Kommentar: 26 Sekunden schnelles Netz bei der Telekom

Die Telekom hat ihre neuen Tarife vorgestellt und es gibt wenig Überraschungen. Es gibt etwas mehr Speed und etwas mehr Datenvolumen, das man sich aber auf die Kunden eingestellt hätte kann man kaum sagen.

Die wenigsten Kunden waren mit den (theoretisch) maximalen Speed-Obergrenzen unzufrieden. Ganz ehrlich: ob man mit maximal 50 oder 150Mbit/s surfen kann fällt in der Praxis kaum auf. Dazu kommt, dass es sich hier um die maximalen Grenzen handelt. Die erreicht man eventuell in Frankfurt am Flughafen, in den meisten Ausbaugebieten dürften aber schon die 50Mbit/s ein Problem darstellen.

Was sich die Kunden tatsächlich gewünscht haben, war mehr Datenvolumen. Die 500MB Volumen im kleinsten Tarif (für immerhin knapp 30 Euro) wirken eher lächerlich. Mit dem maximalen Speed könnten Kunden hier 26 Sekunden surfen. Dann ist die Drosselgrenze von 64Kbit/s erreicht und der Tarif wird mit einem Schlag um mehrere tausend Prozent langsamer. In den großen Tarifen gibt es tatsächlich (etwas) mehr Datenvolumen aber für einen Premium-Tarif wirken auch die 2GB oder die 4GB eher gering. Die 10GB gibt es natürlich auch – zumindest für alle die bereits sind 80 Euro im Monat für die Flatrate auszugeben.

An dieser Stelle hätte man ansetzen sollen. Mehr Datenvolumen geht in anderen europäischen Ländern auch ohne Probleme. Dort gibt es mehr Datenvolumen zum kleineren Preis. Für 35 Euro bekommt man in den meisten Ländern der EU gleich 20Gigabyte monatliches Datenvolumen, also 10mal so viel wie bei den neuen, verbesserten Tarifen der Telekom. Man wird dort oft nicht 150Mbit/s erreichen, aber zumindest steht deutlich mehr Leistung bis zur Drosselung zur Verfügung.

Von daher sind die neuen Tarife der Telekom eine Enttäuschung. Bleibt zu hoffen, dass die aktuelle Daten-Offensive im O2 Netz hier etwas Druck machen kann und die Konkurrenz in den D-Netzen unter Druck setzt. Sonst wird Deutschland auch im Bereich des mobilen Internets immer weiter abgekoppelt.

 

 

Heile Welt im Hamburger Google Büro – oder doch nicht? [Kommentar]

Als echter Google Fan bin ich stets mit dabei, wenn es etwas neues von Google gibt. Daher habe ich natürlich auch das von Google Deutschland vor etwa einem Monat hochgeladene Youtube Video „Das Google Büro in Hamburg“ angeschaut. Auf den ersten Blick macht das Google Büro einen guten Eindruck. Wie auch von den US-Büros des Suchkonzerns scheint dort eine gute Arbeitsatmosphäre zu herrschen. Man sieht fröhliche Mitarbeiter in nett gestalteten Büros, es gibt einen gemeinsamen Ausklang zum Wochenende – und sogar die Kantine ist kostenlos! Mehr kann man sich als Angestellter einer der größten IT-Firmen der Welt gar nicht wünschen.

Doch bei genauerem Hinsehen zeigte sich, dass in der Google Welt doch nicht alles so rein ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Hamburger Büro gibt es einen Missstand, welcher nur dem aufmerksamen Beobachter ins Auge fällt, da man es von so einem Konzern mit einem der bekanntesten Markennamen der Welt niemals erwarten würde: Das Google Büro ist voll von Apple MacBooks!

Im ersten Moment kann man nur hoffen, dass es sich um vereinzelte Mitarbeiter handelt. Doch sobald man das erste MacBook erspäht hat sieht man sich das Video anders an als zuvor. Jeder Laptop im Büro wird genau angeschaut und der Hersteller analysiert. Daher schmerzt es auch fast beim weiteren Ansehen des Videos, dass nicht nur ein vereinzelter Mitarbeiter ein MacBook benutzt, sondern scheinbar ein recht großer Teil der Mitarbeiter auf Apple setzt.

Okay, man muss sagen, dass die Mehrheit der Hamburger Angestellten Sales-Mitarbeiter sind und sie daher vielleicht nicht unbedingt den Draht zur Technik haben wie manch andere Leute. Dies macht die Situation aber nicht erträglicher. Wer würde erwarten, dass die Mitarbeiter eines Großkonzerns zu einem beachtlichen Teil Laptops des schlimmsten Konkurrenten – wenn nicht sogar Feindes – benutzen?

Es stellen sich natürlich zahlreiche Fragen: Dürfen Apples Mitarbeiter Android Handys benutzen? Ist Google einfach so großzügig, dass die Mitarbeiter einfach die Konkurrenzprodukte nutzen können? Oder tanzen Sie Google auf dem Kopf herum und unterstützen vielleicht sogar eher Apple als ihren eigenen Arbeitgeber? Und weshalb hat Google das Hinzufügen von Kommentaren für dieses Video deaktiviert?

Über diese Fragen kann man nur spekulieren. Jeder sollte seine eigene Antwort darauf finden. Ich jedenfalls finde das Hamburger Büro nicht mehr ganz so schön wie beim ersten ansehen des Videos. Daran kann auch die kostenlose Kantine nichts ändern.

Im Anhang: Screenshots aus dem Video und das Video selbst.