Stiftung Warentest: iPhone 7 hinter Galaxy S7

Die Tester der Stiftung Warentest haben sich in der Novemberausgabe wieder die aktuellen Geräte auf dem Markt vorgenommen und dabei unter anderem auch das iPhone 7 und das iPhone 7 plus einer Prüfung unterzogen. Neben Apple kamen dabei auch das Huawei P9 plus sowie die Lite Version, das HTC 10, das OnePlus 3 und das Gigaset ME pro unter die Lupe. Das Note 7 wurde auch getestet, scheiterte jedoch im Falltest (ohne abzubrennen).

Der Akku zieht das iPhne 7 herunter

Im Test selbst konnte das iPhone 7 plus dabei mit einer Testnote von 2,1 (GUT) die anderen Modelle auf die hinteren Plätze verweisen, lediglich das Huawei P9 pro konnte mithalten und bekam ebenfalls eine Note von 2,1 (GUT). Die größten Schwächen sahen die Tester dabei bei der Akkulaufzeit der neuen iPhone 7 Modelle. Diese konnte nicht überzeugen und sorgte nur für eine Bewertung des Akku mit der Testnote 3,6 bzw 3,8 beim normalen iPhone 7. Das ist so schlecht, dass es zu einer Abwertung im gesamten Ranking kam und die Testnote durch die schlechte Bewertung des Akkus zusätzlich niedriger ausfiel.

Die Stiftung Warentest ermittelte dabei eine durchschnittliche Laufzeit von 20 Stunden bei regelmäßiger Belastung. Das sind etwa 6 Stunden weniger als beim Huawei P9 pro und etwa der gleiche Wert wie beim HTC 10 – wobei beide Geräte 200 bis 300 Euro billiger sind. Negativ fiel auch die hohe Ladezeit von 3,5 Stunden auf. Im Vergleich braucht das iPhone 7 deutlich länger als die Konkurrenz, bis der Akku voll ist. Die fehlende Schnellladetechnik macht sich hier bemerkbar.

In 2016 liegt das iPhone 7 nur auf Platz 2

Im Novembertest konnte auch die Abwertung durch die Akkuleistung den ersten Platz für das iPhone 7 nicht gefährden. Im Vergleich der Modelle, die 2016 auf den Markt gekommen sind, muss sich Apple aber dem Samsung Galaxy S7 geschlagen geben. Die Geräte wurden dabei bereits im Mai getestet und konnte eine Gesamtnote von 1,9 (GUT) erzielen. Das sind 0,2 Punkte weniger als das iPhone 7 plus und damit liegt im Gesamtranking das Galaxy S7 vor den Modellen von Apple – zumindest in der Bewertung der Stiftung Warentest.

Man muss allerdings dazu sagen, dass die Stiftung Warentest immer sehr viel Wert auf die Akkuleistung legt, die geht immerhin mit 15 Prozent in die Gesamtwertung mit ein. Ob das bei den Kunden auch so ist und ob die Akkulaufzeit wirklich die Kaufentscheidung beeinflusst, ist natürlich offen.

Gigaset und Oneplus mit guten Noten

Im Test gab es mit dem Oneplus 3 und dem Gigaset ME pro auch zwei Newcomer aus dem Bereich der nicht ganz so großen Hersteller. Im Test konnten beide Geräte eine gute Figur machen:

  • OnePlus 3: Testnote 2,3 (GUT)
  • Gigaset ME pro: Testnote 2,3 (GUT)

Das sind nur wenige Prozentpunkte hinter den Spitzenmodellen und damit gruppieren sich die beiden Handys in den Top10 der besten Geräte 2016 mit ein, besonders das Gigaset konnte mit einer sehr guten Akkuleistung und einem guten Display punkten. Besonders interessant ist hier das Preis-Leistungsverhältnis, denn beide Modelle gibt es bereits im Preisbereich von um die 400 Euro zu kaufen – deutlich billiger als die Topmodelle der Konkurrenz, die genau so gut oder nur wenig besser abschneiden. Zumindest nach den Werten der Stiftung Warentest gibt es also durchaus interessante Alternativen zu den bekannten Marken.

Stiftung Warentest: Aktuelle Fernsehgeräte auf dem Prüfstand

Hoher Preis heißt nicht gleich gute Qualität. Ist man als Normalverbraucher nicht mit einer Affinität für Technik gesegnet, kann einem der Smalltalk zwischen Kollegen, oder Freunden über derzeit aktuelle Fernsehgeräte schnell wie Rocket Science vorkommen. Die Abkürzungen für diverse technische Standards klingen dann schnell mal wie Algorithmen zur Berechnung der Schubstärke und Flugwinkelneigung die nötig sind um den Orbit zu verlassen. Kein Wunder, die Komplexität der in den Geräten verbauten Technik nimmt mit jedem Jahr weiter zu. Schnell kann man es sich dann leicht machen und sagen, je teurer das Gerät, desto besser ist auch dessen Leistung. Doch wie der aktuelle Test der Stiftung Warentest zeigt ist das vor allem bei Fernsehgeräten ein Trugschluss.

Ein Ausflug in den Dschungel für technische Akronyme

Im Bereich Fernsehen gibt es eine Menge Abkürzungen die nicht unbedingt jedem geläufig sind. Daher werden die Wichtigsten hier kurz erklärt.

DVB – Digital Video Broadcasting

Hiermit wird die Art und Weise bezeichnet wie das digitale Fernsehprogramm auf den Bildschirm kommt. Entweder per Kabel DVB-C, per Antenne DVB-T, oder per Satellit DVB-S. Zukünftig gibt es für Antennenfernsehen einen neuen Standard (DVB-T2 HD), der bisherige  Standard wird dann abgeschaltet.

HD, UHD und HDMI

HD wird mittlerweile ja fast jedem ein Begriff sein. Mit HD bezeichnet man Bilder die eine Auflösung von 720 oder 1080 Bildzeilen haben. Die Steigerung davon ist UHD, hier haben Bilder eine Auflösung von 2160 Bildzeilen. Fernsehprogramme werden in diesem Standard noch nicht übertragen, allerdings kann man sich Blue-Rays besorgen, die Filme in diesem Standard wiedergeben. Mithilfe einer HDMI-Schnittstelle (High Definition Multimedia Interface) und einem entsprechendem Kabel kann man das Signal vom jeweiligen Endgerät auf den Fernseher übertragen.

