Rufnummer unterdrücken und anonym telefonieren können – So geht´s

Rufnummer unterdrücken und anonym telefonieren können – So geht´s – Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, weshalb man jemanden anonym anrufen möchte. Bestes Beispiel: Man ist geschäftlich unterwegs, vergisst aber sein Geschäftshandy, muss aber ein dringendes Kundengespräch führen, hat aber nur sein Privathandy zur Verfügung und die Nummer soll privat bleiben. Da ist es nützlich, wenn man weiß, wie man die eigene Handynummer unterdrücken kann, auch um jemanden mit einem „unbekannten Anruf“ zu überraschen. Die Möglichkeit gibt es natürlich und damit auch Unterschiede, denn man kann die Nummer entweder einmalig verbergen oder dauerhaft anonym telefonieren. Wie das genau geht, das im Artikel.

Hinweis: Wie man die eigene Rufnummer heraus findet oder auch die Besitzer zu Handynummern ermittelt, haben wir hier zusammen gestellt. Dazu sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Rufnummer nur beim Angerufenen nicht sichtbar ist, aber natürlich dennoch an den Netzbetreiber übermittelt wird. Anrufe sind daher für den Betreiber selbst zurück verfolgbar und Polizei und Ermittlungsbehörden können auf diese Datenzurück greifen. Man sollte daher auch mit unterdrückter Rufnummer keinen Unsinn machen, denn ein komplett anonymes Anrufen ist auch damit NICHT möglich.

Rufnummer unterdrücken – Verschiedene Möglichkeiten

Je nach Smartphone oder dem Betriebssystem (Android oder iOS) gibt es mehrere Möglichkeiten, dass beim Angerufenen die eigene Handynummer unterdrückt wird. Welcher Trick dabei bei den beiden Betriebssystem meistens funktioniert, im Folgenden kurz erklärt.

Rufnummer unterdrücken bei Android

Handys die mit Android laufen, haben meist in den Einstellungen irgendwo die Option, dass die eigene Rufnummer bei Anrufen nicht übertragen wird. Wo sich die Option befindet ist allerdings abhängig von der Android-Version, welche auf dem Handy installiert ist. Meist ähneln sich aber die Menüpunkte, worunter man die eigene Handynummer verbergen kann. Deshalb einmal eine allgemeine Anleitung zur Orientierung:

  1. Das Menü des Smartphones öffnen.
  2. Die Einstellungen des Smartphones aufrufen.
  3. Auf „Anrufeinstellungen“ oder „weitere Einstellungen“ oder ähnlich klicken.
  4. Dort „Sonstige Anrufeinstellungen“ und „zusätzliche Einstellungen“ wählen.
  5. Dort „Eigene Rufnummer anzeigen“ oder „Anrufer-ID“ oder Ähnliches wählen.
  6. Den Punkt „Rufnummer unterdrücken“ wählen.

Diese Einstellung kann so auch wieder rückgängig gemacht werden. Zudem steht oft noch zur Auswahl, ob die Nummer nur einmalig beim nächsten Anruf unterdrückt werden soll oder eben dauerhaft. Das ist aber vom Handy abhängig.

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Rufnummer unterdrücken bei iPhone und iOS

Bei iOS (also vor allem bei den iPhone Modellen) ist das Ganze sogar noch einfacher und einheitlicher. Hierzu:

  1. Das Menü „Einstellungen“ aufrufen.
  2. Dort „Telefon“ wählen.
  3. Hierüber lässt sich die Übermittlung der Rufnummer ein- oder ausschalten.

Hat man die Übermittlung der Handynummer ausgeschaltet, dann lässt sich dauerhaft anonym telefonieren, ohne das die eigene Handynummer beim Angerufenen erscheint.

Nun kann man mit dem iPhone dauerhaft anonym telefonieren, also ohne, dass der Angerufene die eigene Telefonnummer zu sehen bekommt. Wer die Nummer nur einmalig verschleiern möchte, der nutzt am besten folgenden Trick, der mit allen Handys funktionieren sollte. Mehr dazu haben wir hier zusammengestellt: iPhone anonyme Anrufe sperren

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Handynummer per Eingabecode unterdrücken – Einmalig oder dauerhaft

Die oben genannten Möglichkeiten sind jene, welche sich unter den Einstellungen der jeweiligen Handys finden lassen. Es gibt aber auch noch die Alternative die eigene Rufnummer durch einen Tasten- oder Eingabecode zu unterdrücken. Ganz praktisch, wenn nur einmalig die Handynummer bei einem Anruf nicht angezeigt werden soll und nur der Hinweis „unbekannte Rufnummer“ erscheint. Dazu:

Einmalig

  1. Auf dem Smartphone oder Handy das Wahlfeld für Telefonnummern öffnen.
  2. Dort die Zeichenfolge #31# eintippen.
  3. Daran anschließend die Zielnummer eingeben.
  4. Wählen. Die Nummer wird nun nicht übertragen

Beispiel: Man wählt auf dem Handy: #31#03012345678910, wenn man die Nummer 030 12345678910 anrufen möchte.

