Qualcomm: Snapdragon 875 Prozessor wird am 1. Dezember vorgestellt

Qualcomm: Snapdragon 875 Prozessor wird am 1. Dezember vorgestellt – Qualcomm hat für neuen Event eingeladen. Das Tech Summit 2020 soll vom 1 Dezember an stattfinden und das Unternehmen stellt in diesem Rahmen in der Regel die neuen Entwicklungen für das kommende Jahr vor.

Daher kann man recht sicher davon ausgehen, dass auch der neuen Snapdragon 875 Prozessor zu diesem Event vorgestellt werden wird. Das ist deswegen spannend, weil dieser Chipsatz wieder die meisten Topmodelle im kommenden Jahr mit Leistung versorgen wird. Ein Blick auf den neuen Prozessor und die Performance verrät damit schon viel über die Ansätze der Smartphones im kommenden Jahr. Wahrscheinlich werden die Galaxy S21 Serie, das Oneplus 9 sowie weitere Topmodelle mit diesem Chipsatz auf den Markt kommen.

Leider hat Qualcomm bisher recht wenig zur Technik und den Features der neuen Chipsätze verraten. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass die Prozessoren besser mit 5G umgehen können werden und auch wieder mehr Leistung bei geringerem Energieverbrauch bieten.

Im Vorfeld gibt es bereits Gerüchte, dass die Preise für den Snapdragon 875 möglicherweise deutlich steigen könnten. Das würde möglicherweise auch höhere Preise für die Endkunden bedeuten – sprich nochmal Preisaufschläge für die Topmodelle. Daher wird neben der Technik auch der Preis der neuen Chips im Fokus stehen.

US Embargo gegen Huawei schadet auch Qualcomm

US Embargo gegen Huawei schadet auch Qualcomm – Die Auswirkungen des US Banns gegen Huawei (unter anderem über das Verbot von Google Diensten bei Android und im Bereich der Chip-Fertigung) trifft neben Huawei auch US Unternehmen. Besonder Qualcomm leider darunter, denn Huawei setzt immer weniger Qualcomm Chipsätze ein, sondern arbeitet mehr mit HiSilicon zusammen. Daher ist dr Marktanteil von Qualcomm in 2020 gesunken, während andere Anbieter Zuwächse verzeichnen konnten – so zumindest eine Auswertung der Analysten von Counterpoint für das zweite Quartal 2020.

Die Analysten schreiben dazu im Original:

Neil Shah, Vice President of Research bei Counterpoint, kommentierte den Rückgang des Marktanteils von Qualcomm wie folgt: „Während der gesamte Smartphone-Markt aufgrund der anhaltenden Pandemie zurückging, war der Rückgang des Marktanteils von Qualcomm teilweise auch auf Huawei zurückzuführen, das zunehemnd auf HiSilicon-APs setzt aufgrund der US-amerikanischen Beschränkungen und dem wachsender Anteil in China , dem weltweit größten Smartphone-Markt. Der Anteil von Qualcomm an Smartphones von Huawei (einschließlich HONOR) ging von 12% im zweiten Quartal 2019 auf 3% im zweiten Quartal 2020 zurück. “

Die Entwicklung der Zahlen sieht dabei wie folgt aus:

Qualcomm ist aber weiter Marktführer in diesem Bereich, aber der Abstand zu beispielsweise Mediatek ist nicht mehr so groß. Vorerst ist auch nicht zu erwarten, dass Huawei wieder auf Qualcomm Produkte zurückgreifen darf, daher könnte sich dieser Trend noch verstärken. Das Unternehmen hat bereits Modelle mit neuen Mediatek Prozessoren angekündigt, daher könnte es im zweiten Halbjahr 2020 oder 2021 soweit sein, dass Qualcomm die Marktführerschaft bei den mobilen Prozessoren abgeben muss.

Die Analysten von Counterpoint gehen aber auch davon aus, dass andere Hersteller (genannt sind hier OPPO, vivo, Realme und Xiaomi) vor allem im Bereich der Topmodelle die Nachfolge von Huawei antreten könnten und so der Umsatz und auch die Marktanteile von Qualcomm wieder befeuert werden. Diese Unternehmen sind derzeit nicht von einem US Embargo betroffen und können daher noch mit Qualcomm zusammenarbeiten.

