Bundesnetzagentur: Mehrwertsteuersenkung kann auch bei 0180- und 0137-Rufnummern erfolgen

Bundesnetzagentur: Mehrwertsteuersenkung kann auch bei 0180- und 0137-Rufnummern erfolgen – Im Mobilfunk-Bereich haben bereits einige Anbieter angekündigt, die Preise im Zuge der Mehrwertsteuerabsenkungen ebenfalls senken zu wollen. Bei den Sonderrufnummern 0180 und 0137 ist das nicht ganz so einfach, denn hier gibt es keinen freien Markt, sondern regulierte Preise, die direkt von der Bundesnetzagentur vorgeschrieben sind.

Die Behörde hat aber nun entschieden, eine Absenkung zu erlauben und daher können die Anbieter dieser Rufnummern bei den Preisen ab 1. Juli die Senkung der Mehrwertsteuer an die Kunden weiter geben.

Die Bundesnetzagentur schreibt im Original dazu:

Damit die Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung auch bei den Preisen für Anrufe bei 0180er Rufnummern für Service-Dienste und 0137er Rufnummern für Massenverkehrsdienste möglich ist, hat die Bundesnetzagentur entschieden, ein Abweichen von den markteinheitlich regulierten Festnetz-Endkundenpreisen zu erlauben. „Die Entlastung der Verbraucher durch die Senkung der Mehrwertsteuer kann jetzt im Telekommunikationsmarkt vollumfänglich vorgenommen werden,“ sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Eine Pflicht zu Senkung der Preise ist das aber nicht. Nach wie vor können die Anbieter von 0180- und 0137-Rufnummern selbst entscheiden, ob sie die Senkung an ihre Kunden weiter geben und daher die Minuten-Kosten günstiger machen. Es kann aber auch sein, dass diese die Preise beibehalten. Es gibt für diese Nummern allerdings eine kostenlose Preisansage-Pflicht (vor dem Gespräch) und dort kann man als Verbraucher erfahren, ob es neue Preise gibt oder die alten Preise ohne Senkung weiter geführt werden.

Hintergrund

0180er Rufnummern dürfen ausschließlich für die Erbringung von Service-Diensten genutzt werden. Klassisches Einsatzfeld dieser Nummern sind Hotlines. Für Service-Dienste sind abhängig von der ersten Ziffer nach der Ziffernfolge 0180 Preise zwischen 3,9 und 14 Cent/Minute bzw. von 6 oder 20 Cent pro Anruf aus dem Festnetz und von maximal 42 Cent/Minute bzw. maximal 60 Cent pro Anruf aus dem Mobilfunknetz festgelegt.

(0)137er Rufnummern für Massenverkehrsdienste dürfen ausschließlich für die Erbringung von Diensten genutzt werden, die durch ein hohes Verkehrsaufkommen in kurzen Zeitintervallen charakterisiert sind. Beispiele sind die Möglichkeiten der Stimmabgabe oder der Meldung für die Teilnahme an einem Gewinnspiel. Für den Anruf von Massenverkehrsdiensten aus dem Festnetz hat die Bundesnetzagentur abhängig von der ersten Ziffer nach der Ziffernfolge 0137 einen Preis von 14 Cent/Minute bzw. zwischen 14 Cent und 1 Euro pro Anruf festgelegt.

LTE-Ausbau: alle Netzbetreiber verfehlen die Auflagen beim Ausbau der Handy-Netze

LTE-Ausbau: alle Netzbetreiber verfehlen die Auflagen beim Ausbau der Handy-Netze – Die Bundesnetzagentur hat die Prüfung der Versorgungsauflagen für die Netzbetreiber beim LTE Ausbau abgeschlossen und die Ergebnisse veröffentlicht. Hintergrund war dabei, dass die LTE Frequenzen mit der Auflage versteigert wurde, das Netz nach bestimmen Kriterien auszubauen. Die Frist dafür war zum 1. Januar 2020 abgelaufen.  Die Bundesnetzagentur hat in den Zuteilungen der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen den Mobilfunknetzbetreibern auferlegt, dass diese ab dem 1. Januar 2020 bundesweit 98% der Haushalte und je Bundesland 97% der Haushalte mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen haben. Überdies sind die Hauptverkehrswege (Bundesautobahn und Schiene) vollständig zu versorgen.

