Roaming im Handy abschalten – Kosten durch die Internetnutzung im Ausland vermeiden

Roaming im Handy abschalten – Kosten durch die Internetnutzung im Ausland vermeiden – Mittlerweile wurden die Gebühren für die Internetnutzung innerhalb der EU aufgehoben. Die EU hat es Mobilfunkanbietern also untersagt zusätzliche Gebühren von den Kunden einzufordern, wenn diese ihre normale Datenmenge im EU-Ausland nutzen. Das hieße ja eigentlich für den Kunden, dass auch in anderen EU-Ländern kostenlos gesurft werden kann. In der Realität sieht dies jedoch manchmal anders aus und immer wieder berichten Kunden verschiedener Mobilfunkanbieter, dass zusätzliche Kosten berechnet wurden. Welche Einschränkungen man beim Roaming innerhalb der EU beachten muss und wie man zusätzliche Kosten durch Deaktivieren des Roamings und der mobilen Daten verhindern kann, wird in diesem Artikel erklärt.

Zum ersten ist wichtig, dass man bedenkt, dass das Roaming nur innerhalb der EU kostenlos ist. Wer also in andere Länder wie die USA, die Türkei oder anderes reist, der sollte das Roaming deaktivieren. Ein weiterer Haken ist auch oft, dass EU hier auch eine Definitionssache ist. Auf Kreuzfahrtschiffen innerhalb der EU können manchmal nämlich auch höhere Kosten anfallen. Dafür haben sich auch manche Länder bereit erklärt am EU-Roaming teilzunehmen, die nicht in der EU sind. Dazu zählen zum Beispiel Lichtenstein oder Norwegen. Vor einer Reise sollte man sich also über die Regelung im Zielland informieren.

Wer unter keinen Umständen auch Internet verzichten möchte und nicht nur WLAN-Netzwerke nutzen will, sollte über eine ausländische SIM-Karte nachdenken. Dadurch wird das Surfen im Ausland wahrscheinlich deutlich günstiger. Lediglich Telefonate und SMS nach Deutschland sollte man sich dann verkneifen, da diese teuer werden könnte. Wer ein Handy besitzt, welches Dual-SIM-fähig ist, der kann jedoch ausländische und deutsche SIM-Karte parallel nutzen. So kann zum Surfen die ausländische verwendet werden und zum Telefonieren nach Deutschland wird auf die ursprüngliche SIM-Karte umgeschaltet.

Wichtig: mittlerweile verfügen auch Smartwatches je nach Modell über eigene Simkarten oder eSIM. Auch hier sollte man auf jeden Fall das Roaming überprüfen.

Roaming bei Android deaktivieren

Damit man auf Nummer sicher geht und keine Daten verbraucht werden, kann man entweder das Roaming ausschalten oder den gesamten Datenverkehr deaktivieren. Im Folgenden wird für beides erklärt, wie man die Einstellungen anpasst. Man sollte jedoch beachten, dass je nach Modell und Hersteller die Einstellungen unterschiedlich benannt und aufgebaut sind. Es lohnt sich also auch nach Synonymen Ausschau zu halten.

Man öffnet also zunächst die Einstellungen des Smartphones. Diese werden dargestellt durch das Zahnradsymbol. Hier sucht man den Menüpunkt „Drahtlos & Netzwerke“, wo man die Option „Mehr“ auswählt. Nun tippt man auf „Mobilfunknetze“. Dort erscheint nun auch schon der Menüpunkt „Daten Roaming“, welchen man für das Deaktivieren benötigt. Der Regler dort muss nun zur linken Seite geschoben werden, sodass er grau wird. Ist der Regler grau, dann ist das Daten Roaming deaktiviert. Das Smartphone greift nun im Ausland nicht mehr auf das mobile Internet zurück. Wer also im Ausland ist, kann nun nur noch über WLAN-Netze ins Internet gelangen.

Wem das zu unsicher ist, der kann natürlich auch den Datenverkehr generell deaktivieren, wenn er im Ausland ist. So kann das Internet über mobile Daten gar nicht mehr genutzt werden. Dieser Weg funktioniert sowohl im Aus- als auch Inland. Wer also wieder aus dem Urlaub nach Deutschland zurück kommt und diesen Weg nimmt, muss die Einstellungen hier erst wieder aufheben. Um den Datenverkehr zu deaktivieren kann man entweder die Menüleiste nutzen, die erscheint, wenn man auf dem Display von oben nach unten wischt. Hier befindet sich bei den meisten Smartphone auch eine Option mit „Mobile Daten“. Alternativ geht man in die Einstellungen und sucht den Menüpunkt „Datennutzung“, der oft ein Unterpunkt von „Drahtlos & Netzwerke“ ist. Dort sieht man die Option „Mobilfunkdaten“, an deren Seite ein Regler ist. Dieser muss wieder verschoben werden, sodass er grau ist.

Eine dritte Möglichkeit besteht darin, den Flugmodus zu aktivieren. Dabei werden dann alle Verbindungen zu den Mobilfunknetzen gekappt. Das bedeutet, dass auch keine Anrufe und SMS möglich sind. Es besteht also auch keine Möglichkeit über diesen Weg ungewollte Kosten zu erhalten. Außerdem erspart es anderen Kosten, die sie kontaktieren wollen und nicht wissen, dass sie derzeit im Ausland sind. Natürlich sind sie dadurch auch gar nicht mehr erreichbar. WLAN kann man jedoch auch mit aktiviertem Flugmodus immer noch nutzen.

