Prepaid Nutzung in Deutschland sinkt auch 2020 weiter

Prepaid Nutzung in Deutschland sinkt auch 2020 weiter – Die Mobilfunk-Zahlen im Jahr 2020 haben sich nach Angaben der Bundesnetzagentur weiter positiv entwickelt (auch was die Nutzung betrifft), aber vor allem im Prepaid Bereich ist der Trend eher sinkend. Seit mehreren Jahr gibt es immer weniger Prepaid Karten auf dem Markt und diese Entwicklung setzt sich auch 2020 fort. Mittlerweile ist nur noch jeder 3. Simkarte auf dem Markt eine Prepaid Karten – die Allnet Flat verdrängen auch im Prepaid Bereich die anderen Tarifformen zunehmend.

Bei prepaid-experten.com schreibt man dazu im Original:

Der Marktanteil der Prepaid Tarife in Deutschland sinkt damit auch 2020 weiter und liegt bei nur noch 33 Prozent. Mittlerweile sind also nur noch ein Drittel der Tarife in Deutschland Prepaid Tarife und es sieht bisher auch nicht so aus, als würde sich dieser Trend in 2021 wieder umkehren. Hintergrund für diese Entwicklung ist vor allem der starke Trend hin zu Allnet Flat und immer günstigeren Tarifen und natürlich auch die Tendenz zu Datenflatrates. Mobilfunk-Tarife werden heute fast immer für den mobilen Internet Zugang genutzt. Die reine Prepaid Karte ohne monatliche Kosten ist daher immer mehr die Ausnahme und das zeigt sich auch in den Marktanteilen.

Die Zahlen der Entwicklung als Grafik

Marktenteile im Prepaid Bereich sinken kontinulierlich weiter

Beispielsweise gibt es immer noch viele Prepaid Anbieter ohne eSIM. Festnetz Nummern zur Prepaid Karte gibt es kaum und 5G bekommt man auch nur bei zwei Anbietern im Prepaid Bereich (Telekom und Vodafone). Die Simkarten haben also mittlerweile im Vergleich zu den normalen Tarifen handfeste technische Nachteile und das merkt man auch bei der Nutzung. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich die Prepaid Tarife weiter entwickeln werden und welche Angebote man zukünftig über Prepaid realisieren kann – das dürfte auch über die Nutzung entscheiden.

Für 2021 gibt es im Übrigen gute Nachrichten: die Telekom hat Lebara mittlerweile als Prepaid Anbieter eingeordnet und die Tarife des Unternehmens nun im Prepaid Bereich angesiedelt. Damit dürfte es 2021 gleich mehrere Millionen neue Prepaid Tarife geben und das Verhältnis Prepaid-Postpaid dürfte wieder etwas zugunsten der Prepaid Angebote ausfallen.

Prepaid vs. Postpaid – Anteil der Handyverträge auf dem Markt weiter gewachsen

Die großen Netzbetreiber haben ihre Unternehmenszahlen veröffentlicht und darin enthalten sind auch die aktuellen Kundenzahlen und die Zahlen der Nutzer mit einer Prepaidkarte oder einem Handyvertrag mit monatlicher Rechnung. Insgesamt ist dabei der Anteil der Preiskarte auf dem deutschen Markt auch 2017 weiter gesunken und liegt mittlerweile bei etwa 45 Prozent. Der größte Anteil an Tarifen ist demnach Postpaid und wird monatlich abgerechnet. Der Trend hin zu Handytarifen auf Rechnung läuft dabei schon seit einigen Jahren in diese Richtung. Nach Angaben der Netzbetreiber gab es Ende 2017 (Stichtag 31.12.2017) etwa 64,4 Millionen Handyverträge auf dem deutschen Markt und ca. 54,2 Millionen Prepaidkarten. Die Zahl der Handyverträge liegt also mehr als 10 Millionen über der der Prepaidkarten.

Grund dafür sind die sinkenden Preise im Prepaid Bereich: Allnet Flat und andere Handytarife werden immer günstiger und sind damit auch zunehmend für Nutzer interessant, die bisher eher mit einer Prepaidkarte zufrieden waren. Dazu kommt, dass nach wie vor viele Prepaid-Discounter nur wenige attraktive Tarife anbieten (können). Oft gibt es keinen Zugang zu LTE oder wenn dann nur mit langsamen Geschwindigkeiten. Daher setzen immer mehr Kunden lieber auf moderne Handytarife mit Rechnung – das merkt man natürlich auch zunehmend bei den Nutzerzahlen.

Dazu kommt, dass vor allem O2 eine ganze Reihe von älteren Prepaid-Karten aufgrund von Inaktivität deaktivieren musste, insgesamt hat das Unternehmen im Prepaid-Bereich fast 2 Millionen Simkarten verloren. Das macht sich auch ingesamt bei den Nutzerzahlen bemerkbar, vor allem bei O2 gibt es in 2017 einen deutlichen Rückgang.

Für die Netzbetreiber ist dieser Trend natürlich positiv, denn man verdient mit Vertragskunden in der Regel mehr als an einer Prepaidkarte. Die Umsätze pro Kunden sind bei Postpaid allgemein höher. Daher pushen fast alle Anbieter den Trend hin zu Vertragstarifen und nutzen Prepaidkarten immer weniger.

Es sieht derzeit auch nicht so aus, als würde sich dieser Trend früher oder später umkehren, allerdings gibt es mittlerweile bereits erste Hinweise, dass immer mehr Prepaid Anbieter Zugriff auf LTE bekommen – das könnte durchaus für eine Neublebung am Markt sorgen.