Überraschung: Qualcomm stellt den Snapdragon 888 Premium-Prozessor vor

Überraschung: Qualcomm stellt den Snapdragon 888 Premium-Prozessor vor – Bisher gab es viele Spekulationen, die das SoC-Topmodell bei Qualcomm für 2021 heißen wird, nun ist es offiziell: es ist der neue Snapdragon 888 Prozessor. Mit diesem Namen hatte bisher niemand gerechnet, aber das Unternehmen hat den neuen Chipsatz gestern offiziell auf dem Tech Summit Digital 2020 vorgestellt.

Der neue SoC ist dabei wieder schneller geworden und hat vor allem im Grafikbereich mehr Leistung bekommen. Dazu unterstützt der Snapdragon 888 natürlich auch wieder 5G in allen wichtigen Bereichen und ist dazu auch MultiSIM-fähig.

Das Unternehmen schreibt selbst zu den Features des neuen SoC:

  • Snapdragon 888 mit dem Qualcomm® Snapdragon ™ X60 5G-Modem-RF-System der 3. Generation ermöglicht globale Kompatibilität, indem es mmWave und Sub-6 über alle wichtigen Bänder weltweit hinweg bietet sowie die eigenständige 5G-Carrier-Aggregation (Global Multi-SIM) unterstützt , nicht eigenständig und Dynamic Spectrum Sharing.
  • Die neue Qualcomm® AI-Engine der 6. Generation mit dem komplett überarbeiteten Qualcomm® Hexagon ™ -Prozessor macht im Vergleich zur vorherigen Generation einen entscheidenden Sprung nach vorne, um die Leistung und Energieeffizienz zu verbessern – und das bei erstaunlichen 26 Tera-Vorgängen pro Sekunde ( TOPS). Die Plattform wird durch den Qualcomm® Sensing Hub der 2. Generation weiter verbessert, der eine immer aktive AI-Verarbeitung mit geringerem Stromverbrauch für intuitive, intelligente Funktionen enthält.
  • Seit seiner Einführung hat Qualcomm® Snapdragon Elite Gaming ™ Dutzende von Mobile-First-Technologien für Smartphones bereitgestellt, darunter aktualisierbare GPU-Treiber, Desktop Forward Rendering und Bildraten von bis zu 144 Bildern pro Sekunde (fps). Die dritte Generation von Snapdragon Elite Gaming in Snapdragon 888 bietet das bedeutendste Upgrade der Qualcomm® Adreno ™ GPU-Leistung von Qualcomm Technologies.
  • Snapdragon 888 wird die Zukunft der Computerfotografie verdreifachen und Smartphones in professionelle Qualitätskameras verwandeln. Mit der schnelleren Gigapixel-Geschwindigkeit Qualcomm Spectra ™ ISP können Benutzer Fotos und Videos mit 2,7 Gigapixeln pro Sekunde oder ungefähr 120 Fotos mit einer Auflösung von 12 MP aufnehmen – bis zu 35% schneller als die vorherige Generation.

Den neuen Premium SoC wird man im nächsten Jahr in einer ganzen Reihe von Topmodellen finden. Xiaomi hat beispielsweise bereits bekannt gegeben, dass das neue Xiaomi Mi 11 auf den Snapdragon 888 Prozessor setzen wird und auch das kommende OnePlus 9 wird diesen Chipsatz verwenden. Wahrscheinlich werden auch wieder die Modelle der Samsung Galaxy S21 Serie auf diese Technik setzen, dazu gibt es aber bisher noch keine Bestätigung.

Apple: 5mm+ 4nm Technik für die Bionic A15 und A16 Soc erwartet

Apple: 5mm+ 4nm Technik für die Bionic A15 und A16 Soc erwartet – Die Analysten von Trendforce haben sich den aktuellen Markt für Prozessortechnik angeschaut und vor allem TSMC näher unter die Lupe genommen. Das Unternehmen fertigt derzeit die neuen A14 Bionic SoC für die Apple iPhone 12 Serie und ist damit das erste Unternehmen, dass die Fertigung im 5 Nanometer-Verfahren bereits in der Massenproduktion hat. Die Analysten gehen davon aus, dass TMSC diesen Vorsprung noch ausbauen kann und bis Ende 2021 etwa 60 Prozent des Marktes für 5nm Chipsätze halten wird.