Die Prüfung kommt aber eher zu einem ernüchternden Ergebnis. Alle drei Mobilfunknetzbetreiber haben die Auflagen nicht in vollem Umfang erfüllt, je nach Netz und Betreiber ist man dem Ziel dabei mehr oder weniger nahe gekommen.

Die Bundesnetzagentur schreibt dazu im Original:

  • Die Überprüfungen durch die Bundesnetzagentur haben ergeben, dass Telefónica die Auflagen in allen 13 Flächenbundesländern und für die Hauptverkehrswege mit nur ca. 80% nicht erfüllt hat.
  • Die Telekom hat die Auflagen in insgesamt drei Flächenbundesländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland) knapp verfehlt und für die Hauptverkehrswege mit 97% für die Autobahnen und 96% für die Schienenwege nicht erfüllt.
  • Für Vodafone haben die Überprüfungen der Bundesnetzagentur ergeben, dass die Auflagen in insgesamt vier Flächenbundesländern (Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) und für die Hauptverkehrswege nicht fristgerecht erfüllt wurden. Die Hauptverkehrswege liegen mit einem Versorgungsgrad von 96% bei den Autobahnen und 95% bei den Schienenwegen unterhalb der Versorgungsauflage.

Konsequenzen aus diesen nicht erreichten Zielen müssen die Netzbetreiber vorerst nicht befürchten. Die Bundesnetzagentur hat eine Nachfrist gesetzt und gibt den Handynetz-Betreibern Zeit, die Auflagen bis spätestens 31. Dezember 2020 noch zu erfüllen. Erst danach wird es möglicherweise Zangsgelder gegen die Unternehmen geben.

Hintergrund für den LTE Ausbau und die Versorgungsauflagen ist unter anderem auch, dass die 3G Netze mittelfristig abgeschaltet werden sollen. Dann muss ein flächendeckendes Netz mit LTE zur Verfügung stehen um diesen Wegfall kompensieren zu können.

Zahl LTE Simkarten

Bundesnetzagentur: Netze in Deutschland sind belastet aber stabil

Bundesnetzagentur: Netze in Deutschland sind belastet aber stabil – Durch die Corona Krise sind viele Menschen mehr im Netz und das macht sich auch bei der Last auf den mobilen und Kabel-Netzen bemerkbar. Bisher gibt es dabei aber kaum Probleme und die Bundesnetzagentur bescheinigt Deutschland in diesem Bereich eine stabile Infrastruktur, die auch mit der starken Nutzung umgehen kann.

Die Netze sind derzeit stabil und gravierende Beeinträchtigungen werden aktuell nicht erwartet. Die Anbieter sind auf eine Zunahme des Datenverkehrs gut vorbereitet„, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Konkret schreibt die BNetzA dazu:

Während der aktuellen Corona-Krise werden aufgrund von Schulschließungen und Heimarbeit das Internet und damit die Telekommunikationsnetze in Deutschland stärker als üblich genutzt. Insbesondere Dienste wie Videostreaming und Downloads von Online-Spielen sind sehr datenintensiv.

Die Bundesnetzagentur steht in regelmäßigem Austausch mit der Telekommunikationsbranche. Die Unternehmen berichten der Bundesnetzagentur täglich über die Situation in den Netzen.

