ALDI Talk sperrt kompromittierte Prepaid Sim Karten für SMS Versand

AALDI Talk sperrt kompromittierte Prepaid Sim Karten für SMS Versand – Prepaid Kunden von ALDI Talk erhalten derzeit SMS vom Unternehmen, dass ihre SMS Funktionen gesperrt wurden, weil ihre Handys und Smartphone gehackt sind. Das liest sich erst wie ein Scareware oder Phishing Angriff, ist aber kein Fake, sondern leider echt. Offensichtlich gibt es viele ALDI Talk Kunden, die auf betrügerische Links geklickt haben und deren Geräte dann darüber gehackt wurden. Danach versenden die Geräte teure SMS ins Ausland auf Premium-Nummern dort und generieren für die Betrüger Einnahmen.

Daher hat ALDI Talk nun die Notbremse gezogen und sperrt die SMS Funktion, wenn solche SMS auftauchen. Die Meldung an die Kunden dazu sieht wie folgt aus:

Das Unternehmen schreibt auf der extra dafür eingerichteten Webseite:

Leider mussten wir feststellen, dass einige unserer Kunden Ziel eines Phishing-Angriffs per SMS geworden sind.Wir haben Grund zur Annahme, dass Sie von diesem Angriff betroffen sind und auf einem Ihrer Endgeräte eine Schadsoftware installiert wurde.Vermutlich haben Sie in den letzten Wochen eine SMS mit etwa folgendem Inhalt (untenstehend einige Beispiele) bekommen und auf den darin enthaltenen Link geklickt. Sobald Sie auf einen solchen Link klicken, wird eine Schadsoftware installiert. Mithilfe dieser nutzen die Täter Ihr Endgerät, um beispielsweise SMS ins außereuropäische Ausland zu verschicken. Wenn Sie die Software nicht entfernen, kann das daher hohe unerwartete Kosten zur Folge haben.

Bei den SMS handelt es sich um bekannte SMS Spammails wie beispielsweise der Paketspam.

Die kompletten Details zum Nachlesen gibt es hier: https://www.telefonica.de/alditalk-informiert

Leider bietet das Unternehmen auch keine direkte Vorgehensweise an, wie man die Schadsoftware einfach entfernen kann, möglicherweise ist dies gar nicht effektiv möglich. Stattdessen sollen betroffenen Kunden die Geräte in den Flugmodus versetzen, damit keine (teuren) Verbindungen mehr möglich sind und die Daten auf den Geräten sichern (mehr dazu: Android Backup machen). Danach soll man die Geräte auf den Werkszustand zurücksetzen, wodurch alle Daten entfernt werden und auch eventuelle Viren gelöscht werden. Mehr dazu haben wir hier zusammengefasst: Android Werksreset

Generell sollte man nie auf Links in solchen Mails oder SMS klicken. Falls doch kann man hier sehr schön sehen, dass dies nur Kosten und Ärger verursacht.

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Windows 10: Erlaubnis zur Sperrung illegaler Hard- und Software per AGB

Windows 10: Erlaubnis zur Sperrung illegaler Hard- und Software per AGB – Windows 10 macht derzeit im Bereich des Datenschutzes eher negative Schlagzeilen und das könnte auch in anderen Bereichen so weiter gehen, denn derzeit werden immer mehr Punkte entdeckt, die man durchaus auch sehr kritisch sehen kann. So gibt es im Microsoft Servicevertrag (aktiv seit August 2015) eine Klausel, in der sich das Unternehmen vorbehält, gegen gefälschte Software und unerlaubte Hardware vorzugehen und diese unter Umständen auch zu sperren.

Im Servicevertrag heißt dabei:

Wir sind berechtigt, Ihre Version der Software automatisch zu überprüfen.Dies ist Voraussetzung dafür, dass wir die Dienste bereitstellen können, Softwareupdates oder Konfigurationsänderungen ohne Ihnen hierfür Gebühren zu berechnen herunterladen können sowie die Dienste, einschließlich jener, die Sie am Zugriff auf die Dienste, am Spielen von gefälschten Spielen oder an der Nutzung unerlaubter Hardware-Peripheriegeräte hindern, aktualisieren, verbessern und weiterentwickeln können.Unter Umständen sind Sie verpflichtet, die Software zu aktualisieren, damit Sie die Dienste weiter nutzen können.

Der Servicevertrag gilt dabei nicht nur für die Windows 10 Version sondern für eine Vielzahl von Microsoft Diensten (beispielsweise Skype oder die Xbox). Unklar ist, welche Software genau Microsoft als gefälscht betrachtet und welche Hardware erlaubt ist und welche nicht. Der Passus ist aber so weitreichend fomuliert, dass theoretisch eine Vielzahl von Anwendungsfällen in Betracht kommen.

Ob Microsoft bei Windows 10 schon von diesen Rechten Gebrauch gemacht hat ist nicht bekannt.