Unerwünschte Werbeanrufe verhindern – Nummer im Handy blockieren und weitere Maßnahmen

Unerwünschte Werbeanrufe verhindern – Nummer im Handy blockieren und weitere Maßnahmen – In diesem Artikel wird zunächst die Gesetzesgrundlage beleuchtet. Anschließend wird aufgezeigt, wie man diese Nummern bei einem iPhone, einem Android-Smartphone und vom Festnetz unterbinden beziehungsweise vielmehr blockieren kann.

Unerlaubte Telefonwerbung – Hintergrundinformationen

Cold Calls

Werbeanrufe ohne Einwilligung sind mittlerweile nicht mehr erlaubt und die Anbieter selbst haben eine ganze Reihe von Anforderungen einzuhalten um zu dokumentieren, dass sie tatsächlich zu einem Anruf berechtigt sind. Die gesetzliche Lage hat sich hier sehr zu Gunsten der Kunden geändert. Auf der Homepage der Bundesnetzagentur findet sich diesbezüglich folgende Erklärung zu dem Gesetzesbeschluss vom 9. Oktober 2013:

Der Gesetzgeber hat in § 20 in Verbindung mit § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) klargestellt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher in den Erhalt von Werbeanrufen zuvor ausdrücklich eingewilligt haben müssen. Hat der Angerufene in die telefonische Werbung nicht vorher ausdrücklich eingewilligt, handelt es sich um einen unerlaubten Werbeanruf, einen sogenannten Cold Call, den die Bundesnetzagentur mit einem Bußgeld ahnden kann. Werbung ist dabei „jede Äußerung bei der Ausübung eines Handels, Gewerbes, Handwerks oder freien Berufs mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen, einschließlich unbeweglicher Sachen, Rechte und Verpflichtungen zu fördern“ (Art. 2 lit. a) der Richtlinie 2006/114/EG). Ein Werbeanruf liegt somit z. B. dann vor, wenn die Fortsetzung und die Wiederaufnahme eines Vertrages angestrebt werden oder der Angerufene zur Änderung oder zur Erweiterung eines Vertragsverhältnisses bestimmt werden soll.

Die ausdrückliche Einwilligung muss vorher – schriftlich oder mündlich – zum Ausdruck gebracht werden. Eine Einholung der Einwilligung zu Beginn des Werbeanrufs ist unzulässig.

Rufnummernunterdrückung bei Werbeanrufen

In der selbigen Erklärung wird auf den Gesetzesbeschluss bezüglich der Rufnummernunterdrückung verwiesen.

Das Verbot der Rufnummernunterdrückung bei Werbeanrufen ist in § 102 Absatz 2 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) geregelt. Dieser besagt, dass der Anrufer sicherzustellen hat, dass dem Angerufenen die dem Anrufer zugeteilte Rufnummer übermittelt wird, d. h. dem Angerufenen die dem Anrufer zugeteilte Rufnummer im Telefondisplay angezeigt wird. Mit dem Anrufenden ist nicht der Auftraggeber des Anrufers gemeint, sondern der faktisch Anrufende.

Unerlaubte Telefonwerbung bei der Bundesnetzagentur melden

Sowohl die unerlaubte Telefonwerbung als auch die Rufnummernunterdrückung mit Rufnummernunterdrückung stellen eine Ordnungswidrigkeit dar. In beiden Fällen benötigt die Bundesnetzagentur selbstredend Beweise für die Anrufe, diesbezüglich gibt es entsprechende Formulare. Anhand der Formulare ist bereits ersichtlich, dass es hilfreich ist sich bei dem Telefonat Notizen zu machen oder zumindest direkt nach dem Telefonat eine kurze Zusammenfassung aufzuschreiben. Im besten Fall kann man folgenden Punkte des Beschwerdeformular beantworten:

  1. Name des Anrufers und/oder des werbenden Unternehmens. Produkte oder Dienstleistungen, für die geworben wurden.
  2. Auskunft darüber, ob man eine Einwilligung in den Erhalt des Werbeanrufs erteilt haben? Hat man die Einwilligung eventuell später widerrufen und dennoch weitere Anrufe erhalten?
  3. Eine möglichst detaillierte Beschreibung des Gesprächsverlaufs. Unterlagen, die im Zusammenhang mit dem Werbeanruf stehen (Vertragsunterlagen, Prospekte, Schriftverkehr).