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iPhone und iPad – Roaming bei iOS deaktivieren

Wie bei Android-Smartphones besteht auch bei iPhones die Möglichkeit das Daten-Roaming oder die mobilen Daten generell zu aktivieren. Die folgende Anleitung orientiert sich am Vorgehen beim iPhone 7 zusammen mit iOS 10.3.2. Je nach dem welche Version von iOS auf dem jeweiligen iPhone installiert ist, kann die Anleitung etwas abweichen. Es ist also empfehlenswert auch nach Synonymen zu schauen.

Als erstes muss man die Einstellungen öffnen, um das Daten-Roaming zu deaktivieren. In den Einstellungen wählt man den Punkt „Mobiles Netz“ aus und tippt auf „Datenoptionen“. Nun erscheint ein Regler, der wahrscheinlich noch grün ist. Diesen schiebt man also zur Seite bis er weiß unterlegt ist. Nun ist das Datenroaming deaktiviert. Im Ausland greift das iPhone nun nicht mehr auf das mobile Internet zu. Hier ist man jetzt auf WLAN-Netzwerke angewiesen.

Immer wieder wird jedoch von Kunden berichtet, dass trotz deaktiviertem Datenroaming immer noch zusätzliche Kosten entstanden sind. Um sich zusätzlich ab zu sichern, kann man auch noch die mobilen Daten generell deaktivieren. Hier spielt es dann also keine Rolle, ob man sich mit dem iPhone im Inland oder Ausland befindet. Wer also wieder zurück nach Deutschland kommt, muss zunächst den mobilen Datenverkehr wieder aktivieren, bevor er mobiles Internet in Deutschland hat. Um die mobilen Daten zu deaktivieren geht man ebenfalls in die Einstellungen unter den Punkt „Mobiles Netz“. An oberster Stelle befindet sich hier die Option „Mobile Daten“, bei der man ebenfalls den Regler zur Seite schiebt, sodass er weiß hinterlegt wird.

Eine dritte Alternative ist das Aktivieren des Flugmodus. Dabei werden alle Verbindungen zum Mobilfunknetz unterbrochen. Also auch telefonieren und das Versenden von SMS ist nicht mehr möglich. Zum Deaktivieren des Telefon-Roaming wischt man auf dem Display von unten nach oben, sodass sich das Kontrollzentrum öffnet. Dort klickt man das Flugzeugsymbol an. Ist der Flugmodus aktiviert, dann sollte dieses Symbol orange erscheinen.

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Vodafone und Telekom planen nationales Roaming an 4.000 Mobilfunk-Masten

Vodafone und Telekom planen nationales Roaming an 4.000 Mobilfunk-Masten – Vodafone und Telekom wollen zukünftig besser zusammenarbeiten, wenn es darum geht, die Versorgung ihrer Kunden mit schnellem Internet zu verbessern. Konkret soll es in Zukunft an Standorten, an denen nur eines der beiden Unternehmen 4G/LTE bietet die Möglichkeit geben, das jeweilige Netz mit LTE mit zu nutzen. Wenn also nur die Telekom an einer Funkzelle LTE hat, können das zukünftig auch Vodafone Kunden mit nutzen und umgekehrt. Insgesamt soll diese Technik an 4000 Standorten verfügbar sein – wie genau die technische Umsetzung aussieht ist aber noch offen.

Vodafone schreibt im Original dazu:

Zusätzlich wollen Vodafone und Telekom nun auch in Gebieten kooperieren, in denen bislang nur einer der beiden Kooperationspartner LTE anbietet, den sogenannten „grauen Flecken“. Ziel ist es, für die Kunden beider Unternehmen eine bessere Mobilfunk-Erfahrung zu schaffen – in ländlichen Gebieten genauso wie an Verkehrswegen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben die beiden Unternehmen jetzt unterzeichnet. Gespräche mit dem Bundeskartellamt und der Bundesnetzagentur finden derzeit hierzu statt. Die Kooperation soll in 2020 starten.

Zusätzliche Kosten für die Kunden wird es nicht geben. Man kann also als Verbraucher das jeweils andere Netz mit nutzen, ohne das extra abgerechnet wird. Dies soll möglich werden, weil die beiden Unternehmen jeweils die gleiche Anzahl an Funkmasten in diese Vereinbarung einbringen und so die Kosten und der Nutzen für Vodafone und Telekom jeweils gleich sind.

Vor dem Start muss allerdings noch die rechtliche Situation abgeklärt werden. So müssen sowohl das Bundeskartellamt als auch die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde ihr Okay zu diesem Vorhaben geben. Es gibt aber auch noch einige andere Bedingungen. Erschlossen werden sollen „graue Flecken“ ausschließlich in ländlichen Regionen und entlang wichtiger Verkehrswege.

Unabhängig von den rechtlichen Hürden ist es auf jeden Fall ein guter Schritt, wenn die Netzbetreiber enger zusammenarbeiten, denn es bedeutet letztendlich, dass die Kunden ein besseres Netz zur Verfügung haben.

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Zu hohe Roamingkosten – Vogelforscher pleite

Zu hohe Roamingkosten – Vogelforscher pleite – In der EU ist das Roaming im Mobilfunk-Bereich mittlerweile weitgehend kostenfrei und daher kann man in allen Ländern der EU zum gleichen Preis wie in Deutschland telefonieren. In anderen Länder ist das allerdings nicht der Fall, dort fallen nach wie vor recht hohe Kosten an, wenn man Dienste im Ausland nutzen will.