HDR – High Dynamic Range

HDR hat trotz des Wortes Dynamic nichts mit Lautstärke zu tun. HDR ermöglicht eher ein kontrastreicheres Bild, da es mehr Farb- und Helligkeitsabstufungen ermöglicht. Die Einführung dieser Technik erfolgt zusammen mit UHD, wobei nicht jeder Fernseher mit UHD über HDR verfügt.

EPG – Electronic Program Guide

Der EPG wird meist mit dem digitalen Signal mitgesendet und bietet einen Überblick über die aktuell laufenden TV-Programme.

Smart-TV

Der Begriff bezeichnet Fernsehgeräte die man per LAN oder W-LAN mit dem Internet verbinden kann. Per Apps kann so dann auf Mediatheken, Netflix oder andere Streaming Dienste wie Youtube zugreifen.

Der Preis sagt nicht alles

In der aktuellen Stiftung Warentest Zeitschrift kommt man zu dem Schluss, dass man vor allem beim Fernsehkauf genauer hinschauen sollte. Im Test gibt es für Fernseher drei unterschiedliche Gruppen. Kleinere Geräte besitzen eine Bildschirmdiagonale von 81 Zentimetern. Mittlere Geräte haben eine Diagonale von 102 – 109 Zentimetern. Richtige Bildschirmriesen können mit einer Diagonale von 124 Zentimetern aufwarten. Innerhalb ihrer Größenklassen unterscheiden sich die Geräte stark voneinander.

Kleinere Fernseher

Kleinere Geräte eignen sich vor allem als Zweitgeräte im Haushalt, hier muss man aber mit tendenziell eher schwächeren Bildern rechnen. Auch der Sound dieser Geräte überzeugt nicht ganz. Die hier verbaute Technik lässt hier eher zu Wünschen übrig. Will man sich aber trotzdem einen kleineren Fernseher zulegen sollte man hier auf den Sony KDL-32WD605 setzen. Das Bild ruckelt hier bei Kameraschwenks etwas und auch der Sound kann nicht so sehr überzeugen, aber innerhalb seiner Klasse schneidet er besser als die anderen Geräte ab.

Mittelgroße Geräte

Ein besseres Bild liefern schon die mittelgroßen Geräte. Allerdings verfügt hier nicht jedes Gerät über UHD, da man in dieser Kategorie einen Kompromiss aus Preis und Leistung machen musste. Den Kompromiss am besten gelöst hat der Samsung UE43KU6409 für 775 Euro. Der Ton ist hier gut, aber vor allem das Bild kann hier überzeugen. Einziger Minuspunkt ist hier die abnehmende Bildqualität je spitzer der Blickwinkel auf den Bildschirm.

Die Bildschirmriesen

Die Riesen unter den Fernsehgeräten sind nicht alles Top-Geräte. So bekommt man nicht bei allen die Möglichkeit sich Filme in UHD anzuschauen, zudem schafft es auch nur ein Fernseher wirklich gute Bilder in UHD zu liefern. Eine große Enttäuschung ist in dieser Kategorie der Grundig 49GUB8678. Mit 930 Euro ist es das teuerste Gerät, welches die schwächste Performance zeigt. Eine Kaufempfehlung ist aber der Samsung UE49KU6409. Bild, Ton und Handhabung können hier überzeugen und auch die UHD-Bilder zeigen eine gute Qualität.

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Das Alienboard Batwings Hoverboard im Test

Hoverboards waren im letzten Jahr groß im Trend, allerdings gab es aufgrund von Sicherheitsproblemen und brennenden Geräten auch immer wieder schlechte Meldungen. Mittlerweile hat sich die Technik deutlich weiter entwickelt und es gibt diese Sicherheitsprobleme nicht mehr, daher haben wir und entschieden, ein Hoverboard zu testen und zu prüfen, wie tauglich und praktisch die Geräte mittlerweile sind.

Im Test hatten wir dabei ein Hoverboard von Alienboard. Das Unternehmen schreibt über sich selbst:

Wir sind ein professioneller Online-Store mit Smart Balance Wheels und selbstbalanchierenden Einrädern und elektrischen Scootern. Wir bieten eine große Vielzahl an hochqualitativen Produkten an, die Ihren Bedürfnissen entsprechen. Das Hauptziel unseres Unternehmens ist es, kontinuierlich eine Vielfalt an neuen und interessanten Produkten anzubieten, die unterhaltsam und aufregend für Sie sind. Diesem Ziel widmet sich unser Team voll und ganz und wir helfen Ihnen leidenschaftlich gern mit dem, was Sie brauchen.

Ein Alienboard ist derzeit (je nach Version) im Hoverboard Shop ab 189 Euro zu haben. Das schickere sogenannte Batwinger Howerboard kostet 279 Euro und bietet die Möglichkeit, per Handy und Bluetooth auch Sound abzuspielen. Das Batwings ist dabei in drei Farben zu haben: Weiß, Schwarz und Lila. Preislich macht es keinen Unterschied, für welche Farbe man sich entscheidet. Das Hoverboard schwarz kostet genau so viel wie die Version Weiß oder Lila. Im Test hatten wir ein schwarzes Batwings Alienboard.

Fahreigenschaften des Alienboard

Im Vergleich zum Segway fällt natürlich vor allem die fehlende Griffstange auf. Das ändert nicht nur am Aussehen etwas, sondern auch an den Faheigenschaften. Der „Angstgriff“ beim Segway fehlt, damit muss man auf dem Alienboard das Gleichgewicht komplett alleine halten. Das erfordert etwas mehr Übung und auch viel mehr Vertrauen in die Technik. Schnelles Aufsteigen und Losfahren ist mit dem Alienboard (und allen anderen Boards dieser Bauart) daher so nicht direkt möglich. Man braucht einige Zeit, bis man sich an das Konzept gewöhnt hat und damit ohne Probleme fahren kann. Im Test waren etwa 10 Minuten bis 1 Stunde notwendig, bevor die Personen ohne Ruckeln fahren konnten. Hat man das Prinzip verstanden, funktioniert das Fahren und sowohl Auf- als auch Abstieg ohne Probleme. Im Vergleich zum Segway bietet das Alienboard dafür die eleganteren Fahrmöglichkeiten – man kann schönere Kurven fahren und sieht deutlich besser aus auf dem Board. Um es zusammenzufassen: man braucht etwas Übung um sicher auf dem Alienboard zu stehen, hat man den Trick heraus gefunden, fährt man aber sehr sicher und ohne Probleme.

