Weniger Datenspuren im Netz hinterlassen – das empfehlen die Profis

Weniger Datenspuren im Netz hinterlassen – das empfehlen die Profis – In den letzten Wochen gab es für Netzaktivisten und Bürgerrechtler einige bedenkliche Entwicklungen. Auf gesetzlicher Ebene wurden die Polizeigesetze verschärft oder zumindest dies angekündigt und auch in der Praxis zeigte sich der Staat sehr übergriffig. So gab es an verschiedenen Stellen in Deutschland Hausdurchsuchungen beim Verein „Zwiebelfreunde“. Hintergrund waren Spendensammlungen des Vereins für den Email Anbieter riseup aus den USA. Mit so einer Emailadresse hatte ein Unbekannter eine Webseiten mit Gewaltaufrufen gegen die AfD online gestellt und daher wurden Rechner und Server bei den Zwiebelfreunden beschlagnahmt – in der vagen Hoffnung dort Hinweise auf den unbekannten Webseitenbetreiber zu finden. Auch andere Vereine von Netzaktivisten gerieten in den Fokus der Ermittlungsbehörden und dabei wurden teilweise auch massenhaft Daten Unbeteiligter beschlagnahmt (und wahrscheinlich ausgewertet).

Konkret wird es also auch in Deutschland für die Zukunft noch wichtiger werden, zur digitalen Selbstverteidigung zu greifen und möglichst weitgehend Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten. Der beste Weg ist dabei immer, erst gar keine Datenspuren zu hinterlassen. Das ist aber beim mobilen Surfen aber auch beim Surfen am Rechner nicht immer möglich, so dass man zu anderen Möglichkeiten greifen muss um zumindest weitgehend anonym online sein zu können.

In diesem Artikel wollen wir einige Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich digital schützen kann und welche Möglichkeiten es gibt, die eigenen Daten und Verbindungen zu anonymisieren.

Verschlüsselung

Mittlerweile haben viele Webseite auf https umgestellt und bieten damit auch verschlüsselte Verbindungen an. Damit werden alle Daten, die man zu einer bestimmten Webseite sendet, verschlüsselt. Man sieht zwar noch, an welche Webseite die Daten übertragen werden, aber nicht mehr, was gesendet wird. Um immer https zu nutzen (sowie verfügbar) empfiehlt sich das https everywhere Plugin.

Verschlüsselung ist aber nicht nur für Webseite wichtig, sondern vor allem auch für die Kommunikation und damit für Mail. Mit einem eigenen Zertifikat kann man sehr einfach sicherstellen, dass die Inhalte von Mail nicht einfach mitgelesen werden können. Gängige Emailprogramme wie beispielsweise Thunderbird haben mittlerweile Schnittstellen, die Verschlüsselung einfach machen. Eine Anleitung dazu (für Windows Systeme) gibt es hier.

VPN nutzen

Auch mit verschlüsselten Verbindungen sieht man immer noch, welche Ziele im Netz aufgerufen wurden. Das kann man aber ändern, in dem man VPN Systeme nutzt. Dann wird zuerst eine Verbindung mit einem VPN Server hergestellt und nur dieser Server verbindet sich mit dem Ziel. Außenstehende sehen dann nur den aufgerufenen VPN Server, welches Ziel danach gewählt wurde, ist nicht mehr erkennbar.

Bei Netzpolitik schreibt man dazu:

VPN steht für Virtual Private Network. Mit einem VPN-Client lässt sich nicht nur weitgehend anonym surfen, sondern auch bei anderen Online-Aktivitäten die eigene Identität verschleiern. Das ist vor allem wichtig, wenn man in offenen WLANs unterwegs ist, wo der Betreiber den Datenverkehr mitüberwachen kann. VPN-Software leitet sämtlichen Verkehr zunächst vom eigenen Gerät verschlüsselt zum Server des Anbieters und von dort ins Netz. Auch kann man durch VPN-Server vorgeben, aus einem bestimmten Land zu sein, und dadurch Geoblocking umgehen.

Hier im Blog hatten wir dazu schon einmal den Avira Phantom VPN getestet, der allerdings für längeres Surfen kostenpflichtig ist. Weitere VPN Anbieter gibt es auf dem Portal Verbraucher.eu. Dort finden sich knapp 10 VPN Anbieter mit Preisen und Vorteilen bzw. einer Bewertung.