Diese Lektion musste jetzt auch russische Forscher lernen. Sie hatten Adler mit Sendern ausgestattet. Diese übermittelten den Standort der Tiere per SMS und so wollten die Forscher die Flugrouten der Adler erforschen. Allerdings wurde das teuer, denn die Tiere flogen ungeplant in den Iran. Dort kostet eine SMS 49 Rubel (also etwa 69 Cent) und damit schmolz das Budget für die Forschung ganz schnell weg. Zum Schluss mussten die Forscher sogar einen Kredit aufnehmen um die Gebühren bezahlen zu können.

Die BBC berichtete über den Fall und schreibt dazu:

The journey of one steppe eagle, called Min, was particularly expensive, as it flew to Iran from Kazakhstan. Min accumulated SMS messages to send during the summer in Kazakhstan, but it was out of range of the mobile network. Unexpectedly the eagle flew straight to Iran, where it sent the huge backlog of messages. The price per SMS in Kazakhstan was about 15 roubles (18p; 30 US cents), but each SMS from Iran cost 49 roubles. Min used up the entire tracking budget meant for all the eagles. The Russian researchers are volunteers at the Wild Animal Rehabilitation Centre in Novosibirsk. Their crowdfunding appeal, which has paid off more than 100,000 roubles (£1,223), was called „Top up the eagle’s mobile“

Als Lösung wurde ein Crowdfunding Projekt gestartet, dass helfen sollte und tatsächlich auch 100.000 Rubel einbrachte. Damit ist die Forschung zumindest vorläufig gerettet. Dazu will MegaFon (der Mobilfunk-Anbieter hinter diesem Fall) zukünftig einen speziellen Tarif dafür anbieten. Wie genau das aussieht ist aber noch offen.

Wer sich die teuren Flugrouter der Adler anschauen will, kann das auf der Webseite des Teams nach wie vor tun.

O2-Roaming – Verbraucherzentrale will dagegen klagen

Seit Juni 2017 gelten in der EU die neuen Roaming-Richtlinien und damit sind die zusätzlichen Gebühren für das Roaming in Fremdnetzen innerhalb der EU weitgehend aufgehoben. Deutsche Verbraucher telefonieren damit auch im EU Ausland zu den normalen heimischen Konditionen und auch die Flatrates und Optionen (beispielsweise im Datenbereich) gelten nun EU-weit. Bei O2 hat diese Umstellung aber etwas komplizierter gestaltet. Um von den EU Tarifen zu profitieren, müssen Kunden aktiv in den EU Roaming Tarif wechseln. Das Unternehmen schreibt dazu auf der eigenen Webseite:

Alle O2 Kunden können ab dem 22.05.2017 den Wechsel in den regulierten EU-Roaming-Tarif  zusätzlich per SMS vornehmen. Hierfür schickst du bitte eine SMS mit dem Kennwort „ JA“ an die 65544. Du wirst dann automatisch auf den regulierten Tarif umgestellt. Nach erfolgreicher Umstellung erhältst du eine Bestätigungs-SMS.

Diese Praxis stößt bei dem Bundesverband der Verbraucherzentralen auf Kritik. Nach Ansicht der Verbraucherschützer gelten die EU Konditionen automatisch und sofort und nicht erst, wenn man aktiv den Wechsel beantragt. Daher verstößt diese Vorgehensweise gegen das Irreführungsverbot des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG): Verbraucher müssten annehmen, dass die neue Roaming-Regelung nur dann für sie gelte, wenn sie zuvor eine entsprechende SMS an ihren Anbieter O2 geschrieben hätten. Dies steht nach Ansicht des vzbv jedoch nicht mit der EU-Verordnung in Einklang.

„EU-Roaming gilt aus Sicht des vzbv automatisch und nicht erst, wenn Verbraucher ihren Telefonanbieter darum bitten. Wir sehen uns darin durch öffentliche Erklärungen der Europäischen Kommission bestätigt“, sagt Heiko Dünkel,  Rechtsreferent beim vzbv. „Nach einer erfolglosen Abmahnung wird der vzbv deshalb nun gerichtliche Schritte gegen O2 einleiten.

Daher hat der Bundesverband nun angekündigt, O2 in dieser Sache verklagen zu wollen um eine verbraucherfreundliche Regelung zu erreichen. Ziel ist es, dass auch O2 Kunden vom Wegfall der Roaming Gebühren profitieren können, ohne dass sie erst dies beantragen müssen. Eine entsprechende Abmahnung in diesem Bereich hatte O2 bereits abgelehnt, daher muss nun der Schritt vor Gericht folgen. Es könnte allerdings noch einige Zeit dauern, bis es dazu ein rechtskräftiges Urteil über die entsprechenden Instanzen hinweg gibt.

O2 Kunden selbst sollte daher auch jetzt bereits prüfen, welche Tarif sie nutzen und im besten Fall direkt per SMS in den neuen EU Roaming Tarif von O2 wechseln. Das gibt es auch bei Gesprächen und anderen Verbindungen im EU Ausland keine Probleme mehr und man muss nicht warten, wie die gerichtlichen Entscheidungen in diesem Fall ausgehen.

