Neuer Mobility-Report: 700 Millionen LTE Anschlüsse in der EU 2020

Der neue Mobility-Report von Ericsson wirft einen Blick auf die Entwicklung des Mobilfunks bis 2020. Derzeit sieht es für Europa in diesem Bereich eher düster aus, vor allem was die Versorgung mit LTE betrifft. Gerade Japan und Südkorea liegen da weit vorn, während der LTE-Nutzung selbst in Westeuropa noch eher hinter her hinkt.

Die aktuelle Versorgung mit LTE im Vergleich:

  • Südkorea 70 Prozent
  • Japan 45 Prozent
  • USA 40 Prozent
  • Westeuropa 15 Prozent

Die Unterschiede sollen sich aber bis 2020 minimieren. Wahrscheinlich wird Westeuropa den Vorsprung im asiatischen Raum nicht ganz aufholen aber zumindest so weit verringern, dass es kaum noch spürbar ist. Aktuell gibt es in Europa und gerade in Deutschland bei LTE zwei Probleme: Der Ausbau ist je nach Netz höchst unterschiedlich. Während die Telekom und Vodafone schon eine breite Abdeckung bieten, sind die O2 und Eplus Netz noch vergleichsweise punktuell ausgebaut. Der andere Punkt sind die nach wie vor teuren LTE Tarife. Gerade bei der Telekom und Vodafone zahlt man für die Flatrates mit LTE noch vergleichsweise viel Geld. Unter 30 Euro sind kaum Tarife zu bekommen und im Discount-Bereich gibt es derzeit fast keine Angebote (Ausnahme: Die Prepaidkarte von Vodafone).

2020 das zehnfache Datenvolumen angenommen

Neben dem Netzausbau gibt es im Bericht auch interessante Zahlen zum Datenverkehr in den Netzen. Insgesamt soll die übertragene Datenmenge weltweit bis 2020 um etwa das 10fache ansteigen. Dieser Anstieg wird in erster Linie durch den mobilen Bereich verursacht, etwa 80 Prozent des mobilen Datenverkehrs wird dann durch Smartphones verursacht werden. Haupt-Dateninhalte sind dabei wohl Videoinhalte (Streaming). Es wird dann nicht nur mehr Smartphones geben sondern auch das Datenvolumen pro Nutzer bzw. Handy soll ansteigen. Aktuell liegt das durchschnittliche Volumen pro Monat pro Nutzer bei 1,2GB. 2020 soll dieses Volumen auf 6,5GB pro Monat ansteigen.

Wer jetzt nachrechnet, wie man auf 1,2GB Datenvolumen kommt, weil die eigene Nutzung deutlich darunter liegt: Deutschland ist im Datenbereich vergleichsweise teuer bzw. gering ausgestattet. Andere EU Nachbarländer sind da bereits weiter.

Internetnutzung: iPhone 5 überholt Samsung Galaxy S3

Der Kampf zwischen Samsung und Apple wird nicht nur in den Gerichtssälen ausgetragen, sondern natürlich auch auf dem Markt. Mit dem Samsung Galaxy S3 konnte das südkoreanische Unternehmen einen Riesenerfolg verzeichnen und zahlreiche iPhone-Kunden abwerben. Mit dem neuen iPhone 5 schafft es Apple aber auch wieder die verlorenen Marktanteile zurückgewinnen. Der erste Erfolg für das Unternehmen aus Cupertino ist in den Vereinigten Staaten zu verzeichnen.

Laut einer Studie der amerikanischen Marktforscher von Chitika Insights konnte das iPhone 5 bereits jetzt den ärgsten Konkurrenten, das Samsungs Galaxy S3, in Sachen Internetnutzung überholen. Das ist hinsichtlich des jeweiligen Alter der Geräte besonders bemerkenswert, denn das iPhone 5 ist gerade mal seit 19 Tagen auf dem Markt, wobei das Spitzenmodell von Samsung seit gut vier Monate erhältlich ist. Im oben zusehenden Vergleich kann man erkennen, dass das iPhone 5 für insgesamt 56 Prozent der Internetnutzung verantwortlich ist und das Samsung Galaxy S3 für 44 Prozent. Das Ergebnis der Studie basiert auf der Analyse von Millionen Werbeeinblendungen, die im Zeitraum vom 3. bis zum 9. Oktober 2012 beobachtet wurden.

Hierbei muss man allerdings beachten, dass die Studie nur den amerikanischen Markt betrachtet. In Europa würde das Ganze wiederum anders aussehen, denn Samsung konnte sich mittlerweile hierzulande sehr gut etablieren.

Mobiler Traffic steigt in den nächsten Jahren stark an

Die Wirtschaftswoche hat auf einer Studie von Cisco eine anschauliche Grafik der mobilen Internetnutzung der Jahre 2011 bis 2016 erstellt. Der zu erwartende Traffic soll in den nächsten Jahren sehr stark ansteigen, welches durchaus zu Problemen für die Netzbetreiber führen kann: Es werden zwar immer mehr Daten übertragen, aber die Preise für das mobile Internet sinken ständig.

Bereits in den letzten Jahren hat sich der Traffic immer mehr als verdoppelt. Dieser Trend wird laut Cisco in den nächsten Jahren anhalten.

  • 2012 sollen bereits über 100 Millionen Smartphones im Monat mehr als ein Gigabyte Traffic verursachen.
  • Im Jahr 2016 soll der weltweite mobile Traffic pro Monat schon mehr als 10 Exabyte (etwa 10 Millionen Terabyte) betragen.