Video: VPN ganz einfach erklärt

Der Tor Browser

Wer gleich ein ganzes Paket an Sicherheitstools nutzen will, sollte sich den Tor-Browser anschauen. Dieser basiert auf dem Mozilla Firefox, wurde aber mit einer ganzen Reihe von zusätzlichen Funktionen ausgestattet. Kernfunktion ist natürlich die Nutzung des Tor-Netzwerkes. Dabei werden die Daten nicht nur über einen VPN geleitet, sondern es werden mehrere Router genutzt. Dabei kennt jeder Router nur den jeweils nächsten und vorigen Knoten im Netzwerk, so dass auch Zugriff auf einen Knoten keine Infos über die Verbindung ermöglicht. Auf diese Weise wird es noch schwieriger, Verbindungen nachzuverfolgen (auch wenn es staatliche Stellen mittlerweile sehr intensiv versuchen).

Unter Android kann man den Torbrowser mittlerweile auch nutzen, die entsprechenden Apps finden sich unter Orbot und Orfox.

Den eigenen Browserabdruck (Fingerprint) verbergen

Die Kombination aus Browser, Plugins und den Einstellungen des eigenen Systems ist so einzigartig, dass man damit in fast allen Fällen einen Nutzer sehr sicher identifizieren kann. Taucht eine gleiche Konfiguration an anderer Stelle auf, ist es in mehr als 99% der Fälle der gleiche Nutzer.

Mittlerweile gibt es aber auch in diesem Bereich Plugins, mit denen man die übermittelten Infos begrenzen kann und damit die Erkennbarkeit erschwert. Ein solches Plugin für den Mozilla Firefox ist beispielsweise FireGloves.

Insgesamt gibt es mittlerweile sehr viele technische Möglichkeiten, um Verbraucher im Internet zu tracken und die Anzahl der Daten, die man hinterlässt (und die auch unter Umständen in falsche Hände gelangen können) ist damit sehr hoch. Erfreulicherweise existieren aber inzwischen auch viele Möglichkeiten, sich zu schützen und die eigenen Verbindungen zu anonymisieren. Allerdings erfordert das alles etwas Einsatz und man muss selbst aktiv werden um die eigene Technik zu schützen.

Safer surfen – Schutz vor Hackerangriffen und Datenklau

Das Smartphone und andere Mobilgeräte werden bezüglich des Themas Sicherheit oft noch stiefmütterlich behandelt. Ist Sicherheitssoftware und ein Browserschutz beim Surfen mit dem Laptop oder Desktoprechner längst absoluter Standard, achten einige nicht darauf, auch ihre Handys ausreichend zu schützen. Wir zeigen verschiedene Tipps, wie auch hier sicher gesurft werden kann.

Sicherheitslücken bei der Software, unzureichender Virenschutz aber auch ein leichtsinniger Umgang mit persönlichen Daten und Informationen – all dies sind Punkte, die von manchen Verbrauchern zu wenig berücksichtigt werden. Spätestens wenn unbemerkt schädliche Malware auf dem Gerät installiert wurde oder beim Online-Banking per App Unstimmigkeiten bei der Abbuchung auftreten, werden viele hellhörig. In manchen Fällen ist es dann jedoch oft zu spät. Wer hingegen rechtzeitig die richtigen Maßnahmen vornimmt, kann sein Gerät und seine Privatsphäre ausreichend schützen.

SURFVERHALTEN ÜBERDENKEN

Eines der größten Sicherheitsrisiken sind wir tatsächlich selbst. Allzu oft geben wir ganz gedankenlos sensible Informationen über uns preis. Ein achtsamer Umgang beim Posten von Bildern oder dem Ausfüllen von privaten Angaben beim Anlegen von Nutzerprofilen hilft, die Privatsphäre in einem gewissen Umfang zu schützen. Beispielsweise ist die Angabe der Mobilfunknummer meist optional. Hier lauern ansonsten häufig Abofallen.

Auch mit der Mailadresse sollte sorgsam umgegangen werden. Allzu schnell landet diese auf einem Mailverteiler und es trudeln täglich Unmengen unerwünschter Werbemails ins Postfach. Wer sich dann wieder aus der entsprechenden Liste löschen lassen will, braucht häufig einen langen Atem. Einerseits dauert es oft ein paar Tage, vom Drücken des Abmeldeknopfes bis zur tatsächlichen Löschung. Andererseits wird die Adresse auch oft unerlaubt weitergegeben. Dann ist es nötig, dazu alle entsprechenden Versender zu kontaktieren.