O2 – kostenloses EU Roaming – Kunden müssen oft selbst aktiv werden

An sich sind die Roaming Gebühren innerhalb der EU bereits seit mehreren Wochen weggefallen. Bereits zum 15.06.2017 hatten die meisten Anbieter die Zusatzkosten entfernt und die entsprechenden EU Optionen und Flatrates beendet. Allerdings gibt es auch Ausnahmen und diese betreffen vor allem O2. Wie die Verbraucherzentrale Sachen mitteilte, müssen O2 Kunden mit bereit sgebuchten Roaming-Optionen selbst aktiv werden und diese beenden.

„Kunden mit alternativen Roamingtarifen, die per Vertrag eine bestimmte Roamingoption festlegen, müssen bei O2 aktiv wechseln und werden nicht automatisch auf den regulierten EU-Roaming-Tarif umgestellt“, erklärt Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen. Lediglich wenn man sich in einem regulierten Tarif befindet, wird man automatisch umgestellt.

„Es lohnt sich für jeden Mobilfunkkunden, die eigenen Tarifdetails zu checken und einen Blick in den Vertrag zu werfen. Denkbar ist auch, vorsorglich zum regulierten Tarif zu wechseln“, so Stefanie Siegert. Die Informationen dazu liefert O2 seinen Kunden dazu auf der Webseite. Wie andere Anbieter die Roaming-Verordnung auslegen, sei momentan noch nicht abzuschätzen. „Hier ist Vertrauen gut, aber Kontrolle besser. Vorsichtshalber sollte man deswegen beim Anbieter nachfragen, ob man automatisch umgestellt wurde“, rät die Rechtsexpertin.

Wer also einen O2 Tarif nutzt (betroffen sind eventuell auch die Angebote von O2 Discounter) sollte kontrollieren, welche Bestandteile vorhanden sind und ob man diese auch nach dem Wegfall der Roaminggebühren noch braucht. Damit kann man monatlich durchaus Geld sparen.

O2 selbst hatte diese Vorgehensweise bereits verklausuliert angekündigt und geschrieben, dass Kunden zukünftig die Möglichkeit haben, sich selbst zu entscheiden, was sie haben möchte. Im Beitrag zur Ankündigung der neuen Regelungen schreibt das Unternehmen:

Grundsätzlich können alle Kunden von Telefónica Deutschland ab dem 15. Juni 2017 das neue Roam-like-at-Home-Prinzip nutzen. Prepaid-Kunden werden rechtzeitig und automatisch auf diese Lösung umgestellt. Dies gilt auch für Postpaid-Kunden, die bereits zuvor einen Roaming-Tarif wie den „Roaming Basic“ genutzt haben, der seit 2007 den Vorgaben der EU entspricht. Alle anderen Postpaid-Kunden mit aktuell genutzten individuellen Roaming-Lösungen – zum Beispiel dem „EU Roaming Flat“-Paket – können sich entscheiden, ob sie auf Roam-like-at-home umstellen oder lieber ihr bisheriges alternatives Roaming-Tarifmodell beibehalten möchten.

Denn: Dies kann für Kunden von Vorteil sein, die einen Tarif mit speziellen Länderkonditionen in ihrem bisherigen Roaming-Tarifsystem zum Beispiel für Nordamerika nutzen oder sich häufig in der Schweiz aufhalten. Anders als die Nicht-EU-StaatenNorwegen, Island und Liechtenstein hat sich die Schweiz nicht der EU-Roaming-Verordnung angeschlossen. Bei Telefónica Deutschland zählt die Schweiz daher ab dem 15. Juni 2017 zur Weltzone 2.

 

 

Ab heute: Schluss mit den Roaming Gebühren in der EU – so sehen die neuen Regelungen aus

Ab dem 15. Juni 2017 treten die neuen EU-Regelungen zur Harmonisierung des Mobilfunk-Marktes innerhalb der EU in Kraft und das bedeutet für Verbraucher, dass eine ganze Reihe von zusätzlichen Kosten im EU Ausland weg fallen. Die EU selbst geht davon aus, dass mit dieser neuen Regelung ein durchschnittlicher europäischer Haushalt um etwa 144 Euro im Jahr entlastet wird.

Grundlage der neuen Regelungen ist das Roam-Like-At-Home-Prinzip (RLAH-Prinzip). Dies besagt zusammengefasst, das die Kosten für Gespräche, SMS und Internetverbindungen innerhalb den Ländern der EU nicht mehr kosten dürfen als im jeweiligen Heimatland. Zusätzliche Roaminggebühren dürfen im Ausland also nicht mehr erhoben werden – zumindest nicht vom Kunden. 1&1 schreibt beispielsweise in einer Nachricht an alle Kunden zu diesem Thema:

Ab 15.06.2017 entfallen die Roaming-Gebühren in allen EU-Ländern! Egal, ob in Spanien am Strand, in Österreich auf dem Gipfel oder bei einer Wanderung durch Irland. Ihre Freunde und Bekannten surfen ab 15.06.2017 mit der 1&1 Tablet-Flat und der 1&1 Notebook-Flat so, als ob sie in Deutschland wären. Ohne Aufpreis. In 31 europäischen Ländern.

