Handy SAR Werte – so viel Strahlung geben aktuellen Smartphones ab

SAR-Werte beschreiben die Absorption von elektromagnetischen Feldern, die beim Telefonieren mit Handys entstehen. Nötig sind die Strahlungen, um um Sprache oder Daten zu übertragen. Leider wirken diese Strahlungen jedoch auf das Gewebe ein und erhitzen dieses. Ob diese Strahlung der Smartphones jedoch schädlich für die Gesundheit ist, ist bis heute noch nicht genau geklärt. Experten vertreten unterschiedliche Meinungen in dieser Diskussion. Es gibt zumindest noch keine wissenschaftliche Beweise für gesundheitliche Schäden durch die Strahlung. Die Weltgesundheitsorganisation gibt dennoch einen empfohlenen Grenzwert von 2,0 Watt/kg an. Wie nah aktuelle Smartphones an diesem Grenzwert liegen, hat das Bundesamt für Strahlenschutz untersucht.

UPDATE: Mittlerweile gibt es einen neuen Spitzenreiter in diesem Bereich. Das Nokia 3.1 hat einen SAR Wert von 0,41 am Ohr und 0,38 am Körper. Diee Kombination gibt es sonst bei keinem anderen Smartphone. Wer auf wirklich geringe Werte angewiesen ist, findet mit dem Nokia 3.1 also eine gute Alternative.

Infografik: Die Smartphones mit der geringsten Strahlung | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Die SAR-Werte für die spezifische Absorptionsrate werden als Leistung pro Masse, also Watt/kg, gemessen. Einige Kunden werden diese Angaben vielleicht sogar schon bei Smartphones im Laden entdeckt haben. Was dabei jedoch hoch und was niedrig ist, ergibt sich meist erst im Vergleich mit anderen Smartphones. Statitstica hat auf Basis der Messung des Bundesamt für Strahlenschutz daher eine Liste der 15 Smartphones mit den höchsten SAR-Werten veröffentlicht. Diese Liste beruht auf der SAR-Werte beim Telefonieren, also wenn man das Gerät am Kopf hält.

Xiaomi und OnePlus gleich mehrfach unter den Negativ-Top-15

Deutlich an der Spitze dieser Tabelle sind das OnePlus 5T und das Xiaomi Mi A1 mit 1,68 Watt/kg und 1,75 Watt/kg. Auf dem dritten Platz findet sich das Xiaomi Mi Max 3 mit 1,58 Watt/kg wieder. Besonders Xiaomi scheint die Strahlung der Smartphones nicht als Gesundheitsrisiko zu sehen. Unter den Top-15 finden sich nämlich gleich 6 Smartphones aus dem Hause Xiaomi wieder und vier mal ein OnePlus.

Als „Strahlungsarm“ wird ein Handy bezeichnet, welches einen SAR-Wert unter 0,6 Watt/kg hat. Es schaffen jedoch nur 58 Prozent der aktuell verkauften Smartp0hones unter diesem Wert zu bleiben. Einige Anbieter haben bei den aktuellen Modellen ihrer Smartphones jedoch alles richtig gemacht und eine sehr niedrigen SAR-Wert erreicht. So hat das Lenny 4 von Wiko nur eine Strahlung von 0,15 Watt/kg. Auch das Archos 55 Diamond Selfie schafft es auf diesen Wert. Das Sony Xperia M5 schafft es sogar mit nur 0,14 im Ranking abzuschneiden. Es ist also durchaus möglich mit heutiger Technik Smartphones zu produzieren, die nicht viel Strahlung erzeugen.

Wer wissen möchte, welchen SAR-Wert das eigene Smartphone hat, kann dies beim Bundesamt für Strahlenschutz erfahren. Dort gibt es auf der Internetseite eine Liste von Handys und den dazu ermittelten SAR-Werten beim Telefonieren und am Körper tragen.