Das Beschwerdeformulare ist als pdf-Datei verfügbar, zudem kann man das Online-Beschwerdeformular nutzen. Die ausgefüllten Formulare sind an eine der folgenden Kontaktmöglichkeiten zu senden:

  • als Brief an: Bundesnetzagentur, Nördeltstr. 5, 59872 Meschede
  • per Telefax an: 06321 / 934-111
  • oder eingescannt als E-Mail-Anhang an folgende E-Mail-Adresse: rufnummernmissbrauch@bnetza.de

Anhand der Beschwerden kann die Bundesnetzagentur die jeweiligen Ordnungswidrigkeiten prüfen und gegebenenfalls Bußgelder erlassen. Bei unerlaubten Werbeanrufen können diese bis zu 300.000 Euro betragen. Werbeanrufe mit Rufnummernunterdrückung können mit Strafzahlung bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Auf der Maßnahmenliste der Bundesnetzagentur sind die entsprechend erlassenen Bußgelder ersichtlich, jedoch sind noch nicht alle Entscheidungen rechtskräftig. Erst kürzlich wurde der Bußgeldrahmen erstmals voll ausgeschöpft. In der Pressemitteilung vom 2. August 2017 wird über das Bußgeld über 300.000 Euro gegen die Energy2day GmbH wegen unerlaubter Telefonwerbung informiert.

Nichtsdestotrotz sind die Beschwerden zunächst eine mittelfristige Maßnahme, einerseits benötigt die Bearbeitung Zeit, andererseits müssen zunächst mehrere Beschwerden gesammelt und geprüft werden. Als adhoc-Maßnahme ist es ratsam die jeweiligen Nummern zu blockieren.

Rufnummer blockieren bei Android, iPhone und Festnetz

Wer von den vielen Werbeanrufen genervt ist, der kann die Nummer auf eine Blacklist setzen und sperren lassen. Zunächst wird die Vorgehensweise für Android-Smartphones beschrieben, anschließend für iPhone und Festnetz.

Nummer sperren bei Android-Smartphones

Anfangs muss der unerwünschte Anrufer/Werbeanrufer als Kontakt gespeichert werden, danach geht man wie folgt vor:

  1. Telefon-App öffnen und zu Kontakte navigieren.
  2. Zum zu sperrenden Kontakt scrollen und lange auf den Namen drücken.
  3. Somit öffnet sich ein Kontextfenster mit mehreren Optionen, in dem Fall „Zu Sperrliste hinzufügen“ auswählen.
  4. Danach erscheint ein blaues Symbol hinter der Nummer, ankommende Anrufe des Teilnehmers werden fortan blockiert.

Diese Einstellung lässt sich zudem über Menü –> Einstellungen –> Anrufeinstellungen vornehmen. Dort befindet sich unter anderem die Option „Sperrliste“, hier hat man ebenfalls die Option unerwünschte Nummern zu blockieren oder die Blockade wieder aufheben.

Nummern blockieren beim iPhone

Seit dem iOS 7 besteht die Möglichkeit mit hauseigenen Mitteln eine Rufnummer sperren zu lassen.

  1. Menü öffnen und zu Einstellungen navigieren.
  2. Anschließend auf die Rubrik Telefon klicken.
  3. Danach die Option „Anrufe blockieren und identifizieren“ wählen.
  4. In der Liste zum Punkt „Gesperrt“ scrollen und antippen.
  5. Daraufhin „Kontakt hinzufügen“ auswählen.
  6. Nun kann man einen Kontakt oder eine Rufnummer eingeben, welche beim iPhone künftig blockiert wird.

Nummern sperren beim Festnetz

Je nach Anbieter hat man die Möglichkeit Anrufer im Festnetz zu blockieren. Dies geschieht direkt über den Router. Zunächst ruft man die Einstellungsseite des eigenen Routers auf, beispielsweise Speedport.ip oder fritz.box. Anschließend öffnet sich die Telefon-Einstellung, dort befindet sich in der Regel die Option „Anrufer blockieren“. In der Rubrik lassen sich nun zu sperrenden Nummern festlegen.