Sollte es wider Erwarten zu einer Überlastsituation kommen, können die Telekommunikationsunternehmen im Einklang mit der Netzneutralitätsverordnung angemessene Maßnahmen ergreifen, um die Überlastung zu mindern. Das kann zum Beispiel die Reduzierung der Qualität einzelner Dienste beinhalten. Die Bundesnetzagentur hat für diesen Fall einen Leitfaden mit Lösungen und Maßnahmen für ein zulässiges Verkehrsmanagement entwickelt.

Zu dieser Entwicklung hat wohl auch beigetragen, dass große Inhalteanbietern wie Netflix, Youtube, Amazon oder Facebook Maßnahmen vorgenommen haben, um den Traffic zu senken, beispielsweise in dem man die Übertragungsqualität etwas reduziert hat.

2018 erstmals mehr Gespräche im Mobilfunk-Netz als im Festnetz

2018 erstmals mehr Gespräche im Mobilfunk-Netz als im Festnetz – Die Bundesnetzagentur hat den Bericht für die Telekommunikation in 2018 und im ersten Quartal 2019 veröffentlicht und dabei auch einen Blick auf die Gespräche und Telefonate geworfen, die deutsche Nutzer im letzten Jahr geführt haben. Dabei ist das Gesprächsaufkommen in Deutschland weiter angestiegen und liegt nun bei fast 119 Milliarden Gesprächsminuten im Mobilfunk-Bereich. Zum ersten Mal wurden dabei mehr Gespräche vom Handy geführt als über das Festnetz.

Die Bundesnetzagentur schreibt dazu im Original:

Im Jahr 2018 wurden über Mobilfunknetze im Inland fast 119 Mrd. abgehende Gesprächsminuten geführt. Erstmalig war damit das Gesprächsvolumen im Mobilfunk größer als das in Festnetzen. Die Wachstumsrate der Mobiltelefonie ist 2018 gegenüber dem Vorjahr somit um 2 % gestiegen. In den letzten Jahren hat sich die Verkehrsstruktur der Mobilfunktelefonate nur leicht verändert. 2018 wurden etwa 40 % der Gesprächsminuten innerhalb des eigenen Mobilfunknetzes (on-net) geführt. Rund 25 % des Gesprächsvolumens entfielen auf Gespräche in das deutsche Festnetz.
Mehr als 94 Mrd. Minuten kamen im Jahr 2018 in Mobilfunknetzen an. Davon entfielen knapp 50 % auf Gesprächsminuten aus dem eigenen Mobilfunknetz und rund 36 % auf Gesprächsminuten aus fremden Mobilfunknetzen.

Zu dieser Entwicklung hat natürlich auch beigetragen, dass seit einigen Jahren fast nur noch Allnet Flat vertrieben werden und es daher mittlerweile für die meisten Kunden gar keinen Unterschied macht, ob sie mit dem Handy oder Festnetz telefonieren. Die Gespräche auf dem Handy sind auch kostenlos und daher greifen Kunden auch immer problemloser zum Handy, wenn es schnell eine Verbindung benötigt wird. Moderne Browser arbeiten dabei auch eng mit dem Handy zusammen – oft kann man Rufnummer auf dem Browser direkt anrufen und dies macht es natürlich ebenfalls einfacher, Gespräche und Telefonate direkt vom Handy aus zu führen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Zahl von Gesprächsminuten zu anderen Diensten (Premium-, Shared-Cost- und Sonderrufnummern) im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken ist und sich in den letzten Jahren kaum verändert hat. Diese Dienste sind in der Regel nicht bei Allnet Flat mit enthalten und werden separat abgerechnet. Der positive Effekt von Allnetflatrates kommt bei diesen Verbindungen nicht zu Geltung und daher gibt es hier auch eher einen Rückgang. Es kann aber natürlich auch sein, dass die Voting-.Formate im TV mittlerweile eher an Attraktivität verloren haben und so bei diesen massenwirksamen Angeboten weniger Umsatz gemacht gemacht wird.