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Quick Charge 5 – bis zu 4mal schneller als aktuelle Quick Charge Ladetechniken

Quick Charge 5 – bis zu 4mal schneller als aktuelle Quick Charge Ladetechniken – Qualcomm hat mit Quick Charge 5 die neusten Generation der eigenen Schnellladetechnik vorgestellt und bietet nun die Möglichkeit, über den neuen Standards die Akkus von Smartphones mit 100 Watt und mehr aufzuladen. Auf diese Weise wird die Zeit für die Aufladung nochmal deutlich verkürzt. Das Unternehmen spricht davon, dass die Aufladung von 0 auf 50 Prozent in nur 5 Minuten erfolgen kann.

Das Unternehmen schreibt selbst zu dieser neuen Technik:

“Quick Charge 5, our fastest and most versatile charging solution, will enable consumers to enjoy their devices for longer periods of time, without worrying about the time required to recharge. We are proud to expand our technology portfolio and make accessible 100W+ charging a commercial reality,” said Ev Roach, VP Product Management, Qualcomm Technologies, Inc. “We work closely with manufacturers to create industry-leading devices that meet consumers’ demand for more immersive and accessible mobile experiences.”

Dazu arbeitet das neue Verfahren auch effizienter und damit wird weniger Energie beim Aufladen im Wärme umgesetzt. Insgesamt sollen die Temperaturen beim Akku aufladen auf diese Weise etwa 10 Grad unter den Werten von Quick Charge 4 liegen.

Die technischen Daten von Quick Charge 5 als Grafik

Die neue Technik soll im 3. Quartal 2020 auf den Markt kommen und dann auch bereits in den ersten Smartphones zur Anwendung kommen. Voraussichtlich sind es aber vor allem die Topmodelle, die auf diese Technik zurückgreifen können. Quick Charge 5 wird dabei auch bereits vom Snapdragon 865 und 865 plus Prozessor unterstützt, so dass auch neue Modelle mit diesem Chipsatz auf das Verfahren zurückgreifen können. Die nächsten Prozessorgeneration von Qualcomm werden Quick Charge 5 natürlich auch bereits mit an Bordhaben.

Qualcom: Snapdragon 855 plus Prozessor soll für noch mehr Leistung sorgen

Qualcomm hat heute etwas überraschend einen neuen Chipsatz angekündigt, der zukünftig für Handys und Smartphones zur Verfügung stehen wird und dann für noch mehr Leistung im Vergleich zu den aktuellen Topmodellen sorgen soll. Normalerweise bringt das Unternehmen immer nur einen Topprozessor im Jahr auf den Markt, aber es gab auch schon Ausnahmen und daher scheint auch in diesem Jahr nochmal ein Power-Boost für die neuen Modelle und auch für die 5G Unterstützung notwendig zu werden.

Dabei gibt es einige wirklich interessante Neuerungen:

  • Die Qualcomm® KryoT 485 CPU ist mit bis zu 2,96 GHz getaktet und bietet damit eine anspruchsvolle Leistung
  • Adreno 640 bietet eine 15 Prozent schnellere Grafikleistung als der aktuelle Snapdragon 855 Prozessor
  • das 5G Modem X50 wird unterstützt und damit können die Prozessoren auch 5G Verbindungen aufbauen, wenn das passende Modem vorhanden ist.

Leider gibt es bisher noch keine Benchmarks mit dem neuen Chipsatz. Die Leistungsunterschiede zu den aktuellen Snapdragon 855 Modellen (wie beispielsweise beim OnePlus 7 pro oder in Teilen auch dem Galaxy S10) sollte schon deutlich sein.

Qualcomm selbst schreibt zu den weiteren Leistungen des neuen Snapdragon 855 plus:

Gaming: Snapdragon 855 Plus is built for speed to support enhanced performance and deliver leading experiences in gaming. The Snapdragon Elite Gaming Experience gives you a competitive edge with a full suite of hardware and software features that are fully optimized for gaming, including the Vulkan 1.1 Graphics Driver that is 20% more power efficient than Open GL ES. The Snapdragon Elite Gaming Experience also features software enhancements such as Game Jank Reducer, Game Fast Loader, Game AntiCheat Extensions, and more.