Fazit

Erfreulicherweise kann man unerlaubte Werbeanrufe direkt bei der Bundesnetzagentur melden. Diese hat die Befugnis Bußgelder gegen die entsprechenden Firmen zu verhängen, so dass die Zahl der unerwünschten Anrufe hoffentlich sukzessive abnimmt. Es besteht zunächst die Option die jeweiligen Nummern eigenhändig am Mobilfunktelefon oder Festnetz zu sperren. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich – insbesondere in der heutigen digitalen Welt – darauf zu achten, wo man seine Telefonnummer oder andere persönliche Daten im Netz hinterlässt. Darüber hinaus lässt sich selbst eine erteilte Werbeeinwilligung jederzeit formlos widerrufen.

Android: Anrufe und Nummer blockieren und sperren

Android: Anrufe und Nummer blockieren und sperren – will man im heutigen digitalen Zeitalter im Kontakt mit anderen Menschen bleiben, muss man seine Privatsphäre opfern. Das erste was man dabei tatsächlich abgibt, ist vielleicht die Rufnummer, die ein anderer Kontakt entweder für WhatsApp oder Telefonieren nutzt. Jedoch kommt es gelegentlich zu Situationen, in welchen der Kontakt zu einer bestimmten Person unterbrochen werden muss. Dabei besteht immer noch das Problem, dass diese Person die entsprechende Rufnummer immer noch hat und versucht sie auch gelegentlich zu erreichen. Wen diese kurze Einleitung anspricht und bekannt vorkommt, der sollte den folgenden Bericht lesen, denn in diesem wird es ausführlich darüber berichtet, wie man die unerwünschten auf dem Android 7.0 Nougat Anrufnummer blockieren kann

Unterschiedliche Vorgehensweise

Was man als erstes beachten sollte, ist die Tatsache, dass sich die entsprechende Vorgehensweise bei meisten Smartphones unterscheiden. Die jeweiligen Handy-Entwickler haben dabei unterschiedliche Optionen eingebaut, um die Rufnummer zu blockieren und es kann sein, dass sich das Vorgehen bei Samsung von dem des LGs unterscheidet. Im Weiteren wird dargestellt, inwiefern sich diese Prozesse differenzieren und wie man diese am besten betätigen kann.

Blockieren von Nummern bei Samsung Smartphones

Um die Rufnummer auf Samsung Geräten sperren zu können, sollte man zunächst in die Telefon-App bzw. Rufnummerliste gehen, in der die entsprechenden Kontakte abgespeichert sind. Dort findet man in der oberen rechten Ecke das „drei-Pünktchen-Symbol“, das für Menü steht. Dieses tippt man an und wählt die Option „Einstellungen“, die den Nutzer dann weiter zu der Anzeige „Nummern sperren“ führen sollte. In dieser kann man neben der Sperrung von unerwünschten Kontakten auch andere anonyme Anrufer blockieren. Die entsprechende Nummer kann man auch manuell eingeben und festlegen, dass man von diesem nicht angerufen werden will.

Blockieren von Nummern bei LG Handys

Was die Geräte von LG betrifft, so ist das Vorgehen in den ersten Schritten den von Android sehr ähnlich. Auch hier geht man in die Telefon-App und öffnet das „drei-Pünktchen-Menü“. Jedoch, anstatt die Einstellungen zu wählen, geht man auf „Anrufeinstellungen“ und findet dort die Option „Anrufe sperren & mit einer Nachricht ablehnen“, die den Nutzer dann in „Blockierte Nummern“ führen sollte. Beim letzteren wird die Liste der gesperrten Nummern angezeigt. Dort tippt man das „Plus-Symbol“ an und fügt die entsprechende Rufnummer hinzu. Auch hier kann man die Nummer entweder aus der schon vorhandenen Liste einfügen oder diese manuell eintragen. Um die Nummer wiederherstellen zu können folgt man den beschriebenen Schritten, wählt dann eine Nummer aus der Liste aus und tippt auf das „Papierkorb-Symbol“, um den Kontakt aus der Liste der blockierten Nummern zu entfernen.