Auch mit der Mailadresse sollte sorgsam umgegangen werden. Allzu schnell landet diese auf einem Mailverteiler und es trudeln täglich Unmengen unerwünschter Werbemails ins Postfach. Wer sich dann wieder aus der entsprechenden Liste löschen lassen will, braucht häufig einen langen Atem. Einerseits dauert es oft ein paar Tage, vom Drücken des Abmeldeknopfes bis zur tatsächlichen Löschung. Andererseits wird die Adresse auch oft unerlaubt weitergegeben. Dann ist es nötig, dazu alle entsprechenden Versender zu kontaktieren.

BROWSEREINSTELLUNGEN ANPASSEN

Ein nächster Schritt ist es, die Einstellungen des jeweiligen Browsers genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Grundeinstellungen begünstigen in der Regel eine gewisse Verfolgung der persönlichen Nutzeraktivitäten. Mit wenigen Klicks ist es dabei möglich, für mehr Privatsphäre zu sorgen.

So sollten beispielsweise regelmäßig Cookies und Verlauf gelöscht werden. Bei der Verwendung des anonymen Inkognito- oder Privatmodus wird ein Verlauf gar nicht erst angelegt. Der Internetzugang über ein Virtual Private Network (VPN) oder einen Proxy-Server kann zusätzlich helfen, die eigenen Identität beim Surfen zu verbergen. Dabei wird die eigene IP-Adresse bei Suchanfragen anonymisiert.

ZUGANGSMÖGLICHKEITEN EINSCHRÄNKEN

Wenn W-LAN oder Bluetooth nicht in Gebrauch sind, sollten diese Funktionen deaktiviert werden. Auf diese Weise wird nicht nur die Akkulaufzeit verlängert, sondern auch mögliche Hintertüren für Hacker gar nicht erst offengehalten.

Besondere Vorsicht ist bei der Nutzung öffentlicher Hotspots geboten, denn hier werden die Daten in der Regel unverschlüsselt übertragen. Dies ist dem Komfortgewinn durch die leichtere Einwählbarkeit geschuldet. Bei den öffentlichen Hotspots lässt sich leider nicht erkennen, ob beim Router der sicherere WPA2 Standard eingestellt ist. Im Gegensatz zum älteren WAP oder WEP besteht hier eine bessere Verschlüsselung der Funksignale. Hier hilft nur Nachfragen beim jeweiligen Anbieter, der das Netz zur Verfügung stellt. Grundsätzlich sollte beim Surfen über einen öffentlichen Hotspot auch die Datenfreigabe deaktiviert werden.

So sollten beispielsweise regelmäßig Cookies und Verlauf gelöscht werden. Bei der Verwendung des anonymen Inkognito- oder Privatmodus wird ein Verlauf gar nicht erst angelegt. Der Internetzugang über ein Virtual Private Network (VPN) oder einen Proxy-Server kann zusätzlich helfen, die eigenen Identität beim Surfen zu verbergen. Dabei wird die eigene IP-Adresse bei Suchanfragen anonymisiert.

Die folgenden Tipps können ebenfalls dabei helfen, einen sicheren W-LAN Zugang zu erkennen:

  • Trotz der öffentlichen Zugänglichkeit ist ein Passwort notwendig (Hotels, Bars).
  • Achtung bei der Netzwerkbezeichnung: Angreifer verwenden häufig ähnlich klingende Namen.

AUF SICHERE DATENVERBINDUNGEN ACHTEN

Beim mobilen Surfen sollte ohnehin besonders auf eine durchgehend verschlüsselte Datenübertragung geachtet werden. Erkennbar ist die sichere Verbindung an der jeweiligen URL in der Adressleiste des Browsers. Die Bezeichnung https zeigt hier die Verwendung des aktuell besten Sicherheitsstandards an.

Die veralteten aber immer noch häufig anzutreffenden http-Verbindungen sollten vor allem bei sensiblen Anwendungen wie beispielsweise beim Online-Banking oder -Shopping vermieden werden. Bei der Auswahl eines Internet-Webshop stellt dies ganz klar ein Qualitätskriterium dar. Zwar ist die Einrichtung der sichereren Verbindung für diese mit mehr Kosten verbunden, allerdings wird dadurch die Übertragung von personenbezogenen Daten etwa beim Bestellvorgang besser geschützt.

DATENSCHUTZEINSTELLUNGEN ANPASSEN

Nicht nur beim Browser auch bei den einzelnen Apps oder Nutzerprofilen von sozialen Netzwerken ist es möglich, verschiedene Einstellungen vorzunehmen um seine Privatsphäre besser zu schützen.