Mit ASUS hat auch bereits der erste Hersteller angekündigt, dass die eigenen Geräte den neuen Prozessor nutzen werden. Das ROG Phone II soll dabei das erste Smartphone auf dem Markt mit dieser Technik werden. Leider wurde noch nicht genau bekannt gegeben, wann die Geräte zur Verfügung stehen werden.

Qualcomm – Teilsieg den USA im Patentstreit mit Apple

Qualcomm und Apple liegen derzeit auf mehreren Ebenen und in mehreren Ländern miteinander im Streit um die Nutzung von Patenten. In Deutschland hatte Qualcomm in dieser Hinsicht sogar ein Verkaufsverbot für ältere iPhone Modelle durchsetzen können, Apple reagierte darauf mit modifizierten Geräten und verkaufte weiter.

In den USA gibt es nun in einem Teilbereich ein Urteil zu Gunsten von Qualcomm. Die Geschworenen im U.S. District Court for the Southern District of California gaben dem Unternehmen recht und bestätigten, dass Apple iPhone 7, 7 Plus, 8, 8 Plus und X Patente von Qualcomm verletzen. Auf dieser Grundlage wurde ein Schadensersatz von 31 Millionen US Dollar ausgesprochen.

Qualcomm schreibt im Original dazu:

“Today’s unanimous jury verdict is the latest victory in our worldwide patent litigation directed at holding Apple accountable for using our valuable technologies without paying for them,” said Don Rosenberg, executive vice president and general counsel for Qualcomm. “The technologies invented by Qualcomm and others are what made it possible for Apple to enter the market and become so successful so quickly. The three patents found to be infringed in this case represent just a small fraction of Qualcomm’s valuable portfolio of tens of thousands of patents. We are gratified that courts all over the world are rejecting Apple’s strategy of refusing to pay for the use of our IP.” 

Die Schadensersatz-Summe dürfte für Apple kaum ein Problem sein und auch Qualcomm kaum weiter helfen. Für das Unternehmen ist es wohl eher wichtig, dass ein Gericht die Verletzungen von Patenten bestätigt hat.

Es stehen aber noch Prozesse aus, in denen es um deutlich höhere Summen geht und bei denen Milliardenbeträge im Raum stehen. In dieser Hinsicht könnte das Urteil des District Court for the Southern District of California ein Vorteil sein und auf die Argumentation aus dem Urteil werden sich die Anwälte von Qualcomm nun zusätzlich stützen können.

Snapdragon X55 5G-Modem soll Ende 2019 in den ersten Geräten kommen

Qulcomm Technologies hat gestern ein neues 5G Modem vorgestellt, dass im 7nm Verfahren gefertigt ist und 5G übertragungen bis zu 7Gbit/s im Download und 3GBit/s im Upload unterstützt. Dazu kann das neue Modem auch im 4G Bereich Geschwindigkeiten bis zu 2,5Gbit/s erreichen (LTE Cat 22). Die Modems sind auch in der Lage zwischen 4G und 5G zuwechseln und auf diese Weise wird es möglich, je nach Angebot das immer schnellste Netz zu wählen. Das könnte vor allem in der Anfangszeit von 5G wichtig sein, wenn die entsprechenden Netze noch nicht so weit ausgebaut sind und es noch Lücken in der 5G Versorgung gibt. Im Vergleich zum bisherigen Snapdragon X50 Modem liegt der Speed nun auch deutlich höher.

Qualcomm selbst schreibt zu den neuen Modems:

“Qualcomm Technologies is spearheading the first wave of 5G launches with our first generation 5G mobile platform. With significant evolution in capabilities and performance, our second generation commercial 5G modem is a true testament to the maturity and leadership of our 5G technology. We expect our 5G platform to accelerate 5G commercial momentum and power virtually all 5G launches in 2019 while significantly expanding the global 5G rollout footprint,” said Cristiano Amon, president, Qualcomm Incorporated.

Das Snapdragon X55 5G-Modem ist mit dem kürzlich angekündigten 5G-mmWave-Antennenmodul (QTM525), einem neuen 14-nm-Single-Chip-Transceiver für 5G-Sub-6-GHz und LTE sowie Sub-6-GHz-RF-Front-End-Modulen für die nächste Generation ausgestattet und bietet damit ein komplettes Paket für den 5G Empfang, auf das Handy- und Smartphone Hersteller zukünftig zurück greifen können. Daneben kann das Modem aber auch direkt in PCs oder in Homespots oder Tablets zur Anwendung kommen.

