Bundesnetzagentur: 90.000 Beschwerden zum Rufnummernmissbrauch 2020

Bundesnetzagentur: 90.000 Beschwerden zum Rufnummernmissbrauch 2020 – Die Corona Pandemie hat im Bereich der missbräuchlichen Anrufe keine Entlastung gebracht. Das Beschwerdeaufkommen liegt in diesem Jahr wohl bei über 90.000 Fällen, die bei der Bundesnetzagentur gemeldet wurden. Damit bewegt sich die Zahl der Beschwerden nach wie vor auf einem hohem Niveau und ist ein problematischer Faktor bei der Nutzung von Telefonen und Smartphones.

Die Bundesnetzagentur schreibt dazu selbst:

Bis zum 15. Dezember 2020 erhielt die Bundesnetzagentur 88.541 schriftliche Beschwerden und Anfragen zu Rufnummernmissbrauch. Jeweils über 25.000 Eingaben betrafen dabei belästigende Anrufversuche und unerwünschte Fax-Werbung.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zahl der Beschwerden konnten nicht verzeichnet werden. Die Bundesnetzagentur ist jedoch in Fällen eingeschritten, in denen Verbrauchern im Zuge situationsbedingter Stornierungen von Flügen oder Urlaubsunterkünften erhebliche Kosten durch den Einsatz rechtswidriger Warteschleifen entstanden sind.

Zur Bekämpfung von Rufnummernmissbrauch hat die Bundesnetzagentur bereits über 700 Rufnummern abgeschaltet und zu rund 5.500 Rufnummern Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbote erlassen. Erneut konnten insbesondere in Hackingfällen unberechtigte Zahlungen in erheblichem Umfang aufgehalten werden.

Bessere Nachrichten gibt es dageben bei sogenannten Ping-Anrufen. Damit sind kurze Anwählversuche gemeint, bei denen darauf abgezielt wird, dass der Angerufene zurückruft und dann eine entsprechend teure Nummer wählt. Die Zahl der Beschwerden zu dieser Form der Anrufe ist deutlich gesunken. Nach über 31.000 Beschwerden im Vorjahr, erreichten die Bundesnetzagentur bisher etwa 6.500 Beschwerden zu diesem Themenbereich. Möglicher Hintergrund für diesen Rückgang sind Preisansagen, die mittlerweile bei bestimmten Ländern vor die Anrufe geschaltet werden müssen. Damit sind Verbraucher besser informiert, welche Kosten entstehen und können Rückrufe auch schnell wieder abbrechen.

Bundesnetzagentur: deutschlandweite Mobilfunk-Karte veröffentlicht

Bundesnetzagentur: deutschlandweite Mobilfunk-Karte veröffentlicht – Die Bundesnetzagentur stellt eine Mobilfunk-Karte zur Verfügung, auf der man für alle Regionen in Deutschland die Netzabdeckung abfragen kann. Die Anbieter haben selbst bereits solche Karte für ihre eigenen Netz. Bei der Bundesnetzagentur gibt es die Abfrage nun über alle Mobilfunk-Netz zusammen. Wer also wissen will, wo es in der eigenen Region das beste Netz gibt und welcher Anbieter das zur Verfügung stellt, kann dies über diese Karte abfragen. Der Zugriff ist dabei kostenlos. Die Karte steht hier zur Verfügung:

Die Behörde schreibt selbst dazu:

Die Informationen zur Netzabdeckung sollen insbesondere zur Identifizierung der gänzlich unversorgten Gebiete („kein Netz“) und der unterversorgten Gebiete („kein LTE“) in Deutschland beitragen. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich zudem die Mobilfunkversorgung anzeigen lassen, um sich vor Vertragsschluss über die Netzabdeckung der Anbieter an jedem Standort zu informieren. Neben Breitbandmessung und Funkloch-Karte ergänzt die Mobilfunk-Karte dort das Informationsangebot der Bundesnetzagentur zum Thema Breitband.