SPERRCODE UND PASSWÖRTER REGELMÄSSIG ÄNDERN

Eine wichtige und gleichzeitig einfache und effektive Maßnahme ist das regelmäßige Ändern des Codes zur Entsperrung des Bildschirms beim Smartphone, dem Tablet oder auch dem Laptop. So ist das Gerät vor unerwünschten Zugriff besser geschützt. Ein Scan des Fingerabdrucks ist hier derzeit die sicherste Variante.

Auch bei Kundenkonten von Online-Dienstleistern, Shoppingportalen oder den sozialen Netzwerken sollte das persönliche Passwort regelmäßig geändert werden. Der kurze Film zeigt, wie wichtig es ist, solche Konten vor der Nutzung anderer abzusichern. Gerade, wenn in einem Haushalt bestimmte Geräte von mehreren Personen verwendet werden, ist es sinnvoll, einzelne Nutzerkonten anzulegen oder gewisse Funktionen durch Passwörter zu schützen.

SICHERHEITSUPDATES INSTALLIEREN

Um auf die neuen Einfälle und Angriffsversuche von Hackern zu reagieren wird Software ständig weiterentwickelt und mögliche Sicherheitslücken geschlossen. Für das individuelle Betriebssystem, aber auch für die meisten Apps wird meist automatisch angezeigt, wenn eine neue Version verfügbar ist. Dann sollte auch nicht viel Zeit verstreichen, bis diese installiert wird.

Dasselbe gilt auch für die entsprechende Sicherheitssoftware. Nur wenn alle Komponenten stets auf dem neuesten Stand gehalten werden, ist ein umfangreicher Schutz möglich.

ZUGRIFFSPUNKTE VON APPS ÜBERPRÜFEN

Vor dem Installieren einer neuen App wird genau angezeigt, auf welche Funktionen das kleine Programm Zugriff erhalten muss, um vollständig funktionsfähig zu sein. Wer hierbei etwa nicht möchte, dass über die GPS-Funktion ein Bewegungsprofil erstellt werden kann, sollte sich gegebenenfalls nach einer Alternative umsehen.

Galerie und Kamera, Dateien und Kontaktdaten – viele Apps fordern bei der Installation Zugriff auf verschiedene persönliche Informationen. In manchen Fällen geht dies über die zweckmäßige Notwendigkeit hinaus. Grundsätzlich sollte überlegt werden, ob die App tatsächlich notwendig ist und ob sie aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt.

Oftmals sind alternative Programme erhältlich, die ein höheres Maß an Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre bieten. Viele Apps für Gesundheitstracker etwa bieten die Möglichkeit, die persönlichen Informationen direkt über eine Schnittstelle auf den verschiedenen sozialen Medien zu teilen. Ein Programm, welches die sensiblen Informationen nur auf dem Gerät speichert, ist hier sicherer.

ALTERNATIVEN ZUR DATENSPEICHERUNG IN DER CLOUD ERWÄGEN

Ohnehin sollte beim Speichern von Informationen über externe Server in der sogenannten „Cloudmit Vorsicht umgegangen werden. Der Vorteil der Cloud ist, dass Informationen dann stets von überall aus verfügbar sind – eine entsprechende Datenverbindung vorausgesetzt – und der Speicher des Geräts nicht unnötig vollgepackt wird. Der Nachteil allerdings ist, dass viele Anbieter dem Datenschutz nur wenig Aufmerksamkeit schenken. Befindet sich der Serverstandort zudem außerhalb Deutschlands oder Europas, greifen die hier geltenden Datenschutzgesetze ohnehin nicht.

Vor der Nutzung ist es deshalb wichtig, das Kleingedruckte auch tatsächlich zu lesen und über die jeweiligen Bestimmungen Bescheid zu wissen. Ist ein ausreichender Schutz nicht gewährleistet, sollten keine sensiblen Informationen in der Cloud gespeichert werden. Direkt auf dem Gerät gesichert, sind die Daten dann besser untergebracht.

RICHTIGES VERHALTEN BEIM VERLUST DES GERÄTS

Wenn Smartphone oder Tablet verloren gehen, sollte direkt gehandelt werden. Solange sich die SIM-Karte noch im Gerät befindet, kann auch von der Ferne aus darauf zugegriffen werden. Verschiedene Apps, die allerdings vorher auf dem Gerät installiert werden müssen, helfen dabei, das Smartphone oder das Tablet zu orten. Über eine Remote-Verbindung ist es dann auch möglich, sensible Daten zu löschen.