Das Alienboard im Alltag

Für den tagtäglichen Einsatz (beispielsweise als Ersatz für das Fahrrad) eignet sich das Board nur bedingt. Das Problem: die Ränder sind zwar relativ groß, mit deutschen Bordsteinen und 5 bis 15 Zentimeter Höhenunterschied kommen sie aber trotzdem nicht klar. Da hilft auch Anlauf nichts – entsprechende Versuche enden eher in einem Sturz. Wer mit dem Alienboard durch die Stadt will, muss daher die Route gut planen und sollte sie so wählen, dass es möglichst wenig Versatzpunkte gibt.

Ein weiteres Problem dabei: das durchaus stolze Gesamtgewicht von 13,5 Kilogramm. Damit ist das Board durchaus tragbar, aber jedes Aufnehmen und weiter tragen ist schwer und vor allem für Kinder kaum möglich. Erfreulicherweise gab es bei uns direkt eine Tasche dazu, die das Tragen etwas komfortabler macht, aber trotzdem ist das Tragen recht schwierig. Es ist daher besser, so weit wie möglich mit dem Hoverboard zu fahren.

Das schicke Design ist im Alltag teilweise auch ein Problem. Die Oberfläche bekommt beim Stürzen und Abstiegen schnell Kratzer, vor allem an den Kanten.  Man sollte daher mit dem Board eher vorsichtig fahren. Wenn das Board sich unkontrolliert bewegt, gibt es nicht so schöne Schmarren auf der Oberfläche.

Seine großen Stärken kann das Board in Bereichen ausspielen, die flach und eben sind und wenige Kanten haben. Gibt es beispielsweise ein gut ausgebautes Radnetz, kann man dort mit dem Board sehr schnell und komfortabel fahren. Gleiches gilt für Schulhöfe oder Spielplätze – besonders Kinder haben sehr viel Spaß am Board und drehen gerne stundenlang (oder zumindest so lange der Akku hält) ihre Runden. Die Bedienung des Board ist dabei auch für Kinder geeignet. Man schaltet die Geräte durch ein längere Drücken am einzigen Knopf ein und danach sieht man sofort an der LED, ob genug Akku zur Verfügung steht (grün) oder nicht (rot). Passt der Akkustand kann man aufsteigen und sofort los fahren. Der Abstieg geht genau so einfach und man kann das Board auch einfach wieder deaktivieren. Größere Einstellungen oder komplizierte Vorgänge gibt es also nicht.

Ebenfalls gut für den Einsatz: größere Komplexe indoor – etwa Krankenhäuser oder Bürogebäude. Auch hier lässt sich das Board gut nutzen.

Der Akku im Alienboard

Die Laufleistung ist mit 20 Kilometern angegeben, das würde einer Nutzungsdauer von etwa 2 Stunden entsprechen. Das kann sich durch die Geschwindigkeit und das gewicht des Fahrers noch deutlich verändern. Im Test hatten wir auf jeden Fall keine Probleme mit dem Akku. Das Hoverboard war auch nach mehreren Tagen ohne Aufladung noch nutzbar und es hat gefühlt deutlich länger als 2 Stunden gedauert, bevor wir es wieder laden mussten.

Das Batwings Hoverboard in Aktion

Unser Fazit zum Alienboard

Das Fahrrad kann das Board leider nicht ersetzen, dafür fehlt die Möglichkeit, auch über höhere Kanten zu fahren. Abgesehen davon kann man mit dem Board aber viel Spaß haben und bei richtiger Planung auch größere Strecken ohne Probleme zurück legen. Besonders bei Kindern und Jugendlichen kommt das Alienboard gut an. Besonders gut: man braucht nur wenig Übung um mit dem Board zurecht zu kommen, Fahrradfahren lernt sich schwerer als das Fahren mit dem Hoverboard.

Opera: EDGE Browser hält doch nicht am längsten durch

Microsoft hatte in einem Video die aktuellen Browser gegeneinander antreten lassen um zu schauen, welcher Browser am pfleglichsten mit der Akkuleistung umgeht und EDGE konnte sich hier gegenüber der Konkurrenz durchsetzen.

Bei Opera wollte man dieser Ergebnisse prüfen, konnte sie jedoch nicht replizieren, da Microsoft keine genauen Details zur Methode des Tests veröffentlicht hat sondern in erster Linie nur das Ergebnis.

Daher hat man auf ein eigenes Testszenario zurück gegriffen und dieses im Blogpost transparent hinterlegt. Dabei kam dann der EGDE Browser immer noch auf gute Werte, Opera war aber besser. Diesen Test kann auch jeder andere Entwickler selbst nachvollziehen, da sowohl die Hardware als auch die Software transparent beschrieben sind. An der Stelle merkt man den Unterschied zwischen den Technikern bei Opera und den PR Strategen bei Microsoft.

Opera: EDGE Browser hält doch nicht am längsten durch

Mobilfunk-Beratung im Test: bis zu 200 Euro Grundgebühr

Kundenberater im Test. 7 Shops je Mobilfunkanbieter nahm die Stiftung Warentest unter die Lupe und testete dabei die Beratungskompetenz und Kundenorientierung der Kundenberater in den Shops vor Ort. Für die Tester spielten hier vor allem die Passgenauigkeit des Angebots, Auskunft über LTE, sowie die Verfügbarkeit und das Verhalten der Berater eine Rolle. Überprüft wurden hier zum einen ein Angebot für Intensivnutzer (300 Gesprächsminuten, 2 GB Datenvolumen, LTE Nutzung, Auslandsnutzung) und zum anderen ein Angebot für Kinder mit Kostenkontrolle.

Insgesamt konnten die Berater in den Shops nicht überzeugen. Mehr als befriedigende Resultate waren nicht drin. Testsieger, insofern das bei dieser schlechten Gesamtleistung möglich ist, ist O2. Die angebotenen Tarife für Intensivnutzer waren hier angemessen. Problematisch wurde es laut Stiftung Warentest bei Angaben zu LTE oder dem Einsteigertarif. Hier wurden oft rudimentäre Angaben gemacht, oder im Falle des Einsteigertarifs ungeeignete Laufzeitverträge mit Drittanbietersperren vorgeschlagen.

