jedoch nicht an der Auflösung (5MP) oder der Bildqualität (welche gut, aber nicht überragend ist), sondern an der Geschwindigkeit. Der Start der Kamera aus dem Lockscreen heraus benötigt etwa eine Sekunde. Danach ist die Kamera sofort einsatzbereit.

Sobald man jetzt auf den Auslöser drückt werden die Bilder ohne merkliche Verzögerung geschossen, sind gespeichert und die Kamera steht direkt für neue Fotos bereit. Der ganze Vorgang braucht geschätzt cirka 1/10 Sekunde! Die Kamera hat auch einen sehr schnellen Autofokus, welcher sich ständig, unabhängig vom Auslöser, scharf stellt. Das Ganze geschieht schneller als bei der größten Konkurrenz, dem iPhone 4S. Wir haben es getestet!

Die Kamera LED ist überraschend hell für ein Smartphone. Natürlich kann sie nicht mit einem kleinen Xenonblitz mithalten, sie sollte jedoch für die meisten Schnappschüsse genügen. Bei ausreichender Helligkeit kann man mit der Kamera jedoch sehr schöne Bilder schießen.

Zur Nachbearbeitung von Fotos gibt es jetzt diverse Filter, welche man auf seine Bilder anwenden kann. Sie dienen sowohl der Bildverbesserung, bei nicht optimal gelungenen Bildern, als auch einfach den Effekten. Die Filter sind zwar nicht so gut wie bei „der“ iPhone Foto-App Instagram, können sich für eine native Bildbearbeitung jedoch sehen lassen.

Wir haben eine Collage mit den Effekten zusammengestellt. Die schönsten Effekte sind unserer Ansicht nach „Cross-Entwickl.“ oben in der Mitte und „Lomo“ unten Links.

Die Kamera macht natürlich auch Videos im 1080p Format. Diese wirken für einen so kleinen Sensor sehr scharf und gut. Dazu werden verschiedene Live Effekte geliefert. Wenn diese aktiviert sind, kann die Kamera beispielsweise während dem filmen per Gesichtserkennung dem gefilmten Menschen eine große Nase oder einen kleinen Kopf machen. Dies ist natürlich mehr eine Spielerei, als wirklich eine produktive Funktion – aber es macht Spaß und das soll dieses Handy ja machen.

Auch die Panorama-Foto-Funktion ist mit von der Partie. Auch wenn sie Google als große Neuerung angekündigt hat, gibt es sie eigentlich schon seit dem Samsung Galaxy S und ist zumindest für mich eher ein alter Hut. Aber dennoch ist es natürlich eine sehr schöne Funktion, welche automatisch sehr schöne Panoramen erstellt. Man muss die Kamera lediglich starten und langsam über die Landschaft ziehen – den Rest erledigt die Software und erstellt daraus ein Panorama.

Die Panoramen haben zwar kleine Ungereimtheiten, aber sind für die Urlaubserinnerung perfekt geeignet. (Hier klicken, um das Originalbild herunterzuladen)

Google erfindet seine Apps neu

Nicht nur Android wurde erneuert, sondern auch die Google eigenen Apps. Alle wurden an den neuen Google-Stil angepasst und benutzerfreundlicher gestaltet.

Der Kalender hat zum Beispiel eine Pinch-to-Zoom Funktion. Somit werden die Termine nicht nur starr angezeigt, sondern man kann die Ansicht, je nachdem wie viele Termine man hat, ändern. Die Umgewöhnungszeit sollte hier nicht sehr lange dauern, der Kalender ist wirklich sehr gut gelungen.

Mit dazu geliefert wird, wie bereits erwähnt, ein neues Kalender-Widget. Endlich hat es Google geschafft ein anständiges Kalender-Widget einzufügen! Man sieht jetzt nicht nur den nächsten Termin, sondern hat eine richtige Terminliste. Außerdem kann man innerhalb des Widgets durch seine Termine scrollen. Dies ist sehr gut gelungen.