Eine weitere Maßnahme ist ein Anruf beim jeweiligen Mobilfunkanbieter, um die SIM-Karte sperren zu lassen. So können unbefugte Personen nicht auf das Gerät zugreifen.

Fotonachweise:

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Avira Phantom VPN – einfaches anonymes Surfen im Test

Avira Phantom VPN – einfaches anonymes Surfen im Test – Avira kennt man in erster Linie als Hersteller von Anti-Viren-Lösungen, aber das Unternehmen hat daneben auch noch andere Produkte im Angebot. Mit Avira Phantom VPN bietet das Unternehmen seit Anfang 2016 auch eine VPN Lösung an, die es einfacher machen soll, sicher und unerkannt im Internet zu surfen.

Dabei stellt Avira wieder zwei Varianten zur Verfügung: eine kostenlose Version, bei der 500MB Datenvolumen (1GB nach Registrierung) kostenfrei per VPN genutzt werden können und eine kostenpflichtige Version, bei der es kein Traffic-Limit gibt und mit der man für 55 Euro pro Jahr per VPN im Netz surfen kann.

Der Download der Versionen

Die Apps und die Desktop-Versionen stehen zum kostenfreien Download hier zur Verfügung:

Die Freischaltung der Premium-Version kann direkt per Download oder im Nachgang per Code vorgenommen werden. Man muss sich dabei im Kundenbereich unter https://my.avira.com einloggen und den entsprechende Code unter Einstellungen => Profil bearbeiten => Meine Produkte => Neues Produkt aktivieren  hinterlegen. Die Einstellungen findet man unter dem Zahnrad-Symbol am linken unteren Rand.

Avira VPN_PhantomWie funktioniert ein VPN?

Avira Phantom nutzt die normale VPN Technik die man auch von anderen VPN Anbietern kennt. Man baut als Kunde dabei keine direkte Verbindung mit dem Internet auf, sondern schaltet die VPN Server von Avira dazwischen. Alle Anfragen werden also erst an die VPN Server gesendet und auch Antworten aus dem Internet landen zuerst beim VPN Anbieter und werden darüber erst an den Kunden weiter verteilt.

Von außen sieht man daher nur die Verbindung des Handys oder PCs zum Avira Server. Welche Daten oder Ziele danach angesteuert werden, lässt sich nicht mehr ermitteln. Umgekehrt sieht man aus dem Internet heraus nur den Traffic bis zum Avira-Server. Zu welchem Endgerät er dann weiter geleitet wird, ist nicht sichtbar. Avira schreibt im Blog dazu:

Avira Phantom VPN baut einen virtuellen Tunnel zwischen dem eigenen Endgerät und den VPN-Servern von Avira auf, wo der Datenverkehr in das Internet übergeben wird. Die Strecke zwischen Endgerät und Avira ist vollkommen verschlüsselt, niemand kann E-Mails, übertragene Dateien oder den Browserinhalt mitlesen.

Die Verschlüsselung ist an der Stelle wichtig, da so niemand Zugriff auf die Daten erlangen kann und von außen auch nicht sieht, welche Anfragen empfangen und gesendet werden. Man kann auf diese Weise sehr anonym und datensparsam surfen.

Avira VPNWie wirkt sich das in der Praxis aus?

Der praktische Nutzen lässt sich an vielen Beispielen verdeutlichen, am besten passt aber wohl die neu beschlossen Vorratsdatenspeicherung aka Höchstspeicherfrist in Deutschland. Damit sind Provider gezwungen, die Verbindungsdaten ihrer Kunden 10 Wochen zu speichern. Die Behörden haben damit unter Umständen Zugriff auf 10 Wochen Surf- und Mobilfunk-Protokolle aller deutschen Nutzer. Es sollen zwar an sich keine Internet-Seiten gespeichert werden, ob das in der Praxis aber wirklich so umgesetzt wird ist nicht sicher.

Mit der Nutzung von VPN Netzwerken wären diese Daten aber weitgehend nutzlos, denn man sieht zwar Zeitpunkt und Verbindungsziel – dieses Ziel ist aber nur der VPN-Server von Avira. Weitere Informationen werden nicht preis gegeben. Ohne VPN Server würde man direkt jeder aufgerufene Webseite in diesen Protokollen sehen. Damit muss man sich nicht auf die Speicherpraxis des eigenen Anbieters verlassen sondern gibt nach außen erst gar keine Infos preis.