Allerdings wird es wohl noch etwas dauern, bis die ersten Geräte mit dieser neuen Technik auf den Markt kommen. Nach Angaben des Unternehmens werden die Modems derzeit an Kunden ausgegeben, damit diese entsprechende Geräte entwickeln können, in denen die neuen Modes zum Einsatz kommen. Qualcomm selbst geht davon aus, dass die ersten Geräte mit dieser Technik etwa Ende des Jahres auf den Markt kommen könnten.

Qualcomm Snapdragon 855 – das kann der neue Topprozessor für Handys und Smartphones

Qualcomm hatte vor einigen Tagen bereits einen ersten Ausblick auf das neue Topmodell der eigenen Prozessor-Reihe gegeben und gestern wurde der neue Chipsatz nun offiziell angekündigt. Anders als erwartet hört der Prozessor dabei auch auf den Namen Snapdragon 855 – im Gespräch war auch SD 8150 gewesen, aber das hat sich nicht bestätigt.

Der neue Snapdragon 855 wird dabei voraussichtlich bei einer ganzen Reihe von Android-Topmodellen zum Einsatz kommen. Beispielsweise wird der Chipsatz für die Power beim neuen Samsung Galaxy S10 und dem OnePlus 7 sorgen und auch bei einer ganzen Reihe von anderen Top-Modellen zum Einsatz kommen. Daher werden die neuen Entwicklungen dieses Prozessors immer mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht.

Qualcomm selbst schreibt zur neuen Technik:

During the second day of the annual Snapdragon Technology Summit, Qualcomm Technologies, Inc., a subsidiary of Qualcomm Incorporated (NASDAQ:QCOM), unveiled the newest generation in the 8 Mobile Platform Series, the Qualcomm® Snapdragon™ 855 Mobile Platform. This is the world’s first commercial mobile platform supporting multi-gigabit 5G, industry-leading AI and immersive extended reality (XR) collectively, ushering in a new decade of revolutionary mobile devices. Using new chip architectures built on leading 7nm process technology, Snapdragon 855 will offer users long-lasting battery life and superior experiences in areas such as imaging, audio, gaming and XR.

Das sind die Neuerungen des Snapdragon 855 Prozessor von Qualcomm

  • Für den neuen Snapdragon Top-Prozessor setzt das Unternehmen auf die Fertigungstechnik im 7nm Verfahren. Damit können auf der gleichen Fläche noch mehr Schaltkreise untergebracht werden und der Prozessor wird eine deutlich höhere Leistung haben. Der aktuellen Snapdragon 845 Prozessor, den man in den derzeitigen Smartphone*-Topmodellen auf dem Markt findet, war noch im 10nm Verfahren hergestellt.
  • Der Prozessor arbeitet wieder mit 8 Kernen, aber die Aufteilung wurde im neuen Modell verändert. Der Snapdragon 855 arbeitet nun mit einem Prime Core, der mit 2,84 GHz ist und 512 KByte L2 Cache hat. Dazu kommen 3 Kerne im Gold-Cluster, die 2,42 GHz schaffen und 4 Kerne im sogenannten Silver-Cluster, die 1,8Ghz schnell sind und vor allem dann aktiv sind, wenn es eher auf stromsparenden Einsatz ankommt und weniger auf die Leistung. Der Prime Core spricht dafür, dass es in den Benchmarks neue Bestwerte geben könnte, bleibt abzuwarten, wie groß der Leistungssprung sein wird.
  • Im KI Bereich arbeiten die GPU Adreno 640 und der neue Signalprozessor Hexagon 690 zusammen mit der CPU. Einen extra Bereich für die KI gibt es daher nicht – hier unterscheidet sich der Snapdragon 855 Prozessor doch deutlich vom den Ansätzen der Konkurrenz in diesem Bereich.
  • Im Chipsatz wird das neue Qualcomm Snapdragon X24 Modem verbaut sein, so dass Geräte mit dem neuen Snapdragon-Topmodell auch in der Lage sein werden, 5G Verbindungen herzustellen. Noch gibt es keine wirklich nutzbaren 5G Netze und wahrscheinlich wird das auch 2019 noch nicht viel anders sein, aber die Smartphones sollen ja über mehrere Jahre genutzt werden und daher ist dieser Schritt durchaus sinnvoll. Leider schreibt das Unternehmen noch nicht dazu, welche maximalen Geschwindigkeiten zu erwarten sind. Dazu hat sich nun gezeigt, dass der Prozessor zwar „5G ready“ ist, für 5G Verbindungen aber noch zusätzliche Hardware benötigt. Der Prozessor alleine unterstützt also noch keine 5G Verbindungen.

