Bundesnetzagentur: Warnung vor gefährlichen Weihnachtsgeschenken

Die Bundesnetzagentur hat zum Weihnachtsgeschäft nochmal darauf hingewiesen, dass vor allem technische Produkte auch ein Risiko darstellen können, wenn sie nicht den Anforderungen des deutschen Marktes entsprechen. Im einfachsten Fall sind das nur Funkstörungen, die beispielsweise das WLAN beeinträchtigen können oder den Empfang stören, es kann aber auch bis hin zu massiven Problemen wie Hitzeentwicklung und Gesundheitsproblemen führen.

Hintergrund für die Warnung sind immer wieder Produkte aus Fernost, die mittlerweile sehr einfach bezogen werden können und dann nicht für den deutschen Markt getestet wurden oder Testsiegel enthalten, die nicht der Wahrheit entsprechen. Oft findet man bei Shops in Asien viele technisch Produkte zu deutlich günstigeren Preisen (auch wenn man Zoll und Einfuhrumsatzsteuer mit einberechnet) und dann ist die Versuchung natürlich groß, eine vergleichbare Technik direkt zu bestellen als möglicherweise zu einem bekannten Produkt in einem Shop vor Ort zu greifen. Allerdings kann diese Einstellung durchaus zu Problemen führen – teilweise werden solche Produkte direkt beim Zoll abgefangen, teilweise führen sie bei der Nutzung zu Problemen.

In diesem Jahr musste die Bundesnetzagentur bereits in einigen Fällen aktiv werden in denen Produkte teilweise gefährliche Mängel aufwiesen:

Alarmanlage mit mangelhaften Funkkomponenten

Die Funk-Alarmanlage wurde unter anderem ohne CE-Kennzeichnung online angeboten. Minderwertige Funkkomponenten können Störungen von Smart Home Anwendungen zur Folge haben oder Fehlalarme durch gestörte Verbindungen zwischen Alarmanlage und Sensoren auslösen.

Handy mit falschem Netzadapter

Das Handy wurde mit einem falschen Netzadapter und ohne deutsche Bedienungsanleitung geliefert. Ladegeräte, die nicht den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen, können in Brand geraten oder zu einem Stromschlag führen.

Miniatur Drohne ohne Schutzvorrichtung

Die günstige Miniatur Drohne, die per Handy App gesteuert wird, wird ohne CE-Kennzeichnung und deutsche Betriebsanleitung verkauft. Die Drohne kann aufgrund der fehlenden Schutzvorrichtungen, wie beispielsweise eine Rotorabdeckung, eine Gefahr für Kinder sein und zu gefährlichen Schnittverletzungen führen.

Tablet PC erhitzt sich beim Laden

Das Tablet wurde unter anderem ohne CE-Kennzeichnung geliefert. Nach mehrfacher Benutzung hat sich das Gerät beim Laden immer stärker erhitzt. Schutzmechanismen, die dies verhindern, wurden eingespart. Wenn der Akku zu brennen anfängt oder explodiert, lässt sich der Brand mit Wasser nicht löschen und es besteht die Gefahr eines Wohnungsbrandes. Von außen lassen sich solche fehlenden Schutzvorrichtungen nicht erkennen.

Daher warnt die Behörde vor technischen Produkten, die nicht für den deutschen Markt zugelassen sind und keine entsprechenden Prüfsiegel haben. Für Verbraucher empfiehtl man daher folgende Punkte beim Kauf von Handys, Smartphones und Technik allgemein zu beachten:

  • Wenn Sie Produkte online einkaufen, sollten Sie nur bei seriösen und bekannten Quellen bestellen Informieren Sie sich vorher über den Anbieter, beispielsweise bei der Verbraucherzentrale.
  • Der Preis sollte im Vergleich zu Mitbewerbern plausibel sein.
  • Wenn Sie unsicher sind, stellen Sie dem Verkäufer Fragen zum Produkt, seriöse Verkäufer beantworten Fragen schnell und gerne.
  • Bei Technikprodukten sollten Sie beim Anschluss an das 230 Volt Netz auf einen korrekten deutschen Steckertyp achten.

Dazu kann man sich natürlich auch im Internet über Erfahrungen mit dem Produkt informieren. In der Regel haben auch andere Verbraucher schon Erfahrungen mit bestimmten Produkten gemacht oder können zur Zertifzierung Auskunft geben.

Ärgerlicher Trend: Neuere Handy sind weniger robust

Vor einigen Tagen haben die Versicherungsexperten von SquareTrade die aktuellen Zahlen zur Anfälligkeit des Galaxy S9 und S9+ gegenüber Schäden veröffentlicht und es lohnt sich ein Blick in die Historie der Geräte um zu sehen, dass gerade bei Beschädigungen die neueren Modelle nicht unbedingt besser geworden sind.

Aktuell erreichen die Galaxy S9 und S9+ beim Breakability Score eine Punkzahl von 71 (Galaxy S9) und 79 Punkten (GalaxyS9+). Je höher der Wert, desto anfälliger sind die Modelle gegenüber Beschädigungen. Das iPhone X liegt hier beispielsweise bei einem Wert von 90. Im letzten Jahr kamen Galaxy S8 und S8+ auf Werte von 76 bzw. 77 Punkten. Zumindest das Galaxy S9 liegt etwas darunter – wesentliche Verbesserungen sind aber nicht zu erkennen. Im Video seiht man auch recht gut, dass ein Fall aus 6 Fuß Höhe bereits ausreicht um wirklich gravierende Schäden am Display* zu verursachen.