Google Mail wurde auch komplett umgestaltet. Jede Aktion wird jetzt über die neuen Buttons ausgeführt, daher muss man sich erst einmal daran gewöhnen. Leider gibt es keine Textbeschreibung, weshalb ich aus Versehen direkt einige Mails archiviert hatte. Der Knopf mit dem geschlossenen Briefumschlag steht für „Als ungelesen markieren“ – auch dies muss man erst einmal herausfinden. Es werden ab jetzt automatisch die Mails der letzten 30 Tage auf dem Gerät gespeichert, um sie auch offline lesen zu können. Dies ist sehr sinnvoll, da zuvor nur ein paar Mails im Cache waren und man stets eine Internetverbindung gebraucht hat.

Mail hat sicher sinnvolle Verbesserungen erhalten, aber der Benutzer „leidet“ hier etwas während der Umgewöhnungsphase. Der Übergang von Textoptionen zu Piktogrammen ist ungewohnt, aber sieht dafür immerhin sehr gut aus.

Google Music hat natürlich auch ein Update bekommen. Da die Beta Phase des gleichnamigen Dienstes in den USA jetzt beendet wurde, wurde die App natürlich komplett auf das Streaming von seinem Google Account ausgelegt. Nutzer außerhalb der USA können theoretisch nicht streamen, jedoch kann man in unserem Artikel nachlesen, wie man auch außerhalb der USA Music nutzen kann.Die Galerie wurde auch einer kompletten Neugestaltung unterzogen. Die mit Android 2.x eingeführte 3D Gallerie wurde komplett entfernt und durch Design, welches an Kacheln beziehungsweise Windows Phone 7 erinnert, ersetzt. Bilderordner werden genau so dargestellt wie die eigentlichen Bilder (siehe Screenshot). Das ganze sieht sehr gut aus und man hat sich in kürzester Zeit an die Umgestaltung gewöhnt. Die Teilen-Funktion von Bildern wurde ebenfalls neu gemacht und vereinfacht.

Natürlich kann auch auf dem Gerät gespeicherte Musik abgespielt werden. Dies funktioniert natürlich problemlos und wurde neben dem neuen Design nicht großartig verändert.

Video Review (Drei Teilig)

Samsung Galaxy Nexus im Test (Part 1, deutsch)
Samsung Galaxy Nexus im Test (Part 2, deutsch)
Samsung Galaxy Nexus im Test (Part 3, deutsch)

Gesamteindruck

Ich hatte hohe Erwartungen an das Samsung Galaxy Nexus und ich muss sagen, dass sie nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen wurden! Bisher hatten wir kein Android in den Händen, welches die Animationen so flüssig wie geschmolzene Butter abspielt und dabei voll Multitasking fähig ist. Der Arbeitsspeicher scheint nie vollkommen gefüllt zu werden und selbst wenn eine App nicht geöffnet ist, wird sie fast ohne Verzögerung gestartet. Das Galaxy Nexus ist mit Sicherheit das momentan beste Android Smartphone auf dem Markt und kann selbst dem iPhone 4S Paroli bieten. Denn erstmals kann Android nicht nur mit „Vorsprung durch Technik“ punkten – Android 4.0 ist endlich eine so ausgereifte Version, dass man nun auch als Android Nutzer stolz sagen kann „Das Beste oder nichts“.

Solltet ihr Fragen zu Software, Programmen oder Bugs haben, schreibt einfach ein Kommentar. Wir werden die Antwort nachreichen.

Nachtrag

In diesen Bereich kommen alle Updates von Fragen zu dem Galaxy Nexus.

SMS App

Die SMS Funktion wurde sehr schön gestaltet, bietet aber keine besonderen Funktionen, SMS eben. Auf dem Screenshot ist auch einer der neu gestalteten Android Smileys zu sehen, welche sich zum Beispiel auch in Google Talk wiederfinden.

Navigation / GPS

Die Navigations-Funktion ist noch die Gewohnte. Die Geschwindigkeit der App und der GPS-Lokalisierung ist aber sehr hoch. Vor allem im Vergleich zu meinem letzten Handy, dem Samsung Galaxy S, ist die Navigation wesentlich schneller geworden. Wenn GPS generell aktiviert ist, hat das Handy innerhalb von Sekunden den genauen Standort und fängt sofort mit der Navigation an. Auch wenn man anders fährt als es das Navi vorgibt, passt es sich innerhalb von Sekunden an. Dies bin ich vom Samsung Galaxy S definitiv nicht gewohnt – hier brauchte es teilweise Minuten um die aktuelle Position zu finden.

