Xiaomi: neues Patent mit skurriler drehbarer Kamera

Xiaomi: neues Patent mit skurriler drehbarer Kamera – Die Hersteller suchen nach wie vor nach guten Möglichkeiten, die Frontkamera der Smartphones so anzubringen, dass sie möglichst wenig Platz für das Display wegnimmt. Xiaomi hat ebenfalls in dieser Hinsicht experimentiert und verschiedene Ansätze durchgespielt. Eine skurrile Lösung ist jetzt in einem Patent aufgetaucht: das Unternehmen hat sich die Technik schützen lassen, das komplette obere Teil der Smartphones zu drehen. Auf diese Weise kann man die Hauptkamera auch gleich als Selfie-Kamera nutzen. Wahrscheinlich müssen die Nutzer aber die Kamera selnst drehen – eine Automatik wie bei den Popup-Kamera scheint es nicht zu geben.

Bei techradar schreibt man im Original dazu:

This weird smartphone design was spotted by Tiger Mobiles from a patent filed with the Chinese National Intellectual Property Administration (CNIPA). It was filed directly by Xiaomi, and it may be used for a future product. The sketches show a tall phone with no notch, and when you need a selfie camera the top portion of the phone, including the display, horizontally twists backwards in a way that the primary array of cameras now face the user.

Ob dieses Patent jemals umgesetzt wird, ist eher fraglich. Der Mechanismus wirkt vergleichsweise fragil und das Gelenk für den drehbaren Teil muss ziemlich viel Belastung aushalten. Dazu braucht man zwei Bildschirme und muss diese synchronisieren – es wird also auch noch eine zusätzliche Anforderung an die Software gestellt. Insgesamt wirken daher die aktuellen Lösungen mit der Kamera unter dem Display ausgereifter als dieses Patent.

Dazu bedeutet ein Patent noch kein fertiges Modell. Offen ist auch, ob Xiaomi bereits einen passenden Prototypen für diese Lösung hat oder ob es bisher beim Patent geblieben ist.

Ein letzter Punkt: selbst wenn es Prototypen und Kleinserien geben sollte, bedeutet dies noch lange nicht, dass die Modele auch offiziell in den Handel gehen. Man kennt dies vom Mi Mix Alpha von Xiaomi. Das Samrtphone mit dem innovativen umlaufenden Display wurde bereits im Herbst 2019 präsentiert, aber bisher fehlen marktfähige Modelle. Daher wird wohl auch dieses neue Patent eher in der Schubalde verschwinden und keine Umsetzung bei realen Modellen finden.

Das Mi Mix Alpha

Selbst-reparierende Displays könnte 2020 kommen

Displayschäden sind nach wie vor eine Hauptursache für Reparaturen an Handys und Smartphones und da die neuen Geräte oft mit verleimten und eingepassenten Bildschirmen arbeiten, sind die Kosten für solche Reparaturen meistens sehr hoch. Die Anbieter versuchen, dem entgegegen zu wirken, in dem man immer stabilere und kratzfestere Dsiplays einsetzt. Diese sind allerdings oft selbst auch relativ teuer und treiben damit die Preise für die Geräte in die Höhe.

Forscher an der University of California in Riverside haben nun ein neues Material vorgestellt, dass einen andere Weg geht: der neue Werkstoff ist nicht nur leitend (was für einen Bildschirm wichtig ist), sondern kann auch Schäden selbst schließen. Er besteht aus einer Kombination aus einem Polymer und einem ionischen Salz. Bei Schäden an der Oberfläche bewirkt die Anziehungskraft der Ionen, dass sich die Risse und Schäden selbst wieder schließen. Bei Test waren die Resultate bei erstaunlich: selbst ein komplett durchtrenntes Material konnte innerhalb von 24 Stunden diese Trennung wieder komplett heilen.

Bei Businessinsider schreibt man zu den Eigenschaften:

The material, which can stretch to 50 times its original size, is made of a stretchable polymer and an ionic salt. It features a special type of bond called an ion-dipole interaction, which is a force between charged ions and polar molecules. This means that when the material breaks or has a scratch, the ions and molecules attract to each other to heal the material.

Nach Angaben der Forscher könnte dieser Werkstoff nicht nur bei Displays eingesetz werden, sondern beispielsweise auch bei Akkus um Beschädigungen zu vermeiden und die Brandgefahr zu verringern.

Zeitlich gesehen geht man an der University of California davon aus, dass dieses neue Material bis 2020 so weit entwickelt ist, dass es in Smartphones oder auch Tablets eingesetzt werden kann. Ob das so funktionieren wird, hängt aber nicht nur von der Produktionsreife des neuen Werkstoffs ab, sondern auch davon, ob die Hersteller das neue Material in ihren Modellen einsetzen werden. Es könnte daher durchaus auch noch länger dauern, bis Modelle mit selbstheilenden Werkstoffen auf dem Markt kommen.

Erste Ansätze hatte LG dazu bereits mit dem LG Flex auf den Markt gebracht. Das Smartphone hatte eine Rückseite aus einem Material, die kleine Kratzer ebenfalls von selbst wieder schließen konnte. Ein wirtschaftlicher Erfolg war das Gerät aber trotzdem nicht – mittlerweile setzt LG eher auf andere Geräte. Allerdings ist es natürlich schon ein Unterschied, ob die (eher wenig beachtete) Rückseite von Geräten so ausgestattet ist, oder ob man auf das Display mit diesen Eigenschaften setzt, denn gerade beim Display sind Kratzer und Schäden ärgerlich und sehr teuer. Daher könnte ein Display mit der Fähigkeit zur Selbstreparatur wesentlich besser ankommen als die bisherigen Versuche.