Auch für die dauerhafte Unterdrückung der eigenen Rufnummer gibt es einen extra Eingabecode, der über die Handytastatur oder Eingabefeld eingegeben wird.

Dauerhaft

  1. Auf dem Handy das Tastenfeld öffnen.
  2. Den Code *31# eingeben.
  3. Wählen. Die Anrufe werden nun stets anonymisiert.

Rufnummernunterdrückung deaktivieren

Wer die Rufnummernunterdrückung wieder deaktivieren möchte, der gibt den Code #31# ein und drückt auf die Wähltaste. Dann wird die Nummer dauerhaft wieder angezeigt.

Bei Rufnummernunterdrückung, nur einmalig Rufnummer kurz anzeigen

Ist die Rufnummernunterdrückung aktiviert und möchte man aber trotzdem hin und wieder die eigene Nummer übertragen, dann gibt es auch hierzu einen einfachen Tastencode. Hierzu kurz vor dem Anruf:

  • Eingabefeld auf dem Smartphone öffnen.
  • Den Tasten-Code *31# eintippen.
  • Die Nummer der Zielperson eingeben.
  • Wählen. Die eigene Nummer wird dem Angerufenen nun angezeigt.

Dann wird beim folgenden Anruf die eigene Handynummer wieder angezeigt, aber beim nächsten Anruf die Rufnummer wieder automatisch anonymisiert.

Übrigens, der Angerufene sieht zwar bei angeschalteter Rufnummernunterdrückung die Nummer nicht, allerdings können Behörden den Anrufer trotzdem ermitteln. Bei Missbrauch der oben genannten Rufnummernunterdrückung ist man nicht sicher.

Video: So unterdrückt man die Rufnummer

“Die von Ihnen gewählte Rufnummer nicht vergeben …“ – Daran kann es liegen

“Die von Ihnen gewählte Rufnummer nicht vergeben …“ – Daran kann es liegen – Wenn man mit dem Handy oder Festnetz-Telefon eine Nummer wählt, bekommt man statt einer Verbindung in einigen Fällen eine Fehlermeldung. Sehr häufig bekommt man dann nur drei Pieptöne und die Ansage, dass die gewünschte Rufnummer nicht vergeben ist. Das kann sehr nervig sein. So fragt ein Nutzer bei GuteFrage beispielhaft für dieses Problem:

…ich versuche seit 1 Stunde meinen Freund auf seinem Handy anzurufen. Aber es wird dauern gesagt, dass die gewählte Rufnummer nicht vergeben ist. Woran liegt das? Habe die Handynummer mehrere male kontrolliert, sie ist 100% richtig. Hat er das Handy aus, die Sim-Karte heraus genommen oder ist er in einem Funkloch? Ich hoffe mir kann jemand die Antwort geben =/…

Und ein anderer Nutzer schreibt im Forum von O2:

…ich habe ein Problem dabei, einige wichtige Gesprächspartner zu erreichen bzw. Kunden können diese Geschäftspartner nicht erreichen. Die Zielrufnummern kann ich hier im öffentlichen Forum leider nicht posten, kann sie aber auf Nachfrage per PM gerne nennen. Das Problem ist, dass ich diese Rufnummern aus dem Mobilfunknetz von O2 nicht erreichbar sind. Statt dem Rufton erhalte ich nur die oben im Titel genannte Ansage. Allerdings ist Aussage des Roboters falsch. Die Rufnummer kann über T-Mobile / Vodafone erreicht werden (zur gleichen Zeit) und ist auch über div. Festnetzanschlüsse erreichbar….

Im Internet findet man teilweise unterschiedliche Ansagen:

  • Die von Ihnen gewählte Rufnummer nicht vergeben.
  • Die gewählte Rufnummer nicht vergeben
  • Die Rufnummer nicht vergeben.
  • Kein Anschluss unter dieser Nummer.
  • Keine Verbindung unter dieser Telefonnummer.