 

Bundesnetzagentur: neue Sicherheitsanforderungen für Netze und vor allem 5G

Bundesnetzagentur: neue Sicherheitsanforderungen für Netze und vor allem 5G – Die Bundesnetzagentur legt die Sicherheitsstandards für das Betreiben von Telekommunikations- und Datenverarbeitungssysteme fest. Dieser Katalog soll nun überarbeitet werden um den Netzbetrieb an die aktuellen Sicherheitsanforderungen anzupassen. Hintergrund ist dabei auch die Diskussion im Huawei und die Sicherheitsbedenken, die besonders von den USA immer wieder geäußert werden. Mit den neuen Sicherheitsanforderungen an den Netzbetrieb will die Bundesnetzagentur solchen Bedenken von Anfang an den Nährboden entziehen. Die neuen Sicherheitsanforderungen gelten aber nicht nur für Huawei und auch nicht nur für die 5G Netze – der Fokus in den nächsten Jahren wird aber sicher auf dem 5G Aufbau liegen und daher möchte man dies auch besonders absichern.

Die technische Fortentwicklung der Mobilfunknetze bedeutet mehr Geschwindigkeit, Effizienz und Effektivität in wirtschaftlichen und behördlichen Abläufen, mehr Komfort und Bequemlichkeit im privaten Bereich. Dies wird uns jedoch nur dann gelingen, wenn wir von Anfang an für ein angemessenes Risikomanagement sorgen, etwa durch den Einsatz geeigneter Verschlüsselungsverfahren. Mit dem aktualisierten Sicherheitskatalog stellen wir durch technische Anforderungen an Telekommunikationsnetze sicher, dass Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Kommunikation auf einem hohen Niveau gewährleistet werden„, erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Zukünftig soll es für den Netzbetrieb weitere Anforderungen geben. Im Entwurf der Bundesnetzagentur ist dabei festgehalten, dass

  • kritische Komponenten zertifiziert werden,
  • ein Nachweis der Vertrauenswürdigkeit von Herstellern und Lieferanten eingeholt wird,
  • die Produktintegrität sichergestellt ist,
  • ein Sicherheitsmonitoring eingeführt ist,
  • nur eingewiesenes Fachpersonal in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt wird,
  • genügend Redundanzen vorhanden sind und
  • Monokulturen vermieden werden.

Die Regelungen sind dabei noch nicht in Kraft getreten, sondern das Papier ist bisher nur ein Entwurf. Von den Herstellern, den Verbänden der Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze und den Verbänden der Anbieter öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste können jetzt noch Anregungen und Stellungnahmen dazu kommen.

Huawei hat bereits auf den Entwurf reagiert und begrüßt den Vorstoß der Bundesnetzagentur, die einheitlichen Standards für alle Wettbewerber gleichermaßen zu gestalten:

Oberverwaltungsgericht NRW: Telekom darf StreamOn vorerst nicht weiter betreiben

Der gerichtliche Streit um das Stream-On Angebot der Telekom hat einen neuen Höhepunkt erreicht. In einem Eilverfahren bestätigt das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen nun, dass diese Option gegen das Gebot der Netzneutralität verstößt und damit in dieser Form nicht weiter betrieben werden kann. Geklagt hatte die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde für den Bereich Telekommunikation.

Nach dem Urteil darf das Unternehmen nun das „Produkt „StreamOn“ in der bisherigen Form vorläufig nicht weiterbetreiben“. Das wäre ein herber Schlag für alle Kunden, die dies bereits nutzen.

Konkret schreibt die Richter:

Die Telekom Deutschland GmbH darf das von ihr angebotene Produkt „StreamOn“ in der bisherigen Form vorläufig nicht weiterbetreiben. Dies hat das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in einem durch die Telekom Deutschland GmbH gegen die Bundesnetzagentur angestrengten Eilverfahren entschieden und damit die erstinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln bestätigt.