Die Karte zeigt, dass 96,5 Prozent der Fläche in Deutschland von mindestens einem Mobilfunknetzbetreiber mit 4G (LTE) versorgt sind. Berücksichtigt man zusätzlich die Versorgung mit 3G sind sogar
97,3 Prozent der Fläche versorgt. Gebiete ohne Mobilfunkversorgung bilden zusammen 0,3 Prozent der Landesfläche. Die Karte basiert auf den von den Mobilfunknetzbetreibern bereitgestellten Versorgungsdaten.

5G steht bei der Abfrage aktuell aber noch nicht zur Verfügung. Die 5G Technik wird daher wohl erst in zukünftigen Updates mit eingetragen. Das ist schade, weil sich die Kunden mittlerweile sicher auch im 5G Bereich gerne informiert hätten. Das kann man aber natürlich weiterhin über die einzelnen Netzausbaukarten der jeweiligen Anbieter tun. Die Karten der anderen Anbieter gibt es hier:

Auch diese sind natürlich kostenfrei und bilden in erster Linie die theoretischen Angebote ab. Zukünftig sollen auch die Verbindungsabbrüche bei der Sprachtelefonie mit abgebildet werden. Wann es soweit ist, bleibt aber offen.

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Bundesnetzagentur: Mehrwertsteuersenkung kann auch bei 0180- und 0137-Rufnummern erfolgen

Bundesnetzagentur: Mehrwertsteuersenkung kann auch bei 0180- und 0137-Rufnummern erfolgen – Im Mobilfunk-Bereich haben bereits einige Anbieter angekündigt, die Preise im Zuge der Mehrwertsteuerabsenkungen ebenfalls senken zu wollen. Bei den Sonderrufnummern 0180 und 0137 ist das nicht ganz so einfach, denn hier gibt es keinen freien Markt, sondern regulierte Preise, die direkt von der Bundesnetzagentur vorgeschrieben sind.

Die Behörde hat aber nun entschieden, eine Absenkung zu erlauben und daher können die Anbieter dieser Rufnummern bei den Preisen ab 1. Juli die Senkung der Mehrwertsteuer an die Kunden weiter geben.

Die Bundesnetzagentur schreibt im Original dazu:

Damit die Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung auch bei den Preisen für Anrufe bei 0180er Rufnummern für Service-Dienste und 0137er Rufnummern für Massenverkehrsdienste möglich ist, hat die Bundesnetzagentur entschieden, ein Abweichen von den markteinheitlich regulierten Festnetz-Endkundenpreisen zu erlauben. „Die Entlastung der Verbraucher durch die Senkung der Mehrwertsteuer kann jetzt im Telekommunikationsmarkt vollumfänglich vorgenommen werden,“ sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Eine Pflicht zu Senkung der Preise ist das aber nicht. Nach wie vor können die Anbieter von 0180- und 0137-Rufnummern selbst entscheiden, ob sie die Senkung an ihre Kunden weiter geben und daher die Minuten-Kosten günstiger machen. Es kann aber auch sein, dass diese die Preise beibehalten. Es gibt für diese Nummern allerdings eine kostenlose Preisansage-Pflicht (vor dem Gespräch) und dort kann man als Verbraucher erfahren, ob es neue Preise gibt oder die alten Preise ohne Senkung weiter geführt werden.

Hintergrund

0180er Rufnummern dürfen ausschließlich für die Erbringung von Service-Diensten genutzt werden. Klassisches Einsatzfeld dieser Nummern sind Hotlines. Für Service-Dienste sind abhängig von der ersten Ziffer nach der Ziffernfolge 0180 Preise zwischen 3,9 und 14 Cent/Minute bzw. von 6 oder 20 Cent pro Anruf aus dem Festnetz und von maximal 42 Cent/Minute bzw. maximal 60 Cent pro Anruf aus dem Mobilfunknetz festgelegt.