Diese Ansagen und Fehlermeldungen stehen alle für das gleiche Problem: Es wurde eine Rufnummer aufgerufen, die nicht bekannt ist und bei dem das Telekommunikationssystem nicht weiß, mit wem es eine Verbindung herstellen soll. Damit sind leider Verbindungen zum entsprechenden Teilnehmer nicht möglich und in den meisten Fällen sind sowohl Gespräche als auch SMS nicht möglich.

Welche Gründe können zu einer nicht vergebenen Rufnummer führen?

Zuerst einmal der Hinweis, wann diese Meldung nicht kommt: Diese Ansage bekommt man nicht, wenn das Handy nur in einem Funkloch ist oder allgemein schlechten Empfang hat. Tipps dazu haben wir in diesem Artikel zusammen gestellt. Auch ausgeschaltete Geräte führen nicht zu dieser Fehlermeldung. Es gibt dann anderer Fehlermeldungen (beispielsweise dass der Angerufene nicht erreichbar bzw. verfügbar ist). Nicht vergebene Rufnummer haben damit aber nicht zu tun. Dieser Fehler deutet stattdessen darauf hin, dass es ein viel grundsätzlicheres Problem gibt und bereits die Zuordnung der Rufnummer nicht durchgeführt werden kann.

Das kann viele verschiedene Gründe haben:

  • Man hat sich verwählt und einen Zahlendreher in der gewählten Rufnummer. Das System kennt daher die Rufnummer tatsächlich nicht. Hier hilft es, die Rufnummer zu prüfen und sie gegebenenfalls korrekt einzugeben. Diese Lösung klappt natürlich nur, wenn man die Nummer nicht aus dem Speicher abruft – dann sollte sie an sich korrekt sein.
  • Bei Telefonaten aus dem Ausland werden die Ländervorwahlen nicht immer korrekt zugeordnet. Wenn man die Kontakte beispielsweise ohne die deutsche Vorwahl speichert, bekommt man im Ausland beim Versuch, die Nummer anzurufen, eine Fehlermeldung. In diesen Fällen hilft es, die 049 als Vorwahl für Deutschland voran zu setzen. Konkret sollte man in solchen Situationen versuchen, die Rufnummer nicht aus dem Speicher abzurufen, sondern manuell nochmal einzugeben (natürlich mit der passenden Länder-Vorwahl).
  • Es liegt eine Störung im Netz vor. Sowohl im Festnetz als auch in den Handy-Netzen von Telekom, Vodafone und O2/Eplus gibt es immer man wieder Ausfälle, bei denen die Technik die Zuordnung der Rufnummern nicht mehr korrekt durchführen kann. In diesen Fällen kann man nicht sehr viel machen und muss darauf warten, dass die Störung durch das entsprechende Unternehmen behoben wird. Solche Störungen dauern selten mehr als 24 Stunden, daher kann man in dem meisten Fällen bereits am nächsten Tag wieder mit dem entsprechenden Teilnehmer telefonieren. In solchen Fällen kann man sich meistens im Internet recht gut informieren, denn dann ist man nicht allein betroffen, sondern es gibt meistens mehrere tausend Nutzer, bei denen es diese Störunge gibt. Auf Facebook und verschiedenen Störungsportalen findet man dann oft die Meldungen anderer Nutzer, die auch betroffen sind und dann  weiß man recht sicher, dass es nur eine technische Störung ist. Allerdings kann man in solchen Fällen als Verbraucher leider recht wenig tun. Stattdessen ist Waren angesagt bis der entsprechende Netzbetreiber den Fehler gefunden und die Störung behoben hat.
  • Die Nummer wurde portiert. Wer einen neuen Vertrag abschließt, möchte oft auch seine Rufnummer behalten und daher muss die Telefon-Nummer mit zu neuen Anbieter genommen (portiert) werden. Im Zuge dieses Wechsels passiert es oft am Tag der Portierung, dass die Nummer nicht mehr erreichbar ist. Auch dieser Ausfall ist aber meistens nur zeitlich eng begrenzt und nach einigen Stunden kann man die Nummer dann wieder ohne Probleme – und ohne Fehlermeldung – erreichen. In der Regel sollte in diesen Fällen die Rufnummer nach 24 Stunden wieder erreichbar sein. Ist das nicht der Fall liegt es wohl nicht an der Portierung – oder aber bei der Rufnummernmitnahme ist etwas gründlich schief gelaufen (was leider auch ab und an passieren kann).
  • Die Rufnummer wurde gekündigt oder gesperrt. Ohne Portierung ist die Rufnummer am Ende eines Handy- oder Telefon-Vertrages nicht mehr erreichbar und dann kommt ebenfalls diese Fehlermeldung. Da der Vertrag aber beendet wurde, gibt es hier auch kein Zeitfenster, es kann also sein, dass die Rufnummer dauerhaft oder zumindest für viele Monate nicht mehr erreichbar ist. Dazu kann es passieren, dass sie an einen neuen Besitzer vergeben wurde – man ruft dann also unter Umständen einen Fremden an.
  • Bei gewerblichen Nummern kann es passieren, dass für die Technik ein anderes Unternehmen zuständig ist. Sollte es dort zu Fehlern kommen, sind eventuell auch alle Kunden dieses Unternehmen nicht mehr erreichbar. Auch in solchen Fällen (die erfreulicherweise nur sehr selten vorkommen) hilft leider nur zu warten, bis das entsprechende Unternehmen den Fehler beseitigt hat.