[…]

Zur Begründung führte der 13. Senat aus, der Grundsatz der Netzneutralität verpflichte die Anbieter von Internetzugangsdiensten zur Gleichbehandlung allen Datenverkehrs. Hiergegen werde verstoßen, wenn die Übertragungsgeschwindigkeit für Videostreaming gegenüber anderen Diensten oder Anwendungen gezielt gedrosselt werde. Da der Grundsatz der Neutralität ein grundlegendes Funktionsprinzip des Internets zugunsten sämtlicher Nutzer schütze, sei es auch unerheblich, ob der Kunde mit der Buchung von „StreamOn“ in die Drosselung eingewilligt habe.

Das Urteil ist allerdings erst im Eilverfahren getroffen. Eine endgültige Entscheidung zu dieser Sache steht damit noch aus, es geht hier vorläufig nur darum ob die Telekom StreamOn weiter anbieten darf, bis das endgültige Urteil gesprochen ist, wobei das Gericht aber auch hier sehr gute Chancen für einen Sieg der Bundesnetzagentur sieht und daher dem Stopp der Stream-On Vermarktung zustimmt.

Mittlerweile bietet die Telekom neben dem ursprüngliche Stream-On Angebote noch weitere Optionen dieser Art an. Das Urteil bezieht sich wohl aber nur auf die Streaming-Option, allerdings würde die Begründung des OVG auch für alle anderen Optionen dieser Art gelten und möglicherweise auch für andere Anbieter. Auch Vodafone nutzt beispielsweise unter dem Namen GigaPass vergleichbare Angebote.

Bundesnetzagentur: Preise für die „letzte Meile“ sollen steigen

Die Telekom hält nach wie vor das größte deutsche Kabelnetz und kann fast alle Haushalte in Deutschland auf diese Weise erreichen. Allerdings ist dieses Netz reguliert und unter anderem muss die Telekom auch anderen Anbieter den Zugang zum Kabelnetz gewähren, damit auch diese ihre Internet-Angebote bereit stellen können. Drittanbieter können daher die sogenannte Teilnehmeranschlussleitung (TAL) oder „letzte Meile“ mieten – die Preise dafür werden aber nicht frei festgelegt, sondern über die Bundesnetzagentur. Diese prüft Bedarf und Kosten für das Netz und legt danach Zugangspreise fest.

Die Bundesnetzagentur schlägt nun vor, dass ab 1. Juli 2019 die Telekom höhere Gebühren für den Zugang zur letzten Meile verlangen darf.

Konkret sind folgende neuen Preise im Gespräch:

  • Preise für die Anmietung der TAL am Hauptverteiler (HVtTAL) sollen von 10.02 Euro auf 11.19 Euro steigen
  • Preise für den Zugang zur TAL an einem Kabelverzweiger (KVzTAL) soll von 6,77 Euro auf 7.05 Euro steigen

Die Bundesnetzagentur schreibt dazu im Original:

Mit dem monatlichen Überlassungsentgelt werden in erster Linie die erforderlichen Investitionen beispielsweise für das Material und die Verlegung der „letzten Meile“ abgedeckt.

Die Erhöhung der Entgelte für den Zugang zur „letzten Meile“ resultiert aus dem Anstieg nahezu sämtlicher relevanter Preisparameter (insbesondere der Tiefbaupreise, darüber hinaus beispielsweise auch der Kupferpreise, des Stundensatzes für die Montagearbeiten sowie der Preise bei Vergabe an Auftragnehmer). Gegenläufige kostensenkende Effekte, wie etwa die erstmalige Berücksichtigung einer anteiligen oberirdischen Verlegung der „letzten Meile“ und eine weitergehende Berücksichtigung inzwischen vollständig abgeschriebener Kabelkanalanlagen und -schächte, die für den Glasfaserausbau wiederverwendet werden können, kompensieren die Koststeigerungen dieses Mal nicht.