Das bedeutet auch, das Flatrates und Optionen, die man in Deutschland gebucht hat, so auch in der EU gelten. Wer beispielsweise eine Allnet Flat in Deutschland nutzt, hat diese Flat jetzt auch innerhalb der EU. Es gibt aber eine Ausnahme: die Gespräche AUS dem Heimatland in die EU sind davon nicht betroffen, dazu ist das Roaming auf maximal 4 Monate im Jahr begrenzt. Man kann also leider nicht einfach einen günstigen Discount Tarif aus dem Ausland in Deutschland nutzen. Im Datenbereich gibt es noch eine weitere Ausnahme: hier wird das maximale Volumen,d as man frei nutzen kann, begrenzt. Die Anbieter können daher Obergrenzen fest legen. Wie genau der eigene Anbieter diese definiert, sollte man am besten vor einem Auslandsaufenthalt erfragen.

Die neue Regelung gilt dabei nicht nur in den Ländern der EU, sondern auch Island, Liechtenstein und Norwegen. Leider sind aber die Schweiz, Andorra, San Marino und Monaco nicht mit bei diesen Regelungen dabei. In diesen Ländern dürfen also weiterhin Roaming-Gebühren auf die Preise aufgeschlagen werden. Gleiches gilt für Sondertarifzonen beispielsweise auf Kreuzfahrtschiffen. Diese haben oft ihre eigenen Kostentabellen und fallen nicht mit unter die Harmonisierung der EU.

Ab heute zahlen die Anbieter untereinander

Die Kosten für Roaming dürfen sich die Telekommunikationsunternehmen zukünftig selbst in Rechnung stellen. Sie werden damit nicht mehr auf die Rechnung der Kunden aufgeschlagen, sondern intern verrechnet. Die Befürchtung besteht, dass dadurch Tarife eventuell teurer werden könnten, bisher gibt es aber in diese Richtung noch keine Hinweise.

Allerdings haben Anbieter teilweise begonnen, sogenannte Nationale Tarife aufzulegen. Diese können nur im jeweiligen Heimatland genutzt werden und sind für Leistungen im Ausland nicht frei geschaltet. Diese Tarife sind daher nur im Inland nutzbar und dadurch entstehen gar keine Roamingkosten für den Anbieter.

Folgende Länder sind von den neuen EU Roaming Regelungen erfasst:

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vatikanstadt und Zypern.

 

Showdown der Urlaubsgiganten: Prepaid versus Vertrag

Es ist vollbracht. Nach jahrelangem Tauziehen hat sich der EU-Ministerrat endlich darauf geeinigt, dass innerhalb der EU Roaminggebühren abgeschafft werden. Fortan gelten Obergrenzen von 3,2 Cent pro Minute fürs Telefonieren sowie 1 Cent pro Kurznachricht – schon ab 15. Juni dieses Jahres. Für mobile Daten ist indes ein sanfter Abbau geplant. Ab Sommer wird die Grenze bei 7,70 Euro pro GB liegen. Bis 2022 soll der Endpunkt von 2,50 Euro pro Gigabyte erreicht sein. Fraglos ein wichtiger Schritt für alle, die zwischen Fuerteventura und Rhodos ihren Urlaub verbringen möchten. Doch was, wenn auf den Flugkarten die USA, Thailand oder Argentinien als Reiseziel angegeben sind? Dann beginnt wieder der Kampf zwischen Prepaidkarte und Vertrag. Und im folgenden Artikel wird er bereits online ausgefochten.

Die Kontrahenten

Die Prepaidkarte: Günstig, voll kontrollierbar und ohne viele Umwege zu kaufen. Damit kann die Prepaidkarte punkten, dafür lieben sie ihre Fans.

Der Handyvertrag: Dauerhafte Connection, günstigere Preise und mit ziemlicher Sicherheit Roaming in jedem Land.

Beide Kontrahenten können auf den ersten Blick ziemliche Stärken in den Ring führen. Doch wie schwer wiegen diese noch, wenn sich der irgendwo im amerikanischen Hinterland oder im südostasiatischen Dschungel befindet?

Round 1: Roaming

Der wohl wichtigste Faktor des ganzen Kampfes ist, ob man mit dem Handy überhaupt in besagtem Ausland telefonieren kann. Und hier kann der Vertrag früh für sich Punkte machen. Denn die meisten deutschen Anbieter haben weltweit Partnerverträge abgeschlossen, die den Handykunden maximale Verfügbarkeit bescheren sollen. Vor wenigen Jahren hätte der Vertrag diese erste Runde gnadenlos für sich entschieden, weil Prepaid-Roaming in der Regel nur möglich war, wenn man umständlich von zuhause aus Zusatztarife buchte. Diese Hürde haben jetzt jedoch die meisten Anbieter fallen gelassen. Allerdings: So üppig wie beim Vertrag sind die Länderlisten nicht, oft werden nur Erstweltländer abgedeckt.

Gewinner Runde 1: Vertrag wegen der größeren Roaming-Abdeckung

Round 2: Die Kosten

Was innerhalb der EU Geschichte sein wird, hat außerhalb davon weiterhin Gültigkeit. Bei der Prepaidkarte geht der Trend vieler Anbieter hier dazu, spezielle Auslandspakete zu verkaufen. Also faktisch wie früher, nur diesmal mit Verbindungsgebühren statt dem Roaming an sich. Diese Lösung ist allerdings auch nötig, denn tendenziell schlagen die Anbieter bei Prepaid-Auslandsgebühren härter zu als bei den Verträgen.