Es gibt also eine ganze Reihe von möglichen Ursachen für diese Meldung und man kann sich leider nicht sicher sein, welcher Fehler nun genau dahinter steckt.

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Bundesnetzagentur greift durch – die Mitnahmen der Rufnummer wird jetzt RICHTIG billig

Bundesnetzagentur greift durch – die Mitnahmen der Rufnummer wird jetzt RICHTIG billig – die Bundesnetzagentur hat schon im letzten Jahr die Entgelte für die Mitnahme der alten Rufnummer zu einem anderen Anbieter überprüft und dabei festgestellt, dass diese deutlich zu hoch lagen. Bis über 30 Euro wurden teilweise dafür verlangt.

Daher hat die Behörde nun Maßnahmen ergriffen und die Absenkung dieser Entgelte angeordnet. Ab sofort dürften Anbieter für die Freigabe der alten Rufnummer und deren Übertragung zum neuen Anbieter nur noch maximal 6,82 Euro verlangen. Das ist deutlich weniger als der aktuelle Höchstbetrag.

Wir haben die Hürden beim Wechsel des Mobilfunkanbieters deutlich abgesenkt. Das fördert den Wettbewerb und davon profitieren die Verbraucher. Ab heute dürfen für die Portierung höchstens 6,82 Euro erhoben werden, bisher waren es oft rund 30 Euro„, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Viele Mobilfunk-Unternehmen hatten dabei die Entgelte bereits freiwillig reduziert. Es gab aber auch einige Anbieter, denen die Bundesnetzagentur diese neue Höchstgrenze per Verordnung vorschreiben musste. Man schreibt im Original dazu:

Gegen diejenigen Mobilfunkanbieter, die nicht zu einer freiwilligen Absenkung bereit waren, wurden im Februar 2020 Verfahren der nachträglichen Entgeltüberprüfung eingeleitet. Auf Basis einer nationalen Vergleichsmarktbetrachtung wurde die Höhe des maximal zulässigen Entgelts auf einen Betrag von 6,82 Euro (brutto) festgelegt. Den Anbietern ist freigestellt, für die Leistung auch ein niedrigeres Entgelt oder gar kein Entgelt zu erheben.

Nach den telekommunikationsrechtlichen Vorgaben zum Kundenschutz dürfen Verbrauchern nur die Kosten in Rechnung gestellt werden, die einmalig beim Wechsel entstehen. Die betroffenen Unternehmen (freenet, 1&1 Drillisch, 1&1 Telecom und Telefonica) konnten in den Überprüfungsverfahren keine höheren Kosten nachweisen.

Das neue Entgelt ist dabei die maximale Obergrenze. Die Unternehmen dürfen also ab sofort keine höhere Entgelten mehr verlangen. Es steht aber den Anbieter frei, gar keine Kosten mehr zu erheben oder geringe Kosten in Rechnung zu stellen – es könnte für die Verbraucher also auch noch günstiger werden als die maximalen 6,82 Euro.