Neuer Snapdragon 8150 Prozessor soll deutlich mehr AI Power bieten

Der neuen Snapdragon 8150 Prozessor wird aller Wahrscheinlichkeit nach der Nachfolger der bekannten Snapdragon 845 und soll im nächsten Jahr die Power für die meisten Premium-Smartphones im Android-Bereich liefern. Daher werden die Details zum neuen Prozessor bereits mit Spannung erwartet.

Qualcomm selbst hat noch keine Details zum Snapdragon 8150 (SDM 8150)  veröffentlicht, aber es gibt bereits die ersten Leistungstests und nun hat Leaker IceUniverse einen weiteren Leistungstest veröffentlicht, der neben der bekannten Performance auch die AI Kerne testet. Der neue Chipsatz soll dabei zum ersten Mal einen eigenen Kern für künstliche Intelligenz bekommen (NPU) und damit diese Funktionen deutlich schneller ausführen können. Wie das gehen kann hatte beispielsweise Huawei bereits vorgemacht und das Unternehmen setzt im Kirin 980 Prozessor gleich auf zwei solche NPU Kerne.

Unklar ist noch, wie sich die Architektur des 8150 genau zusammen setzen wird. Es soll natürlich wieder 8 Kerne geben, aber welche Kerne genau hier zum Einsatz kommen, ist bisher noch offen. Die Anbieter haben an der Stelle immer das Problem hohe Leistungen und geringen Stromverbrauch sinnvoll kombinieren zu müssen und das ist in der Regel nur mit mehreren unterschiedlichen Kernen möglich.

Der neue Snapdragon 8150 Prozessor setzt wohl nur auf eine NPU, aber im Test zeigt sich, dass der Chipsatz dennoch beim AI Score auf etwa die doppelten Werte des Huawei Mate 20 (mit Kirin 980 Prozessor) kommt. Man scheint also bei der Ansteuerung der AI-Prozesse einiges richtig gemacht zu haben.

Die anderen Leistungsdaten sehen auch recht gut aus, wobei man natürlich noch warten muss, bis es eine passende Hardware zu den Chips gibt, denn das Zusammenspiel von Hardware, Software und Prozessor macht viel bei der tatsächlichen Leistung aus. Das erste Gerät mit diesem Prozessor dürft dabei das Samsung Galaxy S10 sein, das für Anfang 2019 erwartet wird und dann wird sich zeigen, wie gut der neue Prozessor in der Praxis wirklich ist. Bisher gibt es erste Werte, die etwa 20 Prozent über der Leistung des Vorgängers liegen. Sollte sich das bestätigen, wäre das durchaus okay, wenn auch keine Revolution im Bereich der Chipsätze.

Das kann die Konkurrenz: Die Neuerungen des Kirin 980

  • Durch die Fertigung im 7-Nanometer Verfahren wird der Prozessor deutlich leistungsfähiger und verbraucht auch weniger Strom. Huawei* spricht davon, dass der 980 im Vergleich zur Version aus dem Vorjahr etwa 75 Prozent mehr Leistung bei der CPU  bringen soll und dabei aber auch gleichzeitig 60 Prozent effizienter arbeitet. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Werte dann tatsächlich in den Leistungstest nieder schlagen werden.
  • Der Prozessor hat nun drei Cluster die jeweils für verschiedene Aufgaben zur Verfügung stehen. Für den normalen Einsatz gibt es 4 Low-End-Kerne mit 1,8 GHz die sehr energiesparend die normalen Aufgaben erledigen können. Dazu kommen zwei neue High-End-Kerne mit ihren maximal 1,92 GHz für Aufgaben, die etwas mehr Power erfordern und für die Spitzenleistung sind zwei weitere High-End kerne mit bis zu 2,6Ghz Leistung zuständig. Insgesamt kommt der Kirin 980 damit auch auf 8 Kerne, aber diese sind anders aufgeteilt als im Vorgänger.
  • Im Bereich der mobilen Datenübertragung unterstützt der Prozessor LTE CAT 21 und kann damit Daten mit bis zu 1,4Gbit/s (1400Mbit/s) schnell übertragen. Damit ist der Chipsatz auch der schnellste Prozessor auf dem Markt in diesem Bereich.
  • Die Zahl der NPUs hat sich im Kirin 980 Prozessor weiter erhöht und der Chipsatz stellt nun für die Verarbeitung von Aufgaben mit Künstlicher Intelligenz zwei Kerne zur Verfügung. Damit soll sich die Geschwindigkeit* der Bilderkennung verdoppeln und die AI-Aufgaben werden damit noch schneller durchgeführt. Leider gibt es noch keine Hinweise ob mit diesen zwei NPU auch neue Funktionen unterstützt werden.

