iPhone 8 – so teuer würde „Made in America“ werden

Donald Trump hat als eines seiner Ziele für die USA ausgegeben, die Produktion wieder zurück in die USA verlagern zu wollen, um dort neue Arbeitsplätze zu schaffen. Derzeit produzieren viele amerikanische Unternehmen in Asien, weil dort die Kosten geringer ausfallen.

Bei Apple hat man sich offensichtlich bereits mit diesem Szenario beschäftigt, wie ein Bericht von nikkei.com nahe legt. Mit Verweise auf ein nicht näher genannte Quelle berichtet man dort, das Apple bereits im Juni 2016 mit den Herstellern Foxconn und Pegatron gesprochen hätte, um die Kosten für die Produktion der iPhone Modelle in den USA zu ermitteln. Im Original heißt es:

„Apple asked both Foxconn and Pegatron, the two iPhone assemblers, in June to look into making iPhones in the U.S.,“ a source said. „Foxconn complied, while Pegatron declined to formulate such a plan due to cost concerns.“

Beide Unternehmen produzieren derzeit in erster Linie in China und bringen zusammen etwa 200 Millionen iPhones pro Jahr auf den Weg in die Geschäfte in der gesamten Welt.

Produktionskosten würden deutlich steigen

Derzeit liegen die Produktionskosten für ein iPhone 7 mit 32GB internem Speicher bei um die 225 US Dollar. Dieser Preis wird wahrscheinlich nicht zu halten sein, wenn die Produktion in die USA verlagert würde. Im Gegenteil, dieser neue Standort würde die Kosten für die neuen iPhone Modelle wahrscheinlich deutlich in die Höhe treiben. Man geht derzeit davon aus, das sich die Produktionskosten mehr als verdoppeln würden. Herstellungskosten von um die 500 Dollar für ein iPhone wären damit greifbar – wohlgemerkt für die gleiche Technik und das gleiche Design – nur durch die Produktionsverlagerung in die USA.

Derzeit machen die Herstellungskosten bei Apple etwa 35 Prozent des Verkaufspreises aus. Steigen diese Kosten wie befürchtet auf 500 Dollar an, würde sich das auch auf den Verkaufspreis auswirken. Die Geräte lägen dann in der günstigsten Version bei 1.400 bis 1.500 Dollar.

Made in USA wäre kaum konkurrenzfähig

Die Zahlen machen deutlich, dass eine Verlagerung der Produktion für Apple kaum in Betracht kommt. Apple Kunden sind nicht unbedingt preis-sensibel, aber ein solcher Anstieg beim Kaufpreis würde trotzdem sicher viele Kunden verschrecken und in die Arme der (nach wie vor günstigen) Konkurrenz treiben. Es ist nicht zu erwarten, dass Apple sein bisher hohen Absatzzahlen bei Preis von bis zu 1.500 Dollar weiter so aufrecht erhalten kann.

Diese Erkenntnis kommt nicht ganz unerwartet, denn immerhin hat Apple die Produktion in China gewählt, weil es dort so geringe Herstellungskosten gibt. Man wird also wohl dem Wunsch von Trump nicht nachkommen können, zukünftig in den USA zu produzieren – der Nachteil gegenüber anderen Herstellern wäre zu groß. Selbst wenn die Konkurrenz zukünftig in den USA Strafzölle bezahlen müsste – was ja auch auf Trumps Agenda steht – hätte Apple in der restlichen Welt schwere Probleme und wahrscheinlich auch eine heftigen Image-Schaden in China, wenn die Modelle dort nicht mehr produziert würden.

Dieses Problem hat im Übrigen nicht nur Apple, sondern auch alle andere Unternehmen in den USA werden sicher genau rechnen, ob sich eine Verlagerung der Produktion in die USA lohnt. Es könnte durchaus sein, dass Trump also mit seinen Plänen bei der Industrie auf taube Ohren stößt.