Gleiches gilt, wenn man sich in offenen Netzwerken (Hotspots) bewegt. Dort lässt sich relativ einfach der Traffic mit loggen und dann können unter Umständen die Verbindungsziele durch Dritte ausgelesen werden. Auch hier würde mit einem VPN nur eine verschlüsselte Verbindung zu Avira erkannt werden und keine weiteren Daten dazu.

Ein schönes Beispiels dazu findet sich bei datenschutzbeauftragter-info.de:

Anhand des folgenden Beispiels, kann man sich das wie folgt vorstellen: ein VPN-Server hat die IP Adresse 123.456.789. Mit diesem VPN-Server verbinden sich nun 100 Rechner und erhalten alle ebenfalls die IP Adresse 123.456.789, mit der sie dann weitersurfen. Von außen sieht das also so aus, als ob nur der VPN-Server all die Seiten aufgerufen hätte, so dass die Zuordnung einzelner Interaktionen zu einem bestimmten Rechner nicht mehr möglich ist.

Avira selbst gibt an, ebenfalls keine Verbindungsdaten zu den Webseiten zu speichern. Das lässt sich allerdings extern kaum prüfen, man muss in dem Fall dem Unternehmen also vertrauen.

Dazu bietet die Software auch die Möglichkeit, verschiedene Ausgangs-Server in unterschiedlichen Ländern wählen. Das ist bei Geoblocking oder Geotargeting wichtig, da man so simulieren kann, aus einem anderen Land zu kommen.

Avira VPN_VerbindungsaufbauAvira Phantom VPN in der Anwendung

Die Installation selbst ist erfreulich einfach. Man lädt die App aus dem jeweiligen Store herunter. Für Android sind dafür nur 10MB Volumen nötigt (in der getesten Version) und die App steht dann relativ schnell zur Verfügung. Zur Nutzung ist allerdings ein Login notwendig, man muss sich also mit Emailadresse und Passwort bei Avira registrieren. Allerdings klappt das ziemlich schnell und man kann mit der Nutzung bereits beginnen, auch wenn die Mail noch nicht bestätigt wurde.

Nach der Installation muss man nur noch in der App auf „Meine Verbindung sichern“ klicken und die App richtet eine VPN Verbindung ein. Teilweise fragt das System auch noch nach, ob man das zulassen möchte, aber viel mehr muss man an dieser Stelle nicht tun. Die App übernimmt die Konfiguration automatisch und gibt Bescheid, wenn die VPN Verbindung steht. Man erkennt das auch über ein entsprechendes Symbol in der Statusleiste des Handy. In der App selbst wird dann auch der verbrauchte Datentraffic angezeigt. Das Abschalten geht ebenso einfach: ein Klick und man ist wieder ohne VPN unterwegs.

Wie sieht es mit der Geschwindigkeit aus?

VPN Server haben oft das Problem, dass sie nur langsam reagieren und die Geschwindigkeiten der Datenübertragung deutlich nach unten absenken. Das ist vor allem bei kostenlosen Servern der Fall, die möglicherweise auch noch stark belastet sind. Bei Avira Phantom VPN war daher die Frage, wie sich die Nutzung des VPN Server auf das Surfen im Internet auswirken würde und erfreulicherweise sind die Auswirkungen eher gering.

Ein Speedtest am Handy brachte mit und ohne VPN folgende Daten:

  • ohne VPN (Handy – WiFi): 6 Mbit/s  Download, 6Mbit/s Upwnload, Ping 25ms
  • mit VPN (Handy – WiFi): 4,9Mbit/s Download, 1Mbit/s Upload, Ping 27ms

Es gibt also schon einige Abweichungen, aber in der Praxis zumindest sind die Wartezeiten nicht merklich größer. Bei größeren Geschwindigkeiten könnten die Abweichungen noch etwas stärker sein, aber insgesamt sind die Abweichungen in einem vernünftigen Rahmen.

Fazit

Mit Avira Phantom VPN haben Nutzer eine sehr einfache und leicht zu bedienende Möglichkeit, anonym im Internet zu surfen. Das Produkt ist auf den Massenmarkt zugeschnitten und ermöglicht per (Maus-)Klick die Nutzung von VPN. Allerdings sind die meisten Nutzer bisher kaum sensibilisiert, wenn es darum geht möglichst datensparsam unterwegs zu sein – auch wenn der Einsatz eines VPN Clients für mehr Sicherheit beim Surfen sorgt.