Snapdragon Wear 3100 Prozessor soll die Ausdauer von Smartwatches steigern

Im Bereich von Smartwatches und anderen Wearables kommt es weniger auf die Leistung der Geräte an, sondern für die Nutzung ist vor allem wichtig, wie viel Ausdauer ein Modell hat und wie oft man es daher nachladen muss. Das scheint man mittlerweile auch bei Qualcomm so zu sehen, denn der neue Prozessor für Smartwatches ist vor allem auf einen reduzierten Stromverbrauch ausgelegt und soll die Nutzungsdauer von mobilen Geräten deutlich erhöhen. Die neue Snapdragon Wear 3100 Plattform besteht daher auf drei verschiedenen Chips, die in unterschiedlichen Situationen zum Einsatz kommen. Unter anderem wurde ein Co-Prozesor verbaut, der besonders wenig Energie benötigt und immer dann zum Einsatz kommt, wenn die Geräte nur die Grundfunktionen benötigen und beispielsweise keine smarten Funktionen im Einsatz sind. Auf diese Weise können Smartwatches und andere mobile Endgeräte mit dieser Plattform länger durchhalten. Qualcomm selbst geht von einer Nutzungszeit von 15 Stunden beim Einsatz von GPS und Herz-Monitor bei einem Akku mit 450mAh aus.

Das Unternehmen schreibt selbst zur Ausdauer des neuen Chipsatzes:

Snapdragon Wear 3100 Platform is designed to help reduce power usage and bring increased flexibility for consumers to experience the benefits of extended battery life. The new platform is designed to help reduce power usage in areas such as low power modes, GPS/location batching, per minute/second clock updates, sensors processing, MP3 playback, and Wi-Fi/Bluetooth voice queries. This results in typical battery life day of use improvements ranging from 4 to 12 hours compared to the previous Snapdragon Wear 2100 platform, depending on display type, battery capacity, and device configurations. The new Personalized Sports Experiences keep GPS and heart rate monitoring on for the duration of the activities and is designed to deliver up to 15 hours battery life (calculated based on typical 450mAh sports watch battery). The Traditional Watch Mode, great for traveling, supports an impressive week-long battery life to the smartwatch by switching to this mode from the Wear OS by Google experience and is designed to allow consumers to enjoy basic watch functions for an extended period.

Der Wear 3100 Chipsatz soll noch stärker mit dem Wear OS Betriebssystem zusammenarbeiten und darüber hinaus verschiedene Modi für unterschiedliche Einsätze bieten. Qualcomm schreibt von Enhanced Ambient Mode, Dedicated Sports Experiences und dem Traditional Watch Mode mit denen man die Uhr je nach Einsatzbereich besser auf die jeweilige Nutzung ausrichten kann.

Für den praktischen Einsatz soll des den neuen Chipsatz in drei Varianten geben: nur Bluetooth bzw. Wifi, GPS und dann noch eine LTE Variante. Damit kann man auch davon ausgehen, dass früher oder später drei verschiedene Modelle der jeweiligen Smartwatch möglich sind. Leider ist aber noch kein 5G Chip mit verfügbar. Die ersten Modems für diesen Übertragungsstandard sind im Mobilfunk-Bereich bei den Handys bereits angekündigt, bei den Smartwatches scheint es aber noch etwas zu dauern.