(0)137er Rufnummern für Massenverkehrsdienste dürfen ausschließlich für die Erbringung von Diensten genutzt werden, die durch ein hohes Verkehrsaufkommen in kurzen Zeitintervallen charakterisiert sind. Beispiele sind die Möglichkeiten der Stimmabgabe oder der Meldung für die Teilnahme an einem Gewinnspiel. Für den Anruf von Massenverkehrsdiensten aus dem Festnetz hat die Bundesnetzagentur abhängig von der ersten Ziffer nach der Ziffernfolge 0137 einen Preis von 14 Cent/Minute bzw. zwischen 14 Cent und 1 Euro pro Anruf festgelegt.

LTE-Ausbau: alle Netzbetreiber verfehlen die Auflagen beim Ausbau der Handy-Netze

LTE-Ausbau: alle Netzbetreiber verfehlen die Auflagen beim Ausbau der Handy-Netze – Die Bundesnetzagentur hat die Prüfung der Versorgungsauflagen für die Netzbetreiber beim LTE Ausbau abgeschlossen und die Ergebnisse veröffentlicht. Hintergrund war dabei, dass die LTE Frequenzen mit der Auflage versteigert wurde, das Netz nach bestimmen Kriterien auszubauen. Die Frist dafür war zum 1. Januar 2020 abgelaufen.  Die Bundesnetzagentur hat in den Zuteilungen der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen den Mobilfunknetzbetreibern auferlegt, dass diese ab dem 1. Januar 2020 bundesweit 98% der Haushalte und je Bundesland 97% der Haushalte mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen haben. Überdies sind die Hauptverkehrswege (Bundesautobahn und Schiene) vollständig zu versorgen.

Die Prüfung kommt aber eher zu einem ernüchternden Ergebnis. Alle drei Mobilfunknetzbetreiber haben die Auflagen nicht in vollem Umfang erfüllt, je nach Netz und Betreiber ist man dem Ziel dabei mehr oder weniger nahe gekommen.

Die Bundesnetzagentur schreibt dazu im Original:

  • Die Überprüfungen durch die Bundesnetzagentur haben ergeben, dass Telefónica die Auflagen in allen 13 Flächenbundesländern und für die Hauptverkehrswege mit nur ca. 80% nicht erfüllt hat.
  • Die Telekom hat die Auflagen in insgesamt drei Flächenbundesländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland) knapp verfehlt und für die Hauptverkehrswege mit 97% für die Autobahnen und 96% für die Schienenwege nicht erfüllt.
  • Für Vodafone haben die Überprüfungen der Bundesnetzagentur ergeben, dass die Auflagen in insgesamt vier Flächenbundesländern (Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) und für die Hauptverkehrswege nicht fristgerecht erfüllt wurden. Die Hauptverkehrswege liegen mit einem Versorgungsgrad von 96% bei den Autobahnen und 95% bei den Schienenwegen unterhalb der Versorgungsauflage.

Konsequenzen aus diesen nicht erreichten Zielen müssen die Netzbetreiber vorerst nicht befürchten. Die Bundesnetzagentur hat eine Nachfrist gesetzt und gibt den Handynetz-Betreibern Zeit, die Auflagen bis spätestens 31. Dezember 2020 noch zu erfüllen. Erst danach wird es möglicherweise Zangsgelder gegen die Unternehmen geben.

Hintergrund für den LTE Ausbau und die Versorgungsauflagen ist unter anderem auch, dass die 3G Netze mittelfristig abgeschaltet werden sollen. Dann muss ein flächendeckendes Netz mit LTE zur Verfügung stehen um diesen Wegfall kompensieren zu können.

Zahl LTE Simkarten

Bundesnetzagentur: Netze in Deutschland sind belastet aber stabil

Bundesnetzagentur: Netze in Deutschland sind belastet aber stabil – Durch die Corona Krise sind viele Menschen mehr im Netz und das macht sich auch bei der Last auf den mobilen und Kabel-Netzen bemerkbar. Bisher gibt es dabei aber kaum Probleme und die Bundesnetzagentur bescheinigt Deutschland in diesem Bereich eine stabile Infrastruktur, die auch mit der starken Nutzung umgehen kann.