Beratung bei Intensivnutzern

Trotz eindeutiger Angaben seitens der Tester offerierten die Berater oft die seltsamsten Angebote. In mehreren Fällen wurden den Testern Verträge mit subventionierten Smartphones angeboten, obwohl diese nicht nachgefragt wurden. Ein Mobilcom-Debitel Berater schlug sogar vor, einen Vertrag mit ungewolltem Smartphone abzuschließen um das Gerät dann  anschließend auf Ebay zu verkaufen. Ähnliches zeigte sich bei der Passgenauigkeit der Angebote. Hier konnten sich mehrere Kundenberater ebenfalls nicht behaupten. Im Extremfall bot ein Vodaphone Berater den Testern einen Vertrag für 200 Euro im Monat über 24 Monate mit 30 GB Datenvolumen und jährlichem premium Smartphone an. Auf Nachfrage nach der LTE-Verfügbarkeit in Deutschland strauchelten viele Berater ebenfalls. Hier gab es entweder sinnfreie Antworten oder schiere Unwissenheit.

Einstiegstarife für Kinder

Bei dem Einsteigertarif hatten viele Berater ebenfalls Probleme. Da sich die Tester hier gezielt auf Angebote für Kinder konzentrierten ist eine Drittanbietersperre sehr wichtig. Diese verhindert zusätzliche In-App-Käufe oder unbeabsichtigte Abos. So können neben dem normalen Tarif keine ungeahnten Nebenkosten entstehen. Die Mehrheit der Berater wies jedoch nicht auf diese Möglichkeit hin. Eine andere Lösung wäre eine PrePaid-karte gewesen. Diese wurde jedoch von den Beratern nicht in Betracht gezogen, oder sie wussten es einfach nicht besser.

Insgesamt zeigt sich in dem Artikel von Stiftung Warentest ein eher desaströses Bild der Deutschen Mobilfunkberater-Landschaft. Wer sich also einen neuen Tarif zulegen will, sollte sich wahrscheinlich besser selber informieren.

WhatsApp & Co: Stiftung Warentest prüft die Sicherheit

WhatsApp & CO: Stiftung Warentest prüft die Sicherheit – In den vergangenen Jahren lösten die Messenger-Programme immer mehr die klassische Kurzmitteilung ab. Durch das vorhandene Datenvolumen, welches bei vielen Tarifen inklusive ist, werden dadurch hohe Kosten eingespart. Zudem können neben einfach Textmitteilungen auch Foto-, Audio- und Videonachrichten versendet werden. Vor einigen Wochen führte das Entwicklerteam von Whatsapp sogar das Telefonieren ein.

Da nahezu zeitgleich zu der Entwicklung der Messenger-Dienste die Forderungen nach größerer Datensicherheit in das Bewusstsein der Menschen eintrat, veröffentlichte die Stiftung Warentest in der Ausgabe August 2014 ein Test bezüglich der Sicherheit von Messenger-Apps. Obwohl keiner der getesteten Apps Nutzerdaten direkt an Dritte weiterleitet, kann nicht abschließend gesagt werden, ob die Daten auf einem externen Server gespeichert werden. Die beste Datenverschlüsselung liefern die Programme, welche die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzen. Diese verhindert, dass der Anbieter Nachrichten mitlesen kann.

WhatsApp:

Mit 800 Millionen Nutzern ist WhatsApp der größte Messenger-Dienst. Die Handhabung des Programms ist sehr benutzerfreundlich. Da es soweit verbreitet ist, wird die Möglichkeit gegeben, mit vielen Chat-Partnern zu kommunizieren. Der Nutzer meldet sich mit seiner Mobilfunknummer an. Für den Fall, dass lediglich die Nummern von den Nutzern auf einem externen Server gespeichert werden, kann sich der Anbieter über eine Datenbank mit 800 Millionen Rufnummern freuen. WhatsApp synchronisiert automatisch das Telefonbuch. Zudem ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht gegeben.

Threema:

Der Messenger kann für den einmaligen Preis von 1,99 Euro im gekauft werden. Derzeit nutzen rund 3,5 Millionen Menschen das Programm. Threema bietet eine große Menge an Einstellungen. Für die Nutzung muss nicht die eigene Mobilfunknummer angegeben werden. Hierfür ist ein Fantasiename ausreichend. Der Nutzer erhält eine einzigartige Identifikationsnummer. Um Freunde zu kontaktieren, müssen die Profile eingepflegt werden. Sofern dennoch Daten hinterlegt wurden, kann auch die Telefonbuchabgleichs-Funktion genutzt werden. Bei dem Versand von Nachrichten wird eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwendet.

Hoccer:

Das beste Urteil erhielt das deutsche Messenger-Programm Hoccer. Die App kann vollständig Anonym genutzt werden. Für die Anmeldung muss weder eine E-Mail-Adresse oder Name noch eine Mobilfunknummer angegeben werden. Bei dem Versand von Nachrichten wird die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung genutzt. Alle Server stehen in Deutschland und unterliegen somit dem Bundesdatenschutzgesetz. Das Programm kann kostenlos heruntergeladen werden.

ChatSecure:

Dei iOS-App bietet den sichersten Umgang mit persönlichen Daten. Jedoch ist es schwierig das Programm einzurichten. Daher richtet sich diese App vor allem an Nutzer, welche über das nötige technische Wissen verfügen. Das Programm ist ebenfalls kostenlos.

Vorgestellt: Schutzhülle Otterbox Commuter und Defender

Der Wert von Handys hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen und auf Grund der großen Displays sowie dünnen Bauweise nutzen die meisten Leute eine Schutzhülle. Zu den bekannteren Herstellern solcher Hüllen zählt die amerikanische Firma Otterbox. Diese sind quasi das Gegenteil von billiger China Ware und schützen die Smartphones ziemlich gut. Der Schutz ist dem Design der Hülle eher vorangestellt, so sind die Hüllen zwar stabil, aber nicht unbedingt die stylischsten auf dem Markt. Sie werden für sehr viele Apple-, Android-, Blackberry- und Nokia-Smartphones und -Tablets hergestellt. Otterbox hat uns die beiden meist verkauften Modelle Commuter und Defender für einen kleinen Test am Samsung Galaxy Nexus zur Verfügung gestellt.

