Apple – Patent zeigt neues TouchID System mit Pin-Hole-Kameras

Apple scheint derzeit wieder an der TouchID Technik zu arbeiten, denn es gab im Laufe des Jahres bereits eine Reihe von Patenten dazu und nun zeigt ein weiteres Patent, wie Apple zukünftig Fingerabdrücke mit verschiedenen Kameras unter dem Display erfassen will. Damit könnte diese Technik unter dem Display neuer iPhone Modelle verbaut werden und das hieße eventuell, dass bei neuen Modelle TouchID zurück kommt.

Im Vergleich zu Konkurrenz wäre die neue Technik dabei auch in der Lage, den Abdruck der Finger fast überall auf dem Display zu erfassen. Auf diese Weise muss man keinen Bereich definieren, auf dem die Nutzer die Finger auflegen müssen, sondern die Apple-User wären freier beim Entsperren über das Display.

Bei Patently-Apple hat schreibt man dazu im Original:

Today the US Patent & Trademark Office published a patent application from Apple that once again advances their research into a future version of Touch ID that uses the foundation of the invention revealed in March and yet presents another methodology of obtaining fingerprint biometrics via pin hole cameras under the display. Interestingly the patent illustrates photos of fingerprints taken from a „prototype device“ using this next-gen version of Touch ID. Apple’s invention relates to electronic devices that may include an optical image sensor and a pin hole array mask layer above the optical image sensor. The electronic device may also include a display layer above the pin hole array mask layer that includes a plurality of spaced apart display pixels, and at least one light source laterally adjacent the optical image sensor and capable of directing light into a user’s finger when adjacent the optical image sensor.

Für die Apple iPhone XI und XIS Modelle in diesem Jahr wird es aber wohl zu spät für diese Technik sein. Diese Geräte kommen mit den bekannten Entsperr-Methoden. Das neue Patent wird also wenn dann 2019 nicht mehr zum Einsatz kommen, sondern frühestens in 2020 bei den kommenden Generationen der iPhone Modelle. Dazu hat Apple wie gesagt bereits mehrere Patente mit unterschiedlichen Technik-Ansätzen in diesem Bereich – es ist also durchaus noch nicht klar, ob und welches Patent Apple letztendlich für die Entsperrung neuer iPhone Geräte nutzen wird.

iPhone 8 – gibt es einen neue Lösung für den Touch ID Button?

Der Button für die Fingerabdrücke ist bei den neuen Modellen ein Problem, denn mit den kleineren Rändern gibt es keinen Platz mehr auf der Front für diesen Sensor. Samsung hat beim Galaxy S8 (und wohl auch beim kommenden Note 8) daher den Weg gewählt den Button auf die Rückseite zu verlagern. Damit nimmt er keinen Platz mehr auf der Front ein, die Anordnung direkt neben der Kamera hat aber eher für Kritik gesorgt.

Apple wird beim iPhone 8 wohl ähnliche Probleme haben, denn wenn die aktuellen Informationen stimmen, wird Apple in diesem Jahr auch auf schmale Ränder setzen und damit auch keinen Platz für den TouchID Sensor haben. Daher war bereits spekuliert worden, dass auch Apple den Sensor auf die Rückseite nimmt. Wie CultofMac berichtet hat man bei Forbes aber nun einen Hinweis auf eine andere Lösung gefunden, die etwas eleganter erscheint: Der Sensor könnte in den Power-Button integriert werden. Ein Druck auf diesen Button würde dann die Geräte an- oder ausschalten und ein Auflegen des Fingers würde die Geräte entsperren.

Sony hat bereits eine solche Lösung in den Xperia Modellen verbaut und Apple hat dazu auch bereits ein Patent eingereicht, das genau eine solche Technik beschreibt. Darin heißt es:

“In particular, the finger biometric sensor assembly may be carried by an input device, e.g., power button, along the relative thin edge of the housing,” the application reads. “This may allow for the display to be larger, for example.”

Das wäre auf jeden Fall eine Lsung, um ohne weitere Elemente auf der Rückseite auszukommen und trotzdem alle Funktionen zu behalten. Es fragt sich nur, ob die Technik bereits für das iPhone 8 so weit ist oder ob man sie erst in späteren Modellen wird einsetzen können.

