TANAKA stellt zwei neue Techniken für faltbares Displays vor

Biegsame Handys und faltbare Smartphones wurden in den letzten Jahren immer wieder angekündigt. Bisher gibt es aber noch kein einziges passendes Gerät zum Kauf und es sieht auch nicht so aus, als würde sich das kurzfristig ändern. Der Grund: bei den Prototypen hat sich recht schnell gezeigt, dass die aktuellen Materialien einer dauerhaften Biegsamkeit nicht gewachsen sind. Ab einer bestimmten Anzahl von Faltvorgängen gingen die eingesetzten Materialien kaputt und zwar so schnell, dass es mit einem aktuellen Smartphone und dessen Nutzungszeit nicht vereinbar war.

Der japanische Hersteller TANAKA Precious Metals hat nun verkündet, dass man hier einen Schritt weiter gekommen ist und gleich zwei Möglichkeiten anbieten kann, mit denen man faltbare Display herstellen könnte.  Das Unternehmen selbst schreibt zum technischen Hintergrund:

  • Bei der ersten Technologie werden die Leiterbahnen für die Touch-Funktion als feines Metallgewebe mit einer silberhaltigen Tinte aufgedruckt. Auch andere Unternehmen haben bereits Metallgewebe-Sensoren entwickelt, allerdings sind die Leiterbahnen dort bis zu sieben Mikrometer breit und damit für das bloße Auge sichtbar und störend. Bei dem Verfahren von TANAKA entstehen Leiterbahnen von deutlich unter vier Mikrometern, damit sind sie für das bloße Auge unsichtbar – die Bildqualität ist höher, ebenso die Haltbarkeit. Bisherige Druckverfahren funktionierten zudem erst bei über 130 Grad Celsius und damit nicht auf hitzeempfindlichen Kunststoffen wie PET. TANAKA ist es gelungen, die Temperatur für das Sintern – das „Backen“ der Tinte – auf 70 Grad Celsius zu senken. Das Geheimnis steckt in der Tinte, die zwischen 10 und 100 Nanometer kleine Nanopartikel aus Silber in hoher Konzentration enthält, sowie in einem neuartigen Verarbeitungsprozess. Die Technologie eignet sich für schnelle und kostengünstige Rolle-zu-Rolle-Verfahren, bei denen Displays auf Folienbahnen aufgedruckt werden.
  • Eine zweite Technologie stellt TANAKA Display-Hersteller ebenfalls zur Verfügung, die das ITO-Verfahren weiter verwenden wollen, um größere Investitionen zu vermeiden. TANAKA nutzt die Nanosilber-Tinte hier, um großflächige Silber-Filme herzustellen, die sich mit ITO-Prozessen ätzen lassen – allerdings auf flexiblen Substraten, wie sie für biegsame Displays notwendig sind.

Dazu weist Tanaka darauf hin, dass die Fertigung von Displays dank dieser neuen Techniken auch billiger werden könnte. Konkret entfallen einige aufwendige Fertigungsschritte im Produktionsprozess und dadurch können die Display mit diesen Techniken einfacher und sparsamer produziert werden.

Damit scheinen Geräte mit biegsamen und faltbaren Displays in greifbare Nähe gerückt zu sein. Allerdings bleibt offen, ob und wann die großen Hersteller auf diese Technik setzen werden. Bisher gibt es (bis auf Samsung mit dem Galaxy F) keine Anbieter, die auf biegsame Modelle setzen. Das könnte sich aber natürlich ändern, wenn es nun Technologien auf dem Markt gibt, mit denen man diesen Ansatz dauerhaft und stabil umsetzen kann. Es bleibt also abzuwarten, ob die großen Smartphone Hersteller diese Möglichkeit aufgreifen werden und ob sich die Modelle dann auch in der Praxis bewähren können.