Schutz

Es gibt jedoch einige Tipps, die es ermöglichen die Strahlenwerte gering zu halten. So geht man kein zusätzliches Risiko ein, und setzt seinen Körper keiner unnötigen Strahlung aus. Man sollte zum Beispiel versuchen den Abstand zu seinem Smartphone möglichst groß zu halten. Die meisten Hersteller geben einen Mindestabstand ein. Man sollte versuchen diesen auch einzuhalten. Ermöglichen kann das zum Beispiel mitgeliefertes Tragezubehör. Auch ein Headset beim Telefonieren kann verhindern, dass die Strahlung direkt am Kopf wirken kann. Auch beim Surfen mit dem Tablet oder Smartphone sollte man auf einen gewissen Abstand achten. Denn es ist bewiesen, dass sich die Belastung durch die  hochfrequenten Felder verringert, je größer der Abstand zu dem Gerät ist.

Auch bei der Benutzung des Smartphones kann man durch einige Tipps, die Strahlung so niedrig wie möglich halten. Man sollte zum Beispiel nicht gleichzeitig Telefonieren und gleichzeitig im Internet surfen oder E-Mails abrufen. Durch diese Mehrfachnutzung steigt der SAR-Wert drastisch, da viele Daten auf einmal gesendet werden müssen. Smartphones haben zum Beispiel die Option, während des Telefonierens den Hintergrunddatenverkehr abzuschalten. Man sollte E-Mails zum Beispiel auch nur bei Bedarf und manuell Abrufen. Außerdem hält es die SAR-Werte auch geringer, wenn solche Tätigkeiten wie Surfen und E-Mails abrufen überwiegend im WLAN tut. In einem WLAN-Netzwerk ist die Sendeleistung nämlich meist niedriger als mit mobilen Daten.

Ist es einem persönlich besonders wichtig, wenig Strahlung mit seinem Smartphone zu erzeugen, dann sollte man auf diesen SAR-Wert bei dem nächsten Kauf unbedingt beachten. Schließlich gibt es auch einige aktuelle Smartphones, die eine niedrige Strahlung haben und als strahlungsarm bezeichnet werden dürfen.

Bundesamt für Strahlenschutz: Handys und Smartphones mit den höchsten SAR Werten

Das Thema Handystrahlung ist mittlerweile gesetzlich geregelt und es gibt feste Grenzwerte für Handys und Smartphones, was die Abstrahlung betrifft.

Das Bundesamt für den Strahlenschutz schreibt dazu:

Als Maß für die Energieaufnahme dient die so genannte Spezifische Absorptionsrate (SAR). Sie wird in Watt pro Kilogramm (W/kg) gemessen. Um gesundheitliche Wirkungen dieser hochfrequenten Felder auszuschließen, soll die Spezifische Absorptionsrate eines Handys nicht mehr als 2 Watt pro Kilogramm betragen.

Dieser Höchstwert wird von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection – ICNIRP) seit 1998 empfohlen; die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) und die EU-Kommission schlossen sich dem 1998 bzw. 1999 an. In der Folge wurden durch europäische Normungsgremien Normen erarbeitet, um die Einhaltung dieses Grenzwertes zu überprüfen.

Laut Herstellerangaben unterschreiten alle im Handel befindlichen Handys den von der ICNIRP empfohlenen maximalen SAR-Wert von 2 Watt pro Kilogramm.

In den aktuellen Messungen und nach den Herstellerangaben gibt es derzeit keine Modelle, die über den Grenzwerten liegen. Allerdings sind die Abstrahlungen je nach Anbieter und Modell doch recht unterschiedlich. Zur Abfrage für das eigene Handy stellt das Bundesamt eine Datenbank bereit. Dort kann man öffentlich und ohne Kosten ermitteln, wie stark das eigene Gerät abstrahlt.

In der Übersicht gibt es aber auch bereits die Top-Ten der Modelle mit den höchsten SAR Werten derzeit auf dem deutschen Markt. Diese Modelle liegen aber dennoch unter dem empfohlenen Grenzwert.

Die Handys mit dem höchsten SAR Wert im Überblick

Infografik: Die Smartphones mit der höchsten Strahlung | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt im Übrigen (unter anderem) statt einem Telefonat lieber auf eine SMS oder eine Messenger-Nachricht (beispielweise per WhatsApp, Line oder Telegramm) zu setzen. Bei dieser Form der Kommunikation hält man das Handy nicht am Kopf und daher ist die Strahlungsquelle weiter vom empfindlichen Gehirn entfernt – die Abstrahlung der Handys und Smartphones kann auf diese Weise noch weniger wirken.

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