Die Netze sind derzeit stabil und gravierende Beeinträchtigungen werden aktuell nicht erwartet. Die Anbieter sind auf eine Zunahme des Datenverkehrs gut vorbereitet„, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Konkret schreibt die BNetzA dazu:

Während der aktuellen Corona-Krise werden aufgrund von Schulschließungen und Heimarbeit das Internet und damit die Telekommunikationsnetze in Deutschland stärker als üblich genutzt. Insbesondere Dienste wie Videostreaming und Downloads von Online-Spielen sind sehr datenintensiv.

Die Bundesnetzagentur steht in regelmäßigem Austausch mit der Telekommunikationsbranche. Die Unternehmen berichten der Bundesnetzagentur täglich über die Situation in den Netzen.

Sollte es wider Erwarten zu einer Überlastsituation kommen, können die Telekommunikationsunternehmen im Einklang mit der Netzneutralitätsverordnung angemessene Maßnahmen ergreifen, um die Überlastung zu mindern. Das kann zum Beispiel die Reduzierung der Qualität einzelner Dienste beinhalten. Die Bundesnetzagentur hat für diesen Fall einen Leitfaden mit Lösungen und Maßnahmen für ein zulässiges Verkehrsmanagement entwickelt.

Zu dieser Entwicklung hat wohl auch beigetragen, dass große Inhalteanbietern wie Netflix, Youtube, Amazon oder Facebook Maßnahmen vorgenommen haben, um den Traffic zu senken, beispielsweise in dem man die Übertragungsqualität etwas reduziert hat.

2018 erstmals mehr Gespräche im Mobilfunk-Netz als im Festnetz

2018 erstmals mehr Gespräche im Mobilfunk-Netz als im Festnetz – Die Bundesnetzagentur hat den Bericht für die Telekommunikation in 2018 und im ersten Quartal 2019 veröffentlicht und dabei auch einen Blick auf die Gespräche und Telefonate geworfen, die deutsche Nutzer im letzten Jahr geführt haben. Dabei ist das Gesprächsaufkommen in Deutschland weiter angestiegen und liegt nun bei fast 119 Milliarden Gesprächsminuten im Mobilfunk-Bereich. Zum ersten Mal wurden dabei mehr Gespräche vom Handy geführt als über das Festnetz.

Die Bundesnetzagentur schreibt dazu im Original:

Im Jahr 2018 wurden über Mobilfunknetze im Inland fast 119 Mrd. abgehende Gesprächsminuten geführt. Erstmalig war damit das Gesprächsvolumen im Mobilfunk größer als das in Festnetzen. Die Wachstumsrate der Mobiltelefonie ist 2018 gegenüber dem Vorjahr somit um 2 % gestiegen. In den letzten Jahren hat sich die Verkehrsstruktur der Mobilfunktelefonate nur leicht verändert. 2018 wurden etwa 40 % der Gesprächsminuten innerhalb des eigenen Mobilfunknetzes (on-net) geführt. Rund 25 % des Gesprächsvolumens entfielen auf Gespräche in das deutsche Festnetz.
Mehr als 94 Mrd. Minuten kamen im Jahr 2018 in Mobilfunknetzen an. Davon entfielen knapp 50 % auf Gesprächsminuten aus dem eigenen Mobilfunknetz und rund 36 % auf Gesprächsminuten aus fremden Mobilfunknetzen.

Zu dieser Entwicklung hat natürlich auch beigetragen, dass seit einigen Jahren fast nur noch Allnet Flat vertrieben werden und es daher mittlerweile für die meisten Kunden gar keinen Unterschied macht, ob sie mit dem Handy oder Festnetz telefonieren. Die Gespräche auf dem Handy sind auch kostenlos und daher greifen Kunden auch immer problemloser zum Handy, wenn es schnell eine Verbindung benötigt wird. Moderne Browser arbeiten dabei auch eng mit dem Handy zusammen – oft kann man Rufnummer auf dem Browser direkt anrufen und dies macht es natürlich ebenfalls einfacher, Gespräche und Telefonate direkt vom Handy aus zu führen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Zahl von Gesprächsminuten zu anderen Diensten (Premium-, Shared-Cost- und Sonderrufnummern) im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken ist und sich in den letzten Jahren kaum verändert hat. Diese Dienste sind in der Regel nicht bei Allnet Flat mit enthalten und werden separat abgerechnet. Der positive Effekt von Allnetflatrates kommt bei diesen Verbindungen nicht zu Geltung und daher gibt es hier auch eher einen Rückgang. Es kann aber natürlich auch sein, dass die Voting-.Formate im TV mittlerweile eher an Attraktivität verloren haben und so bei diesen massenwirksamen Angeboten weniger Umsatz gemacht gemacht wird.