Die ersten Marken (Fossil oder aus Luis Vuitton) hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass die neuen Smartwatch Modelle als erstes mit der Wear 3100 Plattform ausgestattet sein werden. Der Prozessor ist aber ab sofort verfügbar, die anderen Unternehmen können also auch ab sofort mit dieser neuen Technik planen.

Qualcomm – nächster Snapdragon Top-Prozessor unterstützt 5G und kommt Ende 2018

Qualcomm hat einen Ausblick auf die nächste Prozessorgeneration gegeben und dabei vor allem die Unterschiede zu den aktuellen Top-Prozessoren auf dem Markt heraus gestellt. Wie zu erwarten wird der neue Chipsatz dabei auch in diesem Jahr mehr Leistung bieten und auch die neuen schnellen 5G Verbindungen unterstützen. Die Unterschiede zum Vorgänger sind dabei:

  • Für den neuen Snapdragon Top-Prozessor setzt das Unternehmen auf die Fertigungstechnik im 7nm Verfahren. Damit können auf der gleichen Fläche noch mehr Schaltkreise untergebracht werden und der Prozessor wird eine deutlich höhere Leistung haben. Der aktuellen Snapdragon 845 Prozessor, den man in den derzeitigen Smartphone-Topmodellen auf dem Markt findet, war noch im 10nm Verfahren hergestellt.
  • Im Chipsatz wird das neue Qualcomm Snapdragon X50 5G Modem verbaut sein, so dass Geräte mit dem neuen Snapdragon-Topmodell auch in der Lage sein werden, 5G Verbindungen herzustellen. Noch gibt es keine wirklich nutzbaren 5G Netze und wahrscheinlich wird das auch 2019 noch nicht viel anders sein, aber die Smartphones sollen ja über mehrere Jahre genutzt werden und daher ist dieser Schritt durchaus sinnvoll. Leider schreibt das Unternehmen noch nicht dazu, welche maximalen Geschwindigkeiten zu erwarten sind.

Was bisher auch noch fehlt ist der Namen des neuen Prozessor-Spitzenmodells. Setzt man die bisherige Reihe logisch fort, müßte nach dem Snapdragon 845 Prozessor nun der Snapdragon 855 folgen. Allerdings gibt es bereits Hinweise, das Qualcomm hier eine Änderung vornehmen wird. Nach einigen Gerüchten soll der neue Top-Prozessor unter der Bezeichnung Snapdragon 8150 auf den Markt kommen – eine offizielle Bestätigung dazu fehlt aber bislang noch.

Das Unternehmen schreibt selbst zu den Erwartungen an die neue Prozessorgeneration:

“We are very pleased to be working with OEMs, operators, infrastructure vendors, and standards bodies across the world, and are on track to help launch the first 5G mobile hotspots by the end of 2018, and smartphones using our next-generation mobile platform in the first half of 2019,” said Cristiano Amon, president, Qualcomm Incorporated. “Qualcomm Technologies’ continued leadership in research and engineering allows for a future of increased innovation across multiple sectors as 5G connectivity becomes ubiquitous.”

Die bekannten Topmodelle im nächsten Jahr werden wahrscheinlich auf diesen Prozessor setzen. Konkret kann man schon recht sicher davon ausgehen, dass sowohl das Samsung Galaxy S10 (in der amerikanischen Version) und das OnePlus 7 mit diesem Prozessor ausgestattet sein werden.

Der neue Prozessor soll dabei im 4. Quartal 2018 auf den Markt kommen und ab dann für die Produktion der neusten Smartphones (natürlich in erster Linie für die Topmodelle) zur Verfügung stehen. Allerdings wird es die ersten Geräte mit diesem Chipsatz dadurch wohl erst 2019 geben, weil die Zeitspanne Ende 2018 einfach zu gering ist um noch eine extra Geräte-Serie zu Ende des Jahres mit diesem Prozessor auf den Markt zu bringen. Möglicherweise wird das Galaxy S10 also wieder das erste Modell, bei dem dieser Chipsatz verbaut ist. Samsung soll es im nächsten Jahr mit den S-Modellen besonders eilig haben, da die Verkäufe des aktuellen S9 eher schwächeln und nicht an die Erwartungen heran kommen. Mit einem frühen Start des Galaxy S10 will man dies etwas kompensieren und dort könnte dann auch der neuen Prozessor von Qualcomm zum ersten mal zum Einsatz kommen.