Google setzt sich für Huawei ein – wegen der Sicherheit

Google hat sich im Streit um Android überraschenderweise für Huawei eingesetzt und möchte von der US-Regierung die Erlaubnis bekommen, das Unternehmen auch weiterhin mit Android beliefern zu können. Nach dem Embargo der US Regierung gegen Huawei musste auch Google die Android-Nutzung für das Unternehmen stoppen. Zwar läuft derzeit noch eine Ausnahmeregelung, aber auch diese ist nur auf 3 Monate begrenzt.

Nun scheint Google anzustreben, dass man auch über die Ausnahme hinaus Huawei weiter mit Android und Google Diensten versorgen kann. Das wäre eine gute Nachricht, denn:

  • Huawei-Nutzer würden auch weiterhin mit neuen Android Versionen versorgt werden und Android 10 könnte wie angekündigt verteilt werden.
  • Neue Geräte die derzeit noch in der Pipeline sind (wie etwa das Honor 20) könnten dann recht schnell doch noch auf den Markt kommen und müssten nicht auf Ausnahmen oder ein neues Betriebssystem hoffen.
  • Zumindest im Bereich Betriebssystem gäbe es dann Klarheit für die Nutzer, wie es weiter geht und das wäre für alle Huawei Kunden ein wichtiger Schritt.

Hintergrund dieser Bemühungen von Google sind angeblich Bedenken, dass ein neues Huawei Betriebssystem (welches das Unternehmen bereits angekündigt hat) wesentlich unsicherer werden könnte und die Nutzer damit Risiken ausgesetzt wären, die es bei Android nicht mehr gibt.

Es ist aber durchaus auch denkbar, dass Google große Bedenken hat, wenn der zweitgrößte Handyhersteller der Welt auf einmal ein eigenes Betriebssystem nutzt und damit auf einmal Konkurrenz zu Android auf den Markt kommt. Möglicherweise sind daher auch betriebswirtschaftliche Interessen im Spiel, wenn sich Google auf einmal dafür einsetzt, dass Huawei doch weiter Android Zugang bekommen wird. Auf jeden Fall werden sich die anderen Hersteller (vor allem in China) genau anschauen, wie es an der Stelle weiter geht, denn im schlechtesten Fall könnten auch andere Smartphone Hersteller auf der schwarzen Liste der USA landen und damit von diesem Embargo betroffen sein.

Die US-Regierung hat sich noch nicht zu diesem Thema geäußert und damit bleibt vorerst das Embargo gegen Huawei in Kraft und es ist auch nicht sicher, ob es für Google und Android eine Ausnahme geben wird.

Trump: „Huawei is something that’s very dangerous“ – aber ein Deal wäre möglich

Donald Trump hat sich auf einer Pressekonferenz auch zu Huawei und dem Android-Bann geäußert und dabei eine recht interessante Meinung zu diesem Thema offenbart. Die Abneigung von Trump gegenüber Huawei ist dabei nichts Neues. Das Präsident schätzt das Unternehmen als Sicherheitsproblem ein und sieht vor allem vom militärischen Standpunkt aus Probleme bei der Zusammenarbeit. Allerdings – und das ist durchaus eine Überraschung – hätte Trump keine Probleme, wenn Huawei Teil eines Handelsabkommens mit den USA würde. Die Sicherheitsbedenken scheinen also nicht so groß zu sein, dass man sich nicht doch auf einen (für die USA vorteilhaften) Handels-Deal einlassen würde. In dem Fall würde wohl auch der Boykott aufgehoben und das Unternehmen von der schwarzen Liste der USA gestrichen.

Im Original bei BGR.com wird das Interview wie folgt zitiert:

TRUMP: Huawei is something that’s very dangerous. You look at what they’ve done from a security standpoint, from a military standpoint, it’s very dangerous. So it’s possible that Huawei even would be included in some kind of a trade deal. If we made a deal, I could imagine Huawei being possibly included in some form, some part of a trade deal.

REPORTER: How would that look?

TRUMP: It would look very good for us.

REPORTER: But the Huawei part, how would you design that.

TRUMP: Oh it’s too early to say. We’re just very concerned about Huawei from a security standpoint.

Konkret bedeutet dies auch, dass die Sicherheitsbedenken gegenüber Huawei nicht wirklich fundamental sein können (Belege konnte die USA bisher ja ohnehin nicht liefern) und man diese Bedenken auch ohne größere Probleme beiseite wischen könnte, wenn China im Handelsstreit mit den USA Zugeständnisse machen würde. Es sieht also mittlerweile eher so aus, als wäre das Unternehmen ein Pfand im Wirtschaftsstreit mit China und weniger tatsächlich eine richtige Bedrohung.

Tatsächlich hatte Huawei in den letzten Monaten und Jahren einen deutlichen wirtschaftlichen Erfolg erzielen können. Unter anderem hat das Unternehmen auch Apple als zweitgrößten Hersteller für Smartphones weltweit verdrängt und auf den dritten Platz verwiesen. Mit den Android Bann schwächt man also auch einen mehr als erfolgreichen Rivalen von Apple – das ist aber vielleicht auch nur Zufall …

 

 

Google I/O 2012: verlängerte Dauer und Android Jelly Bean

Wir hatten schon vor einiger Zeit darüber berichtet, dass das nächste Google Betriebssystem den Namen Jelly Bean erhalten soll. Für die Vorstellung dieses Betriebssystem würde sich natürlich das Google Entwicklertreffen nächstes Jahr anbieten.

Nähere Informationen darüber, ob Jelly Bean auf der Google I/O 2012 vorgestellt wird, sind momentan noch unbekannt. Was wir jedoch wissen ist, dass dieses Entwicklertreffen drei Tage, und somit genau einen Tag mehr als in den vergangenen Jahren, andauern wird. Dafür wird die Veranstaltung etwas später als geplant beginnen und zwar am 27. Juni 2012. Folgt Google ihren Traditionen wird auf diesem Event ihr nächstes Flaggschiff und das kommende Android-Betriebssystem vorgestellt.

Quelle googlecode via MobiFlip