Jeder vierte deutsche Nutzer telefoniert mittlerweile über LTE

Jeder vierte deutsche Nutzer telefoniert mittlerweile über LTE – Das LTE Netz ist an sich für die mobile Datenübertragung konzipiert und daher sind Gespräche und Telefonate über LTE nur möglich, wenn dies extra technisch freigeschaltet wurde. Ohne Voice over LTE (VoLTE) müssen Handys und Smartphones immer erst ins 3G Netz zurück wechseln um Anrufe durchführen zu können oder anzunehmen. Das dauert nicht nur länger, sondern kostet auch extra Akku-Leistung für die jeweils neue Netzanwahl. Dazu kann es beispielsweise beim Streaming Probleme geben, wenn die Geräte auf einmal ins 3G Netz wechseln und dann der Speed sinkt. Teilweise ist dann auch kein 3G Netz verfügbar und man nutzt nur noch 2G – das bedeutet dann natürlich auch, dass sinnvolles Surfen und die meisten Internet-Anwendungen nur noch sehr langsam möglich sind. Daher bieten mittlerweile immer mehr Anbieter VoLTE direkt zu den Tarifen mit dazu – in der Regel steht dies als kostenloses Feature mit zur Verfügung.

Die Bundesnetzagentur hat dazu jetzt Zahlen veröffentlicht und danach ist der Anteil von VoLTE Simkarten auf dem deutschen Markt im ersten Quartal 2019 auf etwa 25,7 Millionen angestiegen. Das entspricht in etwa einem Anteil von knapp 25 Prozent am gesamten Markt.

Die Bundesnetzagentur schreibt im Tätigkeitsbericht dazu:

Sprachtelefondienste werden im LTE-Netz zunehmend über Voice over LTE (VoLTE) realisiert. VoLTE basiert auf dem IP-Protokoll und bietet gegenüber konventionellen 2G- und 3G-Telefondiensten eine deutlich bessere Sprachqualität und einen schnelleren Verbindungsaufbau. Die Anzahl der aktiven Nutzer, die über ein VoLTE-fähiges Endgerät in Kombination mit einem entsprechenden Mobilfunkvertrag verfügen, lag Ende 2018 bei 20,9 Mio. Die zunehmende Verbreitung VoLTE-fähiger Endgeräte sowie die immer attraktiveren LTE-Tarife werden deutliche Steigerungen mit sich bringen. Zum Ende des ersten Quartals 2019 betrug die VoLTE-Nutzerzahl bereits 25,7 Mio.

Hintergrund für diesen Anstieg ist die zunehmende Zahl an LTE Tarifen. Das ist natürlich die Voraussetzung für VoLTE. Im Laufe des Jahres 2019 haben immer mehr Anbieter LTE Angebote und Tarife eingeführt. Man kann daher davon ausgehen, dass VoLTE im Laufe dieses Jahres noch deutlich weiter verbreitet wurde.

Es gibt allerdings nach wie vor einige Anbieter, die VoLTE als Premium-Feature betrachten und daher nicht für alle Angebote freischalten. Vor allem in den Netze von Telekom und Vodafone haben Discounter und Prepaid Anbieter oft keinen Zugang zu VoLTE obwohl die entsprechenden Handytarife bereits 4G und LTE unterstützen. Die Netzbetreiber betrachten Voice over LTE als Premiumfeature und schalten es daher nur für die teureren Tarife mit Laufzeit frei.

Dazu müssen auch die Handys VoLTE unterstützen. Das ist nicht immer bei allen Modellen der Fall auch wenn die aktuellen Geräte zumindest im Bereich der Mittelkasse und aufwärts in der Regel ohne Probleme VoLTE unterstützen. Das bedeutet aber auch, dass nicht alle Simkarten, die theoretisch VoLTE unterstützen könnten, dies auch tun, denn das hängt eben auch vom genutzten Handy ab und man kann diese Funktion im Handy dann auch wieder abschalten. Unabhängig davon dürfte VoLTE bei immer mehr Tarifen und Verträgen zu finden sein und der Anteil der VoLTE-tauglichen Simkarten weiter steigen.

Vodafone: Voice over LTE (VoLTE) jetzt auch mit Sony Xperia Z3 oder Z3 compact

Die LTE Netz in Deutschland werden derzeit in erster Linie für die mobile Datenübertragung verwendet. Fast alle Anbieter haben mittlerweile auch LTE Tarife im Angebot und im Netz von Eplus ist derzeit komplett das gesamte Netz für LTE frei geschaltet. Gespräche waren bisher über das LTE Netz noch nicht möglich, die entsprechende Technologie (Voice oder LTE – VoLTE) ist bei den meisten Netzbetreibern noch im Teststadium. Vodafone hat als erster Unternehmen die mobile Telefonie über das LTE Netz frei gegeben.

Das Unternehmen spricht dabei von einigen deutlichen Vorteilen bei Verbindungen über LTE:

  • schneller Rufaufbau (maximal 2 Sekunden)
  • sehr gute Sprachqualität

Für Vodafone selbst bringt die neue Technik ebenfalls Vorteile mit sich, denn der Betrieb einer Basisstation mit VoLTE spart Energie. Der Verbrauch soll rund 30 Prozent unter dem Verbrauch einer normalen Basisstation liegen. Damit sinken natürlich auch die Kosten für den Betrieb. Auch bei den Smartphones sinkt der Energieverbrauch, denn diese mussten bisher immer auf die normalen 2G und 3G Netze zurück schalten, wenn ein Anruf ankam oder der Nutzer telefonieren wollte. Das kostete Akkuleistung und minderte die Laufzeiten der Geräte entsprechend. Mit der neuen Technik ist dieses Umschalten nicht mehr notwendig. Die Handys können auch für Gespräche im LTE Netz bleiben. Ist kein LTE Netz vorhanden werden weiterhin die normalen UMTS- und HSDPA Netze genutzt.

Bisher war nur das Samsung Galaxy S5 in der Lage, die neue Technik zu nutzen. Nun folgen auch die Sony Modelle Z3 und Z3 kompakt. Andere Handys von Sony sind aber leider noch nicht entsprechend aufgerüstet. Vodafone spricht allerdings davon, dass bald weitere Anbieter folgen sollen. Die entsprechende Aufrüstung kann angeblich über ein Update der Firmware durchgeführt werden und ist damit auch bei etwas älteren Modellen prinzipiell möglich.