 

Bundesnetzagentur: neue Sicherheitsanforderungen für Netze und vor allem 5G

Bundesnetzagentur: neue Sicherheitsanforderungen für Netze und vor allem 5G – Die Bundesnetzagentur legt die Sicherheitsstandards für das Betreiben von Telekommunikations- und Datenverarbeitungssysteme fest. Dieser Katalog soll nun überarbeitet werden um den Netzbetrieb an die aktuellen Sicherheitsanforderungen anzupassen. Hintergrund ist dabei auch die Diskussion im Huawei und die Sicherheitsbedenken, die besonders von den USA immer wieder geäußert werden. Mit den neuen Sicherheitsanforderungen an den Netzbetrieb will die Bundesnetzagentur solchen Bedenken von Anfang an den Nährboden entziehen. Die neuen Sicherheitsanforderungen gelten aber nicht nur für Huawei und auch nicht nur für die 5G Netze – der Fokus in den nächsten Jahren wird aber sicher auf dem 5G Aufbau liegen und daher möchte man dies auch besonders absichern.

Die technische Fortentwicklung der Mobilfunknetze bedeutet mehr Geschwindigkeit, Effizienz und Effektivität in wirtschaftlichen und behördlichen Abläufen, mehr Komfort und Bequemlichkeit im privaten Bereich. Dies wird uns jedoch nur dann gelingen, wenn wir von Anfang an für ein angemessenes Risikomanagement sorgen, etwa durch den Einsatz geeigneter Verschlüsselungsverfahren. Mit dem aktualisierten Sicherheitskatalog stellen wir durch technische Anforderungen an Telekommunikationsnetze sicher, dass Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Kommunikation auf einem hohen Niveau gewährleistet werden„, erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Zukünftig soll es für den Netzbetrieb weitere Anforderungen geben. Im Entwurf der Bundesnetzagentur ist dabei festgehalten, dass

  • kritische Komponenten zertifiziert werden,
  • ein Nachweis der Vertrauenswürdigkeit von Herstellern und Lieferanten eingeholt wird,
  • die Produktintegrität sichergestellt ist,
  • ein Sicherheitsmonitoring eingeführt ist,
  • nur eingewiesenes Fachpersonal in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt wird,
  • genügend Redundanzen vorhanden sind und
  • Monokulturen vermieden werden.

Die Regelungen sind dabei noch nicht in Kraft getreten, sondern das Papier ist bisher nur ein Entwurf. Von den Herstellern, den Verbänden der Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze und den Verbänden der Anbieter öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste können jetzt noch Anregungen und Stellungnahmen dazu kommen.

Huawei hat bereits auf den Entwurf reagiert und begrüßt den Vorstoß der Bundesnetzagentur, die einheitlichen Standards für alle Wettbewerber gleichermaßen zu gestalten:

Oberverwaltungsgericht NRW: Telekom darf StreamOn vorerst nicht weiter betreiben

Der gerichtliche Streit um das Stream-On Angebot der Telekom hat einen neuen Höhepunkt erreicht. In einem Eilverfahren bestätigt das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen nun, dass diese Option gegen das Gebot der Netzneutralität verstößt und damit in dieser Form nicht weiter betrieben werden kann. Geklagt hatte die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde für den Bereich Telekommunikation.

Nach dem Urteil darf das Unternehmen nun das „Produkt „StreamOn“ in der bisherigen Form vorläufig nicht weiterbetreiben“. Das wäre ein herber Schlag für alle Kunden, die dies bereits nutzen.