Akku-Laufzeit

Heute war der erste Tag, an dem ich das Galaxy Nexus komplett ohne Ladekabel getestet habe. Das Handy hält bis jetzt etwas über 12 Stunden durch, ist inzwischen aber auch fast leer. Ich habe das Handy bis auf eine 3-Stündige Pause die ganze Zeit in der Hand gehabt und alle möglichen Funktionen getestet. Ich denke bei normaler Nutzung wird der Akku noch etwas länger halten und bin daher mit der Akkulaufzeit recht zufrieden. Länger könnte es natürlich immer sein, aber das ist ein generelles Problem aller Smartphones.

Laut der eigenen Statistik sind fast 50% des Akkuverbrauches heute allein auf den Bildschirm zurückzuführen. An zweiter Stelle steht das Android OS, mit einem Anteil von 23%.

Die Akkuladezeit beträgt mit dem mitgelieferten Ladekabels 2 Stunden. Dabei war das Handy eingeschaltet, hatte WLAN aktiviert und es wurde ein paar Mal Google Talk benutzt.

Dateiübertragung: Galaxy Nexus an einen Windows PC anschließen

Dem Galaxy Nexus fehlt das Protokoll, um vom Computern als Massenspeicher erkannt zu werden (wie zum Beispiel ein USB Stick). Dies ist aufgrund des nicht getrennten Speichers zwischen Apps und Daten der Fall. Als Alternative bietet das Nexus die Protokolle MTP (Mediengerät, zum Beispiel manche MP3 Player) und PTP (Kamera) an.

Dies hat natürlich einigen Nutzern Kopfzerbrechen bereitet, was natürlich sehr verständlich ist. Ich habe heute das MTP Protokoll an einem Windows 7 PC ausprobiert: Es funktioniert fast als wäre es ein USB Stick. Man kann jede Datei wie gewohnt mit dem Explorer übertragen, jedoch gibt es bei Nicht-Mediendateien eine Warnung, dass das Gerät sie vielleicht nicht abspielen kann. Mit Linux habe ich es auf die schnelle noch nicht hinbekommen, für Apple bietet Google eine eigene Software unter http://www.android.com/filetransfer/ an.

Galaxy Nexus wurde erkannt: Man öffne es mit dem Windows Explorer
Man fügt seine Dateien ganz normal auf das Telefon. Auch Ordner erstellen etc ist möglich
Vom Computer getrennt sieht man: Die Dateien sind wohlbehalten auf das Handy gelangt

 

Millionen Mobiltelefone werden überwacht – Alle Informationen rund um den Carrier IQ-Skandal

Die Diskussion rund um das Thema Tracken von Nutzereingaben und Standorten auf Mobiltelefonen ist mittlerweile schon ein alter Hut, dennoch hat die Software des Anbieters Carrier IQ in den letzten Tagen für Furore gesorgt. Durch die nähere Analyse der Software von Travor Eckhart und seinen Ergebnissen wurde der Stein erneut zum Rollen gebracht. Außerdem sollen laut Herstellerangaben mittlerweile mehr als 140 Millionen Mobiltelefone weltweit betroffen sein und Informationen im Hintergrund an den Server in den USA senden.

Die Software ist einem Rootkit sehr ähnlich, ist fest in der Firmware von Smartphones verankert und zeichnet zahlreiche Benutzereingaben oder andere Aktionen auf. Dazu gehören unter anderem sehr sensible Daten wie Nachrichten, Passwörter, Telefonnummern und vieles mehr. Der eigentliche Grund für die „Spionage“ ist die Verbesserung der Netzsicherheit und um Probleme im Netz aufzuspüren. Daher können wir davon ausgehen, dass vor allem Smartphones gekauft beim jeweiligen Netzbetreiber betroffen sind. Die gesammelten Daten werden erstmalig auf dem Mobiltelefon gespeichert und danach verschlüsselt auf einen Server in den USA versendet, der sich außerhalb unserer Rechtsprechung befindet. Nach einigen Recherchen soll sich die Software auf einem Großteil der weltweiten verkauften Android-, BlackBerry- und Nokia-Smartphones befinden.