Die Preise sind dabei für die Abrechnung der Unternehmen untereinander relevant und werden nicht direkt von den Endkunden gezahlt. Allerdings ist natürlich zu erwarten, dass die Erhöhung auch in Teilen oder ganz eingepreist werden und so dann doch von den Endkunden gezahlt werden müssen. Der Vorschlag wird aber noch diskutiert werden müssen, neben den Anbietern selbst müssen auch die europäischen Regulierungsbehörden zustimmen.

Bundesnetzagentur erhöht die Sicherheitsanforderungen für Handy-Netze

Die Bundesnetzagentur hat zusätzliche Sicherheitsanforderungen für mobile Netze veröffentlicht und reagiert damit wohl auf die aktuelle Debatte rund um Sicherheit und Technik beim Netzausbau. Besonders die USA machen immer wieder Druck gegen Huawei, weil man dem Unternehmen unterstellt, Drittzugriffe in den eigenen Netzkomponenten zu ermöglichen. Dafür gibt es zwar bisher keine öffentlichen Belege, aber diese Vorwürfe werden schon seit mehreren Jahren immer wieder erhoben.

Die Bundesnetzagentur ergänzt daher die aktuellen Sicherheitsanforderungen für Handy-Netze mit einigen zusätzlichen Punkte. Diese betreffen unter anderem den zukünftigen 5G Ausbau aber auch bereits die aktuellen Netze.

Die neuen Anforderungen der Bundesnetzagentur sehen dabei wie folgt aus:

  • Systeme dürfen nur von vertrauenswürdigen Lieferanten bezogen werden, die nationale Sicherheitsbestimmungen sowie Bestimmungen zum Fernmeldegeheimnis und zum Datenschutz zweifelsfrei einhalten.
  • Der Netzverkehr muss regelmäßig und kontinuierlich auf Auffälligkeiten hin beobachtet werden, und im Zweifelsfall sind geeignete Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen.
  • Sicherheitsrelevante Netz- und Systemkomponenten (kritische Kernkomponenten) dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie von einer vom BSI anerkannten Prüfstelle auf IT– Sicherheit überprüft und vom BSI zertifiziert wurden. Kritische Kernkomponenten dürfen nur von vertrauenswürdigen Lieferanten/Herstellern bezogen werden. Dies schließt auch eine Zusicherung der Vertrauenswürdigkeit seitens der Lieferanten/ Hersteller ein.
  • Sicherheitsrelevante Netz- und Systemkomponenten (kritische Kernkomponenten) dürfen nur nach einer geeigneten Abnahmeprüfung bei Zulieferung eingesetzt werden und müssen regelmäßig und kontinuierlich Sicherheitsprüfungen unterzogen werden. Die Definition der sicherheitsrelevanten Komponenten (kritische Kernkomponenten) erfolgt einvernehmlich zwischen BNetzA und BSI.
  • In sicherheitsrelevanten Bereichen darf nur eingewiesenes Fachpersonal eingesetzt werden.
  • Es ist nachzuweisen, dass die für ausgewählte, sicherheitsrelevante Komponenten geprüfte Hardware und der Quellcode am Ende der Lieferkette tatsächlich in den verwendeten Produkten zum Einsatz kommen.
  • Bei Planung und Aufbau der Netze sollen „Monokulturen“ durch Einsatz von Netz- und Systemkomponenten unterschiedlicher Hersteller vermieden werden.
  • Bei Auslagerung von sicherheitsrelevanten Aufgaben dürfen ausschließlich fachkompetente, zuverlässige und vertrauenswürdige Auftragnehmer berücksichtigt werden.
  • Für kritische, sicherheitsrelevante Netz- und Systemkomponenten (kritische Kernkomponenten) müssen ausreichend Redundanzen vorgehalten werden.

Die kompletten Anforderungen sind unter www.bundesnetzagentur.de/sicherheitsanforderungen veröffentlicht.