Konkret schreibt die Richter:

Die Telekom Deutschland GmbH darf das von ihr angebotene Produkt „StreamOn“ in der bisherigen Form vorläufig nicht weiterbetreiben. Dies hat das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in einem durch die Telekom Deutschland GmbH gegen die Bundesnetzagentur angestrengten Eilverfahren entschieden und damit die erstinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln bestätigt.

[…]

Zur Begründung führte der 13. Senat aus, der Grundsatz der Netzneutralität verpflichte die Anbieter von Internetzugangsdiensten zur Gleichbehandlung allen Datenverkehrs. Hiergegen werde verstoßen, wenn die Übertragungsgeschwindigkeit für Videostreaming gegenüber anderen Diensten oder Anwendungen gezielt gedrosselt werde. Da der Grundsatz der Neutralität ein grundlegendes Funktionsprinzip des Internets zugunsten sämtlicher Nutzer schütze, sei es auch unerheblich, ob der Kunde mit der Buchung von „StreamOn“ in die Drosselung eingewilligt habe.

Das Urteil ist allerdings erst im Eilverfahren getroffen. Eine endgültige Entscheidung zu dieser Sache steht damit noch aus, es geht hier vorläufig nur darum ob die Telekom StreamOn weiter anbieten darf, bis das endgültige Urteil gesprochen ist, wobei das Gericht aber auch hier sehr gute Chancen für einen Sieg der Bundesnetzagentur sieht und daher dem Stopp der Stream-On Vermarktung zustimmt.

Mittlerweile bietet die Telekom neben dem ursprüngliche Stream-On Angebote noch weitere Optionen dieser Art an. Das Urteil bezieht sich wohl aber nur auf die Streaming-Option, allerdings würde die Begründung des OVG auch für alle anderen Optionen dieser Art gelten und möglicherweise auch für andere Anbieter. Auch Vodafone nutzt beispielsweise unter dem Namen GigaPass vergleichbare Angebote.

Bundesnetzagentur: Preise für die „letzte Meile“ sollen steigen

Die Telekom hält nach wie vor das größte deutsche Kabelnetz und kann fast alle Haushalte in Deutschland auf diese Weise erreichen. Allerdings ist dieses Netz reguliert und unter anderem muss die Telekom auch anderen Anbieter den Zugang zum Kabelnetz gewähren, damit auch diese ihre Internet-Angebote bereit stellen können. Drittanbieter können daher die sogenannte Teilnehmeranschlussleitung (TAL) oder „letzte Meile“ mieten – die Preise dafür werden aber nicht frei festgelegt, sondern über die Bundesnetzagentur. Diese prüft Bedarf und Kosten für das Netz und legt danach Zugangspreise fest.

Die Bundesnetzagentur schlägt nun vor, dass ab 1. Juli 2019 die Telekom höhere Gebühren für den Zugang zur letzten Meile verlangen darf.

Konkret sind folgende neuen Preise im Gespräch:

  • Preise für die Anmietung der TAL am Hauptverteiler (HVtTAL) sollen von 10.02 Euro auf 11.19 Euro steigen
  • Preise für den Zugang zur TAL an einem Kabelverzweiger (KVzTAL) soll von 6,77 Euro auf 7.05 Euro steigen

Die Bundesnetzagentur schreibt dazu im Original:

Mit dem monatlichen Überlassungsentgelt werden in erster Linie die erforderlichen Investitionen beispielsweise für das Material und die Verlegung der „letzten Meile“ abgedeckt.

Die Erhöhung der Entgelte für den Zugang zur „letzten Meile“ resultiert aus dem Anstieg nahezu sämtlicher relevanter Preisparameter (insbesondere der Tiefbaupreise, darüber hinaus beispielsweise auch der Kupferpreise, des Stundensatzes für die Montagearbeiten sowie der Preise bei Vergabe an Auftragnehmer). Gegenläufige kostensenkende Effekte, wie etwa die erstmalige Berücksichtigung einer anteiligen oberirdischen Verlegung der „letzten Meile“ und eine weitergehende Berücksichtigung inzwischen vollständig abgeschriebener Kabelkanalanlagen und -schächte, die für den Glasfaserausbau wiederverwendet werden können, kompensieren die Koststeigerungen dieses Mal nicht.