Jedoch soll Carrier IQ nicht nur auf den oben genannten Smartphone Software im Einsatz sein, sondern auch auf dem iPhone, wie der Jailbreak-Entwickler @chpwn herausfand. Anhand einer genaueren Analyse konnte jedoch herausgefunden werden, dass hauptsächlich weniger kritische Daten auf dem iPhone mitgeschnitten werden. Darunter soll sich der aktuelle Standort und das Netz ohne die konkrete Telefonnummer befinden. Außerdem können iPhone-Benutzer diese Funktion komplett ausschalten. Unter Allgemein -> Info -> Diagnose & Nutzung kann die Einstellung geändert werden. Jedoch wird auch der Benutzer bei der Einrichtung des iPhones gefragt, ob die Funktion genutzt werden darf. Apple selbst sagt zu Carrier IQ:

„We stopped supporting CarrierIQ with iOS 5 in most of our products and will remove it completely in a future software update. With any diagnostic data sent to Apple, customers must actively opt-in to share this information, and if they do, the data is sent in an anonymous and encrypted form and does not include any personal information. We never recorded keystrokes, messages or any other personal information for diagnostic data and have no plans to ever do so.“

Auch der Android-Entwickler Travor Eckhart hat sich die Software genau unter die Lupe genommen und auf seinem Android HTC-Smartphone entdeckt. Anscheinend hat diese Veröffentlichung Carrier IQ nicht sonderlich gefallen, denn kurzerhand wurde auch der Entdecker abgemahnt. Die Abmahnung wurde aber kurz danach wieder zurückgezogen. Nach dem gestrigen Aufschrei über die Software haben sich zahlreiche Netzbetreiber und Hersteller zu Wort gemeldet. Bisher haben Vodafone, O2, E-Plus, Telekom, HTC, RIM, Verizon und auch Nokia dementiert, dass die Software bei ihnen zum Einsatz kommt. Außerdem ist die Software auch nicht auf Geräten vorhanden, welche ihre Firmware direkt von Google beziehen. Dennoch könnten die Daten, obwohl sie nicht genutzt werden, gespeichert und auf dem jeweiligen Server liegen. Denn nur weil die Netzbetreiber die gesammelten Daten nicht verwenden, kann die Software trotzdem auf den Geräten installiert und aktiv sein. Daher sollten sich die Hersteller und Netzbetreiber in Zukunft besser absprechen, damit solche Statements nicht mehr auftreten.

Wir werden unsere Geschäftspartner bitten, umfänglich über implementierte Anwendungen zu informieren – Telekom

Nach unserem jetzigen Kenntnisstand wurden keinerlei Kundendaten an uns übermittelt – o2

Der Entwickler François Simone hat eine App entwickelt, mit der ihr überprüfen könnt ob die Spionage-Software auf eurem Gerät installiert ist. Die Voodoo Carrier IQ Detector-App kann direkt über den Android Market installiert werden; sie befindet sich momentan allerdings noch in der Beta-Phase. Der Funktionsumfang ist hierbei sehr gering und dient lediglich zur Erkennung ob die Carrier IQ-Software Bestandteil der Firmware ist, oder nicht.

Leider gibt es momentan noch keine Möglichkeit die Software zu entfernen, jedoch arbeitet zahlreiche Entwickler an entsprechenden Werkzeugen beziehungsweise Tools. Im Endeffekt weiß keiner so genau, was mit den Kundendaten passiert und auf welchem Server sie gespeichert werden. Eine erschreckende Feststellung, die hoffentlich in naher Zukunft auch Konsequenzen für die Verantwortlichen zeigen wird. Falls es weitere Informationen zur Thematik gibt, werden wir sie natürlich nachreichen.

via mobiFlip.de und Schimanke.com