Blockieren von Nummern bei HTC Geräten

Bei den Smartphones von derm HTC Marke ist das Vorgehen noch einfacher als bei LG und Android. Dabei muss man jedoch erneut in die Telefon-App gehen, wobei man nicht nach Einstellungen suchen muss. Stattdessen wählt man die Nummer aus, die man blockieren will und hält den Finger auf diese so lange gedrückt, bis die Anzeige „Kontakt blockieren“ angezeigt wird, die man auch anschließend auswählt. Will man die Sperrung aufheben, begibt man sich in die Telefon App, dann weiter auf die „drei-Punkte“ und in die „Blockierte Kontakte“. Es wird hier die Liste angeführt, aus der man die jeweilige Nummer entfernen kann.

Blockieren von Nummern bei Stock-Android Telefonen

Steht dem Nutzer ein Smartphone zur Verfügung, das als Betriebssystem den „reinsten“ Android aufweist, kann dieser den oberen Punkt zur Sperrung von Nummern bei HTC Geräten lesen und den beschriebenen Schritten folgen. Hierbei wählt man die Nummer aus, die man für paar Sekunden antippt und dann zwischen zwei Optionen „Blockieren“ und „Spam melden“ entscheidet.

Was tun, wenn die „Sperr-Option“ nicht vorhanden ist?

Falls man alle im Oberen geschilderte Methode zu finden versucht hat und dabei scheiterte, muss man nicht verzweifeln. Es kann sein, dass der Smartphone Hersteller diese Option nicht eingebaut hat. Das Problem lässt sich aber leicht lösen. So gibt es zahlreiche Anwendungen, die die Rufnummersperrung durchführen. Bei diesen kann man neben einer gewöhnlichen Sperre auch eine begrenzte – ob es nun um Uhrzeit oder um ein Tag geht – einstellen. Im Weiteren sollen diese Programme näher dargestellt werden.

„Mr. Number“

Die Anwendung mit folgendem Namen kann man auf der entsprechenden Google-Play Seite finden, herunterladen und auf dem Smartphone installieren. Bei der Einrichtung der Anwendung muss man bestimmte Informationen, wie zum Beispiel das Heimatland, sowie eigene Rufnummer eintragen und diese dann bestätigen. Als nächstes sollte man in der Lage sein, die gewünschten bzw. ungewünschten Kontakte zu blockieren. Das erfolgt mithilfe der „Verbot-Taste“. Dabei wird man die Wahl zwischen drei Optionen haben „Hang up“, „Voicemail“ oder „Exceptions“. Entscheidet man sich für die erste Variante werden die Anrufe einer bestimmten Nummer automatisch aufgelegt. Beim zweiten kann man die Nummer bestimmen, die beim Anrufen sofort auf den Anrufbeantworter stößt. Bei „Exceptions“ handelt es sich um alle mithilfe von „Hang up“ blockierten Nummer, die eine „Ausnahme“ darstellen sollen und nicht gesperrt werden sollen.

„Calls Blacklist“

Ebenso kostenlos und effektiv wie „Mr. Numer“, ist die Anwendung „Calls Blacklist“. Neben ganz normaler Sperrung kann man auch die Uhrzeiten bestimmen, wann welche Nummern blockiert werden sollen. Das ist vor allem dann nützlich, wenn man von den störenden Kontakten um späte Stunden angerufen wird und es vermeiden will.

„Call Blocker“

Bei dieser Anwendung handelt es sich um das gleiche Prinzip, wie bei den Vorgängern. Dabei muss man, nach dem die App heruntergeladen und installiert wurde, aus der Rufnummerliste auswählen und diese per Plus-Symbol in die „Blacklist“ – schwarze Liste – schieben. Dadurch wird die Nummer automatisch blockiert. Ebenso gibt es eine „Whitelist“, in die man die blockierten Nummern einfügen kann, um diese wieder zu entsperren. Hierbei ähnelt sich die „Whitelist“ der „Exceptions“ Option von „Mr. Number“.

Fazit

Was man also in aller erster Linie beachten sollte, ist die Person, der man seine privaten Daten weitergibt. Hat man das aber schon gemacht und bereut seine Entscheidung, so sollte man nicht verzweifeln, denn es gibt zahlreiche Methoden den Kontakt zu sperren. Dasselbe betrifft auch die Nutzer, die eine vorinstallierte Blockier-Option nicht auf dem Smartphone haben, denn auch hier findet sich eine passende Lösung im Google-Play-Store. Neben den in diesem Artikel angeführten Anwendungen gibt es auch zahlreiche andere, die sich für die geschilderten Zwecke eignen.

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