Was bisher bereits zum iPhone 8 bekannt ist

Dazu gibt es noch einige weitere interessante Details:

  • Das iPhone 8 soll mit 3GB RAM ausgeliefert werden.
  • Die Rückseite der Modelle wird aus Glas gefertigt sein um drahtloses Laden zu ermöglichen. Damit gibt es auch gleichzeitig nochmal die Bestätigung, dass drahtloses Laden als neues Feature bei iPhone 8 eingebaut wird.
  • Für das Laden über den Lightning-Anschluss soll auch Fast Charge angeboten werden.
  • Beim Design soll das iPhone 8 durchaus noch an das aktuelle iPhone 7* erinnern, aber weniger Ränder haben und ein neues TouchID Modul.

Insgesamt werden damit also einige der Punkte, die bereits geleakt worden sind, noch einmal bestätigt.

Mit den neuen Modellen könnten Siri einen eigenen Prozessor bekommen. Eine Quelle von Bloomberg hat für die Veröffentlichung dieses Chips auch ein interessantes Datum genannt: Apple soll den neuen Prozessor bereits testen und damit wäre es durchaus möglich, dass bereits beim iPhone 8 diese Technik zum Einsatz kommt. Die neuen iPhone Modelle könnte damit bereits mit einer besseren Version von Siri ausgestattet sein. Das wäre dann noch eine weitere Neuerung, die im ohnehin schon komplett runderneuerten iPhone 8 verbaut wäre.

Geplant sind in diesem Jahr drei neue Modelle:

  • iPhone 7s mit 4,7 Zoll Display* und TFT-LCD* Bildschirm
  • iPhone 7s plus mit 5,5 Zoll Display* und TFT-LCD* Bildschirm
  • iPhone 8 mit 5,8 Zoll Display* und AMOLED* Bildschirm

Sowohl das iPhone 7s als auch das 7s plus sind dabei sehr ähnlich den aktuellen Modellen und stellen nur eine geringe Weiterentwicklung dar. Die meisten Innovationen wird das neuen iPhone 8 bekommen: hier setzt Apple nicht nur zum ersten Mal auf ein OLED* Display*, sondern es wird wohl auch ein größeres Display* mit deutlich kleineren Rändern geben (vergleichbar dem Design des Galaxy S8*) sowie möglicherweise auch ein erstmals etwas abgerundetes Display*.

Error 53 – Klagen gegen Apple werden vorbereitet

Die Kritik um den Error 53 könnte für Apple rechtliche Konsequenzen haben. Die komplette Deaktivierung von Geräten, bei denen TouchID Sensor und Display nicht korrekt zusammen passen, könnte nach Gesetzen in UK unter Sachbeschädigung von fremden Eigentum (Criminal Damage Act 1971) fallen oder zumindest gegen die Verbraucher-Schutz Gesetze in den USA verstoßen.

Die US-amerikanische Kanzlei PCVA sammelt nun potentielle Geschädigte, die sich eine Sammelklage gegen Apple anschließen wollen. Auf der Webseite der Rechtsanwälte heißt es:

We hope to find out why Apple implements a policy where end users aren’t free to choose someone other than Apple to repair their devices.  We believe that Apple may be intentionally forcing users to use their repair services, which cost much more than most third party repair shops.  Where you could get your screen replaced by a neighborhood repair facility for $50-80, Apple charges $129 or more.  There is incentive for Apple to keep end users from finding alternative methods to fix their products.

Ob so eine Klage wirklich Aussicht auf Erfolg hat ist nicht sicher, wirkliche Beispiele dafür gibt es im Vorfeld nicht. Allerdings nehmen US-Gerichte und Behörden Verbraucher-Rechte durchaus ernst und scheuen auch nicht davor zurück, drakonische Strafen zu verhängen. Auch in UK scheint es gute Ansätze für eine Klage zu geben, wobei natürlich auch hier der Ausgang vollkommen offen ist.

Apple hat sich bislang zu den Klagen nicht geäußert. Im Bezug auf den Fehler 53 ist der Konzern nach wie vor der Meinung, dass die Deaktivierung von Geräten notwendig ist, um den Schutz vor defekten oder manipulierten TouchID-Sensoren sicher zu stellen.

(via theguardian)