Otterbox Commuter
Die Commuter ist die Standard-Hülle der Firma. Sie besteht aus einer an dem Handy anliegenden Silikon- und einer darüber liegenden Hartplastik-Hülle. Eine durchsichtige Hülle für das Display ist ebenfalls mitgeliefert, sie deckt jedoch wirklich nur das Display ab. Die verglasten Ober- und Unterseiten bleiben leider ohne Schutz. Wie dies bei anderen Handymodellen gelöst ist, kann ich nicht sagen. Für das Galaxy Nexus ist es aber nicht unbedingt die beste Lösung.

Die Vorderseite wird komplett von etwa 1 Millimeter rundum vorstehendem Silikon geschützt und kann somit auch mal Frontal auf den Boden fallen, ohne dabei dabei gleich einen Displayschaden erwarten zu müssen. Seitlich und an der Rückseite befindet sich die Plastikhülle und an allen Ecken sind nochmals etwas dickeres Silikon vorhanden. So sollte das Handy beim Fallen stets ein wenig vom Silikon abgefangen werden. Das Plastik bietet einen zusätzlichen Schutz, ist aber leider sehr glatt. Es liegt zwar gut in der Hand, könnte aber bei schwitzigen Händen und leichtem Griff auch aus der Hand rutschen.

Die seitlichen Knöpfe bestehen aus Silikon und müssen etwas fester als ohne Hülle gedrückt werden. Die Anschlüsse sind von Silikon bedeckt, welche man problemlos zur Benutzung wegklappen kann. Natürlich sind die Kamera, der Lautsprecher und beide Mikrofone frei. Die Hülle ist mit 37 Gramm noch recht leicht.

Otterbox Defender
Die Defender ist die stärkste Hülle des Herstellers. Sie bietet wirklich einen enormen Schutz, ist dafür aber natürlich auch auftragend. Mit ihr habe ich wirklich keine Angst das Handy fallen zu lassen, was ich bisher von keiner anderen Schutzhülle behaupten konnte. Die Verarbeitung ist auch sehr gut, sie liegt jedoch viel besser in der Hand als die Commuter.

Die Hülle besteht aus drei Teilen: Eine vordere und eine hintere Hartplastik und eine ziemlich dicke äußere Silikon Hülle. Die vordere Hülle hat direkt eine Schutzfolie für das Display integriert. Diese ist fest mit dem Plastik verbunden und lässt sich nicht entfernen. Zusätzlich wird noch eine vierte sehr dicke vierte abnehmbare Hülle mitgeliefert, welche mit einer Gürtelhalterung versehen ist (siehe Video). Die Gürtelhalterung lässt sich um 360° drehen und rastet dabei in 15° Schritten ein. Die äußere Hülle kann man an der Rück- und Vorderseite des Handys befestigen und mit der Gürtelhalterung kann man das Handy auch seitlich aufstellen und so beispielsweise auf dem Schreibtisch einen Film sehen.

Da sich die Silikonschicht außen befindet liegt das Handy jederzeit sicher in der Hand ohne jegliche Rutschgefahr. Die Knöpfe lassen sich leicht drücken und auch hier sind die Anschlüsse wieder mit einem wegklappbaren Stück Silikon geschützt. Egal wie das Handy runterfällt – die Hülle wird es abfangen. Die große Stabilität macht die Hülle natürlich recht dick und lässt sie 61 Gramm wiegen. Zusammen mit der vierten Hülle wiegt sie sogar ganze 128 Gramm. Die Frontfolie wirkt zwar recht dick aber ist dementsprechend auch nicht 100% Transparent. Die Farben sind zwar noch kräftig, jedoch ist das Display nicht mehr ganz so scharf wie ohne Hülle. Dies ist auf jeden Fall ein negativ Punkt, der sehr gute Schutz überwiegt diesen Nachteil jedoch spielend.

Beide Hüllen bieten guten Schutz für das Smartphone, die Commuter ist wegen der rutschigen Rückseite jedoch nicht unbedingt die erste Wahl. Wer eine extrem sichere Schutzhülle sucht, bei der das Smartphone auch das ein oder andere Mal runterfallen kann, ist mit der Defender sehr gut beraten. Der Amazon Preis für Otterbox Cummuter für das iPhone 5 beträgt zur Zeit etwa 25 Euro, die Defender kostet 37 Euro. Bei dem Samsung Galaxy S3 muss man 23 beziehungsweise 36 Euro hinlegen.

Zu guter letzt noch ein kleines Video, in dem man beide Hüllen genauer sehen kann.

Samsung Galaxy Nexus – Ausführlicher Testbericht [Update: Zusätzliches Video-Review]

Lange mussten wir warten, doch seit Mittwoch Nachmittag konnte man es in Filialen der Firma Media Markt kaufen: Das Samsung Galaxy Nexus. Wir hatten das Glück in einem Media Markt nahe Frankfurt ein Gerät ergattern zu können und haben es einem ausführlichen Test unterzogen. Zu Beginn: Der Lautstärke-Bug wurde in der Deutschland Version bereits gefixt.

Für alle Käufer direkt der Hinweis: Media Markt wollte für das Gerät 629 Euro haben. Erst nach einem Vergleich mit dem Internetpreis (Amazon.de) und etwas Nachdruck bekamen wir das Gerät letztendlich doch für 539 Euro – und damit am ersten Tag des Verkaufs in Deutschland.

Das Review ist in folgende Punkte gegliedert:

  • Technische Daten
  • Der äußere Eindruck
  • Auf einen Blick – Design, Technik und Ice Cream Sandwich
  • Ein Auge auf die Kamera
  • Google erfindet seine Apps neu
  • Video Review (Update: Jetzt Drei Teilig)
  • Gesamteindruck
  • Nachtrag (SMS, Navigation, Massenspeicher)

Technische Daten

Damit alles seine Richtigkeit hat, liste ich hier erstmal die wichtigsten offiziellen technischen Daten der deutschen Version des Galaxy Nexus auf.