Spannend ist vor allem der Ausblick auf die nächsten Jahre mit Fokus auf Apple. Für die kommenden SoC Generationen gehen die Analysten von Trendforce von folgenden Rahmenbedingungen aus:

  • die Bionic A15 SoC für 2021 (für die Apple iPhone 13 Serie) werden im 5nm+ Verfahren gefertigt. Das erlaubt nochmal mehr Schaltkreise auf dem gleichen Raum, ist aber kein grundsätzlich neues Verfahren
  • für 2022 wird dann der Bionic A16 SoC erwartet, der dann im neuen 4nm Verfahren gefertigt wird. Damit wird nochmal ein deutlicher Leistungsschub einhergehen

Konkret schreiben die Analysten dazu:

Moreover, the first batch of outsourced 5nm Intel CPUs is also expected to enter production in 2022. The enormous wafer demand from these companies have led TSMC to begin expanding its 5nm capacity. Furthermore, based on current data, Apple is highly likely to continue manufacturing its A16 SoCs with the 4nm process technology (a process shrink of the 5nm node). This may lead TSMC to further expand its 5nm capacity at that time to fulfill high demand from clients. Likewise, Samsung is also planning to expand its 5nm capacity in 2021 in response to continuing manufacturing orders from Nvidia for GeForce GPUs based on the Hopper architecture, in addition to the Qualcomm Snapdragon 885 and Samsung’s own Exynos flagship SoCs. Even so, Samsung is expected to trail TSMC by about 20% in terms of 5nm capacity.

Wie sich die neuen Fertigungsverfahren dann in der Praxis auf den Einsatz auswirken, lässt sich noch nicht abschätzen, aber bisher haben alle neue Generationen von SoC in der Regel mehr Leistung bei mehr Effizienz geboten, daher kann man das auch von den A15 und A16 Generationen erwarten. Spannend wird eher wie groß die Unterschiede ausfallen und natürlich auch, was die Konkurrenz machen wird.

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Huawei: eigene Chip-Fertigung soll in Shanghai starten

Huawei Logo

Huawei: eigene Chip-Fertigung soll in Schanghai starten – Der Bann der US Regierung gegen Huawei betrifft nicht nur Android, sondern auch andere Technik. Beispielsweise dürften US Unternehmen keine Prozessoren mehr an das Unternehmen liefern, es sei denn, es gibt eine Ausnahmegenehmigung (wie bei den Samsung Display).

Es gab daher schon länger Gerüchte, dass Huawei plant, eigene Fertigungen aufzubauen um langfristig von den Lieferungen der US Industrie unabhängig zu werden. Die Plänen scheinen jetzt konkret zu werden, denn in Shanghai soll ein neues Werk von Huawei aufgebaut werden, dass zukünftig 45nm Chipsätze produzieren soll. Die neuen Prozessoren sind dabei in erster Linie für den Massenmarkt gedacht und daher eher für die günstigeren Modelle von Huawei. Für die Premium-Modelle wird das Unternehmen wohl weiterhin auf die Technik von anderen Herstellern angewiesen sein.

Die Fiancial Times schreibt dazu im Original:

Huawei is working on plans for a dedicated chip plant in Shanghai that would not use American technology, enabling it to secure supplies for its core telecom infrastructure business despite US sanctions. Two people briefed on the project said the plant would be run by a partner, Shanghai IC R&D Center, a chip research company backed by the Shanghai Municipal government. Industry experts said the project could help Huawei, which has no experience in fabricating chips, chart a path to long-term survival.

Zukünftig sollen dann auch Prozessoren im 28nm und 20nm Verfahren hergestellt werden, aber das wird wohl erst in 2022 so weit sein.

Mit diesem Schritt könnte sich Huawei auch mehr in Richtung Apple orientieren. Das Unternehmen ist auch erfolgreich, weil man iOS sehr nah auf die Hardware abstimmen kann und umgekehrt. Mit HarmonyOS und eigenen Chips hätte Huawei zukünftig auch diese Möglichkeit und könnten Chips entwickeln, die perfekt auf das Betriebssystem abgestimmt sind. Das wäre ein deutlicher Wettbewerbsvorteil gegenüber den andern Android Herstellern. Es wird aber wohl noch einige Jahre dauern, bis es soweit ist.

Man kann aber jetzt schon absehen, dass das Trump-Embargo gegen Huawei für die USA seine Schattenseiten hat. Mit HarmonyOS könnte es zukünftig eine direkte Konkurrenz für Android und damit für Google geben und nun sieht es auch so aus, als würde Qualcomm auf dem Markt einen neuen Konkurrenten bei den Chipsätzen bekommen. Das Embargo hat also vor allem mehr Wettbewerb für die US Unternehmen produziert.