 

Samsung Galaxy Nexus und iPhone 4S im Vergleich

Mittlerweile ist das Galaxy Nexus ein paar Tage in Deutschland erhältlich und nach unserem ausführlichen Testbericht, wollen wir das neue Google-Smartphone mit dem iPhone 4S vergleichen. Dafür haben wir die Kamera der beiden Geräte genauer unter die Lupe genommen und zahlreiche Funktionen auf beiden Smartphones getestet.

Dazu zuerst eine Vergleichstabelle mit den reinen technischen Daten:

Galaxy Nexus iPhone 4S
Display: 4,65″ HD Super-AMOLED Display, 1280 * 720 Pixel, 316 ppi 3,5″ Retina Display (LCD) 960 * 640 Pixel, 326 ppi
Gewicht: 135 Gramm 140 Gramm
Prozessor: 1,2 GHz Dual Core-Prozessor 800 MHz Dual Core-Prozessor
Speicher: 16 GB Speicher, 1 GB Arbeitsspeicher (RAM) 16 GB / 32 GB / 64 GB, 512 MB Arbeitsspeicher (RAM)
Kamera: 5 MP Kamera mit ständig aktivem Autofokus, LED Blitz / Videolicht, 1,3 MP Frontkamera, Video Aufnahmen in 1080p 8 MP Kamera mit Autofokus, LED Blitz, 0,3 Megapixel Frontkamera, Video Aufnahmen in 1080p mit Bildstabilisierung

Von den technischen Daten scheint das Galaxy Nexus – bis auf die Kamera – dem iPhone 4S überlegen zu sein. Doch wie inzwischen jeder wissen sollte, macht auch die Software einen erheblichen Teil moderner Smartphones aus. Dazu haben wir ein Vergleichsvideo mit verschiedenen Funktionen erstellt und auch die Videoaufnahme der beiden Smartphones miteinander verglichen.

In unserem Vergleichsvideo haben wir die Neustart-Geschwindigkeit (Bootzeit) miteinander verglichen, die Kamerageschwindigkeit, die Spracherkennung zum Schreiben von Texten, die Browser-Geschwindigkeit und wir haben dasselbe Spiel auf beiden Handys angespielt. Im großen und ganzen gibt es zwischen beiden in den wichtigsten Bereichen keine großen Unterschiede. Hauptsächlich die Spracherkennung funktioniert beim iPhone merklich besser als bei der Google-Variante.

Als nächstes haben wir die Videoaufnahme beider Geräte verglichen. Wir haben drei Szenen jeweils mit beiden Handys gleichzeitig gefilmt. Unser erstes Video zeigt eine Stadtszene, das zweite Pferde und das dritte Filmchen einen Bach. Die Farben des Galaxy Nexus wirken natürlicher und satter. Beim iPhone 4S fällt die Bildstabilisierung auf – die Videos ruckeln merklich weniger und wirken ruhiger.

Natürlich haben wir auch die Fotoqualität miteinander verglichen. Dafür wurden mehrere Vergleichsfotos mit dem jeweiligen Gerät erstellt. Auf den ersten Blick fällt sofort die verschiedene Farbgebung auf. Das iPhone 4S hat einen wärmeren Farbton als das Galaxy Nexus, welches die Farben etwas kälter darstellt.

Links: iPhone 4S - Rechts: Galaxy Nexus

Unter genauer Betrachtung kann schnell erkannt werden, dass das iPhone 4S einen Vorteil gegenüber der Kamera des Galaxy Nexus hat. Die Fotos sind schärfer und haben ein geringeres Bildrauschen. Der Ausschnitt vom Galaxy Nexus wirkt im vergleichsweise verwaschen.

Links: iPhone 4S - Rechts: Galaxy Nexus

Bei diesem Beispiel kann sehr gut der Farbunterschied zwischen den Geräten erkannt werden. Außerdem sieht man das die Tiefenschärfe beim iPhone 4S besser wiedergegeben wird, welches durch die kleinere Blende des Objektives bewerkstelligt wird.

Links: iPhone 4S - Rechts: Galaxy Nexus

Auch bei diesem Ausschnitt kann gut erkannt werden, dass das iPhone 4S einen Vorsprung gegen über dem Galaxy Nexus hat. Die Bilder vom iPhone 4S wirken detaillierter und schärfer. Dagegen verschwimmen beim Galaxy Nexus etwas die Details im Bild und es ist eine leichte Unschärfe zu erkennen.

Links: iPhone 4S - Rechts: Galaxy Nexus

Im Endeffekt sind beide Smartphones sehr ähnlich in ihrer Leistung und Software-Qualität, weshalb man bedenkenlos zu beiden Handys greifen kann. Entscheidend wird wohl nur die eigene Einstellung zu den Firmenphilosophien sein. Will man ein offenes System mit etwas weniger Apps, sollte man das Nexus nehmen. Wenn man ein von Apple kontrolliertes System haben möchte, welches dafür eine größere App-Auswahl anbietet, sollte man zum iPhone 4S greifen.

Wenn ihr weitere Vergleiche wünscht, schreibt einfach ein Kommentar. Wir werden es dann nachreichen.

Zu guter Letzt wollen wir euch noch ein paar Impressionen des Galaxy Nexus und des iPhone 4S präsentieren. So kann man sehr gut die äußeren Unterschiede zwischen ihnen erkennen.