Vor wenigen Jahren waren die Modelle noch stabiler

Der Vergleich mit älteren Modellen ist eber schwer, da das Unternehmen die Bewertungsmatrix geändert hat, daher kann man die Zahlen leider nicht 1:1 vergleichen. Beim Galaxy S7 gab es aber eine Note von 4 und eine Bewertungen „Medium Risk“ und das iPhone &s schaffte sogar eine 4 samt dem Urteil „Medium Risk“. Für die aktuellen Modelle wurden die Werte nach oben angepasst. Das Galaxy S9 beispielsweise wurde als „Medium-High“ eingestuft und damit beurteilen die Tester das Risiko für Schäden als höher als bei den Vorgänger-Modellen. Das iPhone X führt derzeit die Rangliste bei den empfindlichsten Geräten sogar an – hier wird ein Schaden als sehr wahrscheinlich eingestuft, wenn die Modell herunterfallen (vor allem beim sehr hartem Untergrund).

Im Vergleich mit den Vorgängermodellen haben also die Geräte sowohl bei Apple als auch beim Samsung bei der Schadensanfälligkeit zugelegt. Samsung konnte zwar mit dem Galaxy S9 den Trend etwas stoppen und mit stabilieren Materialien die Geräte etwas widerstandsfähiger machen als die Galaxy S8 aus 2017 – an die Werte der S6 und S7 Modelle auf den Vorjahren kommt aber auch das aktuellen Topmodell von Samsung nicht heran.

Noch ein Punkt: Die Reparaturkosten sind deutlich gestiegen

So kostet ein Ersatzdisplay beim iPhone 6 je nach Anbieter etwa 50 bis 100 Euro. Mittlerweile zahlt man beim iPhone X mehr als 500 Euro, wenn das Display kaputt gehen sollte. Für eine Reparatur wird also etwa der halbe Geräte-Neupreis fällig – das  macht Reparaturen natürlich weniger attraktiv.

Diese Entwicklung gibt es im Übrigen so nicht nur beim den Apple Modellen, sondern auch die neueren Galaxy S-Modelle von Samsung haben sowohl bei der Schadenshäufigkeit als auch bei den Reparaturkosten zugelegt.

An der Stelle rächt sich wohl der Trend zu immer größeren Displays und kleineren Rändern. Das ist zwar schick und bietet auch die Möglichkeit, größere Bildschirme zu verbauen ohne das die Geräte größer werden, gleichzeitig bleibt aber auch weniger Platz um stabilisierende Elemente einzubauen. Dazu bedeuten größere Displays natürlich auch immer mehr Kosten und sind die Rändern gebogen, steigen die Kosten noch einmal zusätzlich an.

Insgesamt kann man aufgrund dieses Trends vor allem dazu raten, die Geräte mit Schutzhüllen auszustatten und im besten Fall auch Schutzfolienfür die Bildschirme zu benutzen. Das bietet natürlich auch keinen absoluten Schutz gegen Beschädigungen, senkt das Risiko von Schäden an den teuren Geräten aber deutlich. Und natürlich ist zu hoffen, dass die Hersteller zukünftig wieder mehr Wert auf Widerstandsfähigkeit legen – im besten Fall ohne auf das Design zu verzichten.

Video: Wie robust sind aktuellen Smartphone?

Samsung Galaxy S3: Besitzer beschweren sich über Lackschäden

Smartphones werden heutzutage in nie da gewesenen Stückzahlen hergestellt und umfassen hunderte von kleinen Einzelteilen. In der Produktion sind zahlreiche Schritte für die Fertigstellung verantwortlich und jede kleinste Abweichung erhöht die Chance auf einen Fehler in der Verarbeitung. Damit muss jeder Elektronikhersteller umgehen und nachdem das iPhone 5 bereits mit einigen Problemen zu kämpfen hatte, häufen sich nun auch die Meldungen beim aktuellen Samsung-Flaggschiff.

In einschlägigen Foren beschweren sich momentan eine Vielzahl von Benutzern, dass sich der Lack am Silberrahmen des Samsung Galaxy S3 langsam ablöst. Der Rahmen besteht aus Kunstoff und wird während der Produktion mit einer Metall-Lackierung ausgestattet, die bei manchen Geräten nicht sonderlich widerstandsfähig zu sein scheint. Bei einen Besitzern hat sich die Schicht gelöst und darunter wird dann das schwarze Kunststoff sichtbar. Ein ärgerliches Unterfangen, das bei einem so hochpreisigen Smartphone nicht passieren sollte.

Als wäre die Problematik noch nicht schlimm genug, mussten auch die betroffenen Benutzer vom Reparaturdienst „Datrepair“, bei dem Samsung seine Geräte in der Regel repariert, erfahren, dass die Behebung der Schäden im Rahmen der Herstellergarantie nicht möglich ist. Der Dienst verlangt für die Reparatur stolze 223,95 Euro. Die ein oder anderen Nutzer haben sich damit nicht zufriedengestellt und sich nochmals an den Samsung-Support gewendet. Mit einer enttäuschenden Standard-Antwort lehnt dieser die Ansprüche allerdings auch ab:

[…] vielen Dank für Ihre Kulanzanfrage zu Ihrem Samsung Smartphone.

Unser Servicepartner hat Ihr Gerät überprüft und eine mechanische Beschädigung festgestellt.

Derartige mechanische Beschädigungen, die auf eine unsachgemäße Handhabung zurückzuführen sind, unterliegen nicht der Garantie. Bitte haben Sie Verständnis, dass eine Kulanzreparatur in diesem Fall ausgeschlossen ist.