Die Preise sind dabei für die Abrechnung der Unternehmen untereinander relevant und werden nicht direkt von den Endkunden gezahlt. Allerdings ist natürlich zu erwarten, dass die Erhöhung auch in Teilen oder ganz eingepreist werden und so dann doch von den Endkunden gezahlt werden müssen. Der Vorschlag wird aber noch diskutiert werden müssen, neben den Anbietern selbst müssen auch die europäischen Regulierungsbehörden zustimmen.

Bundesnetzagentur erhöht die Sicherheitsanforderungen für Handy-Netze

Die Bundesnetzagentur hat zusätzliche Sicherheitsanforderungen für mobile Netze veröffentlicht und reagiert damit wohl auf die aktuelle Debatte rund um Sicherheit und Technik beim Netzausbau. Besonders die USA machen immer wieder Druck gegen Huawei, weil man dem Unternehmen unterstellt, Drittzugriffe in den eigenen Netzkomponenten zu ermöglichen. Dafür gibt es zwar bisher keine öffentlichen Belege, aber diese Vorwürfe werden schon seit mehreren Jahren immer wieder erhoben.

Die Bundesnetzagentur ergänzt daher die aktuellen Sicherheitsanforderungen für Handy-Netze mit einigen zusätzlichen Punkte. Diese betreffen unter anderem den zukünftigen 5G Ausbau aber auch bereits die aktuellen Netze.

Die neuen Anforderungen der Bundesnetzagentur sehen dabei wie folgt aus:

  • Systeme dürfen nur von vertrauenswürdigen Lieferanten bezogen werden, die nationale Sicherheitsbestimmungen sowie Bestimmungen zum Fernmeldegeheimnis und zum Datenschutz zweifelsfrei einhalten.
  • Der Netzverkehr muss regelmäßig und kontinuierlich auf Auffälligkeiten hin beobachtet werden, und im Zweifelsfall sind geeignete Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen.
  • Sicherheitsrelevante Netz- und Systemkomponenten (kritische Kernkomponenten) dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie von einer vom BSI anerkannten Prüfstelle auf IT– Sicherheit überprüft und vom BSI zertifiziert wurden. Kritische Kernkomponenten dürfen nur von vertrauenswürdigen Lieferanten/Herstellern bezogen werden. Dies schließt auch eine Zusicherung der Vertrauenswürdigkeit seitens der Lieferanten/ Hersteller ein.
  • Sicherheitsrelevante Netz- und Systemkomponenten (kritische Kernkomponenten) dürfen nur nach einer geeigneten Abnahmeprüfung bei Zulieferung eingesetzt werden und müssen regelmäßig und kontinuierlich Sicherheitsprüfungen unterzogen werden. Die Definition der sicherheitsrelevanten Komponenten (kritische Kernkomponenten) erfolgt einvernehmlich zwischen BNetzA und BSI.
  • In sicherheitsrelevanten Bereichen darf nur eingewiesenes Fachpersonal eingesetzt werden.
  • Es ist nachzuweisen, dass die für ausgewählte, sicherheitsrelevante Komponenten geprüfte Hardware und der Quellcode am Ende der Lieferkette tatsächlich in den verwendeten Produkten zum Einsatz kommen.
  • Bei Planung und Aufbau der Netze sollen „Monokulturen“ durch Einsatz von Netz- und Systemkomponenten unterschiedlicher Hersteller vermieden werden.
  • Bei Auslagerung von sicherheitsrelevanten Aufgaben dürfen ausschließlich fachkompetente, zuverlässige und vertrauenswürdige Auftragnehmer berücksichtigt werden.
  • Für kritische, sicherheitsrelevante Netz- und Systemkomponenten (kritische Kernkomponenten) müssen ausreichend Redundanzen vorgehalten werden.

Die kompletten Anforderungen sind unter www.bundesnetzagentur.de/sicherheitsanforderungen veröffentlicht.