Bei Verträgen existieren indes derzeit zwei Möglichkeiten:

  • Entweder ein „normales“ Roaming, bei dem einfach ein höherer Kurs gilt und der von den meisten Anbietern in bestimmte Ländergruppen eingeteilt und preislich abgestuft wird

  • Oder Reisepakete, die gebucht werden können und dann während eines bestimmten Zeitraums verbilligte Tarife ermöglichen

Beide erfordern Rechnen, welche Variante besser ist, hängt nicht nur vom Anbieter ab, sondern auch der Ländergruppe, die man bereisen möchte. Generell lässt sich jedoch sagen, dass die Vertrags-Auslandstarife meist günstiger sind.

Gewinner Runde 2: Vertrag wegen meist geringerer Gebühren

Round 3: Der Komfort

Landen, den Flugmodus beenden und schon verbindet das Gerät sich mit dem örtlichen Netz. Diese dritte Runde ist auf diese Ebene des Komforts ein echtes Kopf-an-Kopf Duell, denn hier geben sich Prepaidkarte und Vertrag gegenseitig nicht viel.

Wo die Prepaidkarte allerdings einen derben Haken einstecken muss, ist beim Bezahlen: Mit dem Vertrag telefoniert, simst oder surft man einfach nach Lust und Laune. Während des Urlaubs ist dauerhafte Verbindung ohne Rücksicht auf die Kosten gesichert.

Anders beim Prepaid-Handy. Hier muss man die Extrameile gehen, um dies zu duplizieren und einige Optionen in Erwägung ziehen:

  • Vor der Reise Aufladeguthaben kaufen, mit in den Urlaub nehmen und dort nach Bedarf aufladen – dies wird aber nicht von jedem Betreiber angeboten.

  • Aufladung über das Internet per Paypal oder ähnlichen Bezahlformen

  • Eine Auslandsüberweisung in Auftrag geben. Das kann allerdings mehrere Tage dauern

  • Einzahlung eines Guthabens vor der Reise, das dann zu bestimmten Stichtagen abgebucht wird

Im äußersten Notfall bleibt natürlich auch noch die verzweifelte Variante, von einem Bekannten in Deutschland Guthaben kaufen lassen und diesen dann den Aufladevorgang durchführen zu lassen. Bloß ist keine dieser Möglichkeiten wirklich komfortabel deshalb ist der Sieger dieser Runde auch eindeutig.

Gewinner Runde 3: Vertrag, denn damit kann man ohne Umwege durchtelefonieren

Round 4: Surfen

Diese Runde startet erneut mit einem Schlagabtausch unter Gleichstarken. Denn sowohl Vertrag als auch Prepaid sind heute in Sachen Surfen gleichauf, was schlicht daran liegt, dass der Datenverbrauch für unterschiedliche Nutzungen sich ja bei beiden Varianten nicht unterscheidet:

  • Eine WhatsApp-Nachricht verbraucht etwa 10KB pro Textnachricht

  • Das Aktualisieren der Facebook-Seite benötigt ohne Bilder 200KB

  • Musikstreaming frisst pro Minute 1MB

  • YouTube je nach Qualität 2 bis 8MB pro Minute

  • Google-Suche 200KB

  • Abrufen der E-Mails 50KB

Sieht man von den Kosten ab, liegen also hier die Wurzeln für ein echtes Unentschieden. Wenn da nicht einmal mehr die Ländergruppen wären. Denn oftmals ist es so, dass man mit Vertragshandys echte Highspeed-Verbindungen wie LTE bekommt, mit Prepaidkarten jedoch nicht. Allerdings holt hier die Prepaidkarte zu einem nicht ganz sauberen, aber fairen Schlag aus: Wer sich nämlich im Ausland die Prepaidkarte eines dort einheimischen Anbieters ins Handy steckt, surft zu dessen günstigen Inlandskonditionen. Allerdings benötigt dieses Vorgehen Vorplanung sowohl bei Verträgen als auch Prepaid. Hat man nämlich in Deutschland ein Prepaidhandy erworben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es gesimlockt ist – das Handy erkennt also nur SIMs des Anbieters, bei dem es gekauft wurde. Und bei Vertragshandys müsste man dann die SIM-Karten wechseln, was unkomfortabel ist. Eine Möglichkeit wäre ein Dual-SIM-Handy. Allerdings ist der Smartphone-Markt davon nicht gerade übersättigt.

Beide Verbindungsarten können aber indes darauf zurückgreifen, dass in Hotels, Restaurants, Flughäfen und praktisch überall, wo viele Menschen zusammenkommen, WLAN-Hotspots heutzutage praktisch Standard sind. Und das ist, Hands down, immer noch die günstigste Möglichkeit, im Ausland zu surfen.

Gewinner Runde 4: Prepaid. WLAN gibt es für beide Varianten aber durch den Einsatz einer einheimischen Prepaid-SIM kann man beim Surfen im Vergleich zum Vertrag massiv Geld sparen.

Round 5: Aus dem Ausland ins Ausland

In dieser Runde wird es ziemlich tricky. Denn was ist, wenn man sich selbst im Ausland befindet und entweder mit Einheimischen in Verbindung bleiben will, die dort leben oder aber mit anderen Leuten telefonieren möchte, die sich selbst nicht im Heimatland des eigenen Vertrages oder Prepaid-Anbieters befinden? Dann nämlich werden die Optionen ziemlich aufgefächert.