Bundesnetzagentur anullierte hohe Rechnungen nach Router-Hacking

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) ist in einigen Fällen gegen missbräuchlich entstandene Verbindungsentgelte vorgegangen und hat dabei für mehrere Netzbetreiber ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot sowie Auszahlungsverbote erlassen.

Konkret ging es dabei um Router und Telefonanlagen, die von außen gehackt wurden und die danach dazu genutzt wurden um ohne Wissen der jeweiligen Anschlussinhaber Verbindungen aufzubauen. Dabei wurden die Systeme genutzt um Sonderrufnummern vor alle im Ausland anzurufen und so hohe Kosten aufzubauen. Diese werden dann teilweise an die Besitzer dieser Rufnummern ausgezahlt. Um dies zu verhindern wurde die Bundesnetzagentur nun aktiv und hat die Verbote erlassen. Die Betroffenen müssen daher diese ohne Rechnungen nicht bezahlen und es darf auch nichts ausgezahlt werden.

Insgesamt beläuft sich der Gesamtschaden in den jetzt veröffentlichen Fällen durch solche gekaperten Router auf über 200.000 Euro. Es geht also um durchaus hohe Beträge, die es lohnenswert machen, Router und Verbindungssysteme allgemein zu kapern.

Zu den Fällen selbst schreibt die Behörde konkret:

In einem Fall wurden zu Lasten von verschiedenen Endkunden über 600.000 Verbindungsminuten zu über 1.500 ausländischen Rufnummern und Satellitenrufnummern generiert. Diese Verbindungen hätten dabei einen Gesamtschaden über 200.000 Euro verursacht.

Über den Anschluss einer Stadtverwaltung wurden Anfang 2019 innerhalb von zehn Stunden unbemerkt über 5.000 Verbindungen zu rund 200 Auslandsrufnummern initiiert. Insgesamt sind in diesem Fall fast 59.000 Gesprächsminuten mit einem Schaden von mehreren tausend Euro generiert worden.

In einem weiteren Fall wurden über die Anwahl von vier ausländischen Rufnummern über Call-by-Call-Verbindungen am ersten Januarwochenende Verbindungskosten in Höhe von 24.000 Euro verursacht. Einem anderen Verbraucher wurden für die durch Hacking ausgelöste Anwahl ausländischer Rufnummern innerhalb von 24 Stunden über 10.000 € in Rechnung gestellt.

An der Stelle sieht man recht deutlich, wie wichtig eine Absicherung von Routern und Modem auch für Privatpersonen ist. Oft unterschätzen Verbraucher die Gefahren, die durch gehackte Geräte entstehen können und gehen in erster Linie davon aus, dass ihre Systeme schon nicht so wichtig sein werden, um sie anzugreifen. Wenn es allerdings immer mehr ein lukratives Geschäft ist, diese Technik anzugreifen, werden sich sicher auch die Fälle im privaten Bereich häufen. Daher ist es wichtig, dass die Bundesnetzagentur hier frühzeitig eingreift und klar macht, dass auch ein gehackter Router keine Garantie für Auszahlungen von Telefongebühren ist. Auf diese Weise wird eventuellen Angreifern von Anfang an das Geschäftsmodell unterbunden.

Die Behörde gibt darüber hinaus gleich noch einige grundsätzliche Tipps zur Absicherung der Telefonanlage:

  1. Schützen Sie Ihre Systeme mit individuellen und sicheren Passwörtern. Informationen zur Erstellung sicherer Passwörter gibt es auf der Homepage des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (www.bsi-fuer-buerger.de).
  2. Sperren Sie grundsätzlich nicht benötigte Zielrufnummern (z.B. Auslandsnummern, Sonderrufnummern). Sperrungen kann man im Router bzw. in der TK-Anlage einrichten, bestimmte Rufnummernarten wie Sonderrufnummern kann man zudem beim Netzbetreiber netzseitig sperren.
  3. Aktualisieren Sie regelmäßig und unverzüglich nach Herstellerfreigabe die Software Ihrer Endgeräte.
  4. Überprüfen Sie regelmäßig ihre Rechnung auf Auffälligkeiten.

