Samsung: Display-Produktion zieht von China ins indische Noida

Samsung: Display-Produktion zieht von China ins indische Noida – Samsung hat das geplante Display-Werk in Noida fertig gestellt und wird damit die Produktion von Bildschirmen und Displays von China nach Indien verlagern. Man wird zukünftig die Displays in erster Linie in Indien fertigen. Dabei werden in Noida nicht nur die indischen Modelle mit Display versorgt, sondern der Produktionstandort wird wohl auch international die Bildschirme und Displays für die Samsung Smartphones und andere Geräte liefern.

Im Original heißt es bei financialexpress zu diesem Thema:

Die Delegation sagte, dass Samsung aufgrund des besseren industriellen Umfelds und der anlegerfreundlichen Politik beschlossen habe, die in China ansässige Display Manufacturing Unit in Noida zu errichten, und die Arbeiten zum Aufbau seien abgeschlossen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Die Delegation erwähnte, dass die Bauarbeiten das Engagement für Indien zeigen und Uttar Pradesh zu einem Produktionszentrum machen.

Während des Treffens mit der Delegation sagte der Ministerpräsident, dass die Noida-Fabrik von Samsung ein klassisches Beispiel für den Erfolg des Programms „Make in India“ sei, und fügte hinzu, dass dies der Jugend des Staates helfen werde, eine Beschäftigung im Staat zu finden.

Adityanath versicherte der Delegation, dass die Landesregierung auch in Zukunft dem Unternehmen Samsung weiter helfen werde.

Noida ist dabei keine direkte Stadt in Indien, sondern steht für New Okhla Industrial Development Authority. Damit ist eine Industrieregion gemeint in der auch viele andere Fertigungsstätten zu finden sind. Daneben bekommt Samsung durch die Produktion in Indien besseren Zugang zum Markt dort, denn durch die „Make in India“ Politik des Landes gibt es Nachteile beim Marktzugang für Anbieter, die nicht in Indien produzieren. Das Umgeht Samsung wohl mit diesem Schritt.

Apple: Abhängigkeit von China soll reduziert werden

Apple: Abhängigkeit von China soll reduziert werden – Apple scheint derzeit nach Möglichkeiten zu suchen, sich bei der Produktion der iPhone und iPad Modelle von China unabhängiger zu machen. Aktuell wird ein Großteil der Geräte in China produziert und das ist ein Unsicherheitsfaktor, weil der Handelskrieg mit den USA nach wie vor schwelt und es daher früher oder später sein kann, dass auf die Produktion zusätzliche Zölle erhoben werden.

Daher plant das Unternehmen nun, einen Teil der Produktion von iPhone und iPad Modellen nach Indien zu verlegen.

Bei Indiantimes schreibt man im Original dazu:

Several meetings between Apple’s senior executives and top ranking government officials over the last few months have paved the way for the iPhone maker examining the possibility of shifting nearly a fifth of its production capacity from China to India and scaling up its local manufacturing revenues, through its contract manufacturers, to around $40 billion over the next five years, say officials familiar with the matter. If this happens, iPhone maker could become India’s largest exporter, say experts.

Im Gespräch scheint aber vorerst nur einen teilweise Verlagerung zu sein. Ein Fünftel der Produktionskapazitäten sollen in China aufgebaut werden. Das wäre ein Produktionsumfang von etwa 40 Milliarden US Dollar im Jahr, der aus China abgezogen wird. Ein weiterer Grund könnte auch sein, das Indien derzeit den eigenen Markt abschottet, wenn Produkte nicht im eigenen Land hergestellt wurden. Auch dies könnte Apple mit einer größeren Produktion in Indien umgehen und besseren Zugang zu diesem Markt bekommen. Teilweise hat Apple bereits Produktionsstandorte in Indien aufgebaut.

China dürfte dieser Schritt wohl kaum gefallen, immerhin ist das Produktionsvolumen in Höhe von 40 Millairden US Dollar keine Kleinigkeit, auch nicht für eine große Volkswirtschaft wie China. Bisher gibt es aber noch keine Reaktion auf die Plänen und es bleibt auch offen, ob und wie die Volksrepublik darauf reagieren wird.

OnePlus – Indien soll zukünftiger Produktionsstandort werden

Die Steuerpolitik in Indien scheint derzeit bei OnePlus Überlegungen zu befeuern, die Produktion der Modelle immer weiter in das Land zu verlegen. Die Regierung hatte erst die Besteuerung von Smartphones aus dem Ausland deutlich erhöht und verlangt nun bis zu 20 Prozent für Modelle, die nicht im Land produziert wurden. Viele Hersteller hatten darauf bereits mit Preiserhöhungen reagiert.

OnePlus scheint nun zu überlegen, die Produktion immer weiter nach Indien zu verlagern um diesen Steuerkosten zu entgehen und die Modelle direkt in Indien fertigen zu lassen. Dabei sollen zukünftig möglicherweise auch die Geräte für den internationalen Markt dort produziert werden.

Im Original heißt es bei indiatimes:

Vikas Agarwal, OnePlus’ general manager for India, said the company’s local unit is now assemblying the entire portfolio of smartphones, and that it wants to move deeper into the ‘Make in India’ strategy since government policies are clear that duties and taxes will be favourable for local producers.
“We are finalising our plans on local component manufacturing or sourcing. If the plans become successful, India can potentially become our global manufacturing hub with handsets getting exported from here,” said Agarwal. In India, OnePlus phones are assembled by a vendor who also assembles Oppo brand mobile phones.

Um diese Entscheidung nachzuvollziehen muss man im Hinterkopf behalten, dass OnePlus derzeit in Indien die besten Geschäfte macht. Etwa 35 Prozent aller Verkäufe des Unternehmens finden in Indien statt und daher ist das Land ein extrem wichtiger Markt für OnePlus. Das Unternehmen hat vor Ort auch einen Marktanteil von 25 Prozent im Premium-Segement und liegt damit sogar auf Platz zwei bei den Marktanteilen – vor Samsung. Die Entscheidung für die Produktion in Indien ist also eine unternehmerische Entscheidung. Man möchte einen der Hauptmärkte des Unternehmens noch besser bespielen können und das geht am besten mit einer lokalen Produktion vor Ort, die steuerlich deutlich besser behandelt wird. Andere Unternehmen haben bereits ähnliche Entscheidungen getroffen, allerdings werden dann meistens nur die Modelle für den indischen Markt direkt in Indien produziert. Bei OnePlus scheint man noch einen Schritt weiter gehen zu wollen und die Produktion weltweit nach Indien zu verlagern.