Akku: Li-Ion (1750 mAh)
Display: 4,65″ HD Super-AMOLED Display (1280 * 720 Pixel)
Gewicht: 135 Gramm
Datenverbindungen: Bluetooth 3.0, WLAN 802.11 a/b/g/n, Wi-Fi Direct, HSPA+ (bis zu 21 MBit/s), NFC
Prozessor: 1,2 GHz Dual Core-Prozessor
Speicher: 16 GB Speicher, 1 GB Arbeitsspeicher (RAM)
Kamera: 5 MP Kamera mit ständig aktivem Autofokus, LED Blitz / Videolicht, 1,3 MP Frontkamera, Video Aufnahmen in 1080p
Sonstiges: Benachrichtigungs LED, 2 Mikrofone, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Kompass, Annäherungs- und Lichtsensor, Barometer

Der äußere Eindruck

… täuscht zwar gerne, jedoch ist bei dem Galaxy Nexus nicht der Fall. Der erste Eindruck des Gerätes ist wortwörtlich groß. Die gesamte Vorderseite besteht fast nur aus einem Display. Das Handy liegt gut in der Hand, denn es ist ergonomisch geformt und ist fast schon ein Handschmeichler. Die Rückseite ist leicht geriffelt; dies fühlt sich gut an und bietet etwas mehr halt als eine glatte Oberfläche.

Das Smartphone ist mit 4,65″ natürlich recht groß. Es lässt sich aber dennoch gut bedienen, auch wenn man es unter Umständen etwas anders in der Hand halten muss als kleinere Modelle. Menschen mit kleinen Händen sollten das Handy daher vor dem Kauf lieber einmal in die Hand nehmen. Im Normalfall sollte es aber keine Probleme bereiten.

Das Handy hat eine sehr glatte, leicht gebogene Form. Dadurch kann es nicht nur angenehm gehalten werden, sondern hat auch ein ansprechendes Design, welches sich von den meisten anderen Smartphones unterscheidet. Alles wirkt sehr stabil und durchdacht. Auch die Haptik ist gelungen – obwohl das Handy zum Großteil aus Kunststoff besteht, hat man in der Hand kein billiges Gerät und das Material mindert definitiv nicht den guten Eindruck. Besonders die geriffelte Rückseite fühlt sich gut an.

Neben dem Bildschirm hat das Handy folgende Merkmale: Die Kamera mitsamt LED-Blitz, die Lautsprecheröffnung, der Kopfhörer-Anschluss, der Micro-USB-Anschluss, die Höhrer-Lautsprecher, die Lautstärke-Regler, die drei „Docking-Pins“ und der Power Knopf. Alle sind sehr klein sowie unauffällig verbaut und stören daher nicht in der Bedienung. Selbst der Micro-USB Anschluss wirkt durch die Größe des Handys noch winziger als in anderen Modellen.

Das Gewicht von 135 Gramm ist angenehm spürbar. Bei einem Gerät dieser Größe vermutet man etwas mehr Gewicht, jedoch ist es schwer genug um „etwas in der Hand zu halten“ aber leicht genug, um in der Hosentasche nicht zu stören.

Auf einen Blick – Design, Technik und Ice Cream Sandwich

Das Display ist riesig – liefert ein sehr scharfes und deutliches Bild. Dank der hohen Pixelanzahl eignet es sich gut zum lesen von Texten oder Webseiten und ansehen von Bildern oder Videos. Mit 1280 x 720 Pixeln hat es eine ähnlich hohe Auflösung wie viele Computermonitore vor 10 Jahren. Wenn man nun auch noch bedenkt, dass es sich nicht um ein (ordinäres) LC-Display handelt, sondern um ein Super-AMOLED-Display, muss so mancher schon erste Freudentränen unterdrücken. Der Bildschirm ist grandios.

Obwohl das Display nicht die AMOLED+ Technik bietet, sind aufgrund der hohen Pixeldichte von 316 ppi keine einzelnen Pixel oder Subpixel zu erkennen. Das Bild ist stets scharf und die Farben leuchten wesentlich kräftiger als bei normalen LCDs. Da es momentan fast das einzige Modell weltweit mit einem solchen Bildschirm ist, ist dies schon einer der Hauptargumente für das Handy.

Anfangs etwas ungewöhnlich sind jedoch die fehlenden Knöpfe. Diese werden an der Unterseite des Displays angezeigt und bei Bedarf – zum Beispiel wenn ein Video im Vollbildmodus abspielt – auch ausgeblendet. An diese Art der Steuerung muss man sich kurz gewöhnen, aber das dadurch gewachsene Display bietet natürlich einen großen Vorteil gegenüber anderen Handys.

Android wurde komplett überarbeitet und unterscheidet sich grundlegend von den alten Android 2.x Versionen. Grob könnte man sagen es wurde Android mit Tron Legacy und einem Hauch Windows Phone 7 gemischt und das neue Design danach mit viel Benutzerfreundlichkeit serviert. In jede Funktion wurde der neue Stil integriert – die normalen Apps von Drittherstellern wirken dadurch fast altbacken. Android sieht jetzt nicht mehr nur funktionell, sondern wirklich schön aus. Die Farben Grün und Grau der alten Versionen sind jetzt durch Schwarz und Blau ersetzt worden. Als wäre das nicht genug, hat Google sogar eine eigene Schriftart namens Roboto designt.

Die Apps werden jetzt nicht mehr in einer Scroll-Liste dargestellt, sondern auf Seiten angezeigt. Die Widgets sind ebenfalls dorthin verschoben worden. Endlich gehört auch ein gutes Kalender-Widget zur Standardausstattung – dies musste man vorher oft mit Widgets aus dem Market nachbessern.

Das Nexus hat noch eine fast schon in Vergessenheit geratene, technische Besonderheit: Die Benachrichtigungs LED. Diese dient der Information des Nutzers bei neuen SMS, entgangenen Anrufen, neuen Emails… ohne das Display einschalten zu müssen. Obwohl diese LED bereits im ersten Android Handy überhaupt – dem T-Mobile G1 (von HTC) – verbaut war, schien sie in der Zwischenzeit fast in Vergessenheit geraten zu sein. Besonders Samsung hatte konsequent auf die LED verzichtet. Daher ist es umso erfreulicher sie endlich wieder zu haben.Ebenfalls neu ist die Möglichkeit den mobilen Traffic zu überwachen und das Datennetz bei Überschreitung eines monatlichen Limits automatisch zu deaktivieren.