Sollten dennoch merkwürdige Kosten auf der Rechnung auftauchen, die man selbst nicht zuordnen kann, sollte man sich als Verbraucher ebenfalls an die Bundesnetzagentur wenden. Die Behörde bietet dazu ein spezielles Formular an, das generell bei Fragen rund um die Rechnungslegung der Anbieter genutzt werden kann und dies kann man auch in diesen Fällen verwenden: https://www.bundesnetzagentur.de/_tools/VSTK/Form01Beschwerde/Sonstiges/jsp?loadDB=new&SVNr=6&Eingabetyp=Beschwerde&Quelle=Kontaktformular&submit=0&SubmittedForm=0

Bundesnetzagentur: 10 Millionen Produkte wurden 2018 verboten

Die Bundesnetzgentur ist nicht nur die Aufsichtsbehörde für viele Bereiche der Telekommunikation, sondern überwacht auch im Bereich der Verbraucher, dass die Produkte auf dem deutschen Markt den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen und dass von ihnen keine Gefahr ausgeht.

Im Jahr 2018 hat die Bundesnetzagentur daher den Verkauf von über 10 Millionen Produkten im Online-Handel verboten. Diese Geräte können Funkstörungen bzw. elektromagnetische Unverträglichkeiten verursachen und dürfen in der EU nicht vertrieben werden. Weitere 1,63 Millionen Produkte hat die Behörde 2018 mit Vertriebsverboten oder Korrekturmaßnahmen bei Herstellern und Händlern in Deutschland belegt.

Die rasant steigenden Zahlen zeigen, wie wichtig unsere Überwachung des Online-Handels ist. Nur so können wir die Verbraucherinnen und Verbraucher wirksam schützen, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Immer mehr unsichere Produkte aus Fernost gelangen über das Internet auf den deutschen Markt. Wenn der Preis sehr niedrig ist, sollten Verbraucher zweimal hinschauen. Verbraucher sollten mindestens darauf achten, dass die Produkte über eine deutschsprachige Bedienungsanleitung verfügen und eine CE-Kennzeichnung haben.

Der größte Teil der verbotenen Geräte war dabei im Bereich Audio angesiedelt:

  • 4,14 Millionen Bluetooth-Lautsprecher,
  • 2,5 Millionen drahtlose Kopfhörer
  • 2,42 Millionen Smartwatches
  • 508.200 Handys und Smartphones
  • 123.000 ferngesteuerte Drohnen

Die von der Bundesnetzagentur geprüfte Anzahl von Gerätetypen im deutschen Einzelhandel belief sich im Jahr 2018 auf über 4.600. Die Behörde hat insgesamt 112 Vertriebsverbote und 713 Festsetzungsschreiben zur Behebung formaler Mängel für nicht konforme Produkte erlassen. Es waren rund 1,63 Millionen Produkte betroffen.

Die Vielzahl der verbotenen Geräte wird direkt durch Bestellungen aus Drittstaaten eingeführt und daher hat die Bundesnetzagentur auch die Zusammenarbeit mit dem Zoll in Deutschland intensiviert um eventuell problematischen Modellen und Geräten schneller aufspüren zu können. Im Jahr 2018 hat der Zoll 17.000 verdächtige Warensendungen an die Bundesnetzagentur gemeldet. Insgesamt umfassten diese Meldungen 240.000 Produkte. In mehr als 87 Prozent der Fälle erfolgte keine Freigabe der Produkte für den deutschen Markt. Verbraucher bekommen in solchen Fällen dann die Ware nicht ausgehändigt und müssen sich mit dem Händler auseinander setzen um eventuell ihr Geld wieder zu bekommen.