1) Will man einfach im eigenen Urlaubsland herumtelefonieren, müsste der eigene Anruf erst wieder zurück nach Deutschland geleitet und von dort wieder ins Urlaubsland gesendet werden. In Sachen Verbindungsgeschwindigkeit und Sprachqualität macht das zwar kein Problem, denn Telefon- wie Internetverbindungen werden über das feinmaschige Netz von Seekabeln abgewickelt. Jedoch wären die Kosten schlicht überflüssig hoch, denn man müsste, obwohl es sich ja um einen Inlandsanruf handelt, trotzdem den Auslandstarif zahlen.

Für solche Anrufe ist es daher das Beste, sich schlicht eine einheimische SIM oder gleich ein Prepaidhandy zu kaufen. In den meisten Ländern ist das so einfach wie eine Limonade zu kaufen, oft benötigt man nicht mal einen Identitätsnachweis.

2) Will man indes mit jemand telefonieren, der sich selbst fernab Deutschlands befindet, gelten die gleichen Auslandsregeln wie bei normalen Gesprächen mit Vertrag oder Prepaid. Die günstigste Option wäre es dann allerdings, sich einfach per Kurznachrichtenmitteilung zu verabreden und dann vom WLAN-Hotspot aus miteinander per Skype oder anderen VoIP-Systemen zu kommunizieren.

Gewinner Runde 5: Prepaid, denn ihre einfache Verfügbarkeit ermöglicht es, sich schnell im Ausland zu versorgen und ist damit der gleiche Gewinngrund wie in Runde 4.

Round 6: Verlust des Handys

heimlicher telefondiebstahl

Nach fünf Runden steht es jetzt 3:2 für den Vertrag. Doch der Kampf ist noch nicht entschieden. Denn im Urlaub besteht auch immer das Risiko, dass einem das Handy abhandenkommt. Etwa, weil man es verliert oder weil es gestohlen wird. Und da steckt der Vertrag einen bösen Haken ein. Denn ist ein Vertragshandy erst einmal weg, kann es richtig teuer werden. Denn wer das Handy findet oder geklaut hat, kann damit anstellen was er will, alle Verbindungskosten gehen zulasten des Vertragsunterzeichners.

Deshalb ist die erste Regel beim Verlust eines Vertragshandys auch, es sperren zu lassen. Nächste Hürde, denn jeder Anbieter hat unterschiedliche Auslands-Sperr-Notrufnummern eingerichtet.

Ein weiteres Hindernis: Man benötigt meist nicht nur die Handynummer, sondern auch die SIM-Kartennummer und die Kundennummer beim Anbieter. Wer diese nicht notiert hat, hat erst einmal viel Sucherei vor sich.

Vorteil Prepaid. Denn hier beschränkt sich der Ärger auf den Verlust des Geräts und des darauf gebuchten Guthabens. Ist das leer, kann der Verlust oder Diebstahl einem zumindest keine weiteren Kosten verursachen.

Gewinner Runde 6: Prepaid

Fazit

Ein Harter, aber fairer Kampf, der jedoch keinen echten Sieger hervorbrachte. Sowohl Prepaidkarten als auch Verträge haben ihre Vor- und Nachteile für den Auslandseinsatz. Welche stärker wiegen, muss jeder nach persönlicher Präferenz, Anbieter und vor allem dem Reiseland für sich entscheiden. Fakt ist nur, dass beide Varianten noch viel Nachholbedarf haben. Denn der Wegfall der EU-Roaminggebühren kann nur ein erster Schritt zu mehr Kundenkomfort sein. Am weit entfernten Ende dieses Weges könnten Verträge mit weiteren Ländern stehen, die künftige Nutzer nur noch verwundert auf das Phänomen „Auslandstelefongebühren“ blicken lassen.

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EU-Roaming: nachgefragt bei EU Kommissar Oettinger

Tilo Jung hatte in der Bundespresskonferenz die Chance, Günther Oettinger, dem EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Fragen zum EU Roaming zu stellen und warum es derzeit im Telekommunikationsbereich noch keinen gemeinsamen Binnenmarkt gibt und die Unterschiede zwischen den Ländern der EU (besonders im Datenbereich)nach wie vor extrem hoch sind.

Die EU öffnet den Markt auch nicht, damit sich die Unterschiede nivellieren können, sondern protegiert derzeit die Preisunterschiede noch. Oettinger versucht das in der Pressekonferenz zu erklären. Es geht dabei so weit, das normale Verhalten der Verbraucher am Markt – die Suche nach dem günstigsten Preis – in die Nähe von Missbrauch zu rücken.

Insgesamt geht Oettinger davon aus, dass es wohl noch einige Jahre dauern wird, bis es in diesem Bereich einen gemeinsamen Binnenmarkt gibt.

Monopolkommission warnt: Roaming-Aus könnte höhere Gebühren bedeuten

>Nach langem Ringen hatte sich das EU-Parlament auf die Abschaffung der Roaming-Gebühren für Handy-Gespräche, SMS und Internet-Verbindungen innerhalb der EU ausgesprochen. Allerdings auch nicht sofort, sondern erst ab 2017 sollen die Roaming-Kosten ganz weg fallen. Bis dahin sollen sie aber ab 30.April 2016 nochmal weiter abgesenkt werden.