Die LED blinkt bei jeder Benachrichtigung Weiß, es ist aber eine Multicolor LED. Wenn eine App es unterstützt kann man sie somit auch in andere Farben blinken lassen. Die LED befindet sich mittig unter dem Display.

Über Face Unlock wurde im Vorfeld ebenfalls viel berichtet. Diese Sicherheitsfunktion entsperrt das Smartphone nur, wenn die Frontkamera das Gesicht ihres Besitzers erkennt. Sollte ein anderer versuchen das Handy zu entsperren, wird er nicht erkannt und wird zur PIN Eingabe aufgefordert.

In unserem Test hat dies vorbildlich funktioniert. Habe ich mein Gesicht der Frontkamera entgegengestreckt war das Handy in weniger als einer Sekunde entsperrt. Als der liebe Herr Kollege in die Kamera blickte, verweigerte sich das Nexus ihm und verlangte einen PIN. Möglicherweise erkannte das Nexus einen reinen Apple-Fan und wollte sich daher nicht entsperren, oder die Erkennung funktioniert tatsächlich! (Achtung, Ironie).

Mit meinem Facebook-Foto wollte sich die Kamera allerdings nicht entsperren lassen, obwohl ich keine wirklichen Unterschiede zwischen dem Foto und meinem aktuellen Aussehen feststellen konnte. Dies kann zwei Dinge bedeuten: Entweder ist die Erkennung doch gut genug um ein echtes Gesicht von einem Foto unterscheiden zu können oder die Erkennung funktioniert so schlecht, dass sie unter anderen Lichtverhältnissen oder mit anderer Kleidung ihren Besitzer nicht mehr erkennt.

Wir hoffen auf den ersten Fall, aber raten sicherheitshalber lieber davon ab, Face Unlock als Sicherheitssperre zu benutzen. Es ist eine lustige Spielerei, aber bietet scheinbar keine große Sicherheit.

Ein Auge auf die Kamera

Die Kamera ist noch ein Highlight des Handys. Dies liegt jedoch nicht an der Auflösung (5MP) oder der Bildqualität (welche gut, aber nicht überragend ist), sondern an der Geschwindigkeit. Der Start der Kamera aus dem Lockscreen heraus benötigt etwa eine Sekunde. Danach ist die Kamera sofort einsatzbereit.

Sobald man jetzt auf den Auslöser drückt werden die Bilder ohne merkliche Verzögerung geschossen, sind gespeichert und die Kamera steht direkt für neue Fotos bereit. Der ganze Vorgang braucht geschätzt cirka 1/10 Sekunde! Die Kamera hat auch einen sehr schnellen Autofokus, welcher sich ständig, unabhängig vom Auslöser, scharf stellt. Das Ganze geschieht schneller als bei der größten Konkurrenz, dem iPhone 4S. Wir haben es getestet!

Die Kamera LED ist überraschend hell für ein Smartphone. Natürlich kann sie nicht mit einem kleinen Xenonblitz mithalten, sie sollte jedoch für die meisten Schnappschüsse genügen. Bei ausreichender Helligkeit kann man mit der Kamera jedoch sehr schöne Bilder schießen.

Zur Nachbearbeitung von Fotos gibt es jetzt diverse Filter, welche man auf seine Bilder anwenden kann. Sie dienen sowohl der Bildverbesserung, bei nicht optimal gelungenen Bildern, als auch einfach den Effekten. Die Filter sind zwar nicht so gut wie bei „der“ iPhone Foto-App Instagram, können sich für eine native Bildbearbeitung jedoch sehen lassen.

Wir haben eine Collage mit den Effekten zusammengestellt. Die schönsten Effekte sind unserer Ansicht nach „Cross-Entwickl.“ oben in der Mitte und „Lomo“ unten Links.

Die Kamera macht natürlich auch Videos im 1080p Format. Diese wirken für einen so kleinen Sensor sehr scharf und gut. Dazu werden verschiedene Live Effekte geliefert. Wenn diese aktiviert sind, kann die Kamera beispielsweise während dem filmen per Gesichtserkennung dem gefilmten Menschen eine große Nase oder einen kleinen Kopf machen. Dies ist natürlich mehr eine Spielerei, als wirklich eine produktive Funktion – aber es macht Spaß und das soll dieses Handy ja machen.

Auch die Panorama-Foto-Funktion ist mit von der Partie. Auch wenn sie Google als große Neuerung angekündigt hat, gibt es sie eigentlich schon seit dem Samsung Galaxy S und ist zumindest für mich eher ein alter Hut. Aber dennoch ist es natürlich eine sehr schöne Funktion, welche automatisch sehr schöne Panoramen erstellt. Man muss die Kamera lediglich starten und langsam über die Landschaft ziehen – den Rest erledigt die Software und erstellt daraus ein Panorama.

Die Panoramen haben zwar kleine Ungereimtheiten, aber sind für die Urlaubserinnerung perfekt geeignet. (Hier klicken, um das Originalbild herunterzuladen)

Google erfindet seine Apps neu

Nicht nur Android wurde erneuert, sondern auch die Google eigenen Apps. Alle wurden an den neuen Google-Stil angepasst und benutzerfreundlicher gestaltet.

Der Kalender hat zum Beispiel eine Pinch-to-Zoom Funktion. Somit werden die Termine nicht nur starr angezeigt, sondern man kann die Ansicht, je nachdem wie viele Termine man hat, ändern. Die Umgewöhnungszeit sollte hier nicht sehr lange dauern, der Kalender ist wirklich sehr gut gelungen.

Mit dazu geliefert wird, wie bereits erwähnt, ein neues Kalender-Widget. Endlich hat es Google geschafft ein anständiges Kalender-Widget einzufügen! Man sieht jetzt nicht nur den nächsten Termin, sondern hat eine richtige Terminliste. Außerdem kann man innerhalb des Widgets durch seine Termine scrollen. Dies ist sehr gut gelungen.

Google Mail wurde auch komplett umgestaltet. Jede Aktion wird jetzt über die neuen Buttons ausgeführt, daher muss man sich erst einmal daran gewöhnen. Leider gibt es keine Textbeschreibung, weshalb ich aus Versehen direkt einige Mails archiviert hatte. Der Knopf mit dem geschlossenen Briefumschlag steht für „Als ungelesen markieren“ – auch dies muss man erst einmal herausfinden. Es werden ab jetzt automatisch die Mails der letzten 30 Tage auf dem Gerät gespeichert, um sie auch offline lesen zu können. Dies ist sehr sinnvoll, da zuvor nur ein paar Mails im Cache waren und man stets eine Internetverbindung gebraucht hat.