Bundesnetzagentur schaltet Rufnummer angeblicher Notarkanzlei ab

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) ist wieder aktiv geworden gegen den Missbrauch von Rufnummern. Dieses Mal ist die Behörde gegen die angebliche Notarkanzlei Artmann und Kollegen vorgegangen, die vorgebliche Gewinne verteilen wollte, vorher von den Betroffenen aber Zahlungen bzw.  Gutscheine verlangte. Die BNetzA schreibt konkret zu den Vorwürfen:

… Mittels automatisierter Bandansagen wurden die Beschwerdeführer über eine vermeintliche Gewinnausschüttung durch die zuvor genannte Kanzlei informiert und nachdrücklich zum Rückruf der Rufnummer 089 785 761 980 aufgefordert. Sofern die Beschwerdeführer tatsächlich zurückriefen, wurde Ihnen von der angeblichen Notarin ein Gewinn in Höhe von ca. 150.000,- € in Aussicht gestellt. Den Betrag würden die Gewinner jedoch erst erhalten, wenn sie zwei Amazon-Gutscheine im Wert von je 100,- € kaufen und der Notarin die Gutschein-Codes telefonisch übermitteln. Eine tatsächliche Auszahlung des Gewinns war im Gegenzug nicht beabsichtigt. Laut Notarverzeichnis gibt es keine Notarkanzlei Artmann und Kollegen …

Die angeblichen Notare hatte auf diese Weise eine ganze Reihe von Beschwerden in sehr kurzer Zeit ausgelöst, so dass man davon ausgehen kann, dass diese Masche sehr häufig und eventuell auch automatisiert angewendet wurde. Leider kann man an dieser Stelle auch noch keine Entwarnung geben, denn die Rufnummer wurde zwar abgeschaltet, die Hintermänner können aber wohl weiter machen und damit ist es möglich, dass das gleiche System unter einer anderen Rufnummer weiter geführt wird.

Prinzipiell sollte man daher bei Gewinnspiel-Versprecher nie in Vorleistung gehen, seriöse Anbieter verlangen keine Gebühren für die Auszahlung von Gewinnen. Kosten für Gewinn-Übertragungen sind in der Regel immer ein sicheres Zeichen für eine betrügerische Vorgehensweise.

Die Bundesnetzagentur geht häufiger gegen solche Machenschaften vor. Erst im Mai hatte man mehrere hundert Nummern abschalten lassen, weil es in kurzer Zeit mehrere hundert Beschwerden von Verbrauchern bekommen, in denen es um Werbe-SMS mit pornographischen Inhalten gibt. Die Kurznachrichten versprachen angebliche Gewinne, enthielten vermeintliche persönliche Nachrichten oder Informationen über vorgeblich verfügbare Kredite. Jede SMS enthielt einen Kurzlink, der auf eine Internetseite mit pornographischen Angeboten führte. Öffnet der Nutzer diese Seite, wird er zum Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements zu Preisen von 2,99 Euro bis 4,99 Euro pro Woche für das Herunterladen von pornographischen Filmen und Bildern aufgefordert. Eine Einwilligung zum Senden dieser SMS an die betroffenen Verbraucher gab es in der Regel nicht.

Die BNetzA hat daher reagiert und insgesamt 220 Mobilfunkrufnummern abschalten lassen, die in Zusammenhang mit dieser SMS-Werbung stehen. Diese Rufnummern können damit zukünftig nicht mehr genutzt werden und stehen daher auch nicht mehr als Absender für unfreiwillige Werbung zur Verfügung.

Verbraucher sollten auf Werbe-SMS von unbekannten Absendern nicht reagieren. Das gilt auch für vermeintlich persönliche Inhalte oder Gewinnversprechen„, mahnt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Wir werden auch weiterhin gezielt Maßnahmen anordnen, um die Menschen vor telefonischer Belästigung zu schützen.

Im Bereich Rufnummernmissbrauch hat die Bundesnetzagentur bei rechtswidriger Nummernnutzung die Befugnis, einzuschreiten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Ein Ansatzpunkt für Maßnahmen kann insbesondere bei Verstößen gegen Vorschriften des Telekommunikationsgesetz (TKG) selbst, aber auch bei Verstößen gegen andere Vorschriften wie z. B. das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vorliegen. Eine rechtswidrige Nummernnutzung kann je nach Ausmaß des Verstoßes zur Abmahnung, Abschaltung von Nummern, zu Rechnungslegungs- und Inkassierungsverboten, Portierungsverboten, Geschäftsmodelluntersagungen und zu Schaltungsverboten führen. In diesem Fall scheint mal allerdings neben der Abschaltung keine weiteren Maßnahmen ergriffen worden zu sein. Zumindest wurde seitens der BNetzA nicht mitgeteilt, dass man beispielsweise auch eine Abmahnung ausgesprochen hat. Möglich wäre auch ein Inkassierungsverbot: dann dürften die offenen Rechnungen aus diesen SMS nicht mehr eingefordert werden. In anderen Fällen hatte die Behörde auch bereits ein Bußgeld ausgesprochen. Auf diese Maßnahmen scheint man in diesem Fall verzichtet zu haben.