Diese Abschaffung betrifft aber nur Verbindungen innerhalb der EU. In andere Staaten (wie beispielsweise die Türkei oder Russland) gelten weiterhin die vergleichsweise teuren Roaming-Gebührenmodelle der einzelnen Anbieter. In diesen Bereich sollte man – unabhängig von den Plänen der EU – auch weiterhin auf spezielle Anbieter und Tarife setzen, die von sich aus günstigere Tarife für das Ausland anbieten. Für Anrufe in die Türkei zum Beispiel ist hier in Deutschland der Tarifanbieter Ay Yaldiz für seine günstigen Preisstrukturen bekannt. Dies betrifft

  • SMS,
  • Anrufe,
  • MMS
  • mobiles Internet

Die deutschen Monopol-Kommission hat nun Bedenken zu diesen Plänen angemeldet. Die Kommission ist ein Beratergremium von Bundesregierung und Bundestag zu Wettbewerb und staatlichen Eingriffen in den Telekommunikationsmarkt und besteht aus fünf Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern. Ihre Aufgabe ist es die Bundesregierung und den Bundestag bei spezifischen Fachfragen im Bereich Regulierung und Wettbewerb unabhängig zu beraten. In dieser Funktion beurteilt die Monopolkommission den Wegfall der Roamingkosten aus Unternehmenssicht als teilweise problematisch. Die Kosten für das Roaming könnten so nicht mehr direkt gedeckt werden und es bestehe die Gefahr, dass die Unternehmen solche Kosten dann umlegen. Das würde wahrscheinlich zu steigenden Preise bei den Inlandsdienstleistungen führen.

Im Bericht der Kommission heißt es konkret:

Bei einer Absenkung der Gebühren auf Null können die durch das Roaming entstandenen Kosten nicht mehr gedeckt werden, wodurch unerwünschte Auswirkungen auf die Inlandspreise auftreten könnten.“

Allerdings geht das Sondergutachten der Kommission nicht darauf ein, in welchem Umfang diese Auswirkungen erwartet werden. Die meisten deutschen Netzbetreiber machen ihre Umsätze weitestgehend im Inland und das Roaming-Geschäft ist nur ein kleiner Teil. Die Auswirkungen des Wegfalls dieser Gebühren dürfte daher – wenn überhaupt – nur geringe Auswirkungen auf die Kostenkalkulation der Unternehmen haben.

Bisher lässt sich aber nicht abschätzen, wie sich die Auslastung der Netze durch einen Wegfall der Roamingkosten verändern wird. Immerhin könnten dann noch mehr Nutzer auch im Ausland häufiger zum Telefon greifen oder SMS versenden als bisher. Das würde die Netze stärker belasten und eventuelle Mehrkosten verursachen.

Bisher gibt es dazu aber noch keine verlässlichen Planungsgrundlagen und auch die Monopolkommission hat sich zu diesem Punkt nicht im Detail geäußert. Genauere Daten wird es wohl erst in den nächsten Jahren dazu geben. Derzeit ist die Absenkung und Abschaffung der Roaming-Gebühren auf jeden Fall beschlossen. Ob daran noch etwas geändert wird, muss sich erst noch zeigen.

EU Parlament beschließt Abschaffung der Roaming-Gebühren – zumindest ein wenig

Mit dem Beschluss gegen die Netzneutralität in Europa hat das europäische Parlament auch in Sachen Auslandsroaming einen weiteren Schritt gemacht. Die Gebühren für das Roaming sollen ab 2016 weiter sinken und ab 2017 möglicherweise ganz weg fallen.

Die neuen Obergrenzen ab dem 30. April 2016 sehen dabei wie folgt aus:

  • €0.05 je Minute für Anrufe
  • €0.02 je SMS, oder
  • €0.05 je Megabyte Datenvolumen bei mobiler Internetnutzung.

Auf eine Obergrenze für eingehende Anrufe im Ausland konnten sich die Parlamentarier noch nicht einigen, diese soll in den nächsten Monaten noch fest gelegt werden.

Etwas komplizierter ist die Situation ab 2017. Das Parlament hätte gerne bereits den Wegfall der Roaming-Gebühren beschlossen, allerdings konnte man sich gegenüber der Telekommunikationslobby nicht in allen Punkten durchsetzen. Konkret bedeutet dies eine Reihe von Ausnahmeregelungen die einem Wegfall der Roaming-Gebühren möglicherweise im Weg stehen. In der Verordnung heißt es dazu:

Daher sieht diese Verordnung vor, dass die Roamingaufschläge für Endkunden bis zum 15. Juni 2017 abgeschafft werden, vorausgesetzt, die derzeit beobachteten Probleme auf den Großkunden-Roamingmärkten sind geregelt. In diesem Zusammenhang sollte die Kommission eine Überprüfung des Großkunden-Roamingmarkts vornehmen und anhand des Ergebnisses dieser Überprüfung einen Gesetzgebungsvorschlag vorlegen.

Vor dem Wegfall der Roaming-Gebühren wird es also noch eine Prüfung geben und – falls diese negativ ausfällt – kann sich der Wegfall der Roaming-Gebühren noch verschieben.

Dazu kommt noch eine „Fair-Use“-Regelung. Um Missbrauch der Deregulierung zu vermeiden sollen Anbietern Aufschläge erheben können. Allerdings nur in minimalem Umfang (ohne festzulegen was dazu konkret bedeutet) und mit dem Recht der Regulierungsbehörden, diese Aufschläge auch abzulehnen.

Insgesamt ist es daher eher fraglich, ob 2017 wirklich die Roamingpreise weg fallen werden. Die Ausnahmeregelungen lesen sich eher so, als wären sie perfekte Gelegenheiten um die Gebühren noch etwas länger kassieren zu können.