Mail hat sicher sinnvolle Verbesserungen erhalten, aber der Benutzer „leidet“ hier etwas während der Umgewöhnungsphase. Der Übergang von Textoptionen zu Piktogrammen ist ungewohnt, aber sieht dafür immerhin sehr gut aus.

Google Music hat natürlich auch ein Update bekommen. Da die Beta Phase des gleichnamigen Dienstes in den USA jetzt beendet wurde, wurde die App natürlich komplett auf das Streaming von seinem Google Account ausgelegt. Nutzer außerhalb der USA können theoretisch nicht streamen, jedoch kann man in unserem Artikel nachlesen, wie man auch außerhalb der USA Music nutzen kann.Die Galerie wurde auch einer kompletten Neugestaltung unterzogen. Die mit Android 2.x eingeführte 3D Gallerie wurde komplett entfernt und durch Design, welches an Kacheln beziehungsweise Windows Phone 7 erinnert, ersetzt. Bilderordner werden genau so dargestellt wie die eigentlichen Bilder (siehe Screenshot). Das ganze sieht sehr gut aus und man hat sich in kürzester Zeit an die Umgestaltung gewöhnt. Die Teilen-Funktion von Bildern wurde ebenfalls neu gemacht und vereinfacht.

Natürlich kann auch auf dem Gerät gespeicherte Musik abgespielt werden. Dies funktioniert natürlich problemlos und wurde neben dem neuen Design nicht großartig verändert.

Video Review (Drei Teilig)

Gesamteindruck

Ich hatte hohe Erwartungen an das Samsung Galaxy Nexus und ich muss sagen, dass sie nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen wurden! Bisher hatten wir kein Android in den Händen, welches die Animationen so flüssig wie geschmolzene Butter abspielt und dabei voll Multitasking fähig ist. Der Arbeitsspeicher scheint nie vollkommen gefüllt zu werden und selbst wenn eine App nicht geöffnet ist, wird sie fast ohne Verzögerung gestartet. Das Galaxy Nexus ist mit Sicherheit das momentan beste Android Smartphone auf dem Markt und kann selbst dem iPhone 4S Paroli bieten. Denn erstmals kann Android nicht nur mit „Vorsprung durch Technik“ punkten – Android 4.0 ist endlich eine so ausgereifte Version, dass man nun auch als Android Nutzer stolz sagen kann „Das Beste oder nichts“.

Solltet ihr Fragen zu Software, Programmen oder Bugs haben, schreibt einfach ein Kommentar. Wir werden die Antwort nachreichen.

Nachtrag

In diesen Bereich kommen alle Updates von Fragen zu dem Galaxy Nexus.

SMS App

Die SMS Funktion wurde sehr schön gestaltet, bietet aber keine besonderen Funktionen, SMS eben. Auf dem Screenshot ist auch einer der neu gestalteten Android Smileys zu sehen, welche sich zum Beispiel auch in Google Talk wiederfinden.

Navigation / GPS

Die Navigations-Funktion ist noch die Gewohnte. Die Geschwindigkeit der App und der GPS-Lokalisierung ist aber sehr hoch. Vor allem im Vergleich zu meinem letzten Handy, dem Samsung Galaxy S, ist die Navigation wesentlich schneller geworden. Wenn GPS generell aktiviert ist, hat das Handy innerhalb von Sekunden den genauen Standort und fängt sofort mit der Navigation an. Auch wenn man anders fährt als es das Navi vorgibt, passt es sich innerhalb von Sekunden an. Dies bin ich vom Samsung Galaxy S definitiv nicht gewohnt – hier brauchte es teilweise Minuten um die aktuelle Position zu finden.

Akku-Laufzeit

Heute war der erste Tag, an dem ich das Galaxy Nexus komplett ohne Ladekabel getestet habe. Das Handy hält bis jetzt etwas über 12 Stunden durch, ist inzwischen aber auch fast leer. Ich habe das Handy bis auf eine 3-Stündige Pause die ganze Zeit in der Hand gehabt und alle möglichen Funktionen getestet. Ich denke bei normaler Nutzung wird der Akku noch etwas länger halten und bin daher mit der Akkulaufzeit recht zufrieden. Länger könnte es natürlich immer sein, aber das ist ein generelles Problem aller Smartphones.

Laut der eigenen Statistik sind fast 50% des Akkuverbrauches heute allein auf den Bildschirm zurückzuführen. An zweiter Stelle steht das Android OS, mit einem Anteil von 23%.

Die Akkuladezeit beträgt mit dem mitgelieferten Ladekabels 2 Stunden. Dabei war das Handy eingeschaltet, hatte WLAN aktiviert und es wurde ein paar Mal Google Talk benutzt.

Dateiübertragung: Galaxy Nexus an einen Windows PC anschließen

Dem Galaxy Nexus fehlt das Protokoll, um vom Computern als Massenspeicher erkannt zu werden (wie zum Beispiel ein USB Stick). Dies ist aufgrund des nicht getrennten Speichers zwischen Apps und Daten der Fall. Als Alternative bietet das Nexus die Protokolle MTP (Mediengerät, zum Beispiel manche MP3 Player) und PTP (Kamera) an.

Dies hat natürlich einigen Nutzern Kopfzerbrechen bereitet, was natürlich sehr verständlich ist. Ich habe heute das MTP Protokoll an einem Windows 7 PC ausprobiert: Es funktioniert fast als wäre es ein USB Stick. Man kann jede Datei wie gewohnt mit dem Explorer übertragen, jedoch gibt es bei Nicht-Mediendateien eine Warnung, dass das Gerät sie vielleicht nicht abspielen kann. Mit Linux habe ich es auf die schnelle noch nicht hinbekommen, für Apple bietet Google eine eigene Software unter http://www.android.com/filetransfer/ an.

Galaxy Nexus wurde erkannt: Man öffne es mit dem Windows Explorer
Man fügt seine Dateien ganz normal auf das Telefon. Auch Ordner erstellen etc ist möglich
Vom Computer getrennt sieht man: Die Dateien sind